Freitag, 5. April 2013

Wie ich zum Glauben zurückfand


Nadine ist eine junge katholische Christin. Sie lebt in Berlin und erzählt euch, welche Erfahrung sie wieder zu Gott zurückführte !
Ehrlich gesagt konnte ich nie was mit der Kirche anfangen. Und mit dem Papst schon gar nicht. Mir war schleierhaft, wie man von so einem einfachen Mann wie Jesus predigen und selbst in soviel Prunk leben konnte.  Meiner Meinung nach war es doch das, was Jesus verabscheute. Mal ganz davon abgesehen, dass Kirche bzw. die Messe zum Sterben langweilig war. Mir fehlte die ganze Leidenschaft darin, wenn ich den Priester predigen hörte. Aber ich glaube, zu der damaligen Zeit war mein Herz zu verschlossen und meine Interessen einfach andere gewesen.
Nadine mit ihrer geliebten Oma
Meine Oma – ein wundervoller Mensch
Doch es gab einen Menschen, der mir den Glauben mit gutem Beispiel vorlebte: meine Oma. Ich hatte ein super Verhältnis zu ihr, auch wenn wir uns nicht oft sahen, weil sie in Polen lebte. Sie war meine beste Freundin, zweite Mutter und vor allem meine Seelenverwandte. Sie verstand mich und nahm mich so, wie ich war. Was ich so toll an ihr fand, war auch noch, dass sie nie über jemanden ein böses Wort verlor.
Obwohl ich nicht viel mit dem Glauben anfangen konnte bzw. ihn nicht lebte, brachte sie mir auf polnisch das Vaterunser bei. Das war ein prägendes Erlebnis für mich. Sie zwang mir nichts auf, aber so wie sie als Mensch lebte und mit anderen umging, gab sie mir und unserer ganzen Familie ein Beispiel, wie man miteinander leben sollte. Sie war einfach ein wundervoller Mensch. Doch leider war sie sehr krank und verstarb vor fast 9 Jahren.
Der Tag, an dem sich alles veränderte
Das war der Tag, an dem sich für mich alles veränderte. Es war so, als hätte mir jemand eine Hälfte meines Herzen herausgerissen . Wie sollte ich mit diesem Verlust umgehen? Ich wusste nichts anderes, als dass ich für sie beten wollte. So ging ich dann jeden Sonntag in die Kirche.
Plötzlich war die heilige Messe nicht mehr langweilig für mich. Ich sog alle Worte auf, die der Priester predigte, denn sie gaben mir Halt und Hoffnung. Ich, aber auch vor allem mein Umfeld, wunderte sich über meine Verwandlung. Der Glaube bekam eine zentrale Rolle in meinem Leben. Alles andere interessierte mich nicht mehr. Gott interessierte mich oder wie ich z. B. das Rosenkranzgebet erlernen konnte.
Ich begann Bücher zu lesen, mich mehr mit dem Glauben auseinanderzusetzen. Er gab mir Hoffnung und vor allem wusste ich, dass meine Oma nicht mehr leiden musste, sondern in guten Händen war. Das war der einzige Trost, den ich hatte. Sie musste nicht mehr leiden und ich wusste, sie würde bei Gott sein, denn nur dort konnte ein guter Mensch wie sie sein.
Ich bin froh, dass ich in dieser Richtung dachte und nicht anders herum, dass ich z. B. Gott die Schuld an allem gab. Die Trauer äußert sich ja bei jedem Mensch anders. Meine Trauer brachte mich näher zu Gott und gab mir Hoffnung, dass ich irgendwann mit meiner Oma wieder vereint sein würde. Ich bin mir sicher, dass meine Oma für mich gebetet hat und mir bei allem geholfen hat.
Ich hoffe, ich kann mit meinem Glaubenszeugnis anderen Menschen helfen, Gott wieder näherzukommen. Bei mir musste erst einmal was Schlimmes passieren, damit ich wieder zu Gott fand. Ich hoffe, diese Erfahrung müsst ihr nicht machen. Gott wartet auf euch. Auch wenn er euch heute gleichgültig ist. Er wird immer auf euch warten und euch mit offenen Armen aufnehmen.
Nadine Lunecki (für GottinBerlin)

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