Dienstag, 11. März 2014

Die Wahrheit der Lüge

Die Wahrheit der Lüge;Quelle: Gute-zitate.comEs heißt, der Deutsche lügt im Schnitt 200 mal am Tag! Da fragt man sich, wann denn einer die Wahrheit sagt? Und, das Schlimme an allem, die Lüge ist heutzutage normal und  gesellschaftsfähig. "Lügen haben kurze Beine.. Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, selbst wenn er dann die Wahrheit spricht". Was ist aus diesen Volksweisheiten geworden?

In einer Dokumentation wurden Politiker, neben vielen anderen Sachfragen, auch gefragt, ob sie denn in der Politik schon mal gelogen hätten. Man merkte allen an, dass ihnen diese Frage unangenehm ist. Die meisten zögerten, um dann mit Nein zu antworten (was wohl genau in diesem Moment wiederum eine Lüge war). Nur einer, der allgemein zu den aufrichtigsten Politikern gezählt wird, Christian Ströbele, antwortete: "Das möchte ich nicht ausschließen".

Die Dramatik wird etwas relativiert, wenn man das Spektrum der Arten zu lügen betrachtet. Es gibt die Höflichkeitslügen. Jemandem "Guten Tag" wünschen, ohne das im Grunde so zu meinen. Die neue Frisur, das neue Outfit oder das Essen loben, obwohl man es grässlich findet. Wiederum sind da noch die Lügen aus Verlegenheit, wenn man eine Ausrede für sein Zuspätkommen oder Nichteinhaltung eines Termins benötigt. Es gibt das Lügen durch Über- oder Untertreibung. Die subtilste Form des Lügens ist wohl die, mit Halbwahrheiten zu arbeiten. Es wird nicht direkt gelogen, aber man lässt einzelne Aspekte weg oder gewichtet so einseitig, dass dadurch ein verfälschtes Bild zum Vorschein kommt. Z.B. Migranten kommen zum Schmarotzen nach Deutschland, was für manche gilt, aber dabei die Tatsache unter den Tisch fallen lässt, dass die meisten von ihnen steuerpflichtig arbeiten.

Die Wahrheit der Lüge; Quelle: br.de
Die Wahrheit der Lüge
Dann gibt es die zielgerichteten Lügen der Vorteilsnahme. Oft im kleinen, wie es bei Kontaktanzeigen vorkommt, in denen sich Leute größer oder kleiner machen, oder ein Moppel in der Selbstbeschreibung zum Athleten wird. Die Werbung, die in der  Produktbeschreibung das Angebot idealisiert, die Nachteile im Kleingedruckten landen. Und das steigert sich ins Große. Wenn "blühende Landschaften" und "keinem wird es schlechter gehen" versprochen wird, um Wahlen zu gewinnen, wie es bei der Wahl zur Deutschen Einheit war. Der eine sagte, es wird teuer, was die Wahrheit war. Der andere sagte, die Einheit würde nahezu aus der Portokasse bezahlt, was eine klare Lüge war. Wer die Wahl gewonnen hat, wissen wir.

Besonders verletzend sind Lügen in Liebesangelegenheiten. Hier werden tiefe seelische Verletzungen zugefügt, nur weil sich jemand für ein kurzes Vergnügen einen anderen Menschen gefügig machen will. Die Lüge ist mittlerweile kultiviert. Sie wird als Kunstform betrachtet. Niemand mehr (außer Kindern vielleicht) errötet noch, wenn er lügt. Soweit ist uns unsere gesunde Naivität abhanden gekommen.

Jesus nennt den Teufel den Vater der Lüge und macht damit die Dramatik deutlich, die das Lügen mit sich bringt. Es ist wie mit dem Stehlen. Wer dabei nicht erwischt wird, dem wird es zur Gewohnheit, ohne dass sich das Gewissen noch regt. Denn der Mensch kann sein Gewissen zum Schweigen bringen, ja auf Dauer sogar töten. Gewohnheit im Lügen kann zur Normalität des Lügens werden. Es ist dann wie eine Sucht, in die der Mensch sich mehr und mehr hineinsteigert, bis ihm das Unterscheidungsvermögen von Wahrheit und Lüge abhanden kommt. 

Gott ist Wahrheit, in Ihm ist keine Lüge steht geschrieben. Das sollte der Maßstab sein. Denn Lügen beschädigt nicht nur den Mitmenschen, sie zerstört auf Dauer die eigene Seele.

Deshalb, so sagt Jesus, sei eure Rede Ja, Ja oder Nein, Nein. Denn alles darüber ist vom Bösen. 


Thomas Nachtigall für GottinBerlin.com   

Kommentare:

  1. Wir lügen uns doch durchs Leben. Oder nicht? Gerade die Christen (Limburg), die es wissen sollten, das deren Lebenslügen vor ihrem Gott nicht bestehen können, tun es. Gibt es eigentlich ein sanftes und ein grobes Lügen bei euch Christen?

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    1. Nun, zunächst einmal habe ich über das Lügen ansich gesprochen. Wohl kein Mensch, der sich da nicht wiederfindet. Christen/Nichtchristen.. weder diese noch jene kann man wohl über einen Kamm scheren. Jeder kann da nur bei sich anfangen. Mit Sicherheit wird er da mehr Lügen finden als beim anderen, denn der Mensch kennt bei sich auch die Lügen, die nie zum Vorschein kommen, den anderen muss er erstmal dabei erwischen.

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