Samstag, 4. Januar 2014

Gute Vorsätze für 2014

Habt ihr gute Vorsätze für 2014? Ich kaum noch. Im 64. Lebensjahr sind es ohnehin immer dieselben Vorsätze, die man sich vom vorigen Jahr in Erinnerung ruft, um dann festzustellen, dass man nach kurzer Zeit doch wieder in die alten Gewohnheiten zurückgefallen ist. Deshalb gefiel mir die untenstehende Traueranzeige zu den „Guten Vorsätzen“ auch so gut, die ich bei Facebook gefunden habe.
Ein Beichtvater hat mir einmal gesagt: „Wenn wir jedes Jahr nur einen einzigen unserer Hauptfehler erfolgreich bekämpfen würden, wären wir alle nach wenigen Jahren heilig.“
Der hl. Josefmaria sah das etwas pessimistischer: „Zwar kann hier auf Erden niemand die Heiligkeit erlangen, aber eins können wir: Ohne Unterlass um sie ringen...“
Aus eigener Kraft schaffen wir es ohnehin nicht. Heilig wird man nur, wenn Gott einen heilig macht, wenn seine Liebe in uns immer mehr Raum greift, bis wir sie so widerspiegeln, dass sie vielleicht auch andere Menschen berühren kann.
Aber wie macht man das? Wie können wir Gott mehr Raum in unserem Leben geben? Da könnte man jetzt eine Menge praktischer Tipps aufzählen und vielleicht verrät uns der eine oder andere Blogleser, was er tut, um sich Gott 2014 mehr zu öffnen.
Angeregt durch die Jahreslosung „Gott nahe zu sein ist mein Glück“ habe ich ein altes Büchlein aus meinem Schrank gekramt, das ich schon mehrmals in den letzten 30 Jahren durchgearbeitet habe. Es ist die „Nachfolge Christi“ von dem Augustinermönch Thomas von Kempen.
Es ist nach der Bibel wohl das meistgelesene Buch der Weltliteratur. Ursprünglich für Ordensleute bestimmt ist es für jeden Christen von großem Wert, der in der Nachfolge Christi, im Glauben und in der Liebe wachsen will. Fontanelle bezeichnete es als „das beste Buch, das Menschenhand je geschrieben hat“. Leibnitz pries den glücklich, der es nicht nur liest, sondern sein Leben danach ausrichtet. Ignatius von Loyola las täglich zwei Kapitel darin.
Ich habe mir vorgenommen – und nur das ist mein Vorsatz für 2014 – abends vor dem Schlafengehen ein Kapitel zu lesen, denn dieses Buch sollte man nicht verschlingen wie einen Schmöker, wenn es das eigene Leben prägen soll.
Die „Nachfolge Christi“ hat Dietrich Bonhoeffer, Alfred Delp, Dag Hammarskjöld sowie Papst Johannes XXIII. begleitet. Im Klappentext von Amazon heißt es dazu: „In seiner sprachlichen Schlichtheit - Bonhoeffer schwärmt von der Schönheit des Textes - liegt die Weisheit eines tiefen Lebens mit Gott, mit Jesus: Nähe, Freude, aber auch die Erfahrung von Ferne und trostloser Leere. Manchmal muss man bei einem einzigen Satz stehenbleiben und ihn in sich hineinsinken lassen. So erst erfährt man die Lebensweisheit, die sich in ihm gesammelt hat. Und dann wird dem Leser auch die ruhige Geborgenheit geschenkt, aus der heraus diese Texte erwachsen sind.“
Zum Appetitanregen zum Schluss noch einige Zitate aus den ersten beiden Kapiteln:
„’Wer mir nachfolgt’, spricht der Herr, ‚der wandelt nicht im Finstern’ (Jo 8,12)...
Es ist aber leider so, dass manche zwar das Evangelium häufig hören, indes nur wenig von ihm innerlich ergriffen werden, weil ihnen der Geist Christi fehlt. Wer die Worte Christi vollkommen verstehen und lieben will, der muss sich bemühen, sein ganzes Leben ihm nachzubilden...
Hohle Worte machen nicht heilig und gerecht; aber ein tugendhaftes Leben macht dich Gott wohlgefällig...
Die viel wissen, wollen gern gesehen werden und als gelehrt gelten. Es gibt vieles, dessen Kenntnis der Seele des Menschen wenig oder nichts nützt.“
Die Kenntnis dieses Buches gehört nicht dazu. Es kann unseren Glauben stärken und uns Mut machen, wenn wir gerade eine Wüstenzeit zu bestehen haben.
Gerhard Lenz für Gott in Berlin

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