Freitag, 28. Februar 2014

..und der Haifisch, der hat Zähne.. nur die Flunder leider nicht

..und der Haifisch, der hat Zähne, nur die Flunder leider nicht;Quelle: de-de-facebook.com
..und der Haifisch, der hat Zähne, nur die Flunder leider nicht
Seid Untertan der Obrigkeit. Wie wunderbar kann man dieses Wort der Bibel missverstehen. Klar, sich sonntags in der Kirche treffen, ein wenig über Heilige Schrift plaudern und ein paar schöne Loblieder singen. Und vielleicht ist ein Fremdling unter uns, der davon berührt wird und zum Glauben kommt. Dann reden wir gleich von missionarischem Erfolg. Ist das christliche Existenz?

Ich erinnere mich an einen Vortrag von Klaus Vollmer (siehe in der Blogliste unter "Nachruf auf einen wunderbaren Menschen"). Da sprach er mal über das Christsein und die Politik. "Wenn wir Christen uns diakonisch betätigen, uns um die Obdachlosen kümmern und in die Gefängnisse gehen... dann sind alle mit uns zufrieden, dann kriegen wir sogar noch das Bundesverdienstkreuz... aber wenn wir Christen dieser Gesellschaft sagen, wer Jesus wirklich ist, sagen, dass dieses raubkapitalistische System von vorgestern ist, die Mächtigen kritisieren und in Verantwortung nehmen, dann bekommen wir Krach"(aus dem Gedächtnis zitiert). Wo sind sie hin, diese großen Prediger, wie Vollmer oder  Wilhelm Busch, die kein Blatt vor den Mund nahmen und der Ungerechtigkeit und Verlogenheit die Stirn geboten haben? 

Weil wir sanftmütig sein und alle Menschen lieben sollen, meinen allzu viele Christen, dass wir ständig nur den Schongang einlegen dürfen. Das ist schon rein geschichtlich nicht wahr. Heutige gesellschaftliche Errungenschaften, die gerade drohen wieder verloren zu gehen, sind allesamt im Kontext des Christentums geboren worden. Der Humanismus ist aus dem Christentum hervorgegangen und hat sich erst im weiteren Verlauf säkular verselbständigt. Die gesamte Epoche der Aufklärung wurde durch Christen geboren (Descartes, Lessing etc) und hat sich erst später außerhalb der Kirchen und gegen den Konservativismus der Kirchen etabliert. Wir könnten noch über Krankenversorgung, Schulwesen und anderes mehr reden, dass im Lauf der Zeit dann staatlich organisiert wurde und doch ihren Anfang in der Christenheit hatte. Aber, wenn es um Kirchengeschichte geht, holt man ja ständig nur die alten Kamellen von Kreuzzügen, Zwangsmissionierung und Hexen- bzw. Ketzerverbrennungen hervor. 

Wenn Jesus einmal sagt, die Kinder der Finsternis seien klüger als die Kinder des Lichts, so meinte er damit nicht, dass wir Christen intellektuell unterlegen seien. Es gibt ein fromm verbrämtes Duckmäusertum, dass die Klappe hält, wo Protest gefordert ist. Der große katholische Theologe Thomas von Aquin sagte mal: "Die blasse Harmlosigkeit, die im Gewand der Sanftmut einherschreitet, soll man nicht für eine christliche Tugend halten". Um der Überschrift gerecht zu werden, so finden wir uns doch wieder in dieser Welt. Umgeben von gierigen Haien, die Alles fressen, was ihnen vor´s Maul kommt. Und wir sind die armen Flundern, die dem machtlos gegenüber stehen? Wenn ein George W. Bush ein "born again christian" ist, wie er von sich behauptet, wer sind wir dann? Wenn eine Partei als christlich gehandelt wird, nur weil sie dieses C im Namen trägt, wer sind wir dann? Welche Möglichkeiten haben wir durch und mit Jesus, der uns versprochen hat, dass Er bei uns ist, bis ans Ende aller Tage?

Ich wünsche mir, dass wir diese Plattform hier mal nutzen, um uns über derartige Fragen (auch kontrovers) auszutauschen.

Thomas Nachtigall für GottinBerlin.com


1 Kommentar:

  1. Sehr geehrter Herr Nachtigall, ich danke Ihnen für diese Zeilen.Mir macht es Mut, weiter zu erkennen, das Gott seinen Sohn Jesus Christus nicht nur für selbstgefällige Christen/ Menschen geopfert hat. Die meisten Menschenschritte, die wahrhaftig zum Leben führten, wurden erlitten. Danke

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