Freitag, 5. Juli 2013

"Ich bin ein Berliner!"

Die vergangene Woche war auf allen Kanälen voll von Erinnerungen: Der Besuch von Präsident John F. Kennedy liegt genau 50 Jahre zurück. Zwei Jahre nach dem Bau der Berliner Mauer besuchte der Präsident die eingeschlossene freie Stadt. Höhepunkt des Besuchs war seine Rede vor 400.000 Zuhörern vor dem Rathaus Schöneberg. "Alle freien Menschen, wo immer sie leben mögen, sind Bürger dieser Stadt West-Berlin", rief er den Berlinern zu, gefolgt von den berühmten Worten: "Deshalb bin ich als freier Mann stolz darauf, sagen zu können: Ich bin ein Berliner." 

Präsident John F. Kennedy
Den letzten Satz hatte er sich per Lautschrift auf einem Karteikärtchen notieren lassen ("Ish bin ein Bearleener"). Die Massen waren begeistert. Präsident Obama versuchte in seiner Rede vor dem Brandenburger Tor vor wenigen Tagen an die berühmte Rede anzuknüpfen, konnte nach einhelliger Meinung der Kommentatoren aber keinen entsprechend einprägsamen Satz hinterlassen.

Dieselben Worte an unterschiedlichen Orten und zu anderen Zeiten haben eben keineswegs dieselbe Wirkung. Das musste auch der sowjetische Ministerpräsident Nikita Chruschtschow zwei Tage nach Kennedy erfahren, als er es Kennedy gleichtun wollte und den Osten der Stadt, die „Hauptstadt der DDR“, besuchte. Während Kennedys "Ich bin ein Berliner"-Rede Geschichte schrieb, geriet Chruschtschows hastig geplanter, demonstrativer Gegenbesuch in Ost-Berlin in Vergessenheit. Ihm hätte es keiner geglaubt, wenn er dieselben Worte gesagt hätte. Und die Begeisterung der Fähnchen schwenkenden Massen an den Straßen war wohl überwiegend vom Staat inszeniert.

Dieselben Worte an unterschiedlichen Orten und zu anderen Zeiten haben eben keineswegs dieselbe Wirkung. Ich dachte, das gilt doch auch sonst. Für Sätze, die andere mir sagen wollen, und die das eine Mal bei mir ankommen, mich aber das andere Mal kalt lassen. Für Worte, die ich z.B. meinen Kindern einprägen wollte, die das eine Mal völlig an ihnen vorbeigingen, das andere Mal aber hängenblieben.

Stimmt das nicht genau so für Worte der Bibel, die viele von uns vielleicht hunderte Male gehört haben, die aber nichts bewirkten. Aber dann gibt es Situationen, wo ein Wort Gottes mich plötzlich trifft. Weil die Lage anders ist, weil ich empfänglich bin, weil eine bestimmte Frage mich quält, weil ich auf der Suche nach Antwort bin. Worte haben ihre Zeiten, auch Worte Gottes. In der Bibel heißt das auf Griechisch Kairos, der bestimmte, genau richtige Zeitpunkt. 

Auf solche Kairos-Momente sind die Webseiten von GottinBerlin.com ausgerichtet, mit den Videoclips, in denen Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenslagen berichten, wie ein Wort des lebendigen Gottes sie getroffen hat. Das kann jeden Tag viele Male von Neuem passieren bei jemand, der auf die Seiten von GottinBerlin.com - Erfahrungen kommt. Denn dieselben Worte an unterschiedlichen Orten und zu anderen Zeiten haben eben keineswegs dieselbe Wirkung. Aber in der richtigen Situation treffen sie plötzlich. Sie werden zur Anrede Gottes an eine bestimmte Person. Welche Chance!


Axel Nehlsen für GottinBerlin.com

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Danke für Ihren Kommentar. Wir werden ihn in Kürze freischalten.
Ihr Gott-in-Berlin-Team