Donnerstag, 2. Januar 2014

Gott nahe zu sein ist mein Glück!

Über das Jahr 2014 haben die deutschsprachigen Kirchen Europas ein Wort aus dem Alten Testament gestellt: „Gott nahe zu sein ist mein Glück", heißt es im Psalm 73, Vers 28. Es macht Sinn, den Vers einmal im Zusammenhang des Kontextes zu lesen: Psalm 73.
Heilige Treppe in Rom
Der gläubige Weisheitslehrer Asaph schildert darin seinen Ärger über die gottlosen Menschen, denen es offensichtlich sehr gut geht: „Ihr Luxusleben verführt sie zur Sünde, ihr Herz quillt über von bösen Plänen... Darum läuft das Volk Gottes ihnen nach und lauscht begierig auf ihr Geschwätz. »Gott merkt ja doch nichts!«, sagen sie. »Was weiß der da oben von dem, was hier vorgeht?« So sind sie alle, die Gott verachten; sie häufen Macht und Reichtum und haben immer Glück.“
Ein jahrtausendealter Text, der nichts von seiner Aktualität verloren hat. Es scheint einfacher zu sein, sein Leben ohne Gott zu leben. Jesus nachzufolgen bedeutet ja auch manchmal, sein Kreuz mitzutragen. Für viele Menschen in unserem Land scheint das ein unnützer Ballast geworden zu sein, den sie ablegen. Sie wollen ihr Leben nicht mehr vom Evangelium prägen lassen. Stattdessen wird gefordert, die Kirche solle endlich ihre „antiquierten Gebote an die Lebenswirklichkeit des modernen Menschen“ anpassen.
Der Weisheitslehrer Asaph erlag dieser Versuchung jedoch nicht: „Wenn ich so reden wollte wie sie, würde ich alle verraten, die zu dir gehören!“ Und als er „eintrat in Gottes Geheimnis“ (Jerusalemer Bibel) erkannte er die Schönheit und Freude des Glaubens:
„Du hast meine Hand ergriffen und hältst mich; du leitest mich nach deinem Plan und holst mich am Ende in deine Herrlichkeit. Wer im Himmel könnte mir helfen, wenn nicht du? Was soll ich mir noch wünschen auf der Erde? Ich habe doch dich! Auch wenn ich Leib und Leben verliere, du, Gott, hältst mich; du bleibst mir für immer! Wer sich von dir entfernt, geht zugrunde; wer dir untreu wird, den vernichtest du. Ich aber setze mein Vertrauen auf dich, meinen Herrn; dir nahe zu sein ist mein ganzes Glück. Ich will weitersagen, was du getan hast.“
Wow! Was für ein Glaubenszeugnis! „Ihm nahe zu sein ist mein ganzes Glück!“ Schon oft durfte ich in meinem Leben ähnliche Erfahrungen machen. Gott nahe zu sein macht glücklich! Sich von ihm geliebt und getragen zu wissen, weckt täglich neuen Lebensmut. Erzählen wir auch unseren Mitmenschen von diesem Glück und versuchen wir, ihm 2014 näherzukommen.

Gerhard Lenz für Gott in Berlin
Anmerkung zum Foto von der Hl. Treppe in Rom:
Der Überlieferung nach stammt die Treppe aus dem Palast des römischen Statthalters von Judäa Pontius Pilatus, der Jesus von Nazaret verhörte und zum Tode durch das Kreuz verurteilen ließ. Jesus soll diese Treppe genommen haben, um nach mehrmaligem unnützem Hin- und Hergeschickt-Werdens zwischen den Behörden (davon stammt die Aussage von Pontius zu Pilatus gehen) sein Urteil zur Kreuzigung zu erhalten. Nach der Verurteilung wusch sich Pontius Pilatus seine Hände, woher der Ausdruck „seine Hände in Unschuld waschen“ rührt. Zum Gedenken an die Leiden Christi werden die Stufen von den Gläubigen nur kniend zurückgelegt. 

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