Montag, 6. Januar 2014

Beten für Schumi

Der schreckliche Skiunfall von Michael Schumacher scheint viele Menschen wieder das Beten gelehrt zu haben. Ich habe gerade bei Google „Beten für Schumi“ eingegeben und mir wurden 2.060.000 Ergebnisse präsentiert. Lehrt Not beten, wie es in einem Sprichwort heißt?
Peter Hahne sieht das in einem Kommentar für die BILD-Zeitung nicht so. Er habe wesentlich mehr Menschen erlebt, die durch Not verbittert wurden. Allerdings frage er sich, ob die „Notbeter“ überhaupt wüssten, was ein Gebet sei: „Beten will gelernt, gelebt und geübt sein. Zum Beten gehört auch das Danken. Und da beginnt das Problem. In guten Tagen glauben viele, Gott nicht nötig zu haben, ja er stört sogar mit seinen Geboten unsere Gebete.“
Ich glaube, Peter Hahne hat unser Problem genau auf den Punkt getroffen. Nominell gehören ja die meisten Menschen in unserem Land noch den großen Kirchen an. Am Sonntag aber herrscht in vielen Gemeinden gähnende Leere. Gott ist gut für Notzeiten. Wenn es brennt in unserem Leben, ein Schicksalsschlag unseren geordneten Tageslauf durcheinanderbringt - holen wir ihn hervor wie den Feuerlöscher, der das ganze Jahr ungenutzt an der Wand hängt. Ob unser Gebet uns dann durch die Krise hindurchträgt, wage ich zu bezweifeln.
Gebet bedeutet Sprechen mit Gott – jeden Tag, um die Freundschaft mit ihm zu vertiefen. Auch eine Ehe kann nicht gelingen, wenn die Partner nicht miteinander sprechen. Im täglichen Gespräch mit Gott wächst meine Vertrautheit mit ihm, öffne ich ihm mein Herz, damit er es durch seine Liebe berühren und verwandeln kann.
„Dein Wille geschehe“, heißt es im Vaterunser. Im Gebet versuche ich, seinen Willen für mein Leben zu entdecken und mir die Kraft schenken zu lassen, ihn auch zu tun. Ich darf Gott dabei alles sagen, was mich bedrückt, was mich mutlos macht und ihm die Menschen bringen, denen ich nur noch durch mein Gebet helfen kann. Und oft durfte ich dann erleben, dass die Last und die Sorgen leichter wurden, weil Jesus sie mir abnahm bzw. mit mir trug.
Dietrich Bonhoeffer, ein Märtyrer des Dritten Reichs, fühlte sich in Gott so wunderbar geborgen, dass er sogar vor seiner Hinrichtung gelassen blieb: „Weil ich Gott in gesunden Tagen gefunden und mit ihm gelebt habe, weiß ich, dass er auch jetzt in der Not meine Gebete erhört.“
Herr, schenke uns allen solch einen starken Glauben, der in der Not trägt, und sei mit deiner heilenden Kraft bei Michael Schumacher und seiner Familie, die jetzt eine so schwere Zeit zu durchstehen haben.

Gerhard Lenz für Gott in Berlin

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