Montag, 3. Februar 2014

Wernher von Braun: So lernte ich beten

In den siebziger Jahren ging diese Meldung um die Welt: Wernher von Braun ist tot. Der berühmte Raketenforscher war an einem Krebsleiden gestorben. Die Zeitungen und Illustrierten berichteten in großer Aufmachung aus seinem Leben. Was jedoch nirgends erwähnt wurde, war dies: Wernher von Braun wurde in den USA zu einem engagierten Christen. Lassen wir ihn deshalb selbst sprechen:
Wernher von Braun (1912-1977)
„Eines Tages rief mich ein Nachbar an und bat mich, ich möge ihn auf dem Weg zur Kirche begleiten. Ich stimmte zu. Warum eigentlich? Ich war neugierig, ob die amerikanische Kirche so etwas wie ein religiöser Klub wäre – wie ich mir dann und wann hatte sagen lassen.
Als wir uns dem Gotteshaus näherten, stand das kleine weiße Gebäude in der glühenden Texassonne. Wenige Augenblicke später hörte ich das Kreischen von Bremsen. Ein alter Bus machte vor der Kirche halt. Die Wagentüren sprangen auf und 50 Leute kletterten heraus. Als letzter folgte der Fahrer. Mein Nachbar trat zu ihm. ‚Doktor von Braun’, sagte er, ‚ich möchte Sie gerne unserem Pastor vorstellen.’ Der Busfahrer war – der Pfarrer. Jeden Sonntag fuhr er mit seinem alten Bus runde 50 Kilometer, um seine Gemeindemitglieder aufzusammeln.
Zum ersten Mal wurde mir klar, dass unser christlicher Glaube nicht an die großen Kathedralen des Mittelalters gebunden ist. Zugleich habe ich verstanden, wie bequem ich es mir bisher mit meinen Stoßgebeten gemacht hatte. Nur wenn es spitz auf Knopf stand, erinnerte ich mich an Gott. Ging alles glatt, war er, der Herr, vergessen.
Der Pfarrer, der Sonntag für Sonntag in glühender Sonne seine Gemeindemitglieder sammelte und mit seinem alten Bus zur Kirche brachte, hatte mich gelehrt: zum Glauben gehören Zucht und Beständigkeit. Ich begriff, dass ich auf ganz andere Weise beten musste.
Ich begann täglich zu beten, zu ganz bestimmten Stunden – nicht nur im Augenblick der Krise, wenn ich das Knöpfchen drückte. Stundenlang ritt ich hinaus in die Wüste unter der glühenden Texassonne, war allein und betete. Wird Gottes Wille zu einem bescheidenen Teil auch in meiner Forschungsarbeit wirksam?
Unser Zeitalter der Weltraumflüge und der Atomspaltungen fordert eine hohe Verantwortung von jedem einzelnen. Wir haben allen Grund zu beten, dass Gott uns die Kraft schenke, dieser ernsten Verantwortung gerecht zu werden. Beten wir wirklich um diese Kraft und diesen Geist? Ich will es weiterhin versuchen.“
Wernher von Braun starb am 16. Juni 1977. Auf seinen Grabstein ließ er einen Hinweis auf den Psalm 19,1 setzen: „Die Himmel rühmen die Herrlichkeit Gottes; und das Firmament verkündet das Werk seiner Hände.“
Gerhard Lenz für „Gott in Berlin“
 (Administrator unserer Facebookseite)
Weitere Zitate von ihm:
„Die gelegentlich gehörte Meinung, dass wir im Zeitalter der Weltraumfahrt so viel über die Natur wissen, dass wir es nicht mehr nötig haben, an Gott zu glauben, ist durch nichts zu rechtfertigen. Bis zum heutigen Tag hat die Naturwissenschaft mit jeder neuen Antwort wenigstens drei neue Fragen entdeckt. Nur ein erneuerter Glaube an Gott kann die Wandlung herbeiführen, die unsere Welt vor der Katastrophe retten kann.“
„Meine persönliche Überzeugung und Auffassung gipfelt in der Erkenntnis, dass die Menschheit der Kraft des Gebetes heute mehr bedarf als jemals zuvor in der Geschichte.“
„Die wichtigste Botschaft für unseren Planeten ist: Jesus Christus hat gelebt und er ist auferstanden.“

Mehr über sein Leben findest du hier: Wernher von Braun

1 Kommentar:

  1. Der Pfarrer gefällt mir. Mit dem Bus vor dem Godi unterwegs und Gäste transportieren. Ich denke gerade an diese runden Fahrräder, welche von bis zu 6 Personen per Pedale angetrieben werden. Wie wäre es, vor dem Godi im eigenem Kirchen-Kiez rumfahren, einladen und transportieren :-)

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