Sonntag, 7. April 2013

Unser täglich Gift?

war das Titelthema der Gesundheitsbeilage meiner Tageszeitung. Es ging dabei um die Lebensmittelskandale der letzten Zeit: verseuchtes Tierfutter, Pferdelasagne, Betrug bei Bio-Eiern, Pestizidrückstände in Obst und Gemüse. Kein Wunder, dass viele Verbraucher das Vertrauen in Lebensmittel verlieren, auch wenn nur 0,1 - 0,3 Prozent der Produkte davon betroffen waren. Wie immer nach solchen Vorfällen wurde der Ruf nach höheren Strafen und mehr Kontrollen laut.

In China ist man schon einen Schritt weiter. Dort entwickelt man Teststreifen, mit denen Verbraucher künftig selbst überprüfen können, wie giftig ihr Essen ist. Auf 60 giftige Substanzen kann man damit seine Lebensmittel testen.
Unser täglich Gift gib uns heute?
Unser täglich Gift - gib uns heute? 

Ich wünschte mir, solche Teststreifen gäbe es auch für das Gift, das aus uns Menschen manchmal heraussprudelt: „Die Zunge kann kein Mensch bändigen. Sie ist ein ständiger Unruheherd, eine Unheilstifterin, erfüllt von tödlichem Gift. Mit ihr preisen wir den, der unser Herr und Vater ist, und mit ihr verfluchen wir Menschen, die als Ebenbild Gottes geschaffen sind. Aus ein und demselben Mund kommen Segen und Fluch. Das, meine Geschwister, darf nicht sein“ (Jakobus 3,7-10)!
Wer von uns hätte nicht auch schon diese Erfahrung gemacht? Ein Wort ist uns herausgerutscht, mit dem wir einen anderen verletzt haben. Am liebsten hätten wir uns anschließend auf die Zunge gebissen, aber die giftigen Worte waren schon gesprochen.
Jesus begegnete einmal einem Menschen, der auch Probleme mit seiner Zunge hatte: einem Taubstummen. Wie gern hätte dieser Mann Worte der Liebe gesprochen und Gott gepriesen! Jesus hatte keine Berührungsängste, führte ihn von der Menge weg, legte seine Finger in die Ohren des Mannes, berührte dessen Zunge mit Speichel, seufzte und betete: „Öffne dich!“ (Markus 7,34). Im selben Augenblick konnte der Mann wieder hören, seine Zunge war gelöst und er war nicht mehr sprachlos.
Ich erkenne mich manchmal in dem Taubstummen wieder. Auch ich bin oft taub für Gottes Stimme oder höre weg, wenn er zu mir spricht. Ziehe ich mich aber zurück von der Menge und von dem täglichen Gift, das die Medien unaufhörlich senden, kann mir in der Stille Jesus begegnen. Er kann mich berühren und mich fähig machen, von seiner Liebe zu sprechen. Er kann sogar meine Zunge bändigen, damit sie lernt, Segensworte zu sprechen. Ich muss mich nur für sein Wirken öffnen. Am besten täglich.
Gerhard Lenz (für GottinBerlin)



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