Samstag, 31. Mai 2014

Sich von Christus lieben lassen

So viele Christen mühen sich ab, um zu dienen, aber sie lassen sich nicht als Kinder lieben! Ein Dienst entsteht aus einer Beziehung heraus und führt nicht in eine Beziehung hinein. Vielmehr misst er sich immer am Geleisteten und vergleicht sich ständig. So wie auch der Bruder des verlorenen Sohnes sagen musste: "Ein Leben lang hab ich dir gedient und nun beneide ich meinen Bruder, der es verstand, Sohn zu sein, während ich zeitlebens nur im Gehorsam einer dienstlichen Beziehung stand!"

Berliner Dom
Leben wir wirklich in der Gnade und Wahrheit von Christus oder oft nur nach dem Gesetz des Mose? Dabei heißt es doch:  Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade um Gnade, damit wir Zugang zu seinem Herzen erhalten und in den Stand von Erben eingesetzt werden - und er sagt, wir sind es wirklich ganz und gar, ohne dass wir auch nur das Geringste dafür getan hätten.

Deshalb vergiss heute mal deinen Dienst und lass dir einfach Gutes tun und dich vom himmlischen Vater beschenken, ohne dabei etwas bringen oder leisten zu müssen. Er liebt dich, weil du Sohn oder Tochter bist, nicht weil du sein Diener bist! Der Buchstabe mit all den festgeschriebenen Forderungen von - ich sollte dies tun oder ich müsste - tötet unsere innere Sehnsucht vielmehr, als dass sie ihr nützt, denn der Geist der Beziehung macht lebendig! 

Wir können nur aus der Fülle unserer empfangenen Liebe heraus dienen und nicht aus dem Grund, uns dadurch etwas liebenswerter machen wollen. Nein, wir sind schon lange Geliebte und der Dienst besteht darin, all das Empfangene an andere weiterzugeben, um sie quasi zu und auf Gott hin zu lieben... Das ist doch die schönste Aufgabe von uns Christen.

Habt einen schönen Tag!

Donnerstag, 29. Mai 2014

Ende der Geschichte.

Ende der Geschichte; Quelle: zeitgeschichte-forschung.deIn seinem berühmt gewordenen Buch Das Ende der Geschichte (1992)“ beschreibt Francis Fukuyama den Verlauf der geschichtlichen Evolution als gesetzmäßige und teleologische (ist die Lehre, dass Handlungen oder überhaupt Entwicklungsprozesse an Zwecken orientiert sind und durchgängig zweckmäßig ablaufen) Verkettung von Ereignissen

Er meint, dass Kommunismus und Faschismus keine zwingenden politischen Alternativen mehr darstellen.
Der Weg wäre frei für eine liberale Demokratie. Totalitäre Systeme wären zum Scheitern verurteilt, weil sie dem Grundgedanken des “Liberalismus“ widersprächen.

Für uns läuft die Geschichte etwas anders. Gott als Schöpfer ist der Ursprung von Raum und Zeit. Die Geburt Christi ist eine Epiphanie und ein Paradoxon, weil der an Zeit und Materie nicht gebundene Schöpfer die Gebundenheit der Geschöpfe zwar akzeptiert aber durchbricht. Der Unendliche macht sich klein und nimmt Gestalt an in Fleisch und Blut.

Von Glauben her gesehen ist das Ende der Geschichte eschatologisch zu betrachten. Mit der Inkarnation Jesu hat das Reich Gottes so zu sagen begonnen. Es ist im Gang, aber noch nicht vollendet. Die alte Welt existiert noch und wir sehen fast jeden Tag in den Nachrichten furchtbare Dinge wie Kriege, Katastrophen usw. Das Reich Gottes gleicht einem Sauerteig (Lukas 13,20-21), den eine Frau nahm und unter drei Scheffel Mehl mengte, bis er ganz durchsäuert war. Die alte, „undurchsäuerte“ Welt wird erneuert in eine „durchsäuerte“ Welt. Diese Umwandlung benötigt natürlich Zeit.

Die Liebe gibt der Geschichte einen Sinn und führt zu ihrer Umwandlung.

Das Leiden wird ein Ende haben, die Geschichte aber hat eine eschatologische Fortführung.
Jean-Paul, ein Franzose aus Berlin für GottinBerlin.com

Montag, 19. Mai 2014

Tratsch

Wo fängt er an und wo hört er auf? Hinter dem Rücken von anderen zu reden ist üblich. Oft sind keine bösen Hintergedanken dabei, es tut gut, mal Luft abzulassen. Vor allem über den Kollegen, der schon zum x-ten Mal den gleichen Fehler macht. Und, weil man selbst der Leidtragende ist und die Sache wieder ausbügeln muss. Andere Kollegen waren auch schon betroffen, stimmen zu, bestätigen und bekräftigen das, was man erlebt hat, geben mir Recht. Ja, das tut gut – mir tut es gut.

Tratsch
Irgendwann bekommt das ganze allerdings eine Eigendynamik. Der Kollege hat seinen Ruf weg, ist abgestempelt. Veränderung des Kollegen wird nicht nur ausgeschlossen, sondern oft auch dadurch verhindert. Man wird blind für dessen Stärken und guten Seiten. Das Getratsche hinterm Rücken zerstört die Atmosphäre und Beziehungen. Und lässt das Opfer einknicken – das sieht man oft an der Körperhaltung und am Gesichtsausdruck. Ihm tut es nicht gut.

Sich nicht am Tratsch anderer zu beteiligen, wäre schon mal ein erster mutiger Schritt nach vorne. Das hat aber manchmal zur Folge, dass man selbst zur Zielscheibe von Getratsche wird. Ist also nur etwas für mutige und selbstbewusste Zeitgenossen. Über andere nicht nur gut zu reden, sondern auch gut zu denken, wäre eine himmlische Lösung. „Einer achte den anderen höher als sich selbst“ (Philipper 2, 3). Das ist eine Einstellung, eine Haltung bzw. Aktion, die sich auf meine Sprache, mein Denken und natürlich mein Verhalten und Handeln auswirkt. Wenn jeder den anderen höher achten würde als sich selbst – wie sähe mein Arbeitsplatz, meine Familie, meine Nachbarschaft aus?
Jeder wäre aufgewertet und man wäre plötzlich umgeben von vielen wertvollen Menschen...


Jutta Lörler für GottinBerlin.com

Samstag, 17. Mai 2014

Ein bisschen Himmel auf Erden

ein bisschen Himmel auf Erden; Quelle: gemeindedienst.nordkirche.de
Mir wurde erzählt, dass ein reicher Mensch auf einer Krankenstation (Leprakranke) den Dienst der dort Arbeitenden mit den Worten kommentierte: "Ich würde selbst für 10000 Dollar diesen Dienst nicht tun." Er soll von einem freiwilligen Helfer die Antwort bekommen haben: "Ich auch nicht!"
Es gibt Dinge, für die gibt es größere Motive als Geld, Reichtum oder öffentliches Ansehen. Es gibt Dinge, die man nicht für Geld nicht tun kann.
Ich freue mich, dass ich immer wieder mit Menschen zusammenkomme in unserer Gemeinde, die sich für die Gemeinschaft engagieren und nichts dafür bekommen. Selbst ein Dankeschön sagen wir zu selten. Sie tun das einfach. Oder sie besuchen Kranke oder Sterbende oder helfen in Haushalten mit, wo gerade „Not am Mann“ ist. Es gibt da nichts zu gewinnen oder zu verdienen … und doch engagieren sie sich.
Das ist eine tolle Sache, wie Liebe sichtbar wird, wie sie um sich greifen kann. Aber es muss wohl oft mehr sein als menschliche Liebe, glaube ich. Diese Liebe gründet in einer größeren Liebe, die sie sagen lässt: "Ich bin geliebt" und zielt in eine größere Liebe, die sich mit Dankbarkeit, geliebt zu sein mischt: Gottes Liebe.
Da Gott mich liebt, kann ich lieben. Kann ich investieren an Stellen, wo andere fragen: „Lohnt“ sich das für mich? Oder: „Was bringt mir das?“
Vielleicht ist deshalb, wo in schwierigen Situationen wie auf einer Lepra-Station oder an Betten Sterbender, wo Menschen einander gut sind und helfen und Liebe üben, ein Stück Himmel auf Erden.
In Berlin gibt es viele, viele Möglichkeiten, ein bisschen Himmel erfahren zu lassen, oder?
Thomas Bruhnke für GottinBerlin.com

Donnerstag, 15. Mai 2014

Entdeckung des Jahres?

Entdeckung des Jahres? Quelle: newslichter.de
Entdeckung des Jahres?
Alternatives Modell einer Lebens- und Arbeitsgestaltung in Deutschland. Zwischen 50 und 90 Personen leben zusammen in drei, vier Häusern auf einem 5 ha grossen Gelände.  Kaum einer der Erwachsenen  weiß,  wie ein
Portemonnaie aussieht. Sie haben kein Geld, sie brauchen kein Geld - und das mitten im hochentwickelten Euroland Germany. 

Sie essen sich satt, keiner ist arbeitslos, keine/r hat Schulden, keiner hat Vermögen. Alle erhalten kein Gehalt,  aber alle sind sozialversichert und haben ihre Altersversorgung. 50 Leute teilen sich 2 Autos (unglaubliche Einsparungen  -  Monat für Monat). Die Kinder sind ganztags betreut  - in Eigenregie. Jedes Wochenende werden rauschende Feste gefeiert. Jeder neue, jede neue, der/die dazu stößt, bringt seine/ihre Ersparnisse mit ein, manchmal auch das ererbte Vermögen.  Andere, die in diese Gemeinschaft aufgenommen werden wollen und verschuldet sind, denen zahlen sie seine oder ihre Schulden. Unglaublich! Das ganze  funktioniert nur, weil alle einander total vertrauen. Trickser haben keine Chance.

Diese Gruppe lebt wie im Paradies auf Erden. Es ist keine Sekte.  Sie sind weltoffener als der Durchschnittsbundesbürger, sie sind christlich geprägt, aber nicht unangenehm fromm. Sie demonstrieren seit Jahren gegen die Atomkraft,  saßen dafür auch schon im Gefängnis. Sie  setzen sich für Freiheit und Gerechtigkeit in der Welt ein. Sie engagieren sich in der Ukraine, in Italien, in San Salvador, Russland. Hartz lV ist für sie ein Fremdwort.  Es sind Aussteiger,  die das immer höher, immer schneller in dieser hektischen Welt des Kapitalismus  satt haben. Sie sind nicht die Sklaven von korrupten Vermietern,  sie leben nicht als wurzellose Singles  anonym in einer Großstadt.  Sie kennen weder Inkassounternehmen,  noch Gerichtsvollzieher,  noch brauchen sie einen Dispo,  geschweige denn ein Konto.  Sie stecken auch nicht in der Zinsfalle.  Die Frauen haben keine 27 paar Schuhe im Schrank, 2 Paar reichen.  Keiner neidet etwas dem anderen. Um die Kinder wird sich gut gekümmert,  sie erhalten so viel Anregung und Zuwendung,  dass sie ein Smartphone  gar nicht vermissen (mit Ausnahmen natürlich). Aber die meisten spielen lieber Theater. Die Erwachsenen arbeiten alle in einer selbst gegründeten Tischlerwerkstatt. Sie haben sich eine eigene Verdienstmöglichkeit vor Ort aufgebaut. Das Geld  wird gemeinsam verwaltet.

Jeder erhält, was er nötig hat. Kinkerlitzchen, unnötige Staubfänger sucht man vergeblich in ihren Wohnungen. Die in der Werkstatt hergestellten Produkte  werden fast konkurrenzlos in die gesamte Republik geliefert. Der Aufbau ihres Kleinbetriebs war nicht ganz einfach. Geduld und Sparsamkeit waren die Zaubereigenschaften zum Gelingen.  Diese Gruppe gibt es. Sie hat Anfang Mai 2014 ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert. Ich war drei Tage dort. Modelle dieser Art werden weltweit nachgeahmt. Ich kam aus dem Staunen nicht heraus.

Auf einem Infoabend in Ludwigsfelde oder in Berlin erfahrt ihr im September 2014 Näheres. Einladungen und Termine unter: wezi@aol.com

                                  Werner Zimmermann, mavuno.de für GottinBerlin.com

Mittwoch, 14. Mai 2014

Ich will dich trösten, wie eine Mutter tröstet

Ich will dich trösten, wie einen einen eine Mutter tröstet; Quelle: newcom101.de
Als wir jetzt im Mai auf Gemeindefreizeit waren, wurde mir das Trostwort aus Jesaja 66,13 zur lebendigen Wirklichkeit. Hier die Geschichte:

Am letzten Abend der Freizeit erlebten wir eine gesegnete Gemeinschaft. Wir wollten unserem Gott unseren Lob und Dank für die wunderbaren gemeinsamen Tage bringen. So saßen wir zusammen, sangen Lieder und beteten zu unserem Herrn. Danach hatten wir eine Zeit der Ruhe und der Besinnung, in der wir uns neu mit SEINEM Heiligen Geist füllen lassen wollten. Während dieser Zeit durfte jeder zum Kreuz Jesu, um seine Lasten abzulegen, damit er ganz neu mit der Liebe Jesu gefüllt werden konnte. Sinnbildlich, für unsere Last, nahmen wir einen Stein (die hatten wir in den Tagen davor am Strand gesammelt), um ihn unter das Kreuz Jesu abzulegen. Dann gingen wir unter Gebet still auf unseren Platz zurück.

Als ich, nachdem ich meine große Last abgelegt hatte, wieder auf meinem Platz saß, überfiel mich eine große Traurigkeit über den Verlust meines geliebten Mannes. Ich fühlte mich vollkommen allein und einsam. Trotz aller anderen Menschen um mich herum, fühlte ich mich verlassen. Es gehörte nicht wirklich jemand zu mir, so wie mein Mann. Wir waren eine Einheit.  So saß ich da und betete zu Jesus, dass er mich irgendwie in die Arme nehmen möge, um mich trösten. Ich hatte so eine große Sehnsucht nach seiner Nähe.

Ich weiß nicht mehr wie lange ich da saß, doch auf einmal fühlte ich, wie mich jemand in die Arme nahm und mich wie ein kleines Kind hin und her wiegte. Ich hatte echt das Gefühl, von einer Mutter getröstet zu werden. Und mir wurde bewusst, Gott hat mein Gebet erhört. ER kam zu mir durch diese Glaubensschwester.

Ich weiß, ER ist ein wunderbarer Gott, der jedes SEINER Kinder unendlich liebt und ihnen Hilfe zukommen lässt, wenn sie es brauchen. Ich muss beschämt feststellen, dass ich zwar immer mit meinen Anliegen zu meinem Gott gehe, aber oft nicht wirklich mit SEINER Hilfe rechne. Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass ich dieses Erlebnis nie vergesse. Ich kann und will felsenfest meinem Herrn vertrauen. ER ist und bleibt immer derselbe gestern, heute sowie in alle Ewigkeiten. 


Lucie R. für GottinBerlin.com

Samstag, 10. Mai 2014

Ich habe keinen Menschen...

"Herr, ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich bringt, wenn das Wasser bewegt wird; während ich aber selbst gehe, steigt ein anderer vor mir hinab" (Johannes 5,7).
Als ich diese Stelle heute gelesen habe, hörte ich mich eine Stimme fragen: Warum hatte er keinen, der ihn zum Wasser trug? Woran lag es, dass er 38 Jahre lang auf Jesus warten musste, der ihn schließlich heilte?

Gedächtniskirche Berlin
Ich glaube, auch heute gibt es in unserem Land, ja sogar in unseren christlichen Gemeinden Menschen, die genau das sagen: Herr, ich habe keinen Menschen. Keinen, der mich auf seine Schultern nimmt und zum Wasser trägt, damit ich dieses Ziel erreiche; keinen der mich beachtet, wenn ich da so liege und in meiner Krankheit nicht mehr weiter weiß; keinen, der an mich glaubt und mich ermutigt, mich immer wieder neu auf den Weg zu machen; keinen, der auf mich Rücksicht nimmt. Es gibt hingegen viele, die an mir vorbeiziehen, während ich ohnmächtig und gelähmt darauf hoffen muss, irgendwann das Wasser zu erreichen.
Herr, ich habe keinen Menschen, das ist die frustrierte, einsame Antwort eines Menschen, der sich nach Heilung sehnt und gesund werden möchte, aber die ihm gebotenen Möglichkeiten nicht alleine wahrnehmen kann.
Sehen wir diese Menschen auf unserem Weg durch die Welt, die Kirchen und in unseren Gemeinden? Nehmen wir sie wahr? Tragen wir sie notfalls vor den Thron Gottes mit ihrem Leiden, ihren Sorgen und Nöten? Sagen wir Ihnen, steh auf, Gott liebt dich und er spürt deine Sehnsucht nach Heilung- ich will dich auf dem Weg dorthin begleiten...
Wenn wir Jesu Werk auf dieser Welt wirklich fortsetzen wollen, dann wird es Zeit, dass wir zu den Kranken, Blinden, Lahmen und Abgezehrten eine Verbindung kriegen und uns auf sie einlassen, sie bemerken und ihnen Möglichkeiten anbieten, damit sie sagen können: Herr, ich habe viele Menschen, die nicht an mir vorbeieilen, sondern die stehenbleiben und sich für mich interessieren.
Mich bewegt diese Bibelstelle sehr.
Daggi Klingmann (für Gott in Berlin)

Brauchen Sie jemanden, der für Sie da ist, der Ihnen zuhört? Oder Sie in Kontakt mit Menschen aus einer christlichen Gemeinde bringt? Dann wenden Sie sich an uns: http://gottinberlin.jesus.net/?/6/erster-kontakt-gebet.html&form=2

Donnerstag, 8. Mai 2014

Leben heißt altern

Leben heißt altern; Quelle: myheimat.deDer Tulpenstrauß war verblüht und recht unansehnlich – ich wollte ihn schnell entsorgen. Bevor ich den Mülleimer öffnete, zückte mein Mann die Kamera und fotografierte mich in Aktion.

Als ich mir die Fotos auf dem Computer ansah und mit Picasa etwas bearbeitete, d.h. zugeschnitten hatte, waren fast kleine Kunstwerke entstanden, denen das Unansehnliche der verblühten Tulpen nicht sofort anzumerken war. Licht, Hintergrund und Zuschnitt hatten das Gesamtbild verändert. Das Trostlose der Vergänglichkeit war gewichen – optisch.

Leben heißt altern; Quelle: blackstein.de
Wie gehen wir mit unserer eigenen Vergänglichkeit um? Im Laufe der Zeit kommt wohl jeder, vor allem aber (fast) jede an den Punkt sich zu fragen, ob dem Alterungsprozess nicht ein bisschen der Prozess gemacht werden könnte: die ersten grauen Haare, die ersten Fältchen – dagegen gibt es jede Menge Substanzen; gegen erschlaffendes Gewebe können Spritzen und operative Eingriffe helfen, das optische Gesamtbild aufzubessern, um jünger und attraktiver zu erscheinen. Schauspieler und Schauspielerinnen und ganz besonders ein gewisser Politiker südlich der Alpen sind die „besten“ Beispiele.

Leben heißt altern; Quelle: view.stern.de
Leben heißt altern
Ich liebe es sehr, alte Menschen zu beobachten, ihnen ins Gesicht zu sehen, an den vielen Runzeln ihre Lebensgeschichte zu erahnen, ob geschrieben in „Dur“ oder „Moll“, ihre Lebendigkeit in ihren Augen abzulesen, die Hände zu betrachten, die verraten, ob sie zeitlebens fest zupacken mussten. Gelebtes Leben zu sehen.

Der Mensch ist vergänglich wie das Gras, es ergeht ihm wie der Blume“, stellt der Beter in Psalm 103 fest. Letztendlich müssen wir erkennen, dass der Alterungsprozess unumkehrbar ist, wir allerdings über einige Gestaltungsoptionen verfügen. „Bedenke stets, dass alles vergänglich ist. Dann wirst du im Glück nicht zu fröhlich und im Leid nicht zu traurig sein“, befand der griechische Philosoph Sokrates (470 – 399 v.Chr.).

Angelika Pohl, besuche die Philippus-Nathanael-Gemeinde, Berlin-Schöneberg für GottinBerlin.com

Mittwoch, 7. Mai 2014

Deutschland hat einen Superstar

Kennt ihr DSDS? Das ist die Abkürzung für „Deutschland sucht den Superstar“, einer Castingshow, die es seit 2002 bei RTL gibt und die damals im Schnitt 12,8 Millionen Zuschauer vor die Geräte gelockt hat. Inzwischen sind nur noch 4 Millionen dabei, um diese Mischung von Exhibitionismus und Voyeurismus zu verfolgen. Woran liegt das?
Eigentlich ist DSDS eine Art Talentwettbewerb der Sangeskunst. Der Sender scheut jedoch nicht davor zurück, auch völlig talentfreie Menschen dem Publikum zu präsentieren, um sie lächerlich zu machen und dem Gespött preiszugeben. Besonders Hauptjuror Dieter Bohlen tut sich durch derbe Sprüche hervor:
„Ne Stimme zum Niederknien,
aber nur, damit man sich nicht auf die Füße kotzt.“ - „Bei normalen CDs ist ja immer so ein Booklet dabei. Bei dir müsste das 'ne Kotztüte sein.“ – „Wenn das Wetter so wäre wie deine Stimme, dann würde es Scheiße regnen.“ „Glaube versetzt Berge, aber deine Stimme nicht mal Flohkacke.“ – „Du singst leider so, wie Du aussiehst.“ – „Du hast ein göttliches Problem: Der liebe Gott gibt einigen Frauen dicke Möpse, anderen eine schlechte Stimme. Und dir hat er nun mal eine schlechte Stimme gegeben.“
Es soll Menschen geben, die das witzig finden und für die Dieter Bohlen deshalb „Kult“ ist. Doch die Quoten sind im freien Fall. Um wieder verstärkt junge Leute vor den Fernseher zu locken, hat RTL den Rapper Kay One in die Jury geholt, der in drei Worten erklärte, worauf es bei DSDS ankommt:  „Titten, Arsch, Stimme.“ Da hatten die männlichen Kandidaten nicht viel zu bieten!

Aufgewachsen in Bielsko-Biala (60 km entfernt von Kattowitz) wuchs sie im katholischen Glauben auf: „Der Glaube gehört einfach zu mir. Meine frühesten Erinnerungen sind Feiern in der Kirche.“
Seit zweieinhalb Jahren lebt sie nun mit ihrem Verlobten in Gelting (Bayern) und besucht dort regelmäßig den Gottesdienst. Ihr Pfarrer Leo Sobik schaute ihr zuliebe DSDS und verriet dem „Münchner Merkur“: „Ich habe mitgezittert. Ich verfolge ihre Auftritte, segne sie, bete für sie und gebe ihr meine Stimme... Sie ist ein sehr nettes, bescheidenes Mädchen.“
Hoffentlich bleibt sie das und hoffentlich steigt ihr der Ruhm nicht zu Kopf! Wir werden sehen! Manch einer wird sie beneiden und wäre auch gern ein Superstar mit reichlich Geld, Ruhm und einer erfolgreichen Karriere. Aber kann man darauf sein Leben bauen? Wer hält zu mir, wenn ich scheitere?
Die meisten Superstars der letzten zehn Jahre sind schon wieder vergessen. Ich aber kenne einen, der ist seit 2000 Jahren unvergessen, wurde sogar in einem Musical „Superstar“ genannt, war aber alles andere als ein „Star“:
Er wurde nicht in einer Sendung gecastet, kam nicht in einem Königspalast zur Welt, besaß kein Geld und keine Armee. Seine Macht war die Liebe, seine Kraft kam von Gott. Ihn traf der Spott der Menge und die Macht der Mächtigen richtete ihn zugrunde. Er gab sich hin, nahm alle Schuld seiner Peiniger auf sich, vergab ihnen und überwand mit seiner Liebe sogar den Tod. Hier haben wir noch mehr über sein Leben zusammengestellt.
Ich baue mein Leben auf die Liebe dieses Mannes und habe das bis heute nicht bereut. Ich glaube, dass er Gottes Sohn war. Er macht Menschen stark, ihre Ängste und ihre Mutlosigkeit zu überwinden. Er liebt auch die Gescheiterten. Der hl. Papst Johannes XXIII. sagte einmal über die Menschen, die ihm vertrauen: „Wer Glauben hat, der zittert nicht. Er überstürzt nichts, er ist nicht pessimistisch, er verliert nicht die Nerven. Glauben, das ist Heiterkeit, die von Gott kommt.“
Diese Heiterkeit wünsche ich dir auch. Noch Fragen? Hier findest du Menschen, die sie vielleicht beantworten können.

Gerhard Lenz (für Gott in Berlin)



Samstag, 3. Mai 2014

Wer kommt in den Himmel?

Wahrscheinlich kommen gerade die Menschen in den Himmel, von denen wir es am wenigsten annehmen, die für unsere Verhältnisse und Vorstellungen einfach völlig danebenliegen...
Aber vielleicht sind es gerade jene, die selten religiös daherreden und die Freiheit haben, sich ganz auf andere einzulassen. Für die Gott nicht eine unerreichbare Figur darstellt, die ständig mit erhobenem Zeigefinger zürnt und bestimmte Leistungen erwartet, sondern die den liebenden Vater in Christus erkennen, wenn er ihnen verkündigt wird. Die nicht so viel und kompliziert theologisch umeinander denken oder ihr Wissen zur Schau stellen, sondern ganz einfach lieben und leben und empfänglich dafür sind, sich selbst lieben zu lassen.
Oft sind uns gerade jene Vorbilder, von denen wir nie dachten, dass uns ihre Stürze, Lebenskrisen oder gar ihr Lebenswandel irgend etwas sagen könnte. Und doch sollten wir genau da die Ohren spitzen und hinhören, denn diese Leben sprechen Bände. Sie erzählen von den Erfahrungen des Falls, des Leids, der Scham, der Verachtung, der Verlorenheit, Einsamkeit und den vielen kleinen Siegen im Kampf ums Dasein. Diese Menschen spüren ihre eigene Sündhaftigkeit und Bedürftigkeit und strecken sich demütig und voller Hunger nach Erneuerung und Heilung aus, koste es, was es wolle.
Bild: Vittoria Salati, La Maddalena ai piedi di Gesù,
Und vielleicht machte das einen entscheidenden Unterschied aus, zwischen den damaligen Religionsführern zu Jesu Zeiten und den Zöllnern und Huren, die ihnen ins Reich Gottes vorausgehen sollten. Sie haben das Wesentliche mit dem Herzen verstanden und das Notwendige nicht unterlassen: sich mit ihrem kaputten und sündigen Zustand voller Vertrauen in die liebenden Arme Gottes zu werfen. Sie schauten nicht auf die anderen, sondern auf sich selbst und spürten, was sie brauchen.
Wenn ich das lese, spüre ich die frohe Botschaft, dass es bei Gott kein Ansehen der Person, wohl aber ein Ansehen des Herzens, der Motivation und vor allem der Sehnsucht nach Erlösung, Vergebung und Heilung gibt. Und wie unwichtig im Vergleich dazu all mein religiöses, theologisches und seelsorgliches Wissen ist, wenn ich es nicht mit einer liebevollen, vertrauten, tiefen und authentischen Beziehung mit Jesus Christus verbinden kann und daraus meine Lebenskraft schöpfe, um aus dieser Haltung heraus anderen zu begegnen.
In meinem Kopf kann es von Bibelstellen nur so wimmeln, die ich auswendig zitiere, und trotzdem kann ich unter einer religiösen Engstirnigkeit leiden, die anderen neben mir die Luft zum Atmen nimmt. Über die Liebe Gottes zu reden ist nicht immer gleichbedeutend damit, den anderen wirklich so zu lieben, wie Christus ihn liebt, und ihn anzuschauen, wie Christus ihn anschaut. Alles äußere Gehabe und das religiöse Zurschaustellen eigener Überzeugungen bringt überhaupt nichts, sondern übertönt nur die eigentliche Sehnsucht, die mich zum Ewigen und Einzigen hinziehen möchte. Dann sind es vielleicht viele wohlklingende, aber doch hohle Worte, die ich finde, verstaubtes Wissen ohne wirkliche Weisheit und übertriebene Selbstdarstellung auf dem Markt der Eitelkeiten.
Herr bewahre mich davor, dass mein Leben so in Schieflage gerät, denn dann werde ich garantiert nicht vorangehen, sondern denen folgen, die auf das Ziel zugehen, die sich darüber im Klaren sind, woraus sie errettet wurden und denen egal ist, was andere über sie denken. Die sich vor dir auf die Knie werfen und nie größer und schöner waren, als in diesem einen Moment ihrer Hingabe.
Und für jedes Quäntchen Wissen, das wir uns aneignen, Herr, fülle uns bitte mit doppelt so viel Liebe und Barmherzigkeit, damit wir es zur Ermutigung und nicht zur gegenseitigen Degradierung einsetzen, zum Wohl und nicht zur Abwertung oder Manipulation. Damit wir die Sünder, Zöllner und Huren in die Arme nehmen und uns von ihnen berühren lassen, wie Jesus es tat. So können wir von ihnen lernen - auch, wenn es uns manchmal wirklich schwer fällt.

Daggi Klingmann für "Gott in Berlin"

Donnerstag, 1. Mai 2014

Schöpfung ohne „Anknipser“ ?

Schöpfung ohne Anknipser? Quelle: roland-muri.comAm 17. März 2014 haben Naturwissenschaftler auf einer Pressekonferenz über neue Erkenntnisse der ersten Augenblicke des Universums berichtet. „Die Astrophysiker haben sich dabei bis auf einen winzigen Bruchteil einer Sekunde an den „Big Bang“ herangetastet, dem Entstehungsmoment des Universums. 

Sollten sich diese neuen Forschungsergebnisse durch weitere Untersuchungen bestätigen lassen, sind sie nicht nur ein indirekter Nachweis für die von Albert Einstein vor 100 Jahren vorausgesagten Gravitationswellen. Sie belegen auch die vor 35 Jahren von dem Amerikaner Alan Guth begründete, sogenannte Inflationstheorie. Diese besagt, dass sich das Universum im Bruchteil einer Sekunde nach dem Urknall rasant (schneller als Licht !) ausdehnte. Während dieser Phase entstanden die Gravitationswellen, deren Spuren nun, knapp 14 Milliarden Jahre später, in der Hintergrundstrahlung zutage treten. Man muss kein Experte sein, um den Schnappschuss von der Geburtsstunde des Weltalls atemberaubend zu finden. Näher an den Ursprung werden wir nicht herankommen. Die frühe Inflation der ersten Sekunde hat alle Spuren dessen getilgt, was vorher war.“ (nach Hartmut Wewetzer, Tagesspiegel vom 19.03.2014)

Ist nun mit diesen neuen Erkenntnissen auch Gott überflüssig geworden, der Schöpfer des Himmels und der Erde? Kommt Gott immer dann ins Spiel, wenn die Naturwissenschaft etwas nicht erklären kann ? Dies würde doch bedeuten, je mehr Erkenntnisse die Wissenschaftler gewännen, desto kleiner würde seine Rolle. Gott demnach als Spielball der Wissenschaftler ? Und wenn dann eines Tages alles physikalisch erklärbar wäre, dann kommt Gott garnicht mehr vor ? Ich lehne diese Annahme ab. Es ist doch nicht so, dass Gott für eine Sekunde auf die Bühne kommt, das Universum anknipst und dann wieder verschwindet. Hartmut Wewetzer beschrieb in dem Tagesspiegel-Artikel folgenden Vergleich: „Das wäre so, als würde ein Schiedsrichter ein Spiel anpfeifen, um dann das Feld achselzuckend zu verlassen.“

Der Meinung vieler Menschen nach beinhaltet die Urknalltheorie von der Entstehung des Universums durchaus die Möglichkeit, ohne göttliche Hand den Start zu vollziehen. Nur, wie wahrscheinlich ist dies ?
Wer oder was sollte dann der „Beginner“ bzw. der „Starter“ sein ? Es stellt sich immer die Frage nach dem „Vorher“, dem „Etwas“, was vor dem Urknall war. Darüber gibt es keine Spuren, diese sind durch die o.g. Inflation vernichtet worden. Die Wissenschaft kann keine Erklärung für das „Vorher“ liefern, also greift sie hilfsweise zu weiteren Theorien.

Schöpfung ohne Anknipser? Quelle: consolewars.de
Schöpfung ohne Anknipser?
Zum einen dem „pulsierenden“ Universum, einem Zyklus von einem Urknall zum nächsten. Das Universum bläht sich auf, kommt zu einem Punkt, wo es wieder zusammen fällt, um einem neuen Urknall entgegen zu steuern („Big Crunch“ als Gegenteil zum „Big Bang“). Oder dem Prinzip des Multiversums, vielen nebeneinander als Blasen existierenden Universen. Ohne jeglichen Kontakt untereinander. Ich stelle mir dies bildlich wie kochendes, blubberndes Wasser oder wie Seifenschaum beim Baden vor. Bei allen genannten Modellen bleibt aber trotzdem immer noch die Frage nach dem „Vorher“ und dem „Nichts“ bestehen. Bei dem „Nichts“ kann ich mir immerhin noch vorstellen, es gab keine Materie aber womöglich Energie, vergleichbar dem Vakuum im Weltall. Dies ist sehr wohl voller Energie, aber ohne Materie. Aber bei dem „Vorher“ habe ich große Probleme, da ich es gewohnt bin, in Zeitläufen zu denken. Etwas beginnt und endet auch wieder. Für mich kommt da nur Gott in Frage, er hat das Universum „gestartet“, wie auch immer !.
Diese Erkenntnis wird mir mit Sicherheit in der „Ewigkeit“ deutlich werden.


Thomas Nobiling, LKG Eben Ezer, Berlin-Lichterfelde, für GottinBerlin.com