Mittwoch, 30. April 2014

Die digitale Zukunft

Die digitale Zugunft
2020 werden 95% der Erdbevölkerung ein Smartphone haben. Das sagt eine Studie der Vereinten Nationen. Wie stellen wir uns darauf mit der Vermittlung von Inhalten, von Wissen und Werten ein? Wie ist es mit der Verbreitung der Frohen Botschaft von Gottes Liebe zu uns durch Jesus Christus? Wird das künftig nur noch online, also über Internet laufen?

Alle, die der fast pausenlosen Handy-Fixierung vieler jüngerer (oft auch älterer) kritisch gegenüberstehen, werden aufstöhnen: Noch mehr davon? Oh nein! Ist es Witz oder Wahrheit, was ich neulich las, dass man in irgendeiner Stadt auf einer Hauptstraße die Laternenpfähle gepolstert hat, weil so viele mit Blick auf ihr Smartphone dagegen rennen und sich verletzen?

Wir sind uns doch wahrscheinlich darüber einig, dass seit der Erfindung der Dampflok die meisten technischen Entwicklungen zum Guten oder Schlechten genutzt werden können. Genau so kann die Weiterentwicklung der digitalen Information Segen oder Fluch sein. Die entscheidende Frage ist doch, ob wir sie uns als Menschen dienstbar machen oder ob sie uns beherrscht. Ich weiß, die Grenze zwischen beidem ist manchmal hauchdünn. Ja, und natürlich ist auch entscheidend, wer die Informationen im weltweiten Netz einsehen und archivieren kann. Darüber diskutieren wir ja seit Monaten unter dem Stichwort NSA.

Ich nehme mal die großen Chancen in den Blick, wohl wissend um die zahlreichen Gefahren. Während ich das schreibe, bin ich gerade auf einer spannenden Konferenz in den polnischen West-Beskiden (südlich von Krakau). Die Polen sind wunderbare Gastgeber und bringen sogar ihre Lieder bei (Foto).
150 Teilnehmer aus 36 Partner-Organi-sationen (von insgesamt 52) von JESUS.NET aus 28 Ländern treffen sich hier, von Marokko bis zu den Philippinen, von Indien bis Berlin. Mit Webseiten, Blogs wie unserer hier, Facebook, Online-Kursen, Chats und anderen Werkzeugen des Internets bringen sie die Botschaft von Jesus Christus überall ins Gespräch. Der Zugang läuft immer über das Internet, aber das Ziel ist, dass Menschen offline, also von Angesicht zu Angesicht einander begegnen. Glaubende und Suchende, Zweifler und Überzeugte, Nachbarn und ferne Nächste. Lokale Partner sind die Basis, christliche Gemeinden vor Ort wie bei uns in Berlin.

Heute wurde die neue Webseite in Albanisch gestartet (Foto). Besonders Jugendliche in Internet-Cafés sind dabei im Blick. Weltweit gab es im Jahr 2013 insgesamt 17,9 Mill Besucher auf den Webseiten, d.h. 49.000 pro Tag. 515 Personen pro Tag wollten durch Angabe ihrer Kontaktdaten mehr wissen über den Glauben. Ist das nicht begeisternd? Wie gut, dass wir mit GottinBerlin bei uns etwas Ähnliches haben! Es verdient noch viel mehr Verbreitung und Unterstützung.

Das digitale Zeitalter hat viele Gefahren (und die sollten wir sorgfältig beobachten), aber auch so viele Chancen wie diese: Dass Millionen Menschen über das Internet von der besten Nachricht erfahren, die es gibt. Von dem Gott, der ihr Leben erfüllt und zielgerichtet macht. Nutzen wir die Chancen!

        Axel Nehlsen, Geschäftsführer von www.gemeinsam-fuer-berlin.de und
       Vorsitzender der Internetmission Berlin e.V. - für www.GottinBerlin.com




Samstag, 26. April 2014

"Werdet Heilige des neuen Jahrtausends!"

Zur Heiligsprechung von Papst Johannes Paul II. am 27. April 2014 in Rom eine Betrachtung aus katholischer Sicht:
Freude pur! Ein großer Papst wird heiliggesprochen! An seinem Wahltag rief er 1978 aus: „Habt keine Angst! Reißt eure Herzen für Christus auf!“ Ebenso rief er den Menschen / Jugendlichen mehrmals zu: „Werdet Heilige des neuen Jahrtausends!“
Er hat uns die Heiligkeit auf beste Weise vorgelebt. Jeder soll heilig werden, ganz Christus ähnlich. Jeder, jede Pfarrei, jede Gemeinschaft, die ganze Kirche.
Wie aber wird ein Mensch heilig? Wie beschreitet er diesen Weg richtig? Johannes Paul II. hat es uns mit Haut und Haar vorgelebt. Heiligkeit besteht nicht in großen Taten, in sinnlosem Aktionismus, wie es manche Ortskirche und mancher Christ uns vorleben.
Durch Aktionismus wurde noch nie ein Mensch heilig. Noch nie hat Aktionismus Menschen zutiefst in die Barmherzigkeit Gottes hineingeführt. Aktionismus: Schaut her, wie toll ich bin mit dem, was ich mache. Nein.

Donnerstag, 24. April 2014

Eine Einladung des lebendigen Gottes

Du bist eingeladen, diese Geschichte zu lesen und sie zu verbreiten. Sage es weiter: Alle Menschen sind eingeladen.
Ungläubig schüttelte ich meinen Kopf: Das hier konnte einfach nicht die richtige Adresse sein! Und außerdem wäre ich wohl kaum willkommen hier… Ich hatte schon oft von verschiedenen Leuten eine Einladung erhalten und jetzt hatte ich mich entschieden, mal zu schauen, was es mit dem Ganzen auf sich hatte. Aber das hier konnte doch nun wirklich nicht der richtige Ort sein! Ich schaute noch einmal auf die Einladungskarte in meiner Hand. Meine Augen glitten über die Worte: “Komm wie du bist. Kein Krawattenzwang,” und fielen auf die Adresse…
Doch, die Adresse schien zu stimmen… Ich schaute erneut durch das Fenster und sah einen Saal voller Leute, deren Gesichter vor Freude regelrecht strahlten. Alle waren gut angezogen, hatten feine Tücher als Accessoires und sahen ungewöhnlich sauber aus, richtig glänzend, während sie in diesem exquisiten Restaurant dinierten. Beschämt schaute ich an meinen eigenen zerknitterten und zerschlissenen Klamotten herunter, die voller Flecken waren. Richtiggehend dreckig war ich. Ein strenger Geruch schien mich zu umgeben und ich konnte diesen Schmutz nicht abschütteln, der an mir zu haften schien. Als ich mich gerade umdrehen und wieder gehen wollte, war mir, als würden mich die Worte dieser Einladung geradezu anspringen: “Komm wie du bist. Kein Krawattenzwang.”

Dienstag, 22. April 2014

Der Osterhase auf der Kanzel

Ostersonntag in der Baptistengemeinde Tegel in der Schlieperstraße. Ich hatte die Gottesdienstleitung zugeteilt bekommen. Somit hatte ich auch die Freiheit, das äußern zu können, was mir auf dem Herzen lag. An diesem Ostersonntag war es der Sieg, den unser Herr Jesus Christus für uns errungen hatte und der Osterhase.



Der Osterhase auf der Kanzel ; Photo by Angela Gerlach
Der Osterhase auf der Kanzel
Ich stellte den mitgebrachten Osterhasen auf die Kanzel und fing an, mit ihm zu reden. Es kamen nun wirklich keine Antworten von diesem Hasen, doch ich muss zugeben, dass der Erfolg des Osterhasen für sich spricht.

Welch eine Erfolgs-Story hat der Osterhase!? In der TV-Werbung wird Wochen vorher schon für den Hasen von unterschiedlichsten Schokoladenherstellern geworben. Werbung, die sich die Hersteller Millionen Euros kosten lassen.

Ich fragte den Hasen unter anderem auf der Kanzel, welchen Trost er in den dunkelsten und einsamsten Stunden eines Menschen geben kann. Ich bekam keine Antwort. Wie tot ist doch so ein Osterhase, auch wenn er zu der Hauptträgerfigur von immer mehr Menschen zu Ostern gekürt wird.

Jesus Christus hat das größte als Mensch und Gottes Sohn auf der Erde vollbracht und bekommt kaum ein angemessenes Budget, um dieses von denen bekannt zu machen, die den Nutzen davon haben. Die Nutznießer sind wir Christen.

Wie wollen wir es nun machen, damit Gottes Botschaft für die Menschen in Berlin ganzjährig bekannt gemacht wird? Die frohe Botschaft, den Sieg über den Tod benötigen alle Menschen in Berlin; 24 Stunden und  7 Tage in der Woche.


Thomas Gerlach für GottinBerlin.com 

Samstag, 19. April 2014

Letztes Wort

Letztes Wort; Quelle: butyk.deIch mag keine Einkaufszentren. Das Menschengewühl macht mich aggressiv, die Überfülle überdrüssig. Meiner Tochter zuliebe ging ich kurz vor Weihnachten mit auf einen „Einkaufstrip” und traute meinen Augen kaum: Totenköpfe grinsten mich aus Schaufenstern an, Accessoires schmückten sich mit dem Knochenschädel.  

Alle möglichen Variationen waren vertreten: edel funkelnd mit Strasssteinen, niedlich verziert mit rosa Schleifchen oder in der „klassischen” Variante, bitterböse auf Heavy-Metall-Zubehör. Einmal darauf aufmerksam geworden, entdeckte ich in der nächsten Zeit eine wahre Flut dieser Symbole im Alltag: In der U-Bahn eine junge Frau, verloren in einem übergroßen T-Shirt, das bedruckt ist mit einem neonfarbenen Schädel; morgens beim Bäcker ein verschlafener kleiner Junge mit einem schwarzen Fahrradhelm, fein verziert mit einem Totenkopf in Metalloptik; in der Drogerie ein Duschgel, gefährlich verpackt, oder putzige Aufnäher fürs Federmäppchen.

 Was könnte der Grund für diese augenscheinliche Präsenz sein? Ist der Tod in unserem Leben so verdrängt, dass er unbewußt und auf modischen Umwegen doch wieder auftaucht? Oder ist im Gegenteil das Bewußtsein seiner ständigen Anwesenheit so groß und die Angst vor ihm so stark, dass die optischen Zitate wie ein Abwehrzauber wirken sollen? Fühlen wir uns der Sterblichkeit gegenüber vielleicht auch so erhaben, dass wir den knochigen Schädel mit Plüsch überziehen und mit Glitzersteinchen schmücken? Wird ein eher mittelmäßiges Erscheinungsbild spannender, wenn es den Hauch von Gefahr und Verderben bekommt?

Neu ist diese Präsenz der Todessymbole nicht, auch wenn es uns so erscheint. Im Mittelalter etwa war der Tod als Symbol oft zu sehen – er gehörte real und optisch zum Leben dazu. Das Bewusstsein der eigenen Endlichkeit und Sterblichkeit war präsenter als heute. Man kam eher dazu, das Leben vom Ende her zu betrachten, ging ernsthafter mit dem eigenen Leben um, mit dem Tod und vielleicht auch mit Gott. Und heute? Der Tod ist in irgendeiner Form immer noch gegenwärtig, ob offensichtlich oder verborgen.

Letztes Wort; Quelle: v-r.de
Letztes Wort
Irgendwann beendet er jedes Leben, wird verflucht oder herbeigesehnt, totgeredet oder verschwiegen. Er grinst uns an und keiner schlägt ihm die Zähne aus. Vielleicht ist das der Grund, warum mich diese massive Konfrontation mit diesen Symbolen so sehr stört. Als hätte der Tod das allerletzte Wort. Grund genug für mich, meinem Ärger eine positive Richtung zu geben und ins Gespräch zu kommen, z.B. mit meiner Kollegin, die gerne ein Totenkopf-Tuch trägt, obwohl sie sich vor dem „Sensenmann” fürchet. Bald feiern wir Ostern und hören Worte, die nach den letzten Worten kommen: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das?” (Joh. 11. 25+26) 


Ja. Und Amen. Frohe Ostern!  


von Jotha  für GottinBerlin.com

Freitag, 18. April 2014

Einer war stärker als die Sünde

Sünde ist schmerzhaft, sie verspottet und verhöhnt, 
sie schlägt und demütigt dich.
Sie zieht dich aus und nagelt dich fest. 
Langsam tötet sie, denn Eile kennt sie nicht. 
Jeden Schlag ins Fleisch, lässt sie dich spüren, 
bis die Wunden ins Unerträgliche schmerzen. 

Denn sie kennt keine Furcht, kein Mitleid, 
keine Gnade und keine Vergebung.
Sie klagt an, zwingt dich in die Knie,
will dich zerbrechen, deine Hoffnung zerstören,
dich zum Aufgeben zwingen und in den Abgrund stürzen.

Aber der Eine, der sie getragen hat und tragen konnte,
war stärker als jeder Schmerz, jeder Schlag und aller Spott.
Er war dazu entschlossen und bereit,
sie auszuhalten bis zum Tod.
Was für ein Kampf, was für eine Liebe,
was für ein Preis, für unser ewiges Leben.
Für das Vorrecht, seine Kinder heißen zu dürfen.

So können wir heute, mit Blick auf das Kreuz
unsere Augen erheben - und bei aller Grausamkeit,
die wir dort am Holz entdecken -, rufen:

Abba - Vater, danke für deinen Sohn Jesus Christus.
Für seine Stärke und seinen unbeugsamen Willen,
diesen qualvollen Weg bis zum Ende zu gehen.
Danke, dass er die Angst überwand und den Mut fand,
sich dem Schmerz der Verlassenheit auszusetzen,
damit er uns finden und nach Hause bringen konnte.

Er rechnete ein für alle mal mit der Sünde ab -
und bezahlte dafür mit seinem Leben.
DENN KEINER LIEBT MEHR, ALS DER,
DER SEIN LEBEN OPFERT -- FÜR SEINE FREUNDE....



Daggi Klingmann für "Gott in Berlin"



Donnerstag, 17. April 2014

Freundesstunde

Freundesstunde; Quelle: lustich.de
Freundesstunde
Andreas hatte mich zum Essen eingeladen. Nicht im Restaurant, bei sich zuhause. Ziemlich feierlich. Das hatte er auch vorher durchblicken lassen. Deshalb war ich vor dem Aufbruch zu ihm auch noch eine halbe Stunde im Badezimmer und habe im Kleiderschrank nach den gebügelten Hemden gegriffen.
Wie freundlich ich an der Tür begrüßt wurde! Nicht, dass er sonst nicht zu mir freundlich gewesen wäre, aber jetzt war es doch anders. Er nahm mir die Jacke ab, hängte sie auf den Bügel, begleitete mich ins Wohnzimmer und führte mich zum Tisch. Wunderbar gedeckt.
Welch ein Abend! In solch einer Stimmung zusammen gesessen zu haben und sich der Freundschaft gewiss zu sein. Erzählen, essen, wissen, was man einander bedeutet. Das hat etwas. Wirkt in mein Leben hinein. Tagelang! Ein irgendwie aus dem Alltag ausgeschnittener Abend, anders als sonst, wenn wir uns treffen um etwas zu unternehmen oder mal etwas zu besprechen. Anders als beim Freiwilligeneinsatz vor ein paar Jahren, als wir uns bei einer Schulung für ehrenamtliche Helfer im Wohnheim für Menschen mit Behinderungen kennengelernt haben. Gelacht haben wir an dem Abend auch, fröhlich war es.
Richtige Freunde“ hat man nur ganz wenige. Es ist doch so, oder?
Feierstunde und Alltag ergänzen einander. Mitten in meinem Alltag erlebe ich die Tragfähigkeit der Freundschaft.
Ich muss hier von einer weiteren Freundschaft schreiben. Auch Alltag und Feierstunde. Jesus Christus ist immer da. Wenn ich nicht weiter weiß er ist da. „Weiß ich den Weg auch nicht, er weiß ihn wohl.“. Ich bin froh, den zu kennen, der der mich kennt, der den Weg kennt, der die Lösung kennt. Jesus ist immer „zur Stelle“. Ich habe ihn sehr lieb und bleibe hinter den Möglichkeiten, ihm das zu zeigen, doch zurück. Er hält mich aus, obwohl ich ihm nicht die Treue halte, wie es sich gehören würde. Er hört mir zu, obwohl er mir doch manches zu sagen hätte über mich. Ich arbeite daran, das besser ins Gleichgewicht zu bekommen. Ich möchte auf ihn hören, weil er mir etwas zu sagen hat. Ich möchte für ihn da sein können, weil er auf meine Liebe setzt und zwar die Liebe mitten im Alltag und mitten in der Welt – und da habe ich genug zu tun, an mir zu arbeiten. Aber Jesus tut noch etwas, was gut ist auf meinem Weg:
Jesus hat mir – ja, auch das ! - Freunde geschenkt. Er hat mich in eine Gemeinschaft gestellt, in einer Gemeinde.
Und dann essen wir auch miteinander. Da ist Jesus gegenwärtig und lässt uns wissen, dass er für uns da ist, für jeden Einzelnen. Seine Liebe ging so weit, sich ganz hinzugeben, damit ich Freundschaft erlebe und leben kann.
Heute abend ist in vielen Gemeinden diese Feier Jesu mit diesem gemeinsamen Essen, einem symbolischen Essen mit einem Stück Brot und einem Becher Wein. Einen Tag vor Karfreitag, dem Tag, an dem wir uns erinnern, dass Jesus alles (sein Leben!) gegeben hat für mich und Dich, vier Tage vor Ostern, als Gott uns wissen lässt: Jesus lebt, und wer mit Jesus lebt, der lebt auch.
Andreas und ich werden da übrigens hingehen. Komm doch mit.
Thomas Bruhnke GottinBerlin.com


Mittwoch, 16. April 2014

Jesus liebt auch Muslime!



Jesus liebt auch Muslime; Quelle: sanotec.netBericht über Aufenthalt in der Intensivstation 
Ich bin 72 Jahre alt, Steuerberater, lebe in Berlin und wurde im vergangenen Oktober operiert. Obwohl nach Aussage des Professors die Operation gut gelungen war, traten einige Stunden später ernste Komplikationen ein. Da ich Blutgerinnungshemmer nehmen muss, kam es zu inneren Blutungen. Ich musste noch zweimal unter Vollnarkose operiert werden. Der Herr hat mein Leben – Gott sei Dank- vor dem Untergang bewahrt.

Als ich nach einigen Tagen aufwachte, lag ich in der Intensivstation, angehängt an Schläuche und umgeben von Geräten, die durch ihre Signale eine äußerst unangenehme Geräuschkulisse bildeten. Hier findet also ein intensiver Kampf nicht nur ums Überleben, sondern auch um die Seelen statt. Eines Abends wurde ein einigermaßen gut deutsch sprechender muslimischer Prediger direkt mir gegenüber an die Schläuche und Geräte angeschlossen. Aus den Gesprächen der Ärzte und Schwestern konnte ich entnehmen, dass er eine schwere Lungenentzündung hatte und in Lebensgefahr schwebte. Wenig später wurde er intensiv von einer Gruppe von Ärzten und Schwestern mit Spritzen und Geräten bearbeitet. Man sprach darüber, dass er wohl die Nacht nicht überleben würde. Ein muslimisches Paar kam auf Besuch und brannte einen Duftstab mit Weihrauch ab, um sich von ihm zu verabschieden. Auf die Frage des Paares, wann der Mann denn in der Nacht sterben würde, gab man aber keine klare Antwort. Der Sohn des armen Patienten saß im Wartezimmer, um seinen Vater nach dessen Tod zu waschen.

Jesus liebt auch Muslime; Quelle: christenundmuslime.de
Jesus liebt auch Muslime
Die ganze Zeit, solange ich wach war, betete ich zu Jesus um Heilung, nicht nur für mich, sondern auch für diesen armen Muslim. Plötzlich hörte ich eine klare und feste Stimme zu mir sagen: „Ich bin hier, aber nicht für dich, sondern für deinen Nachbarn, den muslimischen Prediger. Sag ihm, ich will ihn heilen!“. Das war ein eindeutiger Auftrag. Ich bat die diensthabende Schwester, den Paravant ein wenig zur Seite zu schieben, damit ich meinem Gegenüber etwas sagen könne. Das tat sie auch sofort. Nun rief ich meinem Nachbarn zu: „Isa ist hier für Dich, er will Dich heilen!  Isa, der Prophet ist hier, er will Dich gesund machen! Halleluja!“. Auftrag erfüllt. Der Paravat Wurde wieder zusammen geschoben. Am nächsten Morgen bemühten sich Ärzte und Schwestern emsig um den alten Mann und stellten fest, dass dieser nicht, wie erwartet, gestorben war, sondern dass es ihm erheblich besser ging. Ich wurde noch am Vormittag  auf die normale Station gebracht, sodass ich das weitere Schicksal meines muslimischen Nachbarn nicht verfolgen konnte.


Heinrich Mößler für GottinBerlin.com

Dienstag, 15. April 2014

Zu Fuß von Madrid nach Berlin.

Zu Fuß von Madrid nach Berlin
Da stand er nun. Der kleine Mann mit dickem Mantel und Zipfelmütze. Er stand gottverlassen bei Minusgraden auf dem Dorfplatz und blickte ununterbrochen auf seine Schuhe. Freunde von mir fuhren gerade mit dem Auto vorbei, sahen ihn und brachten ihn mit ins Haus.  (Wir sind ein Verein,  der Menschen in Not aufnimmt). Wir konnten uns nicht verständigen, bis wir mit allerlei Versuchen ermittelten, dass er Francesco hieß, Spanier war und aus der Madrider Gegend kam.

Er aß drei Teller Erbsensuppe, die wohl erste warme Mahlzeit seit Wochen.  Wir erfuhren nicht, wohin sein Weg führen soll, was das Ziel seiner Wanderung ist.
Nach dem Essen deutete er wieder auf seine Schuhe. Offenbar hatte er mit seinen Füßen Probleme. Ein Krankenpfleger nahm sich seiner Füße an. Die Schuhe, die er anhatte, waren fast drei Nummern zu klein und für diese Jahreszeit zum Wandern wenig geeignet. Das größere Problem aber waren seine Füße,  die geschwollen und voller Blasen in Socken steckten, besser gesagt in Stoffgebilden, die mal Socken gewesen sein müssen.  Sie klebten schrecklich an der Haut und mussten unter Schmerzen mühsam abgezogen werden. Nach einem erholsamen Fußbad zogen wir ihm neue, warme Socken an und ein paar passende Winterstiefel.  Sein Mantel wog etliche Kilo mehr als ursprünglich.  Er war durchtränkt von Schmutz und Feuchtigkeit. Mit der Wäsche im Rucksack sah es ähnlich aus.

Wir waren bereit, alles zu waschen. Wir ließen Wasser für ein Bad in die Wanne und boten ihm an, drei Tage in unserem Gästezimmer zu wohnen. Drei Tage hatten früher auch die Klöster Wanderern freie Kost und Logis gewährt. Danach war Mitarbeit oder Kostenbeteiligung angesagt. Aber leider lehnte Francesco alles ab.

Zu schade, dass wir uns nicht richtig verständigen konnten. Mit Proviant und einem Getränk, das passte gerade noch in seinen Rucksack, machte er sich nach freundlicher und dankbarer Verabschiedung auf den Weg und wanderte zum Dorf hinaus. Uns kam urplötzlich ein Wort Jesu in den Sinn: "Was ihr einem der Geringsten angetan habt, das habt ihr mir getan." Wir hatten also zwei Stunden Jesus beherbergt. Ohne uns was einzubilden, aber wir waren den ganzen Tag gut drauf.

Vielleicht ist diese wahre Geschichte eine Anregung zur Nachahmung für manchen Blogger oder Leser. Einen Bedürftigen mal zum Essen einladen, sich mit ihm unterhalten, seine Nöte mittragen. Mancher jedoch fragt sich: "Was hab ich davon?" Dazu ist folgendes zu sagen:

1. Wir helfen Menschen
2. Wir teilen mit ihnen das Leben
3. Wir drehen uns nicht nur
     sinnlos im Kreis um uns selbst.
4. Es ist eines der besten Mittel
     gegen Depressionen.
5. Wir erahnen etwas vom Sinn
     des Lebens.
6. Der restliche Tag verläuft gut.
7. Wir werden dankbar dafür, 
     dass wir eine warme Wohnung
     haben,  reichlich Essen, eine
     Badewanne und genügend   
      Socken.
8. Wir erahnen, dass Gott viel
     näher ist, als wir denken.

Für zwei Stunden ist die Welt um einen kleinen Lichtblick heller geworden. Dann können wir auch erfüllt weiterleben und  ruhig sterben und mit Jesus sagen: "Es ist vollbracht."

                             Werner Zimmermann für GottinBerlin.com und mavuno.de

Montag, 14. April 2014

Auferstehung und Gulasch-Eis

Auferstehung und Gulasch - Eis; Quelle: photoopia.comIch habe mal in einem Interview einen berühmten kritischen Theologen gehört. In diesem Beitrag ging es auch um Ostern und die Auferstehung von Jesus. Der Mann sprach sicherlich vielen Skeptikern aus dem Herzen, als er sagte: "Tote stehen nicht nach drei Tagen wieder auf, Tote bleiben tot!"

Nun, das ist zunächst einmal korrekt beobachtet und für den Alltagsgebrauch durchaus praktisch - gut zu wissen, wenn man von Beruf Friedhofsgärtner ist. Aber als Argument gegen die Auferstehung von Jesus ist es unbrauchbar. Weil es nämlich, wenn man genau hinguckt, gar kein richtiges Argument ist.

Angenommen, jemand erfindet Eis mit Gulascharoma (gut, mein Geschmack wäre es nicht, aber das tut für unser Beispiel nichts zur Sache). Der Typ ist in jedem Fall der erste und einzige Gulasch-Eis-Hersteller der Welt. Nun fährt er damit auf den nächsten Markt und preist seine neue, köstliche Ware an: "Weltneuheit! Nur hier das erste und einzigartige Gulasch - Eis!"

Auferstehung und Gulasch-Eis; Quelle: chefkoch.deUnd dann kommt ein ganz intelligenter, hochwissschaftlicher, historisch-kritischer Eisexperte auf ihn zu, stemmt die Fäuste in die Hüften und schimpft: "Was verbreitest du hier für einen Unsinn? Es gibt kein Gulasch-Eis! Gab es nie!" - "Natürlich gab es bisher noch nie Gulasch-Eis!", erwidert der Erfinder. "Ich habe es erfunden. Es ist das erste Gulasch-Eis der Welt. Wollen Sie mal probieren?" Entrüstet wendet sich der historisch-kritische Eisexperte ab.

Was will ich damit sagen? Ganz einfach: Dinge sind nicht weniger real,
weil sie selten oder vielleicht auch nur ein einziges Mal geschehen.
Die Fußballmannschaft von England wurde auch nur ein einziges Mal
Fußballweltmeister, nämlich 1966. Okay, das war im letzten Jahrtausend und ein uralter Zopf, aber deshalb würde niemand infrage stellen, dass es wirklich passiert ist.

Auferstehung und Gulasch - Eis; Quelle: livenet.de
Um auf den Kommentar des berühmten kritischen Theologen zurückzukommen:
In der Bibel steht ja nicht, dass es hin und wieder gelegentlich mal passiert, dass irgendjemand von den Toten aufersteht. Nein, die Auferstehung von Jesus ist etwas absolut Einzigartiges, ein besonderes Handeln Gottes, ein Wunder. Man kann etwas absolut Einzigartiges nicht mit dem Argument beiseite fegen, dass es so etwas üblicherweise nicht gibt. Das macht es ja gerade einzigartig! Natürlich bleiben Tote normalerweise im Grab liegen. Das wusste man damals wie heute. Die Aussage des kritischen Theologen ist deshalb auch keine Beweisführung, sondern schlicht ein Glaubensartikel. Er glaubt nicht an die Auferstehung Jesus, weil er nicht an die Auferstehung von Jesus glauben will - mehr sagt sein Kommentar nicht.

Freitag, 11. April 2014

Die Quelle und die Dürre

Eine alte Geschichte erzählt von einem Land, in dem eine Dürre ausbrach. Pflanzen und Tiere waren am Verdursten und es sah aus, als wenn alles Leben verenden würde. Schließlich hatte die Dürre sich soweit ausgebreitet, dass kaum noch Leben vorhanden war. Eine kleine Quelle trug noch etwas Wasser und versorgte eine Blume. 

Doch sie sah, wie es um sie herum
Die Quelle und die Dürre; quelle: photocase.de
Die Quelle und die Dürre
immer öder und kahler wurde. Sie begann zu verzweifeln und fragte, welchen Sinn es denn noch macht, sich um diese Blume zu kümmern. Alles schien doch sinnlos und am Ende zu sein. Da war ein alter sterbender Baum. Die kleine Quelle klagte ihm ihr Leid und dass sie wohl bald aufgeben werde. Da antwortete der Baum und sprach: "Du sollst doch nicht die Wüste wässern, nicht gleich die ganze Welt verbessern. Nur die eine Blume hüten, darin liegt dein Sinn.


Vielen Menschen, die sich engagieren, sich um andere Menschen kümmern, die Natur, Pflanzen und Tiere zu schützen suchen, sich für eine friedlichere Welt einsetzen, mag es so gehen, wie dieser kleinen Quelle. Die Erfolgserlebnisse sind sehr begrenzt und das Destruktive scheint immer schneller und massiver die Oberhand zu gewinnen. Sie haben den Eindruck, dass ihr Sichmühen dem Kampf von Don Quichote gleicht, der sinnlos gegen Windmühlenflügel anrennt.

Diese alte Geschichte, sehr gut von Gerhard Schöne vertont youtube.com/watch?v=2d8-XWJycaY 
ist Trost und Ermutigung für jeden, der an seinem Engagement für eine bessere Welt zweifelt. Es scheint wirklich so, dass das Lebenzerstörende mehr und mehr Überhand nimmt und man muss wohl schon Niveauarmut  atmen, um das nicht wahr zu nehmen. Doch Weisheit lässt sich davon nicht abbringen. Spätestens seit "Schindlers Liste" kennt jeder den Satz aus dem Talmud: "Wer ein Menschenleben rettet, der rettet die ganze Welt". Und das gilt für Pflanzen und Tiere genauso. Jeder, der in seinem persönlichen Umfeld Leben fördert, hilft dieser Welt, auch wenn der Kampf im Großen betrachtet fast aussichtslos erscheint.

Die Offenbarung des Johannes wird zu sehr als ein Schreckensbuch gelesen, in dem uns die Katastrophen der kommenden Weltgeschichte vor Augen geführt werden. Was übersehen wird, ist, dass die Offenbarung als Trostbuch für die damaligen Christen geschrieben wurde. Und bei allen Unheilsbeschreibungen auf der Welt, geht die Perspektive immer wieder zum himmlischen Gottesdienst. Dort wird deutlich, dass es eine letzte Gerechtigkeit gibt, Gott das letzte und entscheidende Wort hat. Er, der ALLES neu macht. Also dranbleiben, denn, so sagt Jesus, wer überwindet, wird die Krone des Lebens empfangen.

Thomas Nachtigall für GottinBerlin.com

Donnerstag, 10. April 2014

Kämpfen, bis nichts mehr geht

kämpfen, bis nichts mehr geht; Quelle: jamendo.comAussichtslose Situation. Was bleibt ist die Möglichkeit sich der Situation zu stellen. Eine Frau hat Krebs. Alles steht gegen sie. Ärztlich ist nicht mehr viel zu erwarten. Sie hat sich entschieden, ihr Leben zu leben, weiter zu leben.

Dortmund gegen Madrid: nahezu aussichtslos. Hinspiel 0:3. Rückspiel. Sie kämpfen gegen eine der besten Manschaften der Welt. Sie rennen, fighten, schaffen ein 2:0. Sie sind raus. Insgesamt sind sie Verlierer. Aber gefeiert wurden sie wie Sieger - zu Recht. Das Wunder hätte ja passieren können. Ist es nicht. Trotzdem gibt es Kämpfe, die äußerlich verloren, doch im Herzen gewonnen werden.

Was nützt das, wenn die Rendite nicht stimmt, würde jetzt der Börsenspekulant fragen. ALLES, würde ihm der Christ antworten. Die Menschheit, wie es aussieht, hat nicht mehr lange. Wir befinden uns im drohenden kollektiven Suizid.Viel zu viele interessiert das nicht, gucken RTL2 und ernähren sich von Chips, Cola und Bier auf der Couch. Die, die es interessiert und Informationen haben, stehen in dem Dilemma, sich diesem Dilemma stellen zu müssen. Verzweifeln, verdrängen, so tun als ob alles in Ordnung ist oder sich, trotz aller scheinbarer Ohnmacht, den Gegebenheiten stellen und nicht auf der Couch kleben bleiben.

"Wenn alles verloren erscheint und der Untergang, menschlich gesehen, gewiss ist, dann muss ein Mensch sich entscheiden, ob er glauben will - das heißt, ob er glauben will. Glauben heißt: bei Gott sind ALLE Dinge möglich, jeden Augenblick." Dieser mutige Satz stammt von Sören Kierkegaard. Und er hat das gesagt, weil er etwas begriffen hatte. Nämlich, dass unsere Möglichkeiten oder Unmöglichkeiten, unsere Einschätzungen eben nur unsere Möglichkeiten oder Unmöglichkeiten, unsere Einschätzungen sind.

Wir gehen auf Ostern zu. Am Karfreitag ist Gott jämmerlich gescheitert; an uns, uns Menschen gescheitert. Er kam in Sein Eigentum und wir haben Ihn umgebracht. Nichts anderes ist an diesem Tag passiert. Und alle Getreuen, abgesehen von zwei Frauen, haben ihn jämmerlich im Stich gelassen. Jesus starb erbärmlich am Kreuz. Doch im Herzen hatte Er gesiegt. Denn Er hat festgehalten an der Liebe und Treue zu Seinem Gott und Vater. Und wie immer auch heute jemand über Ihn denken mag, er ist, ganz neutral betrachtet, die bedeutsamste und am meisten diskutierte Persönlichkeit der Weltgeschichte.

kämpfen, bis nichts mehr geht; Quelle: youtube.com
kämpfen, bis nichts mehr geht
Für alle gekreuzigt, öffentlich und offenbar. Ostern aber heißt Auferstehung. Diese jedoch erfährt nur der, der glaubt. D.h. der bereit ist, beides, Karfreitag und Ostern an sich zuzulassen - in Ihm. Sein Scheitern an der Welt, unser Scheitern an der Welt, Sein Scheitern auch an uns, denn wir sind sehr weltlich, alle miteinander. Hier liegt das Geheimnis des Apostels Paulus, wenn er sagt, dass wir, wenn wir mit Ihm sterben, auch mit Ihm auferstehen und leben. Gott hat den Herzenssieg Jesu zum Sieg über diese Welt gemacht. Nichts anderes wird von uns erwartet. Ob die krebskranke Frau ein Wunder der Heilung erlebt, wofür ich bete, oder sterben wird, ihr Herz, das sich für das Leben entschieden hat, hat bereits gesiegt. So oder so, sie wird mit dem Gott leben, dem sie vertraut, denn nichts anderes bedeutet glauben. Also, wer du auch bist, hoch von der Couch, Leben lernen. 
Thomas Nachtigall für GottinBerlin.com   

Dienstag, 8. April 2014

Teuflische Medizin

Per Post haben wir von einem guten Freund aus Bad Oldesloe einen Artikel
Teuflische Medizin; Quelle: focus.de
Teuflische Medizin
aus der „Welt“ (wir sind TS –Abonnenten) erhalten. „Teuflische Medizin“ war er überschrieben und der Autor prangerte u.a. die in den Krankenhäusern mehr und mehr praktizierten aber nicht unbedingt zum Wohle des Patienten notwendigen Operationen an , die stattdessen der Erhöhung des Kontostandes des Krankenhauses und der behandelnden Ärzte dienten. TV-Sendungen haben sich ebenfalls mit diesem Thema beschäftigt. Beklagt wird diese Entwicklung, eine Änderung zum besseren und sinnvolleren Umgang mit Patienten und Finanzen bleibt bisher hingegen aus.

Selbstverständlich muss eine akute Lungenentzündung medikamentös behandelt, ein vereiterter Blinddarm sofort operiert und Leben rettende Maßnahmen unverzüglich eingeleitet werden. Wie dankbar können wir sein für die Fortschritte in der Medizin! Jede/r Kranke möchte selbstverständlich die Behandlung erfahren, die sie oder ihn wieder gesund macht.

Teuflische Medizin; Quelle: meetingjesus.de
Groß ist der Glaube an die „Götter in Weiß“. Und der an Gott, den großen Arzt (2. Mose 15,26), wie ihn die Bibel nennt? Traue ich Gott denn nicht viel mehr zu als den Ärzten, die angeblich mehr dem Kostendruck unterstehen als ihrem Gewissen? Wo ist der Glaube der in der Bibel beschriebenen Frauen und Männer geblieben, die allein aufgrund ihres Glaubens an die heilende Kraft von Jesus gesund wurden? Weder Medikamente noch Apparate waren nötig, nicht einmal eine eingehende Anamnese, der Glaube allein genügte.

Ich wünsche mir einen solchen Glauben (Mt 9,22 od. Lk 7, 50), dass ich mit Gottes Hilfe zu unterscheiden lerne die göttliche von der teuflischen Medizin.


Angelika Pohl für GottinBerlin.com

Samstag, 5. April 2014

Kann man Berlin lieben?

Kann man Berlin lieben?
Das Magazin „Landlust“ hat in den letzten Jahren eine fulminante Steigerung der Auflagenzahlen hin bekommen. Ich frage mich: Warum gibt es eigentlich nicht das Magazin „Stadtlust“ oder „Love the City“? Gut, ich weiß, wir haben Tip und Zitty. Aber ich frage mich schon: Warum ist im Kopf vieler Menschen (oft auch christlich orientierter) die Stadt immer das Chaotische, Schmutzige, Laute, Unmoralische - im Unterschied zum stillen, sauberen, beschaulichen, moralischen, überschaubaren Land- oder Vorstadtleben? 
 
„Gott liebt Städte, weil er Menschen liebt.“ Das las ich neulich in einem englischen Buch. Stimmt, dachte ich. Je mehr Menschen, desto mehr Liebe. Nicht, dass er die „Landeier“ nicht mag, nein, er liebt alle Menschen gleich. Aber unsere großen Städte sind einfach Ansammlungen von sehr vielen Menschen. Wusstest du zum Beispiel, dass Berlin weit mehr Einwohner hat als die EU-Länder Estland oder Slowenien und dreimal so viel wie Zypern? Und dass Neukölln eine mittlere Großstadt von 310.000 Menschen ist? Nicht ohne Grund hat das junge Christentum in den ersten vier Jahrhunderten unserer Zeitrechnung in den großen Städten des Römischen Reiches seine Stützpunkte gehabt und ist von dort aus rasant gewachsen, auch in die ländlichen Regionen hinein.
 
Also: Liebst du deine Stadt Berlin? Ist es dir für dich eine Lust, hier zu leben? Hier, inmitten der Junkies und Yuppies, mit den Armen und Arrivierten, den Obdachlosen und Oberschichtnomaden? In dieser Stadt mit hunderten von unfertigen Baustellen und oft nörgelnden Menschen? Ja, ich weiß, leider steckt Meckern manchmal an, und die Gefahr dafür ist in Berlin besonders groß. Für die Nichtberliner eine kleine Sprachnachhilfe in unserem rauen Klima: Was sagt ein Berliner, wenn er von etwas uneingeschränkt begeistert ist? „Da kamma nich meckern.“
 
Wenn ich mich irgendwo anders vorstelle, sage ich oft: „Ich bin zwar kein geborener, aber ein bekennender Berliner.“ Ja, und natürlich weiß ich, dass der frühere Bundespräsident Gustav Heinemann gesagt hat: „Ich liebe meine Frau, aber nicht mein Land.“ Trotzdem: Wenn ich hier leben und mich engagieren will, geht es nicht ohne mindestens eine Zuneigung zu diesem Mikrokosmos der Lebensstile und Kulturen. Besser noch mit Liebe zu dieser in der Geschichte so geschundenen Stadt, einst geteilt, jetzt mehr oder weniger glücklich vereint. „Wir können alles außer loben.“ So könnten wir als Berliner herzhaft werben - in Analogie zu der Kampagne eines Bundeslandes mit wesentlich geringerer Arbeitslosigkeit und Armut.
 
Aber mal im Ernst: Es ist nicht immer leicht, hier zu leben. Die massiven Brüche in der Geschichte und im Stadtbild von Berlin machen es deutlich: Diese Stadt ist oft verwirrend vielfältig, irritierend interkulturell; es muss immer noch zusammen wachsen aus Ost und West, was zusammen gehört - und darum ist Berlin oft anstrengend und Kraft raubend. Vielleicht mehr als andere Metropolen. Jedenfalls empfinden das viele so, wenn sie neu in die Stadt kommen. Auch gläubige Menschen haben das häufiger beschrieben. So faszinierend die Stadt ist, sie zehrt auch aus, seelisch, geistlich, manchmal gesundheitlich. Schwer zu beschreiben, was es ist: die hektische Unruhe oder die nonchalante Gottlosigkeit, die schier unüberschaubare Größe oder die ethische Liberalität in einer speziellen preußisch-postmodernen Mischung? Es kann nur an der Gnade Gottes liegen, dass meine Frau und ich nun schon mehr als 36 Jahre hier nicht nur überlebt haben, sondern mit wachsender Begeisterung Berliner sind.
 
Das Geheimnis? Dass ich an die Herzen und Verhältnisse verändernde Kraft Gottes glaube - und sie vielfach in der Stadt am Werk sehe. Oft da, wo sie keiner vermutet. Nur aus dieser Quelle kann und will ich – zusammen mit vielen anderen – hier in Berlin gerne weiterhin Hoffnung wecken statt Resignation kultivieren, ich möchte Chancen entdecken statt Probleme fixieren, Freude des Glaubens aktivieren statt über Defizite jammern.


 
Axel Nehlsen, Geschäftsführer von gemeinsam-fuer-berlin.de für GottinBerlin.com

Freitag, 4. April 2014

Wozu noch an Gott glauben?

Wozu noch an Gott glauben?; Quelle: beten-gott-finden.at
Wozu noch an Gott glauben?
Wozu noch an ein höheres Wesen glauben, wenn wir doch im Grunde alles mit der Vernunft erklären können? Viele Leute meinen heute, Religion sei überholt. Selbst wenn sie nicht zu denen gehören, die behaupten, sie sei mit ihren historischen Kriegen und  Strafandrohungen nur ein Machtinstrument; ein billiges Vertröstungsmittel, das den zu kurz gekommenen das Paradies verspricht. Nicht die Leute, die alle Klischeeregister ziehen um Religion herunter zu putzen. 

Es gibt nicht wenige, die die Religionsgeschichte sogar zu würdigen wissen und einfach nur die Vernunft auf den Plan bringen, um Religion für überflüssig zu erklären. Viele Naturphänomene, die in früheren Zeiten als göttliches Einwirken gedeutet wurden, sind heute naturwissenschaftlich erklärbar. Die Natur scheint entzaubert. Soziale Fragen wie Gerechtigkeit, Verantwortung und friedvolles Miteinander scheinen wir - global betrachtet - zwar nicht praktisch auf die Reihe zu bekommen, aber wir wissen von der Vernunft her, wie es gehen könnte. Da gibt es gute Ideen und Konzepte, die keiner göttlichen Offenbarung bedürfen.

Wozu noch an Gott glauben?; Quelle: mimistclair.blogspot.comWarum also noch Gott? Vor allem in welcher Funktion? Der Mensch muss nach Gott fragen, weil er über sein Leben hinaus, nach Sinn und letzter Wahrheit fragen muss; auch wenn er sich selbst ein Nein als Antwort gibt. Ein Ja zu Gott muss den wirklichen Gott bejahen. Denn ein falsches Gottesbild kann nicht nur, sondern muss Schaden anrichten.  Denn wenn Gott ist, ist Er absolut. Somit werden falsche Aussagen über Gott zu absolut falschen Einstellungen führen. Wenn Religion nichts weiter als Moral und Reglemen- tierung zu bieten hat, ist sie wirklich überflüssig. 

Aber, und ich spreche hier nur als Christ, sie meint ja zutiefst Beziehung zu Gott. Und wenn wir Christen uns nicht irren, dass wir Ihm in Jesus als Selbstoffenbarung begegnen, dann erleben wir einen zugewandten, liebevollen, mitleidenden Gott, der Gerechtigkeit in Person ist und vor dem ich mich gern in Verantwortung stelle. Wo liegt eigentlich die letzte Instanz der Gerechtigkeit und Verantwortung für den, der Ihn nicht kennt?

Thomas Nachtigall für GottinBerlin.com

Mittwoch, 2. April 2014

Von Flechten und Liebe … oder: wenn Gedanken spazieren gehen ….

Von Flechten und Liebe... oder wenn Gedanken spazierengehen...
Als vor einigen Wochen so herrliches Frühlingswetter war und die wilden Pflaumen am Mauerweg zu blühen anfingen, habe ich auch dieses Bild von einer Flechte an einem Baum gemacht. Ich mag solche Pflanzen, die so ganz unscheinbar wachsen und erst bei genauem Hinsehen ihre ganze Schönheit erkennen lassen.
Nun habe ich bei wikipedia nachgeschaut und gesehen: Die Flechte ist keine Pflanze, sondern ein Pilz. Also etwas ganz Eigenständiges neben Pflanze und Tier.
Ich staune. Vor allem über die Schönheit, die wir in der Natur entdecken können. Ich staune über die Zusammenhänge und wie es ein Zusammengehören, Zusammenwirken und Füreinander gibt. Diese Flechte lebt zum Beispiel an der Rinde eines Zweigs.
Von Hans Magnus Enzensberger mag ich besonders gern das Gedicht „flechtenkunde“. Eine tausendjährige Flechte steht für den unbeugsamen Willen durchzuhalten und zu überleben, den Widrigkeiten zu trotzen. (Flechten sollen tatsächlich so alt werden können!). Sie wachsen fast überall, auch an Steinen in gebirgigen Gegenden usw. Ja, sie wachsen auf vielerlei Untergrund, überdauern „kirchen und wracks“ - schreibt Enzensberger. „ach ja, die Flechte, beinahe hätten wir sie vergessen.“ Sie sind fast überall zu finden, doch niemand redet über sie. Die Flechte „ist der erde langsamstes telegramm“, steht in einer der Zeilen Enzensbergers. Das gefällt mir, wenn ich in der Natur etwas entdecke und „darin lesen“ kann. Enzensberger tut das in seinem Gedicht auf seine Weise, geht durch das Bild der Flechte bis in unsere Gesellschaft hinein …
Ich habe so oft die wunderschönen Schöpfungsberichte vom Anfang unserer Bibel gelesen. Ich freue mich an dem kunstvollen Aufbau des ersten Kapitels unserer Bibel: „Und siehe, es war sehr gut“ - so heißt es da von dem, was Gott geschaffen hat.
Ich bin ein Geschöpf Gottes in dieser Schöpfung, von ihm gewollt, und das heißt: Es gibt einen Platz für mich in dieser Welt, auf dieser Erde. Es gibt ein Zusammensein und Zusammenwirken mit anderen, niemand ist nutzlos, sondern zur Freude der anderen da.
Freude soll vollkommen werden, sagt Jesus, Darum legt er uns seine Freude ins Herz. Sie hilft. Mein Leben ist nicht nur ein Überleben wie bei einer Flechte. Hier und jetzt kann ich staunen, mich freuen, an Gottes Welt mitgestalten. So wie es in der Schöpfung eine Liebe Gottes gibt, so will Jesus seine Liebe in uns weiterziehen lassen – die neue Welt Gottes, die durch Jesus erneuerte Welt Gottes soll durch Liebe verändert sein, durch Seine Liebe, der wir uns nicht entziehen.
Angefangen hatte ich bei der Flechte, gelandet bin ich bei der Liebe. So ist das, wenn ich spazierengehe. Komm doch mal mit. Falls Du den Fotoapparat vergisst …, nehme ich meinen mit.


Thomas Bruhnke für GottinBerlin.com

Dienstag, 1. April 2014

Die Arche und die Flut

Das Buch zum Film!!

Die Arche und die Flut; Quelle: Harald Schieffers.coeo
Die Arche und die Flut

In diesem kleinen Büchlein von C.H. Spurgeon schreibt der Autor u.a. Folgendes: »Die erste Regel ohne Ausnahme: Ich werde eure Aufmerksamkeit auf drei Regeln zu lenken haben, die ohne Ausnahme sind, und dies ist die erste: ›Die Flut kam und nahm sie alle dahin.‹ Die Zerstörung, welche die Flut anrichtete, war vollständig. Sie nahm nicht nur einige hinweg, die sich außerhalb der Arche befanden, sondern alle. Es gab ohne Zweifel Unterschiede in jenen Tagen, wie es sie heute auch gibt; denn niemals hat es eine Gleichheit unter den Nachkommen Adams gegeben, seit die Menschen begannen, sich auf Erden zu mehren.«    (aus amazon.de)

Im Gegensatz zu Hollywood, das aus Noah eine Art „Pseudo-Greenpeace-Krieger“ macht, hält der Autor
sich nah an die Originalvorlage aus dem Buch Genesis.
Neben der facettenreichen- und bildhaften Sprache, die uns das geschichtliche Ereignis sehr plastisch vor Augen führt,
gelingt es Spurgeon, den Leser direkt in das Geschehen mit hineinzunehmen.
Eine Lektüre, die zum Nach- und Weiterdenken anregt !

64 Seiten, Preis 0,50 Euro, Verlag: CLV Bielefeld

Harald Schieffers für GottinBerlin.com