Sonntag, 12. Januar 2014

..wider die autistische Unterhaltung

..wider die autistische Unterhaltung; Quelle: scholemandfriends.comNeulich. Gesprächsrunde. Es ging um mögliche oder unmögliche Zukunftsprojekte. Das Ergebnis war gleich Null. Warum? Teilnehmer mit ihren festgefahrenen Gedankenmodellen blockierten alles, was nicht gleich in ihre persönliche Vorstellungswelt passte. Warum miteinander reden, wenn jeder vom anderen nur das hören möchte, was er selbst denkt?

Wer nicht bereit ist, Neues zu denken, hat keine Kommunikationsberechtigung. Sprache soll bereichern. Neue Gedanken machen unsere Welt größer. Sprache hat mit Verständigung - Verstand zu tun. Es gibt leider zu viele Menschen auf dieser Welt, die ihren persönlichen Horizont, ihre Sichtweise absolut setzen. Mein Menschenbild, mein Gottesbild, meine Vorstellung von Beziehung, Kirche, Politik, Sexualität.. ist die allein richtige. Ich unterhalte mich, um andere am Reichtum meiner Weisheit teilhaben zu lassen. Die anderen haben mir nichts zu sagen, denn ich weiß alles und vor allem weiß ich alles besser. Letztenendes sind meine Gespräche Selbstgespräche, bei denen andere zuhören dürfen. Ach, und würden sie doch bloß auch nur zuhören. Aber nein, die unterbrechen auch noch meinen Wortschwall und versuchen, mir ihre Gedanken aufzudrängen.

Kennen Sie solche Leute? Oder sind Sie vielleicht selbst einer von ihnen. Dann lassen Sie sich sagen, dass Sie auf dem besten Weg in dauerhafte Einsamkeit sind. Denn mit dieser Haltung tritt man auf der Stelle. Und zwar solange, bis man sich selbst in den Boden getreten hat, dass man von niemand mehr wahrgenommen wird. Alleinunterhalter haben maximal auf der Bühne was zu suchen; und auch nur dann, wenn ihre Alleinunterhaltung den Leuten was Neues, qualitativ Neues bringt. Ansonsten sind solche Leute Ahnungslose, die sich selbst für Spezialisten halten. Egozentrismus, der sich zur Egomanie steigert.

Und dann begegnen sie einem. Die Türkenhasser, die noch nie einen Türken persönlich kennengelernt haben. Die Schwulenhasser, die noch nie persönlich mit einem Schwulen geredet haben. Und in dieser Hinsicht könnte man die Liste endlos weiterführen. Und das Ergebnis? Hass, Entfremdung, Selbstgerechtigkeit und schließlich die zuvor versprochene Einsamkeit.

"Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören und langsam zum Reden.." sagt der Apostel Jakobus. Nur wer zuhört, versteht. Wer nicht zuhört, versteht nichts. Wer nichts versteht, bleibt in seiner selbstgemachten Klugheit gefangen, die sich dann als Dummheit erweist. Wir sind zum Miteinander erschaffen. Ein Mund und zwei Ohren. Dabei hat sich unser Schöpfer etwas gedacht. Wir sollten Seinen Bauplan ernst nehmen.

In diesem Sinn, lasst uns miteinander reden.



Thomas Nachtigall für GottinBerlin.com 




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