Dienstag, 30. Juli 2013

Thomas, du schaffst das ...

Thomas, du schaffst das ... ; Photo by Thomas Gerlach
Thomas, du schaffst das ...
Am vergangenen Samstag war es dann so weit. Meine liebe Frau Angela und ich standen an dem vereinbarten Treffpunkt an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, an der Puderdose und warteten auf weitere GottinBerlin-Läufer. Um 19:40 Uhr standen wir dann auf der Startpiste vom Vattenfall City-Night-Lauf und die Temperaturen waren eher zum Abheben (Thermik) als um zu Rennen; 34 Grad im Schatten.

Wie immer sind die ersten 1000 Meter leicht und schnell abgerannt. Doch dann bemerkten wir die Hitze. Wo ist der nächste Wasserstand? Wann kommt endlich die Wende, die uns sagt: Jetzt noch mal 2,5 Kilometer? Die Trommler auf dem Mittelstreifen gaben ihr  Bestes; gute, rhythmische Klänge, die mich aufhellen ließen.  Endlich, Wasserbecher leer getrunken, die Hälfte der Strecke geschafft und nun zurück. Angela neben mir, meine Blicke auf meine Schuhspitzen. Nur jetzt nicht demotivierte Gedanken bekommen, sondern stur Schritt für Schritt dem Ziel entgegen. 

Es war dann im Bereich von Kilometer 4. Ich hörte meinen Namen. Dann nochmal: "Thomas, halte durch, du schaffst das". Ein Zuschauer auf dem Mittelstreifen hatte meinen Vornamen auf dem Teilnehmer-Startnummerblatt gelesen und motivierte mich mit seinem Zuruf.

Dieser fremde Mann, der mich, außer meinem Vornamen, nicht kannte, meinte mich. Er nannte mich bei meinem Namen und hinterließ bei mir Freude, Kraft und Motivation. Ja, wir Menschen, Du und ich, wir brauchen um uns herum "Mutmacher", die uns Gutes wünschen. 

Thomas, du schaffst das ... ; Photo by Thomas Gerlach
Thomas, du schaffst das ... 
Gott, der vielen BerlinerInnen auch sehr fremd ist, sagt zu uns: "Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!" (Jesaja 43,1) Gott, unser Schöpfer, kennt dich und mich. Wie willst Du herausfinden, was Gott für Dich an Freude, Kraft und Motivation bereit hält? Gott ist bereit, es Dir zu geben. Du weißt nicht, wie Du mit Gott darüber kommunizieren kannst? Frage doch einen unserer Berliner E-Mailpartnerinnen und E-Mailpartner. Sie wissen, wie das geht. 

Nun beginne doch auch Du mit deinem Lauf. Dem Lauf, Gott entgegen. An dieser Stelle will ich dein "Mutmacher" sein. Übrigens, Gott wartet sehnsüchtig auf Dich. Gott hat alles getan, damit es zu einer Beziehung zwischen DIR und IHM kommt. 

Ich persönlich wünsche Dir alles Gute!


Thomas G. für GottinBerlin.com

Montag, 29. Juli 2013

Was ist Heimat?

Was ist Heimat? Picture by ClipArt_Office-Online
Was ist Heimat?

Ich bin Franzose und lebe in Berlin seit 23 Jahren. Ich verbringe gegenwärtig meinen Sommerurlaub in meiner „Heimat“. 


Das Wort Heimat und die Gefühle dazu sind leider nicht richtig auf deutsch zu übersetzen. Die Franzosen sagen nur zu oft dazu Geburtsland oder Vaterland. Freunde aus Deutschland sagten mir: „Du bist in Berlin beheimatet.

Was ist Heimat? Picture by ClipArt_Office-Online
Was ist Heimat?
Ich erinnere mich immer an einen Satz aus der Bibel „Matthäus 6,21: "Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz".

Demzufolge ist die Schöpfung die Heimat der Christen. Indem ich die gesamte Schöpfung (Umwelt, Tiere und Menschen) respektiere bzw. liebe, nehme ich an der Heimat Gottes teil. So bin ich in Berlin zu Hause und in der Schöpfung daheim bzw. beheimatet.

Öffne Dein Herz, liebe und freue Dich darüber.

Jean-Paul, ein Franzose in Berlin, für Berlin, für GottinBerlin.com

Sonntag, 28. Juli 2013

2000 Jahre.. und ein bisschen Waise

Glückselig der Mensch, der diese Welt mit einem „Produkt“ beglücken kann, das diese noch nie sah, davon sie noch nie hörte. 

Stellen Sie sich vor, Sie hätten das Speiseeis erfunden. Sie bestimmen den Namen, die Ingredienzen und können dem Eis ein Image verpassen, wie es Ihnen gefällt: Sommer, Strand und Sonne, nur fröhliche Menschen und das alles in Verbindung mit einem Produkt, das höchsten Genuss und gute Laune verbreitet. 

So kennen wir es, so hat es uns die Werbung gelehrt, so ist unser heutiges Speiseeisverständnis. „Eisessen?“ Da haben die Leute rundweg positive Assoziationen.
2000 Jahre.. und ein bisschen Waise; Photo by ClipArt_OfficeOnline
2000 Jahre.. und ein bisschen Waise

Schwieriger ist es mit „Produkten“, die man nicht neu erfinden kann, sondern die man bereits vorfindet und nur noch neu gestalten kann. Denn diese „Produkte“ haben bereits eine Geschichte, die meiner Produktgestaltung vorausgeht. Als die Bank erfunden wurde, hat das die Gesellschaft revolutioniert. Wirtschaft konnte in ganz neuer Weise entstehen, Handel konnte über große Entfernungen unkompliziert gestaltet werden. Heute hat die Bank ein miserables Image. 

Vor kurzem hatte ich ein Gespräch mit einem Mann, der sich, als er etwas Vertrauen gefasst hatte, als Banker outete. Sofort sah er sich in Erklärungszwang, seine Tätigkeit zu rechtfertigen und sich von den schwarzen Schafen dieser Branche zu distanzieren. Vertreter des Bankwesens zu sein ist heutzutage schon ein wenig wie Spießrutenlaufen.

Nicht anders sieht es in meiner Branche aus, die allgemein mit Kirche betitelt wird und so etwas schwer Greifbares wie Glaubensvermittlung zum Produkt hat. Da stehe nicht einfach ich, mit meinem Denken und Glauben im Hier und Heute. Da stehen plötzlich 2000 Jahre Christentum mit mir im Raum. Da bin ich, dem gegenwärtigen Image der Kirche geschuldet, für Kreuzzüge, Hexen- und Ketzerverbrennung, Frauen- und Wissenschaftsfeindlichkeit, moralische Unterdrückung, sexuellen Missbrauch, Entmündigung des selbständigen Denkens und vieles andere verantwortlich, was 2000 Jahre Kirchengeschichte so mit sich brachten. Schade, dass man mich nicht für das Gesundheitswesen mit seinen Krankenhäusern und Pflegestationen, für das Schulwesen und die Kinderbetreuung und die vielen humanitären Hilfsorganisationen verantwortlich macht. Denn auch das alles hat seinen Ursprung im christlichen Glauben, im Raum der Kirche.

Alle  diese Angelegenheiten, positiver wie negativer Natur, sind Teil der Geschichte des Unternehmens, das sich auf den Gott beruft, der sich in Jesus Christus der Menschheit mitgeteilt hat. Und insofern ich mich in meinem Glauben und Denken auf diesen Jesus berufe, muss ich auch für alles „geradestehen“, was in der Geschichte mit Berufung auf Ihn an den Tag gelegt wurde. Die Menschen sind in irgendeiner Weise mit der Kirche in Berührung gekommen, haben sich ein Vor- Verständnis gebildet von dem, was Christentum so ist und mit sich bringt. Je nachdem, welchen Ausschnitt sie auf dem großen Gemälde der kirchlichen Wirklichkeit wahrgenommen haben, das ist dann ihre Wahrheit vom Christentum. Das alles bringen sie bereits mit, wenn sie mir das erste Mal begegnen. Und je nachdem, welcher Bildausschnitt in ihrem Leben Raum gefunden hat, ich werde erst einmal diesem Ausschnitt angepasst, ihrer Sichtweise eingefärbt. Stell dir vor, du bist verheiratet und musst nun für alles herhalten, was Ehe in ihrer Geschichte mit sich brachte. Du bist exemplarisch für prügelnde, saufende und fremdgehende Ehemänner/ Ehefrauen. So, wie die Leute Ehe wahrgenommen oder erlebt haben, werden sie sie beschreiben und dich als Ehemenschen werten.

2000 Jahre.. und ein bisschen Waise; Photo by ClipArt_OfficeOnline
2000 Jahre.. und ein bisschen Waise
Wer sich als Christ darauf berufen kann und beruft, diesem Jesus persönlich, lebendig begegnet zu sein, fühlt sich unter den landläufigen Meinungen zum Thema Christentum ziemlich allein gelassen  verwaist. Denn er stellt fest, dass diese Meinungen so wenig bis gar nichts mit dem Leben, Lieben und Denken des Jesus zu tun haben, dem er, dem sie begegnet ist. Wer wissen will, wer jemand wirklich ist, muss sich die Mühe machen, ihn oder sie persönlich kennen zu lernen und darf sich nicht damit begnügen, was andere über ihn oder sie sagen oder schreiben. Wer wissen will, was christlicher Glaube wirklich ist und meint, kommt um diese persönliche Gottesbegegnung nicht herum. Und ich muss damit leben, dass der, an den ich glaube mit falschen Vorurteilen und Bildern zugeschüttet ist; dass da erst einmal viel Müll und Schutt beiseite geräumt werden, eine Klärung geschaffen werden muss, damit Klarheit entstehen kann, wer und wie dieser Jesus aus Nazareth wirklich ist, für mich, für dich ist.

Thomas Nachtigall für GottinBerlin.com

Samstag, 27. Juli 2013

EM-Finale unsrer Fußball-Ladys

Die deutschen Fußballfrauen sind im Finale. Glückwunsch! Wir sahen ein gutes und spannendes Spiel in Göteborg gegen Schweden. Am Sonntag geht es ins Endspiel. Das Stockholmer Stadion wird sicherlich wieder ausverkauft sein.

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EM-Finale unsrer Fußball-Ladys
Nicht nur bei Europameisterschaften sind die Stadien gefüllt. Auch in der Bundesligasaison sind zumindest bei den wichtigsten Spielen die Stadien ausverkauft. Die Fans von Bayern, Dortmund, Stuttgart sind ganz heiß auf die nächsten Spiele. Lautstark feuern sie ihre Mannschaft an. Die La-Ola-Welle schwappt über die Ränge. An so einem Fußballsamstag sind Tausende auf den Beinen.

Was aber wenige wissen: Weitaus mehr Fans sind nicht am Samstag, sondern am Sonntag unterwegs - Die Kirchbesucher. 


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EM-Finale unsrer Fußball-Ladys
Nicht möglich denken Sie? Dann zählen Sie mal in einer ruhigen Stunde nach. Wenn am Sonntag alle Kirchgänger evangelischer, katholischer und die der Freikirchen addiert werden, würden wir doppelt so viele Stadien füllen können wie die gesamte Bundesliga am Samstag. In manchen Orten gehen wenig zur Kirche, in anderen ist der Saal überfüllt mit Erwachsenen, Jugendlichen und Senioren. Wenn Sie alle Orte der Bundesrepublik, also auch das kleinste Kaff mitzählen, kommen Sie auf eine gigantische Summe. 

Es sind Menschen, die sich mit Gott auseinandersetzen. Sicherlich sind auch viele Fans aus den Stadien am Samstag mit dabei. Diese müssen zur Ruhe kommen und sich wieder sammeln, um gestärkt das nächste Spiel mitverfolgen zu können. Bestimmt sind einige Fans auf der Suche nach Gott. Auch wenn Fußball für sie die Hauptsache ist, die Verbindung mit Jesus Christus ist doch nicht totale Nebensache. 

Bist du auf der Suche nach Gott? Dann schau mal rein, vielleicht findest du ihn ja genau HIER. Oder frag mal JEMANDEN, der meint Gott schon gefunden zu haben.

Werner Z. für Gott in Berlin

Wir sehen uns heute auf dem Ku-Damm...

Heute auf dem Ku-Damm ; Foto by Thomas Gerlach
Heute auf dem Ku-Damm
Trotz Hitze sehen wir uns heute auf dem Ku-Damm, zum  Vattenfall City-Night-Lauf. Der 10-km-Lauf ist auf einen 5-km-Lauf reduziert worden, da bei der Hitze keiner 10 Kilometer rennen sollte.

Jedes Jahr treffen wir uns nun inzwischen als kleine Gott-in-Berlin-Gruppe vor dem Lauf an der Puderdose, auf der Seite zum Ku-damm hin. Heute wird es um 19:00 Uhr sein.

Der erste offizielle 5-km-Lauf beginnt um 19:50 Uhr.

Der zweite reduzierte Lauf auf 5 Kilometer startet um 20:30 Uhr.

Vergesst eure GottinBerlin.com-Laufshirts nicht.

Bis dahin wünsche ich erholsames Schwitzen!


Thomas G. für GottinBerlin.com

Heute auf dem Ku-Damm ; Foto by Thomas Gerlach
Heute auf dem Ku-Damm

Freitag, 26. Juli 2013

Fall Gustl Mollath - Was wir noch so alles lernen können

Was wir vom Fall Gustl Mollath so alles lernen können. Zum Beispiel, wie man seinen Ehepartner aus der Welt schafft, ohne ihn umzubringen. 


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Fall Gustl Mollath - Was wir noch so alles lernen können
Wir haben es sicher alle gelesen: Der Prozess des verurteilten Gustl Mollath wird nicht wieder aufgerollt. Er sollte es aber. Sonst macht ein unglaubliches Beispiel bald Schule. Sicherlich ist die Sachlage sehr komplex. Wenn es sich aber um einen Justizirrtum handelte, dann werden bald Trittbrettfahrer bzw. Nachahmer auf den Plan treten. Warum? Denken Sie sich folgendes Szenario: 
Eine Ehefrau hat einen Liebhaber. Ihr Mann wird mehr und mehr zum Hinderungsgrund der neuen Beziehung. Er will sie zur Rede stellen, sie geht aber nicht darauf ein, bittet dafür aber ihren Liebhaber, sie grün und blau zu schlagen. Wenn nötig mehrmals.  Dem Anwalt erklärt sie, ihr Mann habe sie geschlagen. Weil sie dies immer wieder durch blaue Flecke vorspielt, bleibt dem Richter nichts anderes übrig,  als den "Gewalttäter" wegzuschließen. Das war's dann. 

Wo steuert nur unsere Gesellschaft hin?   
Wir sind entsetzt über Kriege überall auf der Welt.  Aber im zwischenmenschlichen Bereich ist auch nur Hacken und Stechen an der Tagesordnung. Wem können wir eigentlich noch vertrauen?



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Hast du sie schon?
In der Bibel ist von Geschehnissen in der "letzten Zeit" zu lesen,  dass die Liebe unter den Menschen erkaltet,  dass sozusagen jeder gegen jeden kämpft.  Wenn das menschliche Zusammenleben nicht ganz vor die Hunde gehen soll, sollten wir uns wieder schleunigst die guten Anweisungen  Gottes zu Herzen nehmen. Auch wenn Sie seit Jahren keine Bibel mehr gelesen haben sollten, kaufen Sie sich schleunigst eine und lesen Sie,  was in 2. Timotheus 3  außerdem noch für das Ende der Zeit vorausgesagt ist. Alles, was Sie da lesen werden, ist bereits in vielen Bereichen Realität. Suchen Sie in Gott einen guten Berater in den schweren Tagen, die auf uns zukommen,  oder einen guten Anwalt  -  aber der ist leider viel teurer.

Werner Z. für Gott in Berlin

George Alexander Louis - ganz die Mama

Ganz die Mama. Das englische Royal Baby ist seiner Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten. "George Alexander Louis" wurde sein Name endlich bekanntgegeben. Verwandte und Freunde fragen sich nach Geburten häufig: "Nach wem kommt denn der oder die Kleine? Nach dem Vater oder nach der Mutter?"

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Das Royal Baby, das vor 2000 Jahren geboren wurde, kam ganz nach dem Vater. Es sagte im späteren Leben ja selbst: "Wer mich sieht, der sieht den Vater." Damit meinte Jesus. "Wer mich sieht, der sieht den lebendigen Gott."
Was erhoffen sich die Menschen, die glauben, eine Ähnlichkeit mit einem Elternpaar zu erkennen?
Sie erhoffen sich ein Vorbild, wie es die Eltern waren, charaktervoll, ehrlich und verantwortungsvoll gegenüber den Menschen, die sie lieben. Sie hoffen, dass ein Mensch heranwächst mit einer überzeugenden Lebensperspektive, aus der ein eindeutiger Weg, aber auch Wahrhaftigkeit zu erkennen sind.

Trotz aller Royal Babys, die weltweit noch geboren werden, halte ich mich lieber an den, der von sich sagte: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben." 
Das sagt Jesus Christus, auf den erfahrungsgemäß Verlass ist.

Trotzdem Glückwunsch zum Britischen Thronfolger, dass er zu einem 
charaktervollen, Gott gefälligen Vorbild heranwächst.

Um welches "Royal Baby" geht es hier eigentlich genau? Lies dazu auch unseren ersten Beitrag hier.
Werner Z. für Gott in Berlin

Donnerstag, 25. Juli 2013

Was haben Himbeeren und Gott gemeinsam?


Neulich habe ich mit meiner Frau gebacken. Das Rezept für die Muffins sah vor, dass am Ende frische Beeren in den Teig gedrückt werden mussten. In unserem Garten haben wir einige Himbeerbüsche. Ich bin mit meiner kleinen, fast zweijährigen Tochter hinausgegangen, um einige Beeren zu pflücken. Ich stand vor dem Gewächs und habe mich gewundert, dass gar keine Früchte an den Zweigen hängen. Ich wollte gerade wieder ins Haus gehen, da rief meine Tochter: "Papa, da Himbeere!“

Ich habe mich hingehockt und von weiter unten eine ganze Menge reifer und leckerer Himbeeren gesehen. Es waren mehr, als wir für unsere Muffins gebraucht haben.

Auf dem Weg zurück bin ich ins Grübeln gekommen. Mir kam in den Sinn, dass es mit uns und Gott häufig ähnlich ist. Ob wir ihn sehen oder erkennen oder eben nicht, hängt von unserer Perspektive ab. Außerdem ist es mit ihm wie mit den Himbeeren. Ob ich sie sehe oder nicht, verändert nichts an der Tatsache, dass sie tatsächlich da sind. Egal, was ich sage und wem gegenüber ich behaupte, dass in meinem Garten keine Himbeeren sind, sie sind trotzdem da. Meine auf der reinen Wahrnehmung oder Sozialisation beruhende Meinung hat keinerlei Einfluss auf die Fakten. Ob Gott existiert, hängt nicht von mir ab. Nur, was er für mich bedeutet.
http://office.microsoft.com/de-de/images/results.aspx?qu=Himbeeren&ex=2#ai:MP900313732|mt:2|Außerdem hat es mich beeindruckt, dass gerade meine kleine Tochter keine Probleme hatte, die Beeren zu entdecken. Mir ist dabei ein Vers in der Bibel eingefallen. In Matthäus Vers 18, 1-4 steht: "Etwa zu dieser Zeit kamen die Jünger zu Jesus und fragten ihn: »Wer ist der Größte im Himmelreich?« Da rief Jesus ein kleines Kind zu sich und stellte es vor sie hin. Dann sagte er: »Ich versichere euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, werdet ihr nie ins Himmelreich kommen. Deshalb: Wer so gering wird wie dieses Kind, der ist der Größte im Himmelreich."

Und wieder fiel mit der Vergleich mit den Himbeeren ein. Manchmal verhindert unser erwachsener Blickwinkel, dass wir Gott richtig erkennen und kennenlernen können. In vielen Punkten kann man sich die Lebenseinstellung eines Kindes zum Vorbild nehmen.

Dominik S. für Gott in Berlin

Mittwoch, 24. Juli 2013

Baby von Kate und William ist da

Endlich. Die halbe Welt, zumindest England, steht Kopf. Das Royal Baby ist zur Welt gekommen. Dienstag 16:24 Uhr. Es ist ein Junge, nach Charles und William der Thronfolger Nr. 3. Die Familie hat mit Pizza gefeiert. Das Wettbüro CORAL hat 250 000 Pfund umgesetzt. Eine Million Facebook-Fans haben zum Thema Royal Baby gepostet. 


http://office.microsoft.com/de-de/images/results.aspx?qu=england&ex=1#ai:MP900400797|Von Sportereignissen mal abgesehen, für England das größte Weltereignis. Unfassbar,  was ein Royal Baby auslösen kann  -  wie ein Kleinkind praktisch den Erdkreis erschüttern kann. Wenn man so etwa 2000 Jahre zurückblickt, da wurde auch ein Royal Baby geboren. Das hat fast niemand mitbekommen.  Nur ein paar unbedeutende Hirten - Engel hatten es verkündet.
An das in England geborenen Royal Baby werden hohe Erwartungen gestellt. Man wünscht,  dass es ihm gelingt, die Wirtschaftskrise Englands in den Griff zu bekommen.
http://office.microsoft.com/de-de/images/results.aspx?qu=Baby&ex=1#ai:MP900409656|

Der junge Prinz heißt

 George Alexander Louis

Doch das vor 2000 Jahren geborene Royal  Baby war 
nicht nur ein Königskind, sondern auch Priester und Prophet. Jesus Christus aber wird noch manch andere Probleme als die Englische Wirtschaftskrise in den Griff bekommen. Er hat das Wohl jedes Menschen 
im Sinn. Er kann dafür sorgen, dass jeder Mensch Sinn und alles für ein gelingendes Leben findet. Machen wir uns auf die Suche nach dem Royal Baby, das uns Menschen wirklich weiterbringt. Jesus wird Facebook um Ewigkeiten überleben.  Garantiert.



Keine Ahnung, wie dir ein vor 2000 Jahren geborenes Baby Sinn geben soll? Eins steht fest, wenn Jesus so bedeutungslos war, dann würde heute nicht fast jeder seinen Namen kennen. Frag' nach bei einem unserer E-Mailpartner/innen.

Werner Z. für Gott in Berlin

Die Machtfrage

In dem Datenspionage-Skandal fragt die Berliner Morgenpost in dem Leitartikel "Ein Mann zwischen allen Stühlen" vom  Juli d. J.: "Wohin mit Edward Snowden?" Der Enthüller ist für die USA ein Problem – und für den russischen Präsidenten Putin ebenso.


Was in der Politik alltäglich ist, ist auch in der Kirche Jesu Christi nicht fremd. Auch hier geht es um die Platzfrage, genauer: Um die Machtfrage und dabei kann man zwischen alle Stühle geraten.

Macht spielt in allen Organisationen eine Rolle, selbst in der kleinsten Zelle, der Ehe und der Familie.

Die Machtfrage; Bild by ClipArt-Office-Online
Die Machtfrage
In der Gemeinde Jesu sind wir abhängig von dem Herrn der Gemeinde: Jesus Christus. Darum hören wir auf eine Geschichte, in der es auch um Macht und Ehre geht: Markus 10,35-45. Es sind also Jakobus und Johannes, die sog. Zebedäus-Söhne.

Die Antwort Jesu: Ihr wisst nicht, was ihr bittet. Könnt ihr den Becher trinken, den ich trinke, d.h. den Märtyrertod sterben. 
Nach Apg. 12,2 wissen wir, dass Jakobus später den Märtyrertod erlitten hat.
Jesus weißt die Jünger nicht ab, aber er sagt ihnen: Ich bin dafür nicht zuständig. Das gebührt meinem Vater.
Interessant  aber die Reaktion der anderen Jünger: sie werden unwillig.
Darum  ergreift Jesus das Wort und gibt ihnen eine Nachhilfe über die Machtfrage und Platzfrage im Reiche Gottes. In  dem Matthäus-Text wird vorher im Kp.18 sogar das, was Jesus seine Jünger lehren will, dokumentiert mit einem schlagenden Beispiel. Jesus stellt ein Kind in den Jüngerkreis und sagt: "Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, dann kommt ihr überhaupt nicht ins Himmelreich."

Offenbar sind wir Menschen von Natur nicht so. Jesus entlarvt die raue Wirklichkeit menschlichen Machtstrebens. Der Geist des Herrschen- und Großseinwollens macht offenbar nicht halt vor denen, die ihm dienen wollen. Jesus will seinen Jüngern zeigen: Ich bin in  diese Welt gekommen, um dem Gesetz des Herrschens und der Macht den Protest der Liebe entgegenzusetzen. 

Gott will nicht niederreißen, verdammen, vernichten, sondern helfen und heilen, dass unser Leben gelingt. Unsere Melodie heißt oft:  Wir wollen sein wie Gott (Turmbau zu Babel)- wir wollen nicht, dass dieser über uns herrsche: Kreuzige ihn. So schrien sie, um selbst herrschen zu können.

Gottes Wort schenkt zeigt einen anderen Weg: Selbstverwirklichung durch eine Liebeserklärung: Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, Du bist mein. Jes. 43,1 Gegen Machtgier und Genußsucht setzt Jesus die Würde des Menschen, ihm zu dienen, und damit findet der Mensch zur Würde vor Gott. M.Luther hat es so zusammengefasst in der 30. These „Freiheit eines Christenmenschen“: Ein Christenmensch lebt nicht in sich selbst, sondern in Christus und seinem Nächsten- in Christus durch den Glauben, im Nächsten durch die Liebe.

Jesu suchende Liebe bleibt Anweisung für unseren DienstGott liebt diese Welt. Gemeinde Jesu ereignet sich nicht in einer Scheinwelt, sondern inmitten von Krisen und Ängsten der Menschen. Otto Brüder: Die Liebe der Nachfolgenden ist Liebe zur leidenden Welt. (Mk.10,46-52): Das ist die Platzanweisung für uns. Dabei geraten wir oft genug in Probleme. Paulus sagt in Röm 1,18: dass die Menschen die Wahrheit durch Ungerechtigkeit aufhalten.

Aber wir sind ins Leben gestellt, wenn wir zum Dienen berufen sind. Wir leben Diakonie in Gemeinschaft. Wir müssen einander stützen, damit der einzelne nicht überfordert wird. Wer mit  Jesus unterwegs ist zu den Menschen, hat seinen Platz im wahrsten Sinne des Wortes zwischen allen Stühlen. Das macht aber nichts, Hauptsache, wir sitzen dort, wo Jesus bei den Menschen ist. Er bleibt an unserer Seite, um uns zu stützen beim Beten und Tun des Gerechten, wie Dietrich Bonhoeffer  es gesagt hat.


P.i.R. Dr. Wolfgang Lorenz für www.GottinBerlin.com

Dienstag, 23. Juli 2013

Entspannung pur

Diesen Sommer verbrachte ich mit meinem Mann zwei wunderschöne Wochen an der spanischen Küste. Entspannung pur. Aussteigen aus dem Alltag. Mal raus aus dem vollen Berlin. Am Strand liegen, baden, lesen, einfach abschalten, ... In einer so tollen Umgebung fällt uns das Entspannen nicht besonders schwer. Doch vor kurzem erwischte mich diese Frage mitten im Alltag: Entspannen – wie geht das eigentlich?


Entspannung pur
Entspannung pur
Endlich ist sie da: die lang ersehnte Ferienzeit, die Urlaubszeit – Zeit zum Entspannen! Wir alle lieben sie, wir sehnen uns danach: Diese Zeit im Jahr, in der man einfach mal in den Tag hineinleben kann. Keine Verpflichtungen, keine Hektik. Ich erinnere mich an eine Mitschülerin, die in der Schule täglich eine Strichliste führte, auf der sie die Tage bis zu den großen Ferien herunterzählte. Im Berufsleben führen manche Menschen diese "Liste" wohl eher gedanklich, vor allem, wenn der Stress des Alltags einem mal bis zum Hals steht und uns der Gedanke an den nächsten Urlaub wieder über Wasser hält.

So zwei, drei Wochen aus dem Alltag auszusteigen ist schon toll. Aber was passiert eigentlich in der restlichen Zeit des Jahres? Funktioniert es eigentlich, das ganze Jahr lang durchzupowern und dann während des Urlaubs wieder alle Kraftreserven aufzufüllen? Mhm, ich denke nicht. Bei mir zumindest funktioniert es nicht.


Entspannung pur
Entspannung pur
Was ist das eigentlich: Entspannung? Geht es nur darum, dass der Körper sich entspannt? Ich denke, es ist mehr als das. Ich fühle mich wirklich entspannt, wenn meine Gedanken loslassen und ich das tiefe Gefühl habe: Jetzt bin ich wirklich irgendwo angekommen. In solchen Momenten denkt man einfach nicht an alles, was man noch machen müsste oder was in meinem Leben alles besser sein könnte oder sollte. Es sind Momente von totaler Zufriedenheit, Gelassenheit und Ruhe.


Entspannung pur
Entspannung pur
Manchmal erlebe ich es mitten im Alltag. Ich erinnere mich zum Beispiel an einen Abend vor ein paar Wochen. Eigentlich ein ganz normaler Tag. Ich saß auf dem Sofa, nach Feierabend und hatte tausend Gedanken im Kopf und noch ganz viele Ideen, was ich noch schnell erledigen könnte. Dann kam mir ein spontaner Impuls: Ich legte eine CD ein, die ich länger nicht gehört hatte. Ich schloss die Augen und hörte auf die Texte. Spontan fing ich an, mit Gott ein paar Worte zu wechseln und merkte, wie ich wirklich ankam: bei ihm. Wow, dieses Gefühl ist nicht zu ersetzen! 

Eine halbe Stunde später saß ich immer noch auf dem Sofa, mein Körper völlig entspannt, mein Kopf voller guter Gedanken. Mit einem mal war ich raus aus den vielen Sorgen und dem "Was-noch-alles-zu-tun-wäre." Als mein Mann kurze Zeit später nach Hause kam, hatte ich kurz das Gefühl, im Urlaub gewesen zu sein. Das war also der Beweis: Es geht auch ohne Strand! Ich glaube, beim Entspannen geht es vielleicht weniger um meine Umgebung, sondern um die Unruhe in mir selbst. Es geht darum, loszulassen: Von allem, was mich belastet, mir Druck macht. Bei Gott kann ich wirklich loslassen, weil er sich kümmert: Um mich, um alles was mich beschäftigt. Darauf kann ich mich wirklich verlassen, weil ich es schon oftmals erleben durfte.

Jesus sagt es sogar ganz konkret:

"Kommt alle her zu mir, die ihr mühselig und beladen seid: Ich will euch erquicken" (Mt 11,28)!

Und dabei hält Jesus sich nicht an unseren Urlaubsplan: Er erquickt uns auch mitten im Alltag, da wo du bist. Und auch hier – mitten im vollen Berlin! Probier`s mal aus :-)!

Monika L. für Gott-in-Berlin

Montag, 22. Juli 2013

Lass die Leute reden!

"Lass die Leute reden" - ein Ohrwurm von den Ärzten aus dem Jahr 2007. Ja, es ist schon einige Zeit her, als die Single der Band die deutschen Charts stürmte. Sie gehört aber immer noch zu den Klassikern. Wer hat das nicht schon mal gehört oder gesagt: „Lass sie reden!“ Irgendwie einfacher gesagt als getan.

Vor ein paar Tagen musste ich es mir selbst zusprechen. Wer kennt das nicht: Gerüchte brodeln und Tatsachen werden durch Zusätze oder Weglassungen verfälscht. Eigentlich ja alles kein Problem - bis es um uns selbst geht.

http://office.microsoft.com/de-de/images/results.aspx?qu=ausgeschlossen&ex=1#ai:MP900448468|
Lass die Leute reden - gar nicht so einfach.
Mich überkam ein seltsames Gefühl. Es ist unangenehm zu wissen, dass die Leute hinter deinem Rücken über dich tratschen, ohne dass du etwas dagegen tun kannst. Du kannst dich weder rechtfertigen, noch verteidigen oder erklären. Sie sagen oder sehen etwas, urteilen über dich und das war’s.

Dabei kann es um Beziehungskisten gehen, Outings, Geld oder Glaube. Jeder kennt so eine Situation.

Dabei musste ich an Noah denken, der damals der einzige war, der Gnade vor Gott gefunden hatte. Er hat eine Arche gebaut in dem Glauben, dass bald eine alles zerstörende Flut kommen würde. Die Leute müssen ihn für verrückt gehalten haben, hinter seinem Rücken sich lustig über ihn gemacht haben und getratscht.

Oder David, der sich verhielt wie ein Irrer, aus Angst vor der Reaktion des Königs Achischs von Gat (vgl. 1. Sam 21,14+15). Was haben die Leute da wohl über ihn gedacht?
Oder JESUS.


Die Meinungen über Jesus sind so vielseitig wie es Menschen gibt. Damals wie heute. Jesus wurde gehasst, über ihn wurde gerätselt, er wurde verspottet, er wurde GETÖTET, ohne dass er überhaupt schuldig war.

Oh ja, wenn Gott eins weiß, dann, wie es sich anfühlt ausgegrenzt zu werden, nicht gemocht zu werden und verurteilt zu werden, von Menschen, die ihn gar nicht richtig kannten. Er hat es selbst an Leib und Seele erfahren. Und irgendwie macht es mich froh zu wissen, dass Gott da ist, dass mein Gott für mich ist und weiß, wie ich mich fühle. Er kann aus allen Dingen Gutes hervorbringen.

Jesus sagt einmal "Meine Last ist leicht" (Matthäus 11,30). Und das stimmt. Ich will nämlich nicht wissen, was es mich kosten würde, von allen gemocht zu werden.


Anna für Gott in Berlin

Sonntag, 21. Juli 2013

Unkraut unter Christen?


Gestern unternahm ich bei herrlichstem Sommerwetter eine Radtour rund um den Flughafen Schönefeld. Erstaunt war ich über die vielen Hallen und Bauten, die alle schon fertig sind, obwohl die Flughafeneröffnung immer noch ungewiss ist.
Auch unter Christen blüht manches Unkraut
Auf dem Rückweg kam ich an einem Weizenfeld vorbei, aus dem einige grüne Halme herausragten: Unkraut. Es fiel mir sofort auf, weil es höher als die Weizenhalme gewachsen war. Mir kam dabei ein Gleichnis aus der Bibel in den Sinn:
Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte. Während nun die Leute schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut unter den Weizen und ging wieder weg. Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten, kam auch das Unkraut zum Vorschein. Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut? Er antwortete: Das hat ein Feind von mir getan. Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen? Er entgegnete: Nein, sonst reißt ihr zusammen mit dem Unkraut auch den Weizen aus. Lasst beides wachsen bis zur Ernte. Wenn dann die Zeit der Ernte da ist, werde ich den Arbeitern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune“ (Matthäus 13, 24-30).
Ja, Jesus hat durch seine Botschaft von einem liebenden Vater im Himmel, durch sein Leben und Sterben einen guten Samen in den Acker dieser Welt gesät. Wer auf ihn sein Leben baut, gleicht dem Weizen, der einmal viel Frucht bringen wird.
Aber es gibt auch Unkraut in seiner Gemeinde: Irrlehren, Unglauben, Neid, Boshaftigkeit und vieles mehr. „Ihr Christen seid ja auch nicht besser“, werfen uns viele – nicht immer zu Unrecht – vor. Oder, wie Friedrich Nietzsche einmal geurteilt haben soll: „Die Christen müssten mir erlöster aussehen. Bessere Lieder müssten sie mir singen, wenn ich an ihren Erlöser glauben sollte.“
Was tun? Das Unkraut aus den Gemeinden entfernen? Jesus rät davon ab. „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet“ (Matthäus 7,1), bekräftigt er an anderer Stelle und fordert uns auf, den „Balken aus unserem Auge“ zu entfernen, statt auf den Splitter im Auge des Bruders zu zeigen.
Beim Betrachten des Weizenfeldes in Schönefeld war ich erstaunt, wie wenig Unkraut vorhanden war, obwohl es durch seine Größe und Farbe sehr auffiel. Unsere Nachrichten – so habe ich manchmal den Eindruck – berichten nur über das Unkraut in dieser Welt, so dass wir den Weizen gar nicht mehr sehen.
Christen bringen Frucht, wenn man sie an der Liebe erkennt: „Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt“ (Johannes 13,35). Hören wir auf, einander als „Unkraut“ zu bezeichnen oder auszugrenzen. Entfernen wir lieber das Unkraut in unserem eigenen Leben und unser Leben wird Frucht bringen, wenn die „Zeit der Ernte“ gekommen ist.
Gerhard Lenz für Gott in Berlin

Samstag, 20. Juli 2013

Was ist Sünde?

Ich kenne – bis heute – einen Menschen, der sich seinerzeit in der DDR derartig eingesperrt und entmündigt fühlte, dass er eine Grenzüberschreitung wagte. Sein natürlicher Drang nach körperlicher und geistiger Freiheit ließ ihn sein Leben riskieren- das historische Motto jedes Freiheitskampfes: lieber tot als in Knechtschaft leben. 

Aus Sicht des damals herrschenden Regimes war es allerdings Verrat an der, von ihm definierten, Wahrheit des Sozialismus und somit eine schwere Sünde. Sicher, sie verwendeten diesen Begriff nicht, aber er trifft genau, was sie meinten: eine unerlaubte Überschreitung einer vorgegebenen Grenze, ein Angriff auf die herrschende Ordnung. Dieser Mensch ist bei seinem Fluchtversuch erwischt und mit harten Strafen belegt worden; er macht heute eine Traumatherapie.

Was ist Sünde?
Wer den Begriff Sünde heute noch ernstnimmt (es gibt eine unernste Gebrauchsweise: „Ich habe heute 'gesündigt' und mir ein Stück Torte geleistet“), hat ungefähr diese Vorstellung. Da ist jemand, der Regeln aufstellt und wer dagegen verstößt, wird bestraft. Die Regeln mögen gerecht oder ungerecht, zeitgemäß oder auch nicht sein, solange sie in Kraft sind, fordern sie Gefolgschaft. Und wehe dem, der sich nicht daran hält. Der Verkehrssünder erhält Bußgeldbescheide, Punkte in Flensburg, verliert gegebenenfalls seinen Führerschein.

So ist das unter uns Menschen. Auf „Sünde“, also Regelgrenzverletzung, folgt Strafe (sofern ich erwischt werde). So ist auch die Vorstellung von Gott (der uns übrigens immer „erwischt“, denn Er sieht und weiß ALLES). Und ist nicht schon in der Bibel von Lohn und Strafe die Rede? Haben im Laufe der Kirchengeschichte die Leute nicht immer wieder Verhaltens- und Moralregelwerke auf den Markt geworfen und den Leuten Angst mit Höllenstrafen gemacht? Waren diese Regelwerke nicht häufig genug lebens- und liebesfeindlich? Wen wundert es, dass Leute vor so einem Gott, vor so einem Regelwerk davonlaufen und leben, als wäre Gott nicht existent?

Das griechische Wort für Sünde ist Harmatia und meint soviel wie abdriften, am Ziel vorbeischießen. Hier geht es also nicht in erster Linie um die Verletzung eines Moralkodex, sondern darum, am Leben vorbei, dem Leben zuwider zu handeln. Wenn Gott der Schöpfer alles Lebens, ja das Leben selbst ist, so ist Er auch der, der weiß, was Leben ist, wie Leben funktioniert und dauerhaft gelingen kann. Er ist der Geber, Erhalter und Lehrer des Lebens.

Alles, was ein Mensch sagt und tut, hat Einfluss auf sein Leben und nicht selten auf das seiner Mitgeschöpfe. Alles hat aus sich heraus Konsequenzen. Ein freundliches Wort wird ein anderes Ergebnis nach sich ziehen als eine Beleidigung. Ein Kind, das von seinen Eltern geliebt wird, entwickelt sich anders, als eines, dass mit psychischer und körperlicher Gewalt aufwächst. Damit sich menschliches Leben entwickeln und entfalten kann, benötigt es Bedingungen, die lebensfreundlich sind. Sind diese Bedingungen lebensfeindlich, wird es sich und anderes Leben zerstören (unsere Menschheitsgeschichte gibt ausreichend Zeugnis davon).

Wie Eltern, die ihre Kinder lieben, deren Fehler und Vergehen nicht bestrafen, indem sie Vergeltung üben, sondern sie lehren, dass ihr Reden und Handeln sich auf sie und andere auswirkt. Sie werden sich bemühen, sie zu begleiten, ihnen zu helfen, sich zu gesunden, lebensbejahenden Persönlichkeiten zu entwickeln, um lebens- und überlebensfähig zu sein, das eigene Leben und das der anderen zu lieben und zu respektieren.

So ist Gott ein Liebhaber des Lebens, der keine Rache an den „Sündern“ nimmt, sondern zulässt, dass sie die Folgen ihres Fehlverhaltens verantworten müssen. Dem Sünder selbst begegnet Er als der Liebende, der helfen, heilen und neue, bessere Möglichkeiten schenken möchte, lebensschaffend und bewahrend sein Dasein zu gestalten. Wer liebt, schützt den, den er liebt und stellt sich gegen alles, was diese Liebe bedroht. Nicht anders Gott, der Seine Schöpfung und Seine Menschen liebt. Wer dieser Liebe begegnet und vertraut, wird erfahren, dass es nicht um Reglementierung seines Lebens geht, sondern darum, in Freiheit leben und lieben zu lernen. „Wen ich frei mache, der ist wahrhaftig frei", sagt Jesus.

Wer immer du bist, was du getan hast, oder dir angetan wurde, Gott schickt dir keinen „Racheengel“, sondern will dir vergebend, heilend, in Liebe begegnen. Er will dir ein Leben ermöglichen, das Leben ermöglicht. Auf GottinBerlin erfährst du mehr darüber.


Thomas Nachtigall für GottinBerlin.com