Freitag, 31. Januar 2014

Worte Don Boscos

Hl. Johannes Bosco (Priester, Ordensgründer, Apostel der Jugend)
* 16. August 1815 in Becchi bei Turin (Italien) 
† 31. Januar 1888 in Turin 

Don Bosco, Apostel der Jugend
Johannes Bosco, 1815 als Sohn armer Bauersleute geboren, wurde unter großen Schwierigkeiten Priester (1841). „Ich werde mein Leben der Jugend weihen“, das stand für ihn fest. Seine große Liebe galt der Arbeiterjugend von Turin. Seine Erziehungskunst beruhte auf charismatischer Begabung und Einfühlungskraft, verbunden mit einer klaren Erkenntnis der Not seiner Zeit und einer aus tiefem Glauben erwachsenen Liebe zur Jugend. Er starb am 31. Januar 1888 in Turin und wurde 1934 heilig gesprochen. „In seinem Leben war das Übernatürliche fast natürlich und das Außergewöhnliche gewöhnlich“ (Pius XI.).

Während meines Lehrerstudiums habe ich mich mit diesem großartigen Heiligen beschäftigt. Einige Worte von ihm, die mich besonders berührt haben, habe ich hier zusammengestellt:

Möchtest du, dass man dir gehorcht, so sieh zu, dass man dich liebt. Möchtest du, dass man dich liebt, so schenke Liebe!
Wer geliebt wird, erreicht alles, besonders bei der Jugend.
Wenn du etwas anordnest oder beanstandest, dann lasse immer durchblicken, dass du das Beste willst und nicht deinen Kopf durchzusetzen beabsichtigst.
Das Wohl der Gesellschaft und der Kirche beruht auf einer guten Erziehung.
In jedem jungen Menschen - auch im schlimmsten - gibt es einen Punkt, wo er dem Guten zugänglich ist. Die erste Pflicht des Erziehers ist, diesen Punkt zu suchen und auszuwerten.
Die Sanftmut im Reden, im Handeln und im Ermahnen gewinnt alle und alles.
Man müsste vor allem das gerne tun, was den Kindern Freude macht. Dann werden diese auch gerne tun, was uns Freude macht.
Man gewähre weit reichende Freiheiten. Zu bestimmten Stunden verlange ich Stillschweigen. Aber sonst dürfen meine Jungen schreien und singen, wie sie Lust haben. Ich sage Ihnen nur: “Lasst mir wenigstens die Mauern stehen!”
Der Lehrer, den man auf seinem Katheder sieht, ist nur Lehrer. Aber sobald er mit der Jugend die Erholung teilt, wird er zum Bruder.
Behandle deine Schüler wie Brüder. Güte, Mitgefühl und Rücksicht, das sind die Schlüssel zu ihren Herzen.
Man erreicht mehr mit einem freundlichen Blick, mit einem Wort der Ermunterung, das Vertrauen einflößt, als mit vielen Vorwürfen.
Die Liebe findet immer wieder Gründe, um zu loben.
Es ist recht schwierig, in den Jugendlichen die Freude am Beten zu wecken, denn ihr unbeständiges Alter lässt ihnen alle ernste Aufmerksamkeit als abstoßend und lästig erscheinen.
Glücklich, wer von Jugend auf zu beten lernt und Freude daran hat.
Wollt ihr etwas Gutes tun? Erzieht die Jugend. Wollt ihr etwas Heiliges tun? Erzieht die Jugend. Wollt ihr etwas Göttliches tun? Erzieht die Jugend.
Man kann über die verschiedenen Erziehungsmethoden sagen, was man will. Ich persönlich finde keine bessere Grundlage der Erziehung als den häufigen Empfang von Beichte und Kommunion.
Lieben heißt: das Glück des anderen suchen.
Manches scheint dir jetzt wie Dornengestrüpp; aber Gott wird es in Blumen verwandeln. Ein Blick auf das Kreuz und ein „Herr, dein Wille geschehe“, das ist alles, was Gott von dir verlangt.
Je reifer man mit den Jahren wird, umso mehr schwinden die Illusionen, die man über das Leben hat, desto mehr merkt man, dass nur die Religion zuverlässig ist und den Menschen erfüllen kann.
Sie fragen: „Wie soll man mitten im Trubel der Welt mit Gott verbunden bleiben?“ Ich antworte: 1. Jeden Morgen Messe und Betrachtung. 2. Gegen Abend eine kurze geistliche Lesung...
Nehmen wir den Fall: da hat einer tausend Franken Einkommen, könnte aber leicht mit achthundert auskommen; die übrigen zweihundert fallen also unter die Aufforderung „Gebt Almosen“.
Aber, werdet ihr sagen: Es gibt unvorhergesehene Ausgaben, Missernten, schlechte Zeiten. Darauf antworte ich: Wenn Gott euch jetzt schon hilft, wird Er euch dann nicht erst recht helfen, wenn ihr aus Liebe zu ihm gegeben habt?
Die wirtschaftliche Krise soll Sie nicht belasten. Sie fürchten bei geringerer Einnahme arm wie Hiob zu werden? Nein. Gott verspricht uns das Hundertfache auf dieser Erde; also gebt, und es wird euch gegeben werden.
Wie oft erlebten wir, dass sich die wirtschaftliche Lage von wenig bemittelten Wohltätern merklich besserte, sobald sie anfingen, unsere Waisenkinder großzügig zu unterstützen.
Die Tugenden, die dich im Diesseits und im Jenseits glücklich machen, sind Demut und Liebe.
Mir ist eine beständig geübte bescheidene Tugend lieber als eine außergewöhnliche. Halten wir uns an leichte Dinge, aber halten wir dann auch durch.
Vergebt und vergesst bedingungslos und endgültig, was euch in der Vergangenheit etwa an Unrecht oder durch Beleidigungen zugefügt wurde.
Stelle dich mit kindlichem Vertrauen unter den Schutz Mariens! Noch nie hat jemand seine Zuflucht zu ihr genommen, ohne erhört worden zu sein.
Glaube fest an die Gegenwart Jesu im Sakrament! Wenn du irgend eine Hilfe brauchst, bitte ihn vertrauensvoll darum; du wirst sie sicher erhalten.
Halte dich fest an Gott! Mach’s wie der Vogel, der doch nicht aufhört zu singen, auch wenn der Ast bricht. Denn er weiß, dass er Flügel hat.
Wenn wir anfangen, Schätze zu sammeln, wird uns die Vorsehung den Rücken kehren.
Ich sah schon manche in die Kirche gehen, ohne dass es so aussah, als würden sie einen heiligen Ort betreten; manche die Predigt anhören, ohne das geringste Wort zum Wohle ihrer Seele mitheimzunehmen.
Wenn wir unseren Körper so oft mit Nahrung stärken, warum sollten wir dann nicht oft, ja täglich, unsere Seele mit der geistigen Nahrung, d.h. der heiligen Kommunion stärken?
Ich lege euch ans Herz, täglich kurz in einem Buch zu lesen, das von geistlichen Dingen handelt, wie etwa die Nachfolge Christi oder die Philothea von Franz von Sales.
Die Gesundheit des Körpers liegt in Gottes Hand, die der Seele in unseren Händen. Jede Art von Gift ist weniger gefährlich als schlechte Bücher. Wer eine gute Kleinschrift weitergibt, der hat vor Gott ein unvergleichliches Werk getan.
Jesus Christus muss das Vorbild eines jeden Christen sein. Niemand kann sich rühmen, Christus anzugehören, wenn er sich nicht müht, ihn nachzuahmen. Das wirksamste Mittel, uns das ewige Leben zu erlangen, ist die Liebe zu den verwahrlosten Kindern, denn Christus sagt: „Was ihr dem Geringsten getan habt, habt ihr mir getan.“

Gerhard Lenz  für "Gott in Berlin"
(Administrator der Facebookseite von "Gott in Berlin" und Lehrer an einer kath. Schule) 

Ein guter Muslim ist kein dummer Vogel

Extremismus geht scheinbar grundsätzlich mit der Dummheit Hand in Hand. Im Christentum genauso wie im Islam und wohl überhaupt. Mit dem Islam kommen wir ja nun ständig in Berührung. Und auch hier sind die Dummen am lautesten. Denn Weisheit spricht leise.

Ein guter Muslim ist kein dummer Vogel; Quelle: islamnixgut.blogspot.com
Ein guter Muslim ist kein dummer Vogel

Einer der übelsten Vertreter des sunnitischen Islam in Deutschland ist Pierre Vogel. Evangelisch getauft, war Schüler einer katholischen Klosterschule - sogar mit Abitur - beweist mit seinem Verhalten, dass die Dummheit selbst in Abiturienten regieren kann. 
Warum? Weil er zum Islam konvertiert ist? Nein, das wiederum beweist nur, dass er den christlichen Glauben trotz oder gerade wegen seines Hintergrundes nicht verstanden hat; aber wer weiß, vielleicht kann er ja nicht einmal was dafür. Mir sind in der Seelsorge etliche Berichte zu Ohren gekommen, in denen Menschen durch exzessive fundamentalistische Leute Jesus abspenstig gemacht wurden. Nun, Jesus spricht ja nicht umsonst davon, dass es für sie besser wäre, mit einem Mühlstein um den Hals im Meer versenkt zu werden, als sich dermaleinst vor Ihm für ihren Umgang mit Heranwachsenden verantworten zu müssen.

Was an dem Sichgebärden Vogels nicht nur peinlich, sondern bösartig ist, ist die Verfremdung und Verfälschung des muslimischen Glaubens. Ich lebe in Berlin und in Kontakt mit Muslimen, die einfach nur verantwortungsbewusst und gerecht vor Gott leben wollen und sich mit tiefer Abscheu von Leuten wie Vogel abwenden. So, wie ich mich vor allem christlichen Fundamentalismus ekel. Wenn ich mit ihnen über Jesus rede, sagen die "Oh, Jesus, guter Kollege".

Fundamentalismus lässt neben sich keine andere Meinung zu, lässt niemandem Luft zum Atmen, geschweige denn zum Denken. Denn diese seltsame Spezies hat selbst niemals eigenständiges Denken gelernt. Altbackenes wird unreflektiert wiedergekäut und als unverrückbare absolute Wahrheit proklamiert (ohne häufig in der Lage zu sein, das auch nur irgendwie redlich begründen zu können). 

Der Islam hätte ohne die jüdische und christliche Religion gar nicht entstehen können. Das merkt jeder, der sich mal den Koran zu Gemüte führt. Juden, Christen und Muslime sehen ihren historischen Ausgangspunkt in Abraham. Nur, dass sie jeweils andere Konsequenzen ziehen. Im Dialog mit Muslimen sollten wir zunächst mal die Gemeinsamkeiten sehen: Der Glaube an den Einen Gott, welcher der Schöpfer aller Dinge ist.

Ein guter Muslim ist kein dummer Vogel; Quelle: fisch-und-vogel.deDass wir Christen die Offenbarung von Jesus als den Mensch gewordenen Gott haben, ist reines Geschenk Gottes, der uns in Ihm zum Vater wird. Durch Jesus habe ich einen Gott, mit dem ich kuscheln kann, vor dem ich nicht auf den Knieen rutschen muss. Dass Jesus im Islam neben Mose und Mohammed "nur" Prophet ist, allerdings auch dort wiederkommt und das Weltgericht bringt, ist doch immerhin ein guter Anknüpfungspunkt für einen Dialog mit Muslimen. Und man fragt sich, welche Erkenntnisse diesbezüglich für Muslime noch möglich sein können. Sogar auf der Grundlage des Koran. Denn selbst im Koran wird Jesus das Wort Gottes und der Herr des Geistes genannt.

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst gilt auch im Umgang mit Muslimen. Die Liebe ist der Schlüssel aller Verständigung. Wer Gott verstehen will, muss lernen zu lieben. Denn Gott ist die Liebe.


                                                      Thomas Nachtigall für GottinBerlin.com

Dienstag, 28. Januar 2014

Winter

Bis zum 20. Januar 2014 schien der Winter aufgegeben zu haben. Manche dachten sogar, dass wir bald Frühling genießen werden. Plötzlich kam aber Blitzeis und wir liefen wie Pinguine auf dem Boden.
Der Überraschungseffekt wurde perfekt!

In Matthäus 25. 1:13 von dem Gleichnis von den zehn Jungfrauen sehen wir, wie wichtig die Vorbereitung ist.


Auch Gott kann jeder Zeit kommen und uns unvorbereitet überraschen. Was haben wir getan für die Anderen, die Umwelt usw.?
Winter; Quelle: meteoradar.chDie Technik wird uns sicherlich nicht davor schützen.
Waren wir zu faul, zu bequem?
Es geht natürlich nicht darum, mit einem Heiligenschein herum zu laufen, sondern darum, sich innerlich immer zu fragen: „Wie würde Jesus in dieser Situation handeln?“ und „Wie soll ich meinem Nächsten in Würde begegnen?“

Alles führt uns zu Christus, sogar der Wetterbericht! Wer hätte das geglaubt?


Jean-Paul, ein Franzose aus Berlin für GottinBerlin.com

Montag, 27. Januar 2014

Schuld oder Schuldgefühle?

Schuld oder Schuldgefühle?; Quelle: Cicero.de
"Ich wurde in der DDR zum Fallschirmjäger ausgebildet und habe dann für den Bund gearbeitet. Ich habe in meinen Einsätzen Menschen getötet, auch Frauen und Kinder. Ich war eiskalt". Das erzählte mir ein ehemaliger Soldat. Als er sich alles von der Seele geredet hatte, sank dieser kräftige Mann in meine zierlichen Arme und weinte wie ein Kind.

Alles, was dieser Mann getan hatte, war staatlich legitimiert. Zuerst von der SED, später von der Bundesregierung. Keine Justiz würde gegen ihn Anklage erheben. Doch er ist seelisch verkrüppelt und fühlt sich als Mörder. Wo der Gesetzgeber mein Handeln für rechtlich erklärt, entsteht durch mein Handeln rechtlich auch keine Schuld. Wer sich dann also schuldig fühlt, fühlt sich schuldig, ist es aber nicht. Denn der Gesetzgeber erklärt ihn für unschuldig. Und die Frauen und Kinder? Entschuldigung, aber das weiß man doch vorher! Gab es je einen Krieg, in dem keine Frauen und Kinder getötet wurden? Das kann man nicht anführen, das gehört eben zum Gesamtpaket. Und der Gesetzgeber sagt Ja zu diesem Gesamtpaket.

Schuld oder Schuldgefühle?;Quelle: ZukunftfürKinder.org
Schuld oder Schuldgefühle?
Alle Gesetzgeber? Nein, einer mindestens nicht. "Wer zum Schwert greift, wird durch das Schwert umkommen", hat Jesus gesagt. Und sei es, wie im Fall dieses Mannes, das Schwert der eigenen Seele,
das ihn von innen zerschneidet. Er selbst hat dabei am wenigsten daran Anteil. Als Teenager auf eine bestimmte Ausrichtung getrimmt. Dann seine soldatische Pflicht erfüllt. Und als er zu sich kam, war der Film in Realität gelaufen. Und er allein mit allem.

Schuld oder Schuldgefühle? Quelle:de.123rf.comEs gibt entsetzlich viele Schuldgefühle, die nichts mit wirklicher Schuld zu tun haben. Die Leute und wir selbst reden uns auch viel ein. Aber es gibt eben auch wirkliche Schuld, von der uns nicht einmal der Staat frei sprechen kann. Nur Einer kann sie uns nehmen. Gott selbst. Er hat im ans Kreuz geschlagenen Jesus ALLE Schuld dieser Welt in sich aufgenommen, starb alle Schuld, um alle, die es an sich zulassen, in Seiner Auferstehung frei zu sprechen. Für den ehemaligen Soldaten waren seine Tränen schon einmal Schritte in die richtige Richtung.

Thomas Nachtigall für GottinBerlin.com

Samstag, 25. Januar 2014

Stärker als jedes Missverständnis: Liebe

Stärker als jedes Missverständnis: Liebe; Quelle: my-firstbornunicorn.blog
Ich habe vor ein paar Tagen Folgendes erlebt: Ich hatte eine Email versandt und dann bekam ich einen Telefonanruf zurück … Durch eine missverständliche Formulierung war der Angeschriebene verunsichert. Ich bin total dankbar, dass er sich nicht in die „Schmollecke“ zurückgezogen hatte, sondern gleich „die Sache in die Hand nahm“, um sie zu klären. Das fand ich sehr liebevoll … 
Nichts anbrennen lassen. Ich konnte auch deutlich machen, dass es nicht meine Absicht war, ihn zu verletzen … Tja, schade, dass man einander nicht am Telefon umarmen kann, oder?
Ich sehe in diesem Ereignis das Wirken Gottes. Durch das Missverständnis und die richtige Reaktion ist ein Gespräch entstanden, das wertvoll und zueinander führend war. So sollte es m.E. auch in unseren vertrautesten Lebenskreisen sein, wo zuerst Streit aufkommen kann oder „Schmollen“ angesagt ist, wenn man sich nicht verstanden fühlt.
Ich glaube fest daran, dass Gott uns hilft, nicht auf „Recht haben“ zu beharren und stolz zu sein usw., sondern dass er schlicht angekratzte Gemeinschaft wiederherstellen will.
In einem Gebet des Gottesdienstes heißt es: Dein Geist bewegt die Herzen, wenn Menschen aufeinander zugehen. Um diesen Geist will ich wieder und wieder bitten, den Menschen zuliebe und Gott zur Freude. Denn freundliche Gemeinschaft ist ihm ein Herzensanliegen. Hätte er sonst Jesus zu uns gesandt mit seiner tollen Botschaft von Liebe, Vergebung, Versöhnung und einem Frieden, der unsere bisherigen Möglichkeiten übersteigt, …
meint Thomas Bruhnke für GottinBerlin.com

Freitag, 24. Januar 2014

"Wo ist Gott?"

Wo ist Gott?

Wir alle kennen diese Frage. Von uns selbst oder von anderen, in den unterschiedlichsten Situationen. "Überall", hört man häufig als Antwort. Oder vielleicht auch "in der Kirche". Zumindest wird Gott damit oft in Verbindung gebracht. Die Kirche als Ort, an dem man Gott begegnen kann. Aber ist das wirklich so?
"Wo ist Gott?"

Kirchen sind für manche Menschen ein Ort, an denen es ihnen leichter fällt, zur Ruhe zu kommen. Die Mauern halten den Lärm der Stadt auf Abstand. Es wird nichts von einem erwartet, wenn man sich hineinsetzt. Es ist ein Ort der Ruhe und des Gebets.

Einer meiner persönlichen Lieblings-Orte des Gebets ist mein Wohnzimmer. Ich glaube, dass Gott dort genau so anwesend ist, wie er es in der Kirche, am Meer oder auf der Straße sein kann. Ich kann ihn "einladen", indem ich einfach mit ihm rede.

Ein weiterer "Favorit" ist für mich die Natur: am Meer, aber auch an anderen Orten, wo ich relativ ungestört Natur erlebe. Ich glaube, dass es im Grunde genommen ganz einfach ist: Ich brauche einen Ort, an dem ich zur Ruhe kommen kann. Ich brauche Sehnsucht, Gott zu begegnen. Das allein reicht schon aus.

Meine Antwort auf die Frage: "Wo ist Gott": Überall dort, wo er eingeladen wird.

Ob im Wohnzimmer, in der Natur, in der Kirche, im Gottesdienst, in Gemeinschaft, im Stadion: Gott ist da, wenn wir ihn einladen. Wenn wir wollen, dass er da ist. Wenn wir ihm zuhören. Das ist sogar im Fußballstadion möglich – was ich mir ehrlichgesagt bis vor kurzem auch schwer vorstellen konnte.

Am 23.12. erlebte ich zum ersten Mal live das alljähliche "Weihnachtslieder-Singen" im Berliner Union-Stadion. Seit ein paar Jahren ist es für Unioner, und mittlerweile auch Nicht-Unioner, zur Tradition geworden. Ein gefülltes Stadion, 27.000 Menschen halten eine Kerze in der Hand, singen Weihnachtslieder und hören die Weihnachtsgeschichte. Hinter mir stand ein junges Pärchen. Ich bekam zufällig mit, wie sie zu ihm sagte: "Wie, es gibt eine Weihnachtsgeschichte?!"

Kein Wunder – dachte ich mir. Weihnachten wird eben häufig losgelöst von der eigentlichen Weihnachtsgeschichte gefeiert. Doch es sollte doch jeder die Chance bekommen, diese Geschichte wenigstens kennen zu lernen. Egal ob in der Gemeinde, im Wohnzimmer oder im Fußballstadion. Orte, an denen diese Geschichte erzählt wird, sind für mich Orte, an denen Gott eingeladen ist. Denn es ist SEINE Geschichte.

Das Union-Stadion war an diesem Tag für mich ein Ort, Jesus zu feiern.

Wie geht es euch? Was sind euere Lieblings-Orte, um Gott zu begegnen?


Monika Lusky für GottinBerlin.com


Donnerstag, 23. Januar 2014

Dr. Norbert Lammert: Einheit der Christen?

Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert: Einheit der Christen? Photo by Thomas Gerlach
Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert: Einheit der Christen?

Vorgestern Abend bin ich einer Einladung gefolgt und habe mich auf den Weg zur St. Hedwigs-Kathedrale am Bebelplatz in Berlin-Mitte gemacht. Es fand zur "Gebetswoche für die Einheit der Christen" ein Ökumenischer Gottesdienst statt.


Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert sprach über 1.Kor. 1,13; "Ist Christus denn zerteilt"? Provozierend meinte Dr. Lammert, dass wir Christen uns doch damit abgefunden hätten, die Einheit untereinander nur in Veranstaltungen wie des ÖRBB zu zeigen aber es nicht wirklich leben.

Nach dem Gottesdienst gab es noch ein lockeres Beisammensein. Bei einem doch recht angenehmen Rotwein konnte ich bei vielen von unseren GottinBerlin.com-Aktivitäten erzählen und dabei auf die Mitarbeit in der ökumenischen Breite hinweisen. Die neuen Kontakte ziehen wieder neue Termine mit sich, bei denen ich dann unsere Arbeit vorstellen darf.

Ich persönlich stelle oft fest, dass Menschen um mich herum darauf hinweisen, dass wir Christen untereinander zerteilt sind und damit die Liebe zueinander in Frage stellen, von der wir Christen ständig predigen. Lieber Nicht-Christ, lieber Christ, ist das so?



Mittwoch, 22. Januar 2014

Müdigkeit im Glauben

Kennt ihr das auch ?
Müdigkeit im Glauben; Quelle: mysterywissen.de
Müdigkeit im Glauben
Die Nacht war zu kurz, ihr wacht müde auf ?
Was macht ihr ? Einen starken Kaffee trinken, oder etwas Gymnastik machen, um den Kreislauf anzuregen?.
Aber Müdigkeit im Glauben ? Ja, auch die gibt es bei den Geschwistern und in den Gemeinden. Meist ist dies ein sich entwickelnder, schleichender Prozess.

Auch die Bibel nennt ein Beispiel.
Die Gemeinde in – ja wo eigentlich ? – der Hebräerbrief macht keinerlei Angaben dazu, war kraft- und mutlos geworden, die Versammlungen wurden nicht mehr regelmäßig besucht, man aß nicht mehr wie gewohnt zusammen, die Toleranz und die Freundlichkeit unter den Geschwistern ließ nach. Vertrauen und Hoffnung haben nachgelassen.
Im Hebäerbrief 12, Verse 12 – 15 steht geschrieben:
Darum heißt es, stärkt die kraftlosen Hände, lasst die zitternden Knie wieder fest werden.
Bleibt auf dem geraden Weg, damit die Schwachen nicht fallen, sondern neuen Mut fassen und wieder gesund werden.
Setzt alles daran, mit jedem Menschen Frieden zu haben und mit eurem ganzen Leben Gott zu gehören. Sonst werdet ihr den Herrn niemals sehen.
Achtet darauf, dass keiner von euch an Gottes Gnade vorübergeht, damit sich das Böse nicht bei euch breit macht und die ganze Gemeinde vergiftet. (in der Übersetzung der HOFFNUNG FÜR ALLE).

Was passiert, wenn man sich das Bein bricht. Man legt das Bein ruhig, gegebenfalls gipst man es ein. Die Muskeln um das Knie werden sehr schnell schwach und schlapp, es dauert, bis die Knochen wieder zusammenwachsen.
Am besten, man beginnt eine Reha. Durch tägliches Training werden die Muskeln gestärkt und aufgebaut. Es bedarf der kontinuierlichen Arbeit. Man muss dran bleiben. Und nach einiger Zeit erreicht man den vorherigen Zustand wieder, und, wenn man gut trainiert hat, vielleicht auch ein wenig mehr.

Müdigkeit im Glauben; Quelle: mundibooks.com

Genauso verhält es sich mit dem Glauben. Durch tägliches Lesen in der Bibel und den dazugehörenden Losungen vertiefen sich die Erkenntnisse. Das Gebet stellt den Kontakt zu unserem Vater her, Mitarbeit und Gedankenaustausch in der Gemeinde stärken den Zusammenhalt unter den Geschwistern. Das Glaubensleben wird vielfältiger, der Glaube lebendiger die Müdigkeit ist verflogen.



Thomas Nobiling, LKG Eben Ezer, Berlin-Lichterfelde, für GottinBerlin.com

Sonntag, 19. Januar 2014

Der beste Vorsatz meines Lebens

Der beste Vorsatz meines Lebens; Quelle: de.fotolia.com
Der beste Vorsatz meines Lebens
Was nehmen wir uns Menschen nicht alles vor, wenn ein neues Jahr eingeläutet wird. Mein Nachbar nimmt sich vor, sein altes, klappriges Auto nun doch noch ein weiteres Jahr zu fahren. Die Familie über mir will im Jahr 2014 endlich sich mehr Zeit für ihren 16-jährigen  nehmen.  Der verbringt immer mehr Zeit allein vorm Bildschirm. Aber auch Vater, Mutter und Tochter sitzen, jeder für sich, täglich vor der Glotze. Die Kommunikation der Familienmitglieder untereinander ist fast auf dem Nullpunkt angelangt. Eigentlich ein guter Vorsatz.

Bei vielen Silvesterfeiern in meinem jetzt siebzigjährigen Leben hatte ich auch immer wieder gute Vorsätze.  Da wollte ich z. B. endlich ein paar Kilo abnehmen.  Aber ich stellte fest, dass ich mich in all den folgenden  Jahrzehnten durch diverse Diäten immer mehr zu einem heute ansehnlichen Über-Gewicht emporgehungert habe.

Eigentlich hatte nie ein Vorsatz so richtig gegriffen.
Deshalb mein neuer, sensationeller Vorsatz für das Jahr 2014, den ich diesmal mit Sicherheit durchhalten werde: Den Vorsatz, zukünftig mir keine Vorsätze mehr zu machen.

Seit dem lebt es sich entschieden leichter. Alles Gesetzliche im Leben setzt unter Druck. Verordnungen,  Regeln, Bestimmungen, auch die, die wir uns selbst geben,  führen dazu,  gerne übertreten zu werden. Im frommen Lebensbereich ist dies nicht anders. Bereits der Apostel Paulus klagt, indem er sagt: "Ich Paulus bin doch ein intelligenter Mensch. Ich kann doch denken und will immer das richtige,  gute, edle, Gott wohlgefällige tun. Aber was ist das Ergebnis?  Das Gegenteil kommt dabei raus. Was bin ich doch für ein schlechter, unzuverlässiger und sündiger Mensch". Der arme Paulus hat tatsächlich geglaubt, er könne die Gebote Gottes aus eigener Kraft halten. Er hat schnell erkannt: Da bin ich wohl am Ende, da brauch ich jemanden, der mir hilft. Zu der Erkenntnis bin ich letztlich auch gekommen. Egal, ob mit, oder ohne Vorsatz,  das Leben, der Kampf, den wir alle durchkämpfen müssen,  kann nur gelingen, wenn ein kompetenter Helfer, Berater, Ermutiger in uns lebt, uns begleitet,  den wir täglich befragen können. Eine Person, die uns in Niederlagen,  wenn ein Vorsatz wieder nicht eingehalten werden konnte, tröstet.

Ein Mensch, der uns Hoffnung macht,  der bei sich anbahnendem Übermut auch mal sagt: "Stopp, nun komm mal wieder runter." Dieser ständige Begleiter muss allerdings sehr weise sein,  ein gutes Einfühlungsvermögen haben und mir auch etwas auf Wunsch von seiner Weisheit abgeben können.
Wir merken schon, solche Personen sind sehr, sehr dünn gesät. Bei einem allerdings finden wir alle genannten und noch viel  mehr Vorzüge: Jesus Christus. Und hat er nicht versprochen,  alle Zeit bis an unsere letzten Tage bei uns zu sein?

Das Motto des neuen Jahres lautet: Gott nahe zu sein ist mein Glück.  Für mich habe ich einen neuen Vers hinzugefügt: Herr, lehre mich bedenken, dass ich auch mal sterben muss,  damit ich endlich klug werde.

                             Werner Zimmermann für GottinBerlin.com und mavuno.de

Samstag, 18. Januar 2014

Die Treue der Schwäne

Treue der Schwäne; Photo by Jane B.
Treue der Schwäne; Photo by Jane B.
Ich war mal wieder am Tempelhofer Hafen und hatte etwas Zeit, das Schwanenpaar zu beobachten, das – ob Sommer, ob Winter – unzertrennlich zu sein scheint.

Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch (Ruth 1,16). Dieser Satz aus der Heiligen Schrift, dem Buch „Ruth“, fiel mir beim Anblick der beiden wunderschönen Vögel unwillkürlich ein.
 

Ich dachte an so manches (Menschen)Paar, das sich mal „ewige Treue“ geschworen hat, aber leider nicht lange dem Schwur treu blieb. Die Wege trennten sich wieder. In einigen Fällen ging man in aller Freundschaft auseinander, meistens jedoch wurde ein heftiger „Rosenkrieg“ angezettelt. Wie schade! Können wir Menschen überhaupt treu sein? Ich wage zu behaupten: JA – mit Gottes Hilfe! Denn ER, der große Gott, ist treu und hält, was ER verspricht. Deshalb möchte ich Gott bitten, mir zu helfen treu sein zu können – in allen Lebenslagen! Nicht nur in der Zweierbeziehung (nicht fremd zu gehen), sondern auch meinen Mitmenschen gegenüber (Versprechen zu halten) und an meinem Arbeitsplatz (meinem Arbeitgeber weder bezahlte Zeit noch Dinge zu stehlen). Treue, Verlässlichkeit, Ehrlichkeit – wünschen wir uns diese Tugenden nicht alle? --- von den Anderen! Die Welt ändere ich jedoch nur, indem ich bei mir selbst anfange.
Treue der Schwäne; Photo by Jane B.
Treue der Schwäne; Photo by Jane B.

Jesus hat die Menschen angesprochen und sie aufgefordert, mit IHM zu gehen. Die, die der Aufforderung folgten, waren seine Jünger und wollten stets bei IHM sein, um von IHM zu lernen, ihr Leben neu auszurichten.
 

Möchtest auch du - unzertrennlich wie das Schwanenpaar - mit Jesus verbunden sein? In SEINER Nähe sein, SEINEN Frieden, SEINE Liebe, Güte und Sanftmut in deinem Leben spüren? Dann sage IHM das und lade IHN ein in dein Leben - oder schreib eine Mail an einen Mailpartner, wenn du Zweifel hast, dass das alles nur Sprüche sind.

                                 Angelika Pohl, philippus-berlin.de, für GottinBerlin.com

 
P.S.: Genehmigung von Jane B, die Fotos zu veröffentlichen, liegt vor.

Freitag, 17. Januar 2014

Das Jahr des Grünspechts... und der Gnade

Als Kind habe ich mit meinem Bruder einmal einen Eisvogel beobachtet,

den es zu jener Zeit in meiner Heimat nicht häufig, aber noch gab. Im letzten Sommer konnte ich an einem See in Schweden ein Fischadlerpärchen beobachten. Dort habe ich vor vielen Jahren auch das erste Mal in meinem Leben einen Grünspecht gesehen … ein toller Vogel, mit seinem schillernden Grünton und seinen roten Federn am Kopf.
Das Jahr des Grünspechts... und der Gnade; Quelle: br.de
Das Jahr des Grünspechts...

Immer wieder freue ich mich, wenn ich einen solchen Vogel sehe. Und nun ist er vom NABU zum Vogel des Jahres 2014 ernannt worden. „… des Jahres“. Die Traubeneiche ist der Baum des Jahres, der Spitzwegerich die Arzneipflanze des Jahres. Mit diesen Tieren und Pflanzen des Jahres werde ich immer an die Schönheit der Schöpfung Gottes erinnert, aber auch daran, gut mit der Schöpfung zu sein.
Die UNO hat übrigens das Jahr der Kristallographie ausgerufen. Ja, Kristalle sind auch etwas Besonderes und Geheimnisvolles der uns umgebenden Natur.
Und die UNO hat außerdem das Jahr der „kleinen Inselstaaten“ ausgerufen. Dazu gehören übrigens auch die KAP VERDEN, wohin ja Familie Vaz zurückgekehrt ist. Das ist natürlich politisch motiviert und betrifft sozusagen die Menschen.

Jesus hat bei seinem ersten Auftreten in der Synagoge auch ein „Jahr ausgerufen“: ein Gnadenjahr des HERRn. Man kann es bei Lukas in seinem Evangelium nachlesen (Kap. 4, Verse 16-21).

In diesem Gnadenjahr, mit dem sicher kein Kalenderjahr gemeint war, leben wir immer noch! Wir leben mit den Kristallen, dem Grünspecht, den kleinen Inselstaaten, irgend einer Pflanze usw. Das ist alles wichtig, weil wir darauf aufmerksam werden sollen, dass unsere Welt auch voller Probleme ist. Wir dürfen aber auch mit Jesus leben und teilhaben an der Gnade.

Gnade ist in gewisser Weise ein Herrschaftsbegriff. Verzicht auf Macht und Gewalt. Gnade vor Recht ergehen lassen … Ich höre „sanft“ mit durch. Auch Zugewandtheit, Liebe. Andere hören „geschenkt, nicht verdient“, wieder andere: „bin bei dir“. Gnade ermöglicht etwas Neues bei mir, den Ausstieg aus Altem, den Einstieg in Neues … nicht nur in ein neues Kalenderjahr, sondern in ein inniges Leben mit IHM, Jesus Christus.

Ich grüße Euch mit einem Liedtext:

Geh unter der Gnade, geh mit Gottes Segen, geh in seinem Frieden, was auch immer du tust. Geh unter der Gnade, hör auf Gottes Worte, bleib in seiner Nähe, ob du wachst oder ruhst.

  1. Das Jahr Das Jahr des Grünspechts... und der Gnade; Quelle: katalyma.wordpress.com
    Alte Stunden, alte Tage lässt du zögernd nur zurück.
    Wohlvertraut wie alte Kleider sind sie dir durch Leid und Glück.

  1. Neue Stunden, neue Tage zögernd nur steigst du hinein.
    Wird die neue Zeit dir passen? Ist sie dir zu groß, zu klein?

  1. Gute Wünsche, gute Worte wollen dir Begleiter sein.
    Doch die besten Wünsche münden alle in den einen ein:

Geh unter der Gnade, geh mit Gottes Segen, geh in seinem Frieden, was auch immer du tust. Geh unter der Gnade, hör auf Gottes Worte, bleib in seiner Nähe, ob du wachst oder ruhst.

Du willst das neue Jahr mit Gott in Verbindung bringen?
Dann wende Dich an einen der Gesprächspartner bei GottInBerlin.

                                                         Thomas Bruhnke für GottinBerlin.com

Mittwoch, 15. Januar 2014

Der Papst verurteilt Abtreibungen

Mit drastischen Worten hat Papst Franziskus die ablehnende Haltung der katholischen Kirche zur Abtreibung verdeutlicht und Schwangerschaftsabbrüche als gesellschaftlichen Werteverfall gegeißelt.


copyright iStockfoto.com; Der Papst und das Töten eines wehrlosen Menschen
Der Papst verurteilt Abtreibungen

"Häufig werden menschliche Wesen wie nicht mehr benötigte Gebrauchsgegenstände entsorgt", sagte das Kirchenoberhaupt am Montag in seiner ersten Ansprache an das Diplomatenkorps des Vatikans. "Allein schon der Gedanke, dass Kinder als Abtreibungsopfer niemals das Licht der Welt erblicken werden, lässt mich schaudern", sprach der Papst weiter.

Abtreibung

© 2008 I.M.K.

Heute fast – vor neunzehn Jahren ist ein Mord „in mir“ geschehn!
Meine Tochter durft nicht leben – hat die Welt noch nie gesehn!
Ich war schwanger und voll Freude. Stolz trug ich ein Kind in mir! – Frisch verliebt im siebten Himmel – wollt’ ich dieses Kind von „Dir“!
Doch mein Freund hat mich verlassen – wollte nicht mehr bei mir sein!
Ich war schwanger und verstand’s nicht: Warum ließt Du “uns” allein?
Das Kind in meinem Bauche weinte, weil ich verzweifelt – traurig war!
Ich betete zu Gott und hoffte, dass alles nur ein Alptraum war!
Doch leider ist es doch geschehen. Das Kind wollt nicht mehr auf die Welt!
Es hat vor lauter Leid und Kummer –sein Wachstum einfach eingestellt!
Die Ärztin riet mir abzutreiben, weil dieses Kind behindert wird!
Es könnte sein, dass es auch sterbe – es besser „abgetrieben“ wird!
Sie schickte mich zu Pro Familia – sie stellten einen Schein mir aus!
Kein Wort, ob ich das wirklich wollte. -Solch Baby trägt man doch nicht aus!
Ich musste in die Abbruch-Klinik – dort gab man mir ein Formular!
Ich sollte unterschreiben dieses, was für mich ganz unmöglich war!
Ich konnt’ nicht die Erlaubnis geben – mein Kind zu töten – mir im Bauch!
Ich rannte weinend aus der Klinik und meine Seele weinte auch!
Im vierten Monat ging ich wieder zur Frauenärztin – ängstlich hin.
Sie schimpfte mit mir und erboste: Wie unverantwortlich ich bin!
Trotz allem aber wollt ich’s haben – das kleine Kind in meinem Bauch!
Ich sagte es auch meiner Mutter, doch sie wollte den Abbruch auch!
Ich hatte keinen Mensch zum Reden, denn niemand mein’ Entschluss verstand.
Ich spürte doch, es wird ein Mädchen – uns tiefe Liebe schon verband!
Zwei „gute Freunde“, die sich sorgten – luden dann zum Gespräch mich ein.
Sie rieten mir, es doch zu machen – und packten mich ins Auto ein!
Die Fahrt ging in die Abbruch-Klinik – doch ich konnt’s immer noch nicht tun.
Der Arzt, er holte mich ins Zimmer – und drängte mich, es doch zu tun!
Sie können doch noch Kinder kriegen – gesunde Kinder – jederzeit!
Das Kind wird ganz bestimmt nichts spüren – die Nerven sind noch nicht so weit!
„Nur wenn Sie mir dies auch versprechen, dass dieses Kind kein Schmerz verspürt –
nur dann werd’ ich mich von ihm trennen.“ – Mein Herz, es war wie zugeschnürt!
Ich sah, wie sie mein Kind zerschnitten – ich wollt’ mich wehren, flüchten, schrein!
Doch ich war festgeschnallt und hilflos! – Das sollte nun „sein Ende“ sein!?
Ich hab’s mir lange nicht verziehen, dass ich mein Kind so töten ließ!
Doch ich weiß heut’ – es ist im Himmel! Es ist so schön, so lieb und süß!
„Maria“ hält es in den Armen – sie ist die Mutter, die es liebt!
Ich bin so froh, dass “sie” bei Ihr ist und mir die große Schuld vergibt!
In Liebe zu meiner ungeborenen Tochter „Jessica“




Sonntag, 12. Januar 2014

..wider die autistische Unterhaltung

..wider die autistische Unterhaltung; Quelle: scholemandfriends.comNeulich. Gesprächsrunde. Es ging um mögliche oder unmögliche Zukunftsprojekte. Das Ergebnis war gleich Null. Warum? Teilnehmer mit ihren festgefahrenen Gedankenmodellen blockierten alles, was nicht gleich in ihre persönliche Vorstellungswelt passte. Warum miteinander reden, wenn jeder vom anderen nur das hören möchte, was er selbst denkt?

Wer nicht bereit ist, Neues zu denken, hat keine Kommunikationsberechtigung. Sprache soll bereichern. Neue Gedanken machen unsere Welt größer. Sprache hat mit Verständigung - Verstand zu tun. Es gibt leider zu viele Menschen auf dieser Welt, die ihren persönlichen Horizont, ihre Sichtweise absolut setzen. Mein Menschenbild, mein Gottesbild, meine Vorstellung von Beziehung, Kirche, Politik, Sexualität.. ist die allein richtige. Ich unterhalte mich, um andere am Reichtum meiner Weisheit teilhaben zu lassen. Die anderen haben mir nichts zu sagen, denn ich weiß alles und vor allem weiß ich alles besser. Letztenendes sind meine Gespräche Selbstgespräche, bei denen andere zuhören dürfen. Ach, und würden sie doch bloß auch nur zuhören. Aber nein, die unterbrechen auch noch meinen Wortschwall und versuchen, mir ihre Gedanken aufzudrängen.

Kennen Sie solche Leute? Oder sind Sie vielleicht selbst einer von ihnen. Dann lassen Sie sich sagen, dass Sie auf dem besten Weg in dauerhafte Einsamkeit sind. Denn mit dieser Haltung tritt man auf der Stelle. Und zwar solange, bis man sich selbst in den Boden getreten hat, dass man von niemand mehr wahrgenommen wird. Alleinunterhalter haben maximal auf der Bühne was zu suchen; und auch nur dann, wenn ihre Alleinunterhaltung den Leuten was Neues, qualitativ Neues bringt. Ansonsten sind solche Leute Ahnungslose, die sich selbst für Spezialisten halten. Egozentrismus, der sich zur Egomanie steigert.

Und dann begegnen sie einem. Die Türkenhasser, die noch nie einen Türken persönlich kennengelernt haben. Die Schwulenhasser, die noch nie persönlich mit einem Schwulen geredet haben. Und in dieser Hinsicht könnte man die Liste endlos weiterführen. Und das Ergebnis? Hass, Entfremdung, Selbstgerechtigkeit und schließlich die zuvor versprochene Einsamkeit.

"Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören und langsam zum Reden.." sagt der Apostel Jakobus. Nur wer zuhört, versteht. Wer nicht zuhört, versteht nichts. Wer nichts versteht, bleibt in seiner selbstgemachten Klugheit gefangen, die sich dann als Dummheit erweist. Wir sind zum Miteinander erschaffen. Ein Mund und zwei Ohren. Dabei hat sich unser Schöpfer etwas gedacht. Wir sollten Seinen Bauplan ernst nehmen.

In diesem Sinn, lasst uns miteinander reden.



Thomas Nachtigall für GottinBerlin.com 




Samstag, 11. Januar 2014

Bernd Siggelkow und die Kinder von Berlin

Wie immer in der Geschichte, werden die Kinder eine der großen Gruppen der Verlierer sein. Auch in Berlin, in Syrien, ..
Anfang der Woche bekam ich aus verlässlicher Quelle einen Clip zugespielt, in dem enthauptete Kinder, Jungen und Mädchen, gezeigt wurden. Angeblich waren es Kinder von Christen. Doch das spielt jetzt erstmal keine Rolle, welchen religiösen Hintergrund diese Kinder hatten. Der kopflose Leichnam eines ca. dreijährigen Mädchen wurde extra hoch genommen und in die Kamera gehalten. Was haben diese Kinder durchgemacht? Ja, es ist leicht zu behaupten, die Kinder seien jetzt schmerzfrei, doch die Angst, die Verzweiflung, all das, was vorher geschah, das war echt und erlebt.  Was ist mit den Kindern, die in ähnliche Bedrängnisse kamen und ihnen entflohen sind? Wer kann da noch heilend in die Kinderseele einwirken?

Ich stelle mir vor, dass eines der getöteten Kinder hier bei uns in Berlin auf dem Ku-damm liegt. Was passiert dann? Aufregung? Entrüstung? So richtig können wir uns das nicht vorstellen und doch müssen wir anfangen, über die Verletzungen der Berliner Kinderseelen nachzudenken. Dazu möchte ich Dich/ Sie zu einem ausgezeichneten Vortrag aufmerksam machen:

Deutschlands vergessene Kinder

16.02.2014 - 18:00

Referent:
Bernd Siggelkow
Bernd Siggelkow, geboren und aufgewachsen auf St. Pauli, ist ausgebildeter Theologe und war mehrere Jahre als Jugendpastor tätig. 1995 gründete er das christliche Kinder- und Jugendwerk „Die ARCHE“, das sich an mittlerweile bundesweit 15 Standorten mit kostenlosen Angeboten um sozial benachteiligte Kinder kümmert. Für seine Arbeit wurde er unter anderem mit dem „Bundesverdienstkreuz“ und dem „Verdienstorden des Landes Berlin“ ausgezeichnet. Er ist verheiratet und Vater von sechs Kindern.
Ort:
Best Western Hotel Steglitz International, Albrechtstraße 2, 12165 Berlin-Steglitz

Anmeldung!

Da man Gutes weitergibt, möchte ich diese gute Idee weitergeben:



Mittwoch, 8. Januar 2014

...so wahr mir Gott helfe

...so wahr mir Gott helfe
Eine Tageszeitung berichtete eine Woche vor Weihnachten über die Vereidigung der Minister und Ministerinnen unserer neuen Regierung, „wobei alle die Formel mit dem religiösen Zusatz ‚so wahr mir Gott helfe‘ sprachen“, wie die Zeitung schrieb. Ich freue mich sehr darüber, dass die komplette Regierung beim Amtseid auf die Hilfe Gottes vertraut und darauf hofft!
Denn ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass jemand einen so verantwortungsvollen Job wie die Führung eines kompletten Fachressorts geschweige denn die des ganzen Volkes erledigen will ohne Gottes Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Jedes Regierungsmitglied trägt eine große Verantwortung, Entscheidungen zu treffen, die in der Regel Weichen für die Zukunft stellen, „zum Wohle“ für uns alle –mehr als 80 Millionen Menschen, junge, alte, arme, reiche, gesunde und kranke, in Familien und Firmen. Obwohl zugegebenermaßen manches Mal die getroffenen Entscheidungen für manchen eine sinnvolle und gerechte Zukunftsfähigkeit nicht unbedingt erkennen lassen.

Umso hoffnungsvoller stimmt es mich, wenn Verantwortungsträger im Vertrauen auf Gott diese Verantwortung schultern wollen, doch auch in der Erkenntnis, dass eines Tages Rechenschaft abgelegt werden muss vor Gott – nicht nur gegenüber den Wählern und Wählerinnen während bzw. am Ende einer Wahlperiode.

Wir, das Wahlvolk, sind aufgefordert für unsere Regierenden zu beten, „damit es uns wohl ergehe“. Damit sich unsere Regierenden auch nach dem Amtseid an Gott erinnern, IHN um Rat und Weisheit bei den Lösungen der unterschiedlichsten Problemstellungen und Zielkonflikten zu fragen.



Angelika Pohl, phlilippus-berlin.de, für GottinBerlin.com

Dienstag, 7. Januar 2014

Ungewöhnliche Romanze

Ein fettleibiger Zwergenmann
sah einmal eine lange dürre
Frau mit Bartwuchs, und sodann
ward vor Liebe er fast irre
Verstohlen, heimlich blickte er
schüchtern sitzend in der Ecke
zu ihr hin, da schaut sie her
´Herrgott, dos i mi verstecke´
dachte er und wurde bleich
doch lieblich sanft war´n ihre Blicke
In Liebe wurden sie sich gleich
die lange Dürre, der kleine Dicke



Wenn Gott Menschen zusammenbringt, durchbricht Er wahnsinnig gern Konventionen. So grenzenlos wie die menschliche Phantasie, sind Gottes Möglichkeiten.

 Thomas Nachtigall für GottinBerlin.com

Montag, 6. Januar 2014

Beten für Schumi

Der schreckliche Skiunfall von Michael Schumacher scheint viele Menschen wieder das Beten gelehrt zu haben. Ich habe gerade bei Google „Beten für Schumi“ eingegeben und mir wurden 2.060.000 Ergebnisse präsentiert. Lehrt Not beten, wie es in einem Sprichwort heißt?
Peter Hahne sieht das in einem Kommentar für die BILD-Zeitung nicht so. Er habe wesentlich mehr Menschen erlebt, die durch Not verbittert wurden. Allerdings frage er sich, ob die „Notbeter“ überhaupt wüssten, was ein Gebet sei: „Beten will gelernt, gelebt und geübt sein. Zum Beten gehört auch das Danken. Und da beginnt das Problem. In guten Tagen glauben viele, Gott nicht nötig zu haben, ja er stört sogar mit seinen Geboten unsere Gebete.“
Ich glaube, Peter Hahne hat unser Problem genau auf den Punkt getroffen. Nominell gehören ja die meisten Menschen in unserem Land noch den großen Kirchen an. Am Sonntag aber herrscht in vielen Gemeinden gähnende Leere. Gott ist gut für Notzeiten. Wenn es brennt in unserem Leben, ein Schicksalsschlag unseren geordneten Tageslauf durcheinanderbringt - holen wir ihn hervor wie den Feuerlöscher, der das ganze Jahr ungenutzt an der Wand hängt. Ob unser Gebet uns dann durch die Krise hindurchträgt, wage ich zu bezweifeln.
Gebet bedeutet Sprechen mit Gott – jeden Tag, um die Freundschaft mit ihm zu vertiefen. Auch eine Ehe kann nicht gelingen, wenn die Partner nicht miteinander sprechen. Im täglichen Gespräch mit Gott wächst meine Vertrautheit mit ihm, öffne ich ihm mein Herz, damit er es durch seine Liebe berühren und verwandeln kann.
„Dein Wille geschehe“, heißt es im Vaterunser. Im Gebet versuche ich, seinen Willen für mein Leben zu entdecken und mir die Kraft schenken zu lassen, ihn auch zu tun. Ich darf Gott dabei alles sagen, was mich bedrückt, was mich mutlos macht und ihm die Menschen bringen, denen ich nur noch durch mein Gebet helfen kann. Und oft durfte ich dann erleben, dass die Last und die Sorgen leichter wurden, weil Jesus sie mir abnahm bzw. mit mir trug.
Dietrich Bonhoeffer, ein Märtyrer des Dritten Reichs, fühlte sich in Gott so wunderbar geborgen, dass er sogar vor seiner Hinrichtung gelassen blieb: „Weil ich Gott in gesunden Tagen gefunden und mit ihm gelebt habe, weiß ich, dass er auch jetzt in der Not meine Gebete erhört.“
Herr, schenke uns allen solch einen starken Glauben, der in der Not trägt, und sei mit deiner heilenden Kraft bei Michael Schumacher und seiner Familie, die jetzt eine so schwere Zeit zu durchstehen haben.

Gerhard Lenz für Gott in Berlin

Samstag, 4. Januar 2014

Neujahrsvorsätze - Erfolgsgeheimnis zum Glück

2014. Die Neujahrsvorsätze. Jeder kennt sie. Die Fitnessstudios schließen mehr Verträge ab, denn je, Diätratgeber werden wieder zur Hand genommen, neue Strategien ausprobiert und die Süßigkeiten und Zigaretten weggelassen, um grundsätzlich gesünder zu leben. Aber wie lange halten wir durch, bis dann die verlockende Schoki uns packt, das Sofa doch die gemütlichere Alternative zum nach-Schweiß-riechendem Studio ist? 

Gerade auf Facebook gefunden...
Eigentlich kann man alles viel besser auf morgen, übermorgen oder gleich auf nächstes Jahr verschieben. Ich finde immer eine gute Entschuldigung, warum heute gerade NICHT der geeignetste Tag ist anzufangen. Bist du an deinen (noch) dran ;) ? 

Warum machen wir uns eigentlich immer wieder neue Vorsätze?

Macht es uns glücklich, schlank zu sein, reich zu sein, gesund zu leben? Ich glaube schon, bis zu einem gewissen Maß macht es uns glücklicher. Und oft sind die Vorsätze auch sinnvoll. Aber innere Zufriedenheit, inneren Frieden und Freude geben sie uns auf Dauer nicht. Zumal wir ständig was leisten müssen, um fit zu bleiben, NUR wenn wir leisten sind wir demnach auch glücklich. Außerdem werden die Ziele immer höher gesteckt, um einen „Erfolg“ zu verzeichnen.

Bei Gott ist es anders. Gott ist die Quelle des lebendigen Wassers die Quelle der Freude. Er spendet Freude, die von innen kommt. Die Freude wird uns zuteil unabhängig von dem, was wir tun. Der Unterschied liegt im Grund, warum wir uns freuen. Wegen einer Tat, einem Ergebnis oder wegen Gott selbst und das was ER getan hat und tut. Göttliche Freude dreht sich um Gott und das, was er uns gibt.

In der Bibel ist die Freude, anders als wie wir es oft denken, nicht immer an ein schönes Gefühl gebunden (vgl. Apg 5,40-42), sondern an Gott selbst. Dabei geht es nicht um aufgesetzte Freude.

Nicht, dass ich falsch verstanden werde, Neujahrvorsätze sind toll, sie motivieren mich, das vergangene Jahr zu reflektieren und zu schauen, was ich anders machen möchte. Und wenn die Wage mein Wunschgewicht anzeigt, bin ich tierisch stolz und froh. Gefährlich wird es aber, wenn ich mein Lebensglück, meine ganze Zufriedenheit davon abhängig mache, ob ich die Ziele erreiche oder nicht.

Kinder können da ein wunderbares Vorbild sein. Ihre Freude ist rein und ehrlich. Sie freuen sich über die Kleinigkeiten dieser Welt.

Kennst du ehrliche, innere Freude? Wenn du sie kennenlernen willst, dann lerne Gott kennen. Wie? Meld dich gerne anonym bei einem unserer E-Mailpartner oder stöber auf unserer Seite oder im Blog herum.

Und das gilt auch für alle Christen. Oft sind wir noch mehr gestresst als alle anderen. Dabei vergessen wir, dass Freude auch eine Frucht des Heiligen Geistes ist, nach der wir uns ausstrecken können.

Anna G. für GottinBerlin.com

Gute Vorsätze für 2014

Habt ihr gute Vorsätze für 2014? Ich kaum noch. Im 64. Lebensjahr sind es ohnehin immer dieselben Vorsätze, die man sich vom vorigen Jahr in Erinnerung ruft, um dann festzustellen, dass man nach kurzer Zeit doch wieder in die alten Gewohnheiten zurückgefallen ist. Deshalb gefiel mir die untenstehende Traueranzeige zu den „Guten Vorsätzen“ auch so gut, die ich bei Facebook gefunden habe.
Ein Beichtvater hat mir einmal gesagt: „Wenn wir jedes Jahr nur einen einzigen unserer Hauptfehler erfolgreich bekämpfen würden, wären wir alle nach wenigen Jahren heilig.“
Der hl. Josefmaria sah das etwas pessimistischer: „Zwar kann hier auf Erden niemand die Heiligkeit erlangen, aber eins können wir: Ohne Unterlass um sie ringen...“
Aus eigener Kraft schaffen wir es ohnehin nicht. Heilig wird man nur, wenn Gott einen heilig macht, wenn seine Liebe in uns immer mehr Raum greift, bis wir sie so widerspiegeln, dass sie vielleicht auch andere Menschen berühren kann.
Aber wie macht man das? Wie können wir Gott mehr Raum in unserem Leben geben? Da könnte man jetzt eine Menge praktischer Tipps aufzählen und vielleicht verrät uns der eine oder andere Blogleser, was er tut, um sich Gott 2014 mehr zu öffnen.
Angeregt durch die Jahreslosung „Gott nahe zu sein ist mein Glück“ habe ich ein altes Büchlein aus meinem Schrank gekramt, das ich schon mehrmals in den letzten 30 Jahren durchgearbeitet habe. Es ist die „Nachfolge Christi“ von dem Augustinermönch Thomas von Kempen.
Es ist nach der Bibel wohl das meistgelesene Buch der Weltliteratur. Ursprünglich für Ordensleute bestimmt ist es für jeden Christen von großem Wert, der in der Nachfolge Christi, im Glauben und in der Liebe wachsen will. Fontanelle bezeichnete es als „das beste Buch, das Menschenhand je geschrieben hat“. Leibnitz pries den glücklich, der es nicht nur liest, sondern sein Leben danach ausrichtet. Ignatius von Loyola las täglich zwei Kapitel darin.
Ich habe mir vorgenommen – und nur das ist mein Vorsatz für 2014 – abends vor dem Schlafengehen ein Kapitel zu lesen, denn dieses Buch sollte man nicht verschlingen wie einen Schmöker, wenn es das eigene Leben prägen soll.
Die „Nachfolge Christi“ hat Dietrich Bonhoeffer, Alfred Delp, Dag Hammarskjöld sowie Papst Johannes XXIII. begleitet. Im Klappentext von Amazon heißt es dazu: „In seiner sprachlichen Schlichtheit - Bonhoeffer schwärmt von der Schönheit des Textes - liegt die Weisheit eines tiefen Lebens mit Gott, mit Jesus: Nähe, Freude, aber auch die Erfahrung von Ferne und trostloser Leere. Manchmal muss man bei einem einzigen Satz stehenbleiben und ihn in sich hineinsinken lassen. So erst erfährt man die Lebensweisheit, die sich in ihm gesammelt hat. Und dann wird dem Leser auch die ruhige Geborgenheit geschenkt, aus der heraus diese Texte erwachsen sind.“
Zum Appetitanregen zum Schluss noch einige Zitate aus den ersten beiden Kapiteln:
„’Wer mir nachfolgt’, spricht der Herr, ‚der wandelt nicht im Finstern’ (Jo 8,12)...
Es ist aber leider so, dass manche zwar das Evangelium häufig hören, indes nur wenig von ihm innerlich ergriffen werden, weil ihnen der Geist Christi fehlt. Wer die Worte Christi vollkommen verstehen und lieben will, der muss sich bemühen, sein ganzes Leben ihm nachzubilden...
Hohle Worte machen nicht heilig und gerecht; aber ein tugendhaftes Leben macht dich Gott wohlgefällig...
Die viel wissen, wollen gern gesehen werden und als gelehrt gelten. Es gibt vieles, dessen Kenntnis der Seele des Menschen wenig oder nichts nützt.“
Die Kenntnis dieses Buches gehört nicht dazu. Es kann unseren Glauben stärken und uns Mut machen, wenn wir gerade eine Wüstenzeit zu bestehen haben.
Gerhard Lenz für Gott in Berlin