Sonntag, 18. August 2013

Warum lässt Gott das zu?

Diese Frage, die wohl zu allen Zeiten gestellt wurde, taucht immer wieder auf. Nach 1945 fragte eine bestimmte Richtung, die „Gott ist tot“-Theologen, wo denn Gott in Auschwitz gewesen sei und wie man jetzt noch Loblieder auf Ihn singen könne.

Letztendlich lasten wir Ihm, so wir Seine Existenz für möglich halten, ALLES an, was uns zuwiderläuft. Belügen, Betrügen, Vergewaltigen, Morden.. ein GERECHTER GOTT müsste doch wohl eingreifen!

Und ganz ehrlich, jeder Betroffene, der Betrug oder Verlust erleidet, darf und muss wohl auch so fragen. Ich kenne Eltern, die ihre jüngste Tochter völlig sinnlos an einen Autounfall verloren haben.. solch ein Schmerz! Solch ein Verlust! Niemand sollte sein eigenes Kind überleben müssen!

Sicher, es gibt viele Menschen, die ein rettendes Eingreifen Gottes in ihrem Leben erfahren haben und das bezeugen.
Als ich als Jugendlicher sturzbetrunken in Berlin ohne zu schauen eine sechsspurige Straße überqueren wollte, war ich ganz plötzlich für einige Sekunden gelähmt und konnte mich keinen Millimeter bewegen. In dem Moment raste ein LKW an mir vorbei.. ich müsste schon längst tot sein. Da hat mich einfach jemand unsichtbar festgehalten. Und das ist nur eine Episode meines Lebens. Übrigens geschah das, als ich mit Gott noch gar nichts am Hut hatte. Und doch bleibt die Frage, warum der eine in solchen Situationen gerettet und bewahrt wird und ein anderer Mensch nicht? Die Antwort bleibt ein Geheimnis, Sein Geheimnis.

Die Bibel erzählt von Hiob, einem wohlhabenden, angesehenen Mann, der in kürzester Zeit ALLES verliert: Gebäude, Viehherden, Dienerschaft, seine gesellschaftliche Stellung und.. seine Kinder. Dazu noch wird er mit schwerer Krankheit geschlagen. Seine Frau, selbst in tiefstem Schmerz, weiß ihm nur noch zu sagen: „Willst du immer noch an deinem Gott festhalten! Schwöre Ihm ab ins Gesicht und stirb!"

Die Freunde, die ihn besuchen, beginnen irgendwann zu philosophieren und zu theologisieren, um eine plausible Antwort für die Ursache dieses Unglücks zu finden. Sie scheitern jämmerlich. 

So muss es jedem ergehen, der eine Erklärung für die Not und das Leid in dieser Welt zu geben versucht. Er macht sich damit entweder lächerlich oder wird unbarmherzig verletzend. Wie die Freunde Hiobs, die schließlich die Schuld bei Hiob selbst suchen.

Wann hat Gott denn gefälligst einzugreifen? Wenn jemand lügt, schwarzfährt  oder Ladendiebstahl begeht; besoffen Auto fährt, einem anderen Geschöpf Leid zufügt oder bei Steuerbetrug in Millionenhöhe? Da hat wohl jeder seine eigene Messlatte und bemerkt vielleicht gar nicht, dass er sich mit diesem Anspruch selbst auf den Thron Gottes setzt, weil er meint, die Welt besser begriffen zu haben als Gott. Wir leben durch Ihn, ob wir an Ihn glauben oder nicht. Und wir sterben zu Ihm hin, ob wir das wollen oder nicht. Er ist und bleibt selbst das Geheimnis alles Lebens.

Gott hat auf Dich schon lange gewartet.
Hiob hat sich nicht von Gott abgewendet. Er hat zu Ihm geklagt und mit Ihm gestritten (lies mal nach, was er Gott so alles um die Ohren haut). Merkst Du den Unterschied? Nicht über jemanden klagen und reden, sondern zu ihm klagen und mit ihm reden. Nur hierin kann die Möglichkeit einer Lösung liegen. Hiob schrie zu Gott und Gott redete mit ihm. Er gab Hiob keine Antwort auf das Warum? Aber Er gab ihm eine Antwort, mit der er leben, weiterleben konnte. Und er wurde mit Gott versöhnt, sodass er sagen konnte: „Ich hatte Dich nur vom Hörensagen vernommen, aber jetzt hat mein Auge Dich gesehen“.

Wo also war Gott in Auschwitz? Hier war Er nicht am Kreuz. Hier war Er in der Gaskammer. Gott und Leid sind nicht getrennt, Er will hineinkommen in alles Leid, ist ein mitleidender Gott.. also, was immer Dich bedrückt, rede mit Ihm.

Wie Du mit Ihm reden kannst? Wir Christen nennen es Gebet. Schau und hör dir mal dieses Gebet an. Willst Du so etwas Gott sagen? Dann tue es. Gott hat auf Dich schon lange gewartet. Gott drängt sich Dir aber nicht auf. Deshalb nutze deine Freiheit und tue Du den ersten Schritt. 


Thomas Nachtigall für GottinBerlin.com

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