Sonntag, 28. April 2013

Deutschlandtrend: Abtreibung und Sterbehilfe


Von Meinungsumfragen halte ich nicht viel. Vor einer Wahl werde ich immer das Gefühl nicht los, damit soll die Stimmung der Wähler manipuliert werden. So prophezeite man der FDP vor der letzten Landtagswahl in Niedersachsen, dass sie die 5-Prozent-Hürde wohl kaum überspringen werde. Doch stattdessen erreichte die Partei mit 9,9 Prozent der Wählerstimmen ihr bisher bestes Ergebnis in diesem Bundesland. Heute nun widmet meine Tageszeitung einer Umfrage der Bertelsmann-Stiftung einen großen Raum.
Die Deutschen befürworten Abtreibung und Sterbehilfe
Wir erfahren dadurch, dass  mehr als die Hälfte der Deutschen sage, der Islam stelle eine Bedrohung dar und passe nicht in unser Land. Hinduismus und Buddhismus werden wohlwollender betrachtet. Das Christentum empfinden sogar 76 Prozent der Westdeutschen ( und 64 Prozent der Ostdeutschen) als eine Bereicherung.
Drei Viertel aller Befragten sind der Meinung, homosexuelle Paare sollten die Möglichkeiten haben zu heiraten. Hier hat die Homolobby in den letzten Jahren erfolgreiche Arbeit geleistet, denn vor 30 Jahren wäre eine Befragung zu diesem Thema wohl ganz anders ausgefallen. Ich wünschte mir, wir Christen würden auch so offensiv und erfolgreich in der Öffentlichkeit für unsere Anliegen eintreten.
Es scheint nämlich nur wenige zu stören, dass in unserem Land mehr als 100.000 Kinder jährlich nicht das Licht der Welt erblicken dürfen, weil sie abgetrieben werden. 54 Prozent im Westen und 69 Prozent im Osten, sind der Meinung, ein „Schwangerschaftsabbruch“ (Was für ein verharmlosendes Wort für die Tötung eines Menschen!) sollte grundsätzlich erlaubt sein. Wenn die Befragten dieses Video einer Frau gesehen hätten, die abgetrieben hat, würden sie vielleicht anders denken.
Ebenso erschreckt mich, dass 83 Prozent im Westen und 88 Prozent im Osten meinen, dass unheilbar Kranke das Recht zu sterben haben sollten, wenn sie es ausdrücklich wünschen. Mit dieser Einstellung öffnen wir der Euthanasie (Sterbehilfe) Tor und Tür. Schon bald werden alte Menschen, die hohe Pflegekosten verursachen, sich gezwungen sehen, ihrer eigenen Tötung zuzustimmen.
Es gibt Menschenrechte, über die nicht in Meinungsumfragen entscheiden werden darf. Das Recht auf Leben gehört unbedingt dazu. Was von manchen Meinungsumfragen zu halten ist, drückt der Liedermacher Manfred Siebald in seinem Song „Ich glaub’ nicht, dass die Menge zählt“ so aus:

„Welcher falsche Ton wird richtig dadurch, dass ihn jeder pfeift?
Und welcher saure Apfel wird süß dadurch, dass jeder nach ihm greift?
Welches schiefe Bild hängt gerade dadurch, dass es viele sehn?
Welcher tote Weg führt weiter dadurch, dass ihn viele gehen?
Ich fürchte fast, dass es nicht wichtig ist,
ob uns das passt, was bei Gott richtig ist,
und ob mit uns noch viele andre lieber tun, was ihm missfällt.
Ich glaub’ nicht, dass die Menge zählt.“
Gerhard Lenz (für Gott in Berlin)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Danke für Ihren Kommentar. Wir werden ihn in Kürze freischalten.
Ihr Gott-in-Berlin-Team