Sonntag, 9. März 2014

Der Ton macht die Musik

Dert Ton macht die Musik;Quelle: photodienst-blogsopt.com
Da regt sich einer „tierisch“ auf über einen Zustand, der durchaus zu kritisieren ist und sagt auch noch: „Jesus war schließlich auch mal zornig. Selbst im AT finden wir solche Stellen, die uns von Gottes Zorn erzählen. Da zieht man direkt mal den Kopf ein … „
Da frage ich mich aber, ob ich meinen Zorn dem heiligen Zorn Gottes gleich stellen darf. Der Zorn gehört zu den Urhebern. Das sind solche, die nachher die richtigen „anfassbaren“, sichtbaren Sünden zur Welt bringen … und dann geht meist „die Post ab“.
Ich kann nicht einen Politiker eben mal als nicht vermissenswert öffentlich auf dem Niveau im lockeren Gespräch so „hinstellen“ und so anschauen, wie ich selbst nicht angeschaut werden möchte. Ich kann nicht in Bausch und Bogen eine Gesellschaft nur noch als korrupt hinstellen, weil es – sicher zu viele – Menschen gibt, die wissen, wie sie den Staat und damit den Mitbürger betrügen können, weil es Menschen gibt, die im politisch-wirtschaftlichen Kontext Strukturen schaffen, die schlimme Ungerechtigkeit schaffen.
Und im „Nahbereich“: Ich kann doch nicht einfach meinen Ehepartner als unfähig und „mit dir ist sowieso nichts los“ hinstellen und „stehenlassen“ mit Killerphrasen, die nicht weiterhelfen. Oder meine Kinder nach einem Ärger, den sie ausgelöst haben, einfach „runterputzen“, ohne sie zu hören und dann weiterhelfend mit ihnen zu sprechen.
Zorn scheint oft gerechtfertigt, führt aber sehr oft in Überheblichkeit, Bitterkeit, Einseitigkeit oder Ungerechtigkeit. Er führt oft auch in eine Kälte, in der nicht einmal ein sachliches Diskutieren möglich ist. Zorn ruft Streit hervor, der wenig hilft. Streit sollte etwas Positives sein, wo es um die Sache geht. Gottes Wille ist es, dass wir weiterkommen, sein möglicher Zorn, den wir in den Ungerechtigkeiten dieser Welt erahnen können, darf uns Ansporn sein, Friedensbotschaften handelnd und sprechend weiterzugeben: Selig die den Frieden tun, sagt Jesus, denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.
Paulus, der sich übrigens sehr gut ereifern konnte, schreibt in der Bibel: Zürnt ihr, so sündigt nicht. Lasst die Sonne über euerm Zorn nicht untergehen. Da höre ich heraus, dass wir, wenn immer uns der Zorn überkommt, auch dieses bedenken: Zum Abend soll es eine ausgestreckte Hand gegeben haben, eine Geste des Friedens oder der Versöhnung. Zorn ruft Streit hervor. Was meinst Du? Ob Gott uns auch helfen kann, dem Zorn, der in uns schlummert – auch in mir ! - zu wehren, ihn zu bändigen, ihn aus meinem Leben zu verweisen? …

 Thomas Bruhnke für GottinBerlin.com

Kommentare:

  1. Na, so können wir doch ins Gespräch kommen.. bin zwar als der, der hiervon betroffen ist, nicht wirklich Deiner Meinung, aber freue mich darüber. Übrigens, nochmal, wer oder was wird hier beleidigt? Wenn ich sage, die Brötchen vom Bäcker nebenan sind schlecht, beleidige ich damit den Bäcker, nur weil die eben schlecht sind? Wenn ich diese gegenwärtige Politik dieser Regierung, insbesondere dieser ehemaligen FDJ- Kreis- Vorsitzenden, die durch die Hintertür eine neue Diktatur aufbaut, als menschenverachtend empfinde und so bezeichne, wer wird da beleidigt (außer in seiner/ihrer Eitelkeit)? Solch nette, immer freundlich weichgespülte Kritiker, die mal unbemerkt den Finger heben.. darüber freuen die sich doch - muss man nicht ernst nehmen. Und, übrigens, Gott, wenn Du ihn schon ins Spiel bringst, ist nicht nett! Die Menschenfreundlichkeit Gottes ist am Kreuz gelandet, durch die Herrschenden, die man bloß nicht beleidigen darf; ;-)

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  2. p.s. es wäre übrigens nicht verkehrt, Zorn und Wut in ihren jeweiligen Wesenszügen zu differenzieren, das sollte man nämlich nicht in eins werfen. Wut erzeugt Sünde, Zorn fordert Klärung

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    1. Zorn und Wut sind zweierlei - das sehe ich auch so. Ich habe das Bild (Bürger in Wut) nicht ausgesucht! Es kam vom Redakteur aus GottinBerlin, Im Text steht nichts von Wut.
      Jetzt suche ich gerade noch danach, dass Gott nett sein soll ...

      Dann habe ich überlegt, ob die Bäckerbrötchen (jene, von denen Du schreibst) wirklich schlecht sind ... oder ob sie DIR nicht schmecken, aber anderen vielleicht doch ...

      Nun sind Brötchen und Politik sicher zweierlei, und Politik braucht bisweilen vielleicht auch derbe Kritik. Ich erinnere mich lebhaft (da war ich zwischen 16 und 25) an die heißen Debatten im Bundestag, die ich mir angesehen habe, weil ich politisch "im Bilde" sein wollte. Wehner, Strauß, Barzel, Schmidt ... dagegen ist der heutige Bundestag ... naja, Mein Kritikpunkt neulich war und ist, dass mir von einem Mitarbeiter der Interntmission dieser Blogspot mal anders vorgestellt worden ist ... wesentlich unpolitischer, usw.
      Mal sehen, wie es hier weitergeht ...

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    2. Danke, so stelle ich mir Gespräch online vor. Ich bin der, der die Redaktion macht und ob meine Bildauswahl immer optimal ist, stelle ich gern zur Diskussion. Danach, dass Gott "nett" ist, brauchst Du nicht weiter suchen, dies habe ich ja verneint ;-). Ich gebe Dir Recht, wir sind keine politische Seite. Doch wer an diesem Leben wahrnehmend teil nimmt, kommt gelegentlich (auch zornig) nicht daran vorbei. Übrigens, mir geht es auch so, dass mir der Bundestagsdebattenstil früherer Jahrzehnte sehr viel besser gefallen hat. Wut und Zorn habe ich mal einfach so voneinander unterschieden, um hier eine sachlich sinnvolle Trennung zu vollziehen. Stimmt, kam bei Dir nicht vor, wurde mir aber - indirekt- Bezug nehmend auf meinen Blog, unterstellt. Ein wenig Eitelkeit muss auch mir zugestanden werden. Ansonsten: Weiter so und danke

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  3. Ich habe den Eindruck, das Kritik oft nur in aggressiver Art und Weise von uns Christen geäußert wird. Ja, Emotion gehört dazu. Wir sind doch keine Stein-menschen.
    Doch Frohsinn ist auch Emotion. Kritik mit einem gewinnenden Frohsinn? Warum nicht?
    Werdet doch bitte Gewinner mit Frohsinn. Lernt es! Oder haben Liebende sich beleidigend und aggressiv gewonnen?
    Unsere Hoffnung macht uns froh. Gebt diese Hoffnung weiter.

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