Donnerstag, 1. August 2013

Heute bin ich beim Zahnarzt

Morgen bin ich beim Zahnarzt; Photo by Thomas Gerlach
Heute bin ich beim Zahnarzt

Wie ich das Geräusch vom Bohren beim Zahnarztbesuch hasse. Jedes Mal neu bitte ich um eine Betäubungsspritze, um nicht auch noch den Bohrer an und in meinem Zahn zu spüren. Ja, ja, manchmal muss der Bohrer gannnnnz tiiiiief rein, damit alles Nutzlose und Kranke beseitigt werden kann.


Ich denke, ich habe da wohl so eine kleine Macke aus meiner Zeit in Tansania mitbekommen. Dort, wo ich 1983/84 in einem Missionskrankenhaus die Elektroanlage saniert hatte, bekam ich oft mit, wie wirklich nötige Zahnbehandlungen ohne Betäubung durchgeführt wurden. Es fehlte schlicht und einfach das Betäubungsmittel. Der Behandlungsstuhl sah wie ein Hinrichtungsstuhl aus. Der Patient wurde aufgefordert, seine Hände und Füße unter, am Stuhl fest montierte, Lederriemen zu stecken, damit bei sehr starkem Schmerz, während der Behandlung, die Körperreaktionen einigermaßen kontrollierbar blieben. Ich höre heute noch die Schreie der Patienten. Und, was soll ich sagen, nach der Behandlung waren genau diese scheinbar gefolterten Menschen dankbar. "Asante sana Bwana Daktari, wao wamenisaidia", heißt: "Danke Herr Doktor, dass Sie mir geholfen haben".


Morgen bin ich beim Zahnarzt; Photo by Thomas Gerlach
Heute bin ich beim Zahnarzt
Im letzten Monat, im Juli, hatte ich zwei Wochen Urlaub. Gleich am Anfang begann ich die seit Jahren schon fällige Sanierung an einem Stück tragenden Bauteil. Je mehr ich alten Putz weg schlug, umso mehr offenbarte sich der Schaden, der sich über Jahre erhöht hatte. Es wurde also höchste Zeit, damit nicht noch größerer Schaden entstand. Bisher ist erstmal alles freigelegt und die Planung für die Sanierung ist abgeschlossen. Wie froh ich bin, jetzt zu wissen, das alles noch im kleinen finanziellen und zeitlichen Rahmen reparierbar ist.

Beim Putz wegstemmen dachte ich an mein Leben, wo es auch Situationen gab, nicht nur einen schwarzen faulen Zahn freizulegen, sondern auch schwarze Flecken in meinem Seelenleben offen zu bekennen. Das kann sehr belastend und bedrückend werden. Hier hilft nur eins - wie beim Zahn und am Mauerwerk: Offenlegung. Das kann mit einem selbst, einer vertrauten Person oder aber auch mit Hilfe eines Seelsorgers geschehen. Wie befreiend ist dann das Weiterleben.

Hast Du das auch schon mal erlebt? Sogar unser Schöpfer, Gott, bietet uns diese Seelenbehandlung an. Gott möchte, das du und ich nicht unter der Last der schwarzen Seelenflecken in unserem Leben erdrückt werden und sterben müssen. Du weißt nicht, wie du das angehen sollst? Frage einen unserer anonymen, in Berlin lebenden E-Mailpartnerin oder E-Mailpartner.


Thomas G. für GottinBerlin.com




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