Mittwoch, 24. Juli 2013

Die Machtfrage

In dem Datenspionage-Skandal fragt die Berliner Morgenpost in dem Leitartikel "Ein Mann zwischen allen Stühlen" vom  Juli d. J.: "Wohin mit Edward Snowden?" Der Enthüller ist für die USA ein Problem – und für den russischen Präsidenten Putin ebenso.


Was in der Politik alltäglich ist, ist auch in der Kirche Jesu Christi nicht fremd. Auch hier geht es um die Platzfrage, genauer: Um die Machtfrage und dabei kann man zwischen alle Stühle geraten.

Macht spielt in allen Organisationen eine Rolle, selbst in der kleinsten Zelle, der Ehe und der Familie.

Die Machtfrage; Bild by ClipArt-Office-Online
Die Machtfrage
In der Gemeinde Jesu sind wir abhängig von dem Herrn der Gemeinde: Jesus Christus. Darum hören wir auf eine Geschichte, in der es auch um Macht und Ehre geht: Markus 10,35-45. Es sind also Jakobus und Johannes, die sog. Zebedäus-Söhne.

Die Antwort Jesu: Ihr wisst nicht, was ihr bittet. Könnt ihr den Becher trinken, den ich trinke, d.h. den Märtyrertod sterben. 
Nach Apg. 12,2 wissen wir, dass Jakobus später den Märtyrertod erlitten hat.
Jesus weißt die Jünger nicht ab, aber er sagt ihnen: Ich bin dafür nicht zuständig. Das gebührt meinem Vater.
Interessant  aber die Reaktion der anderen Jünger: sie werden unwillig.
Darum  ergreift Jesus das Wort und gibt ihnen eine Nachhilfe über die Machtfrage und Platzfrage im Reiche Gottes. In  dem Matthäus-Text wird vorher im Kp.18 sogar das, was Jesus seine Jünger lehren will, dokumentiert mit einem schlagenden Beispiel. Jesus stellt ein Kind in den Jüngerkreis und sagt: "Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, dann kommt ihr überhaupt nicht ins Himmelreich."

Offenbar sind wir Menschen von Natur nicht so. Jesus entlarvt die raue Wirklichkeit menschlichen Machtstrebens. Der Geist des Herrschen- und Großseinwollens macht offenbar nicht halt vor denen, die ihm dienen wollen. Jesus will seinen Jüngern zeigen: Ich bin in  diese Welt gekommen, um dem Gesetz des Herrschens und der Macht den Protest der Liebe entgegenzusetzen. 

Gott will nicht niederreißen, verdammen, vernichten, sondern helfen und heilen, dass unser Leben gelingt. Unsere Melodie heißt oft:  Wir wollen sein wie Gott (Turmbau zu Babel)- wir wollen nicht, dass dieser über uns herrsche: Kreuzige ihn. So schrien sie, um selbst herrschen zu können.

Gottes Wort schenkt zeigt einen anderen Weg: Selbstverwirklichung durch eine Liebeserklärung: Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, Du bist mein. Jes. 43,1 Gegen Machtgier und Genußsucht setzt Jesus die Würde des Menschen, ihm zu dienen, und damit findet der Mensch zur Würde vor Gott. M.Luther hat es so zusammengefasst in der 30. These „Freiheit eines Christenmenschen“: Ein Christenmensch lebt nicht in sich selbst, sondern in Christus und seinem Nächsten- in Christus durch den Glauben, im Nächsten durch die Liebe.

Jesu suchende Liebe bleibt Anweisung für unseren DienstGott liebt diese Welt. Gemeinde Jesu ereignet sich nicht in einer Scheinwelt, sondern inmitten von Krisen und Ängsten der Menschen. Otto Brüder: Die Liebe der Nachfolgenden ist Liebe zur leidenden Welt. (Mk.10,46-52): Das ist die Platzanweisung für uns. Dabei geraten wir oft genug in Probleme. Paulus sagt in Röm 1,18: dass die Menschen die Wahrheit durch Ungerechtigkeit aufhalten.

Aber wir sind ins Leben gestellt, wenn wir zum Dienen berufen sind. Wir leben Diakonie in Gemeinschaft. Wir müssen einander stützen, damit der einzelne nicht überfordert wird. Wer mit  Jesus unterwegs ist zu den Menschen, hat seinen Platz im wahrsten Sinne des Wortes zwischen allen Stühlen. Das macht aber nichts, Hauptsache, wir sitzen dort, wo Jesus bei den Menschen ist. Er bleibt an unserer Seite, um uns zu stützen beim Beten und Tun des Gerechten, wie Dietrich Bonhoeffer  es gesagt hat.


P.i.R. Dr. Wolfgang Lorenz für www.GottinBerlin.com

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