Mittwoch, 3. April 2013

Wer hat Hoffnung, wenn nicht wir?

Daggi Klingmann engagiert sich in der Hospiz-und Seelsorgearbeit und arbeitet mit Suchtkranken in Baden-Württemberg. Sie schreibt heute über Kirche und Papst Franziskus: „Ich bin total verliebt in Jesus - und ich wünsche mir noch viel mehr und viel tiefer, all das zu schmecken, was er für mich und jeden anderen, der ihm vertraut, bereitet hat. Denn sein Wesen ist Liebe - und die will er in vollem Umfang mit uns teilen.“
Wie soll denn die Welt erkennen, dass sie durch die Kirche mehr bekommen hat, als sie verdient??? Wenn nicht wir hingehen und ihnen den nahebringen, der sie liebt, der sie erlöst, der alles für sie gegeben hat??? Natürlich ist Kirche kein Menschenwerk, aber gerade durch die Menschen, die in ihr leben, durch seinen Leib wirkt Jesus in die heutige Zeit hinein. Wer betet, wenn nicht wir? Wer glaubt, wenn nicht wir? Wer hat eine Hoffnung, die alle Zeiten überdauert, für diese sterbende Welt, wenn nicht wir?
Ohne Jesus ist die Welt verloren
Natürlich ist die Kirche heilig. Sie ist ja der wahre Leib Christi und da denke ich, dürfen die Menschen dieser Welt auch erwarten, Christus darin und in uns zu finden, im Umgang und in der Liebe, die wir zueinander haben.
Wenn ich manchmal hier bei Facebook so lese, wie sich Christen gegenseitig an den Kragen gehen über Nichtigkeiten, sehe ich da noch ein wenig Handlungsbedarf. :o)
Und ja: Ich habe die Erwartung, Christus zu spüren, wenn ich in eine Kirche gehe und ich spreche auch den Menschen, die Kirche als Heimat deklarieren und sich geistig damit identifizieren, eine Verantwortung zu, sich auch wie solche zu verhalten.
Licht und Leben: Christus
Um aber so leben zu können, sollten wir beharrlicher beten, gerade weil wir auf Christus blicken und erkennen können, wie verloren die Welt ohne Jesus ist. Mich trifft das echt ganz oft total hart und es schmerzt mich, wenn ich sehe, wie nah viele, viele Menschen am Abgrund entlangwandern und sich nie sicher sind, ob sie den Sprung in die dunkle Tiefe wagen sollen oder sich doch lieber an jemandem festhalten, der für das Licht und das Leben steht - Christus.
Ich bin kein Freund von höher, schneller, weiter- immer größeren, gut strukturierten Gemeinden oder Kirchen- das ist nicht der Sinn der Sache. Der Sinn liegt nicht in der Beweihräucherung unserer Selbst am Sonntagmorgen, sondern darin, rauszugehen und den Gottesdienst unter den Menschen zu leben - nicht an den Altären- sondern bei den Armen, Trostlosen, Verzweifelten und Schwachen dieser Welt. Dort, wo Menschen bedürftig sind.
Christus in die Welt strahlen lassen
Bewegen können wir Vieles - aber nur durch die Gnade, die uns geschenkt wird, uns vom Heiligen Geist wirklich berühren, bewegen und formen zu lassen- alles andere wäre ein unglaubliches Abstrampeln zum erreichen eigenen "Gutseins". Wir müssen nicht besser werden in unserem Tun, wir müssen lediglich den Punkt finden, wo wir wirklich und echt aus dem Blick auf Christus heraus leben- und ihn durch uns in die Welt strahlen lassen. Ich tue das auch noch zu wenig, aber es ist bitter nötig.


Foto ist unter der Creative Commons-Lizenz
Deshalb liebe ich den neuen Papst Franziskus. Was ich so mitkriege, hat er eine Bodenständigkeit, die ich wunderbar finde. Er sucht die Armen, er geht hinaus zu den Schwachen. Er bricht Tabus, um den Menschen nahe zu sein. Was ich bis jetzt sehe, gefällt mir- so macht das „Heilige“ Schule und wird zum Vorbild eines Glaubens, der das lebt, was er auch verkündet und dadurch wieder glaubwürdig wird. Und dann werden sich auch wieder Menschen aufmachen, dem Heiligen nachzujagen.
Das ist nichts, was uns zufällt, sondern worum wir beständig ringen müssen und was wir uns erkämpfen in unserem täglichen Kampf des Glaubens, aber es lohnt sich.  :o)
Daggi Klingmann für GottinBerlin

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