Freitag, 14. Februar 2014

Ich bin auf dem Weg, bist du es auch?

Ich bin auf dem Weg, bist du es auch?;Quelle: gallery.dralzheimer.styles
Ich bin auf dem Weg, bist du es auch?
Es ist ein sehr wichtiger Lebensabschnitt, den du überdenken solltest. Wer bin ich? Wer will ich sein? Kenne ich mich? Und wie sehen mich die anderen?
Es sind schwierige Fragen, die sich jeder stellen sollte.. Es gibt nicht viele Menschen, junge und ältere, die sich solchen Fragen aussetzen. Die sich trauen, sich selbst einmal genauer anzuschauen. Wer bin ich ? Ich denke, das ist eine Frage, die mich mein ganzes Leben lang nicht loslassen sollte. Ich kann sie auch nie endgültig beantworten, weil ich mich ja immer wieder verändere.

Manche kennen sich das Innenleben ihres Autos oder Heimcomputer besser als sich selbst.
Um mich mit mir selbst zu konfrontieren, braucht es Ehrlichkeit von mir her. Ich muss mir selbst eingestehen, dass ich eigentlich nicht so bin, wie ich sein möchte. Ich kann plötzlich an meinen Fehlern und Schwächen nicht mehr vorbeischauen. Das Traumbild meiner selbst, bricht zusammen, eben weil ich kein Traum bin, sondern Wirklichkeit. Und zu meiner Wirklichkeit gehören eben nicht nur die "Schokoladenseiten" von mir. Aber - wie bekomme ich denn raus, wer ich bin? Das ist garnicht so einfach. Ich denke, es ist wichtig hinzuhören, hinzuschauen und darauf zuachten, wie andere auf mich reagieren. Ich muss regelrecht mit gespitzten Ohren in mich hineinhorchen: Finde ich das gut? Ärgert mich das? Wie geht es mir damit? Mein Körper signalisiert mir eine Menge (ich bin nicht immer einverstanden mit dem, was der andere sagt, aber bisher musste ich feststellen, dass er ehrlicher ist als ich) - flaue Knie, das Herz schlägt, die Hand zuckt... Das will mir etwas sagen - aber ich muss halt hinhören, es ernst nehmen.

Es gibt Menschen, da möchte ich am liebsten einen Schritt rückwärts gehen - sie "rücken mir zu dicht auf den Pelz", und das mag ich nicht. Andere wiederum nehme ich sehr gerne in den Arm, da drängt es mich regelrecht zu ihnen hin. Da signalisiert mir mein Körper, ohne dass ich darüber nach denke, die unterschiedliche Nähe oder Distanz zu einem Menschen, ohne dass ich das manchmal begründen kann, warum das so ist. Dieses Gefühl hat mich selten betrogen.
Solche Vorgänge wahrzunehmen, kann ein wichtiger Schritt sein, herauszufinden, was in mir drin ist. Oder ab und zu mal aus mir "herausschlüpfen", wenn ich mir vorstelle, ich wäre jemand anderes und könnte mich selbst beobachten. Würde ich dann noch die Dinge entschuldigen, die ich gut vor mir selbst verschweigen kann?
Wie würde ich mit mir umgehen?
Da sind mir meine Freunde und andere Menschen eine große Hilfe. Sie fragen nach, warum ich dies oder jenes mache, lassen sich nicht abwimmeln von irgendwelchen oberflächigen Aussagen, bohren weiter, haken nach, oder sagen mir auch sehr direkt, dass sie dies jetzt überhaupt nicht verstehen oder jenes total unmöglich fanden. Sie sagen mir ihre Meinung, oft auch ganz hart, aber ich bin froh darüber, es bringt mich zum Nachdenken über mich selbst, sonst wäre ich ein ziemlich eingebildeter ,stolzer und einsamer Mensch.

Ich denke jedoch, es ist auch wichtig, von mir selbst zu träumen: welch ein Mensch möchte ich gerne sein? Welche Eigenschaften, welche Fähigkeiten hätte ich gerne? Einfach mal drauflosträumen.....
Anschließend ist noch genug Zeit, dass ich mir selbst meiner Grenzen wieder bewusst werde. Die Realität holt mich schnell genug wieder ein, eben weil ich Mensch bin und deshalb Grenzen habe,manches eben nicht kann, so gerne ich es wollte. Aber ich weiß jetzt eher, wo ich hinwill. Aus vielen kleinen Mosaiksteinchen ergibt sich dann ein Bild meiner selbst, so wie ich es habe.
Ich bin auf dem Weg, bist du es auch?; Quelle: sein.de
Es ist mein Bild - meine Kinder, meine Freunde , haben sicher ein anderes Bild von mir. In manchen Punkten abweichende. Ich muss dies verschiiedene Pussle - Teile, in verschiedene Rollen, in denen ich bin (alsKinder, Freunde ) versuchen, mit einander zu verbinden - wenn ich Glück hab, passen einige teilweise zueinandern. Ich kenne Dinge an mir und von mir, die kein anderer kennt, andere kennen Dinge von mir die ich noch nie bewusst wahrgenommen habe. Alles ganz schön kompliziert. Der Mensch, du und ich sind eben nicht mathematische Formeln, berechenbar, wir sind Menschen - und da hat das Spontane, das Unbewusste, das Nicht - Berechenbare seinen  Platz darin.

Zum Glück gibt es noch etwas, was sich nicht über Formeln errechnen lässt.
Ich weiß nicht ob es dir weiter hilft, aber ich möchte dir Mut machen. Dich selbst zu suchen, zu finden, weg von der Oberfläsche in die Tiefe zu kommen, auch in die vielleicht unergründliche, geheimnisvolle Tiefe deiner Selbst. Wenn du einmal angefangen hast zu suchen, nach dir selbst zu fragen, wirst du nicht mehr aufhören können. Ich warne dich also: jede gefundene Antwort wird mindestens zwei neue Fragen aufwerfen.
Aber ich finde das gut. Ein Mensch, der stehen bleibt, nicht mehr über sich und die Welt nachdenkt,ist geistig tot. Menschen, die das Leben lieben, mit all seinen Schatten- und Sonnenseiten, die darüber nachdenken, die bereit sind, sich und die Welt immer wieder neu in Frage stellen, die leben.
Sie werden nie fertig sein mit dieser Welt und sich, weil sie auf dem Weg sind - auf dem Weg zu sich selbst und, weil ich meine, auf dem Weg zum Schöpfer.
Ich wünsche dir jedenfalls, dass du nie stehen bleiben mögest, sondern immer auf dem Weg bist zu dir selbst.
Das Unterwegssein ist wichtig, das Immer-neu-dazu-lernen, das Nicht-fertig-mit-etwas-sein.

Geh deinen Weg und unser Gott geht mit dir.



Lucie Reichert für GottinBerlin.com




















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