Donnerstag, 22. August 2013

Pornos: sehen und gesehen werden?

Regte man sich in den 50er Jahren über eine nackte Hildegard Knef auf, die für 30 Sekunden im Bildhintergrund als Aktmodell zu sehen war, so regt man sich heute gerade mal noch über Kinderpornos auf – zu Recht! Ansonsten... Wir sind doch frei! Aus einer alten Werbung ist mittlerweile ein Triebmotto geworden: Heute schon gepoppt?

Pornos sehen und gesehen werden? Photo by ClipArt
Kinderleicht können Pornoseiten angeschaut werden.
Ein Elfjähriger erzählte mir – in Einzelheiten – von seinem ersten Porno, den er gesehen hat. Mein erster Gedanke: Wie soll dieser Junge in diesem Leben ein normales Verhältnis zur Sexualität entwickeln? Warum eigentlich? Was er in (zumindest gängigen) Pornofilmen sieht, ist doch sowas wie Aufklärung? Ich zumindest wusste mit elf noch nicht, wie eine Frau zwischen ihren Schenkeln detailliert aussieht.
Was spricht eigentlich gegen diese ganze Pornoindustrie? Ich behaupte: unser Kulturauftrag. Ich meine keine klein- und spießbürgerliche Kultur, die dem Menschen ein Korsett anlegen will, das ihn ersticken lässt, wenn es zugeschnürt wird. Nein, ich meine Kultur. Kultur meint, das Leben zu gestalten, ihm inhaltlich, ästhetisch und qualitativ Ausdruck zu verleihen. Sexualität gehört zu unseren animalischen Anteilen. Biologisch sind wir Säugetiere, Warmblüter, Allesfresser und  - Allesficker? So, wie damals in der DDR ein „Sexualexperte“ aufrief: „Ihr seid Tiere, also treibt es wie die Tiere!“
Die Pornoindustrie hat horrende Einsatzeinbrüche. Nicht, weil das Bedürfnis danach rückläufig wäre, sondern weil zum einen alles, häufig kostenlos, im Internet anschaubar ist (12,5% aller deutschen Klicks gehen auf derartige Seiten) und zum anderen, weil sich neben dem dafür notwendigen Voyeurismus nun zunehmend ein Exhibitionismus eingestellt hat, der Leute veranlasst, ihre „Privatpornos“ ins Netz zu stellen.
„Sex wird überbewertet“ sagte mir eine Freundin.
Im Sinne gegenwärtiger Inflation, wo es jeder mit jedem und überall treiben kann, mag sie recht haben. Ich persönlich denke, dass Sex unterbewertet wird. Denn die Sexualität gehört zu den größten Geschenken, die Gott Seiner Menschheit gemacht hat. Hier kann sich Liebe zwischen Menschen erotisch gestalten und eine Einheit in ihr erlebt werden, die ein Paar als Symbiose empfinden kann. Näher können sich zwei Menschen seelisch- körperlich nicht kommen. Wer sich hier ausschließlich auf die Triebebene beschränkt, wird diese Erfahrung allerdings nicht machen können. Der wird statt Befriedigung nur Ersatzbefriedigung erleben. Ich meine hier nicht moralische Konventionen, ich rede von Qualität, von Kultivierung der Sexualität.

Dass wir hingebungsvolle Liebe erleben können, Sex neben der nötigen Fortpflanzung eine Angelegenheit tiefer Geborgenheit und Freude ist. Dass er, wenn er kontinuierlich und verantwortungsbewusst mit einem Menschen gelebt wird, sich kreativ und phantasievoll gestalten darf und gestalten soll, im guten Sinne Spaß macht,  das ist Sexkultur. Kultur ist das, was uns unter anderem vom Tier unterscheidet. Das ist das große Geschenk Gottes an uns.
Insofern haben wir die Möglichkeit und Pflicht, in eine qualitativ hochwertige Sexualität hineinzuwachsen und unsere Kinder zu begleiten, damit sie ebenfalls eine gesunde Sexualität entwickeln. Die Qualität von Sex hat wenig mit ausgefallenen Stellungen und Praktiken zu tun, sondern mit Kreativität in Verantwortung. Billiger Sex ist häufig, aber selten gut, weil seelenlos.

Sexshops? Klar, wir haben ja auch Kinos, Theater, Museen, Konzerthallen, Bibliotheken.. Was eben mit Kultur zu tun hat. Aber vielleicht sollten wir mal einen aus der Sicht dessen gestalten und eröffnen, der den Sex erfunden hat. Wir würden uns wundern, was wir auf diesem Gebiet noch alles lernen könnten. Denn Er, Gott selbst ist der wirkliche Sexualexperte. Und Er sagt: „Ihr seid keine Tiere, also treibt es nicht wie die Tiere“.


Das Angebot im Internet mit all den leicht zugänglichen Porno-Seiten belastet Dich? Du bist bis zur Neige ersatzbefriedigt und wünscht Dir wahrhaftige Befriedigung? Gott gönnt sie Dir von Herzen, in allen Facetten. Gott? Stelle Deine Fragen dazu einem unserer Berliner E-Mailpartner oder E-Mailpartnerinnen; ganz anonym!
Thomas Nachtigall für GottinBerlin.com

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