Samstag, 20. April 2013

Europa ohne Christus

Eines Tages saß ich am Ufer eines Flusses. Ich holte aus dem Wasser einen runden Stein und brach ihn entzwei. Im Innern war er vollkommen trocken. Dieser Stein lag seit sehr, sehr langer Zeit im Wasser, aber das Wasser hatte ihn nicht durchdrungen. Mir kam der Gedanke, dass es sich mit den Menschen in Europa ähnlich verhält. Seit Jahrhunderten sind sie vom Christentum umgeben, aber das Christentum hat sie nicht durchdrungen, lebt nicht in ihnen.
Sadhu Sundar Sing
Die Menschen Europas sind vom Christentum
umgeben, aber es hat sie nicht durchdrungen.
Was dieser indische Christ im vorigen Jahrhundert in Europa festgestellt hat, hat sich seit seinem Tod im Jahre 1929 noch verstärkt! Unser Kontinent entfernt sich immer mehr von seinen christlichen Wurzeln, der Glaube verdunstet und prägt nicht mehr das Leben. Und in der neuen Verfassung Europas findet sich nicht einmal mehr ein Gottesbezug. Es ist nur noch von einem „kulturellen, religiösen und humanistischen Erbe“ die Rede. Zwar findet man noch Gottesbezüge im deutschen Grundgesetz und in den Verfassungen Griechenlands, Irlands, Polens und der Schweiz. Das war es aber auch schon.
Gleichzeitig nehmen die Kirchenaustritte zu und die Gottesdienstbesuche ab. Nur noch 3 Millionen Katholiken nehmen sonntags an der hl. Messe teil. Bei den evangelischen Christen sind es noch weniger: Die Zahl der Gottesdienstteilnehmer entspricht gerade einmal der Anzahl der hauptamtlichen Mitarbeiter ihrer Kirche.
Papst Franziskus brachte es heute in seiner Predigt auf den Punkt, was das Problem in Europa ist: Es seien die lauen Christen, die eine Kirche nach eigenem Maß bauen wollen, das aber nicht die Kirche Jesu Christi sei. Christen dieser Art „festigen die Kirche nicht, sie gehen nicht in der Gegenwart Gottes, sie haben nicht den Trost des Heiligen Geistes, sie lassen die Kirche nicht wachsen“, betonte der Papst und wies auf die Worte Jesu in der Offenbarung des Johannes hin:
 „Ich kenne euer Tun... Ihr seid weder warm noch kalt; ihr seid lauwarm. Darum werde ich euch aus meinem Mund ausspucken. Ihr sagt: ‚Wir sind reich und gut versorgt; uns fehlt nichts.’ Aber ihr wisst nicht, wie unglücklich und bejammernswert ihr seid“ (3, 15-17).
Ich wünschte mir, wir europäischen Christen würden uns wieder vom Feuer des Hl. Geistes entzünden lassen und den Mut haben, unseren Mitmenschen zu erzählen, wie unglücklich und bejammernswert auch unser Leben gewesen war, bis wir Jesus begegneten. Er lässt sich auch heute noch finden von allen, die ihn von ganzem Herzen suchen. Jesus sagt auch dir:
„Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und öffnet, werde ich bei ihm einkehren“ (Offenbarung 3, 20).
Wenn du seine Stimme nicht hörst oder dich noch nicht öffnen kannst, wende dich an unsere E-Mail-Partner. Sie begleiten dich gern bei deiner Suche.
Gerhard Lenz (für Gott in Berlin)

Nachtrag (heute gefunden):
„Wenn wir die Christusbotschaft preisgeben, bleibt nicht mehr viel übrig von Europa“, sagte mir Weltbestseller-Autor und Islamexperte Prof. Dr. Peter Scholl-Latour... Es ist geradezu schockierend festzustellen, dass sich die westliche Welt weitgehend entchristianisiert hat. Mein guter Freund Bassam Tibi, der beste arabische Islamkenner, sagt immer: „Wer sich nicht selbst achtet“, und damit meint er den Westen und auch seine christlichen Werte,  "kann auch von außen nicht geachtet werden.“ Als ich im Sudan war, wurde mir von hohen Vertretern der islamischen Regierung versichert, man lege größten Wert darauf, dass ihre europäischen Gesprächspartner sich als Christen zu erkennen gäben, denn ein Gottloser sei schlimmer als ein Tier… Wir sind schwächer als die Muslime, weil wir nicht mehr glauben.“
(das Interview mit Peter Scholl-Latour führte Günther Klempnauer)

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