Mittwoch, 3. Juli 2013

Was heißt glauben?

Hat schon mal jemand Ihr Vertrauen missbraucht? Bestimmt. Es gibt Menschen, die sollten ein Schild tragen: „Alles, was Sie sagen oder tun, kann und wird gegen Sie verwendet werden“.

Verratene Geheimnisse, durchwühlte Schubladen, die Lüge zum eigenen Vorteil.. aus Schwachheit oder Bosheit, es tut weh. Wir müssen erkennen, solche Leute sind nicht vertrauenswürdig. Wir verlieren den Glauben an solche Personen.

Ein Mensch, der glaubt, geht das Wagnis ein, sich in irgendeinem Verhältnis Personen oder Dingen anzuvertrauen. Das beginnt bei ganz alltäglichen Angelegenheiten, wie z.B. Busfahren. Wenn Sie einen Bus besteigen, vertrauen Sie der Kompetenz des Fahrers, der soliden deutschen Bauweise, die garantiert, dass sich die Räder nicht von den Achsen lösen und darauf, dass kein anderer in die Quere kommt und eine Karambolage mitbringt. Sie glauben, dass Sie heil ankommen. Sonst würden Sie nicht einsteigen. Insofern glauben Sie an den Fahrstuhl, den Arzt, die Lebensmittelindustrie, das Flugzeug, an Demokratie, Ihrem Finanzberater, Onlinebanking und den Menschen, den Sie lieben. Sie glauben, dass Ihnen diese Menschen, Dinge und Gesellschaftsentwürfe zum Guten, zum Leben verhelfen.

Glaube hat nichts zu tun mit der landläufigen Gebrauchsweise „Nichts Genaues weiß man nicht“ oder „Es könnte sein oder auch nicht“. Glaube ist vom Ursprung her mit dem Wortstamm „lieb“ (mhd. liep) verwandt (germ. galaubjan) und meint das freundschaftliche Vertrauen eines Menschen zur Gottheit. Wer glaubt, achtet jemand oder etwas für lieb und wert, dass er oder sie dem vertraut oder sich sogar anvertraut. 

Was heißt Glauben? Photo by ClipArt-OfficeOnline
Was heißt glauben?
Wer in ein Flugzeug steigt, vertraut sich ihm mit seinem Leben an. Alles, was während des Fluges passiert: Ich bin dem ausgeliefert. Wer an Gott glaubt, wie es im christlichen Glauben geschieht, vertraut sich ebenfalls mit seinem Leben an. Er vertraut darauf, dass Gott ist und nicht „abstürzt“. Er vertraut darauf, dass Gott in der Lage ist, seinen Menschen sicher ans Ziel des Lebens zu bringen. Wer diesem Gott glaubt, sagt: „Gott ist für mich. Er kannte mich, ehe ich geboren wurde und Er wird mich nicht loslassen, wenn ich sterbe und darüber hinaus“.

Eben dies meint das griechische Wort Pistis, das im Neuen Testament für Glauben oder Treue verwendet wird. 

„Glaube ist nicht Wissen“, sagt man. Stimmt! Wissen findet im Kopf statt. Glauben geht weit über eine gedankliche Überzeugung hinaus. Der Glaube ergreift den gesamten Lebensvollzug. Er ist ein Beziehungsbegriff. 

Jesus, also Gott in menschlicher Gestalt, sagt: „Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er oder sie stirbt.“ Und ein anderes Mal: „Ich lebe und ihr sollt auch leben.“ Denn Gott lebt, ja ist selbst das Leben. Er verspricht Seine Pistis, d.h. Seine Treue zu uns, dass wir bei Ihm und in Ewigkeit mit Ihm leben sollen, so wir uns dem Leben, Gott selbst anvertrauen. 

Sie merken, Glaube ist das Risiko des eigenen Lebens. Billiger ist Gott nicht zu haben. Aber auch nur der Glaubende, der sich Ihm in Treue ausliefert, wird erleben, dass er nicht ausgeliefert ist, dass Gott da ist, für dich da ist und dass Er dich begleitet und liebt. Dass Er dich durchträgt, durch Krisen, Krankheit und selbst durchs Sterben. Der Glaubende ist ein Kind, dass Vater total vertraut.

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Thomas Nachtigall für GottinBerlin.com

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