Donnerstag, 30. Oktober 2014

Wenn Kinder drohen lernen!

Wenn Kinder drohen lernen; Fotolia_71116501_XS
Wenn Kinder drohen lernen!

In ein paar Tagen stehen sie wieder vor der Tür, kleine Knirpse, mächtig gruselig aufgemacht. „Spielen Halloween“, sagen sie dann, aber zuvor erklärt einer zwischen vollmundig und „Ich weiß nicht so richtig“: SÜSSES ODER SAURES. Ach ja. Kaum einer, weiß so richtig, was Halloween heißt, und dennoch wird es seit einigen Jahren akribisch von Kindern und begleitenden Erwachsenen „gefeiert“. Also, ich werde mich gerade für Süßes entscheiden wollen … und will den Kerlchen sagen, dass ich mich gern für Süßes entscheide und dass sie davon doch etwas geben können … da rempelt wahrscheinlich der eine Größere den anderen Kleineren an und flüstert ihm zu: „Das heißt SÜSSES – SONST GIBT`S SAURES“. Aus dem Angebot wird eine kleine Drohung. Und mehr fällt ihnen auch nicht ein. Seltsam. 

Seltsam. Sonst bitten wir um Süßes – das, was an Halloween geschieht, passt so gar nicht zu Kindern, die wir sonst phantasievoll, reich an Witz und Ideen und kindlicher Naivität erleben. Drohungen erleben wir leider tagtäglich genug: Bußgeldandrohungen usw. Wir sind eigentlich nicht zimperlich damit: „Mach ..., sonst ....“ Schule, Kindergarten und Zuhause ... überall haben wir das. Doch hier wird mit einer Drohung gespielt ... und bisweilen wird sie umgesetzt. Das mag ich nicht. Ach, dieses blöde Halloween. Es hat so gar nichts Freundliches und Verbindendes. Es geht mir jetzt beim Schreiben nicht um die vermuteten okkulten Hintergründe. Es geht mir nicht um die ebenso vermuteten Hintergründe, die den Tag mit Allerheiligen in Verbindung bringen usw. Mich bewegt zuerst: Warum kann es nicht bewusst freundlich und hell zugehen, ohne Gruseln, ohne Drohungen ... Kindern, die mir ein frohmachendes Lied singen würden, gäbe ich gern ... 

Ich erinnere mich: Da, wo ich herkomme, gingen wir den ganzen Herbst über – und nicht nur am Martinstag - immer wieder mit Laternen in der Dämmerung, und zum Martinstag haben wir dann an den Türen das „Matten, Matten Herrn“ gesungen, plattdeutsch:

Matten-, Mattenherrn, die Äppel un de Beern, de hebbt wi ja so geern. 

Maak op de Döör, maak op de Döör, staat paar lüttje Kinner vöör. 

Giff se wat, giff se wat, laat se nich so lange staan, 

mutt noch paar Huus füdder gaan.

Es gab nicht nur was zu erbitten (Äppel un de Beern), sondern auch etwas zu verschenken: Als Kinder brachten wir Licht an die Haustüren und Musik gab es, als wir gesungen haben. Welche Möglichkeiten bieten der Reformationstag, der 31.10., und dann am Abend der Vorabend des Gedenktages Allerheiligen anstelle des Gruselns und Drohens ? Licht, Wärme, Liebe, Helligkeit ... dafür steht Jesus, dafür stand Martin Luther, als er von Gottes Gnade und von „zuerst Jesus“ sprach, dafür standen alle Heiligen vorbildhaft.

In unseren Kirchen wird übrigens an beiden Tagen nichts Dunkles oder Bedrohliches gelesen, sondern es werden die SELIGPREISUNGEN verkündigt:

Selig sind die, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. Selig sind die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig sind die, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben. Selig sind die, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden. Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig sind die, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen. Selig sind die, die den Frieden tun; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden. 

Verheißungen in eine jetzt beginnende Ewigkeit: wer das Leben wagt, hat schon gewonnen. Wer das Licht wählt, steht im Licht. Wer im Schweren Gott wählt, steht nicht im Dunklen.

Mit dieser Friedens- und Lebensbotschaft grüßt  herzlich  Thomas Bruhnke

Donnerstag, 23. Oktober 2014

Todesangst und Todessehnsucht – Lebensangst oder Lebenssehnsucht?

Lebenssehnsucht; Photo by Jutta Lörler
Lebenssehnsucht
Wow! Sonnenschein und sommerliche Temperaturen Mitte Oktober in Berlin – das lockt sogar den chronischen „Vor-der-Glotze-Hocker“ und den Online-Spielsüchtigen vor die Tür. Tatsächlich hatte so mancher Schwierigkeiten, eine freie „Sonnenbank“ zu bekommen bzw. einen Platz draußen im Café von nebenan. Die Stadt ist in Bewegung: Last-Minute-Sonne tanken und den Wärmetank auffüllen für die kommende Zeit.

Denn…der graue, trübe, kalte November kommt bestimmt! Und mit ihm macht sich auch diese dunkle, depressive Stimmung in Berlin breit. Die Köpfe hängen tiefer, die Kleidung wird dunkler und schwerer, die Straßen und die Landschaften verlieren ihre Farbe und ergrauen zu einem stumpfen Grau(en).

Für einige Menschen ist diese Herbstzeit eine gute Beschreibung von dem, was sich in ihrem inneren Seelenleben abspielt: ein Zustand der Öde, der Traurigkeit, der Dunkelheit und der Verzweiflung und Ausweglosigkeit. Keine Freude mehr am Leben und keine Hoffnung auf Besserung. Kommen noch heftige Lebenskrisen dazu und brechen wichtige Beziehungen ab, gibt es für manche Menschen keinen Grund mehr zu leben. Denn das Leben erscheint so schwer und nicht lebenswert.

Das ist traurig. Und ein Irrtum. Ein großer Irrtum!

Denn es gibt einen Grund zum Leben! Jesus sagt: „In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, denn ich habe die Welt überwunden“ (Joh 16, 33) und außerdem heißt es, dass er denen, die sich auf IHN ganz einlassen, zusagt: „Ich habe euch nicht einen Geist der Furcht(samkeit) gegeben, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“ (2.Tim. 1, 7.) Jesus hat das Grau(en) in Grau besiegt, er nimmt den Schleier weg, der uns die Sicht nimmt und zum Stillstand zwingt. Er gibt uns Kraft, die nicht versiegt, erneuerbare Energie, Liebe, die Leben schenkt und fähig ist zu empfangen und zu geben. Und Verstand bzw. Weisheit, wie man richtig lebt, ja sogar ewig lebt.

Raus aus dem Grau – Rein ins Leben! Nicht verstecken und zurückziehen, sondern sich auf die Suche machen nach diesem Leben. Es ist zu finden und zu haben.



Jutta Lörler für GottinBerlin


Dienstag, 21. Oktober 2014

Sonne tanken und wirken lassen

Sonne tanken und wirken lassen; Photo by Thomas Gerlach
Sonne tanken und wirken lassen
Für den vergangenen Sonntag wurden 24 Grad bei wolkenlosen Himmel angesagt. Für mich war das nach zwei überdimensionalen  Arbeitswochen ein Grund, meiner lieben Frau Angela vorzuschlagen, nur Zeit zu zweit zu haben; ohne Gottesdienst, ohne Gemeinde, ohne Essen kochen, ... Zu lange hatten wir keine Sonne mehr gesehen. Gesagt, getan! Mit den Rädern nach Henningsdorf, an der Brandenburgischen Havel bis runter nach Spandau und über die Bernauer Str. zurück nach Tegel/ Heiligensee. Das tat richtig gut. Endlich mal wieder Sonne satt.


Sonne tanken und wirken lassen; Photo by Thomas Gerlach
Sonne tanken und wirken lassen
Am Samstag zuvor hatten wir Leo, unseren Enkel zu Besuch. Leo entdeckte an unserer Wohnungstür einen "Regenbogen", obwohl von Regen oder Wasser keine Spur zu sehen war. Ich ging der Entdeckung nach und fand als Ursache der bunten Farben ein Glasherz, welches im Küchenfenster an einer Blume hing, in dem sich die Sonnenstrahlen brachen und als Spektrum auf der Tür darstellten.
Ich musste schmunzeln, als ich das sah. Sofort verfiel ich wieder meinen "Gleichnis-Drang", um Gottes Wirken in Bildern darzustellen. 


Sonne tanken und wirken lassen; Photo by Thomas Gerlach
Sonne tanken und wirken lassen
Wenn Gott seine Liebe durch unser Herz leuchtet, dann wird es, wie das Spektrum, in vielen Bereichen unserer Umgebung hell und bunt. Wo seine Liebe durch uns sichtbar wird, entsteht immer hoffnungsvolles Leben, was sich durch Liebe zueinander darstellt. Wir haben es zuzulassen, das ER wirkt und wenn wir uns seiner Liebe bewusst entziehen, dann dürfen wir uns auch nicht beklagen, dass sich unsere Umgebung kalt, grau und abstoßend entwickelt. 

Gut, dass die Sonne und die Liebe Gottes unabhängig von uns wirken. Hier können wir Menschen mal nichts zerstören. Das, was in uns hineinstrahlt, soll uns persönlich erhellen und mit dem Überfluss davon andere anstrahlen.
Vincent van Gogh sagte:  
„Je mehr man liebt, um so tätiger wird man sein.“ 

Thomas Gerlach für GottinBerlin 


Sonntag, 19. Oktober 2014

Maulwurf global

Maulwurf global; Fotolia_54777873_XS
Maulwurf global
Jesus spricht: "Ich bin gekommen, um auf der Erde ein Feuer zu entfachen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen!
(LUKAS 12,49)"

Aus der Sicht der Maulwürfe zur Globalisierung: 
Ich verstehe die Welt nicht mehr. Alle Menschen die irgendein Problem haben, werfen ein Wort in die Diskussion - und damit scheint alles geklärt zu sein: Globalisierung! Geht eine kleine Firma zugrunde, liegt es an der Globalisierung! Machen die Banken pleite, dann ist die Globalisierung daran schuld! Funktioniert ein Gaspedal an bestimmten Autos serienweise nicht richtig, dann kann man der globalen Autoproduktion die Verantwortung zuschustern.

Bekommt die Politik ihre Sache nicht auf die Reihe, dann wird das auf die komplizierte Globalisierung geschoben. Als Maulwurf kann ich mich darüber nur wundern.Asterix hätte gesagt: Die Gallier, die spinnen! Das vermuten wir Maulwürfe auch bei manchen Menschen:

Wir Maulwürfe hatten noch nie ein Problem mit der Globalisierung. Wir machen global immer das Gleiche: wühlen. Immer nur wühlen. Ohne Grenzen, ohne Aufsicht, ohne engen Horizont. Und seit wir in der Höhlenkirche einen jungen Maulwurfpastor haben, der die Welt schon mal geschnuppert hat und als Stundent eine Wühlphase in Australien verbracht hat, wird unser Horizont immer weiter. Er kann uns richtig begeistern von der globalen Perspektive, auch von der globalen Perspektive der Bibel.


Dort heißt es, dass Gott sagt: Die ganze Erde ist mein! Und Jesus hat zum Schluss seinen Freunden und Wühlkameraden den Spruch mit auf den Weg gegeben: Wühlt in aller Welt! Macht den Boden locker für gute Aussaat. Beißt euch durch - bis ihr meine Botschaft allen gebracht habt.

Jedes Feld, jeder Garten, jedes Tier und besonders die Menschen sollen also globale Erfahrungen machen und nicht in ihrer Provinz versauern! Angst vor Grenzen - kann man abbauen. Angst vor anderen Gebräuchen, Sitten, Essgewohnheiten - kann man verlieren!


Angst vor Veränderungen hat nur der, der sich gegen jede Veränderung wehrt.
Wenn wir in unserem Maulwurfkichengemeinderat ein Problem beschnuppern, dann erzählt uns unser junger Pastor seine Geschichten aus seiner Zeit in Australien. Dabei strahlt er so über beide Maulwurfsbacken, dass man Angst bekommen könnte, er verlässt unsere Höhlengemeinde und wühlt sich wieder nach Australien durch.

Was er uns da erzählt? Dass er als junger Maulwurfstudent mit anderen Aussteigern am Strand am Feuer saß. Man muss wissen, das an solchen Abenden zum Genuss meistens die betäubenden Rauchkräuter der Steppe genagt werden und zwar so lange, bis alle flach liegen und nicht mal mehr in ihre Höhlen zurückfinden.


Aber an diesem Feuer damals war alles ganz anders, erzählte er. Alle waren fröhlich und entspannt. Da saß ein Maulwurf in der Runde, der nahm ein brennendes Stück Holz aus dem Feuer und legte es in den Sand.
Zuerst brannte es noch, dann glühte es, rauchte, stank und erlosch.

"So geht es mit denen", sagte der unbekannte Maulwurfsfreund in die Runde, "so geht es denen, die sich vom globalen Feuer der Liebe Gottes trennen.
Die nicht hören wolle, dass Jesus gekommen ist, um ein weltweites Feuer seiner Liebe anzuzünden. Ohne Grenze, ohne Ängste, ohne Zurückhaltung sollen alle Menschen von seiner globalen Liebe, Kraft und Leidenschaft erfahren."

Dann legte er das verglühte Holzstück ins Feuer zurück und sagte:
"Nur wer im Feuer liegt, der wird brennen und glühen und eine weltweite Perspektive haben."

Diese Geschichte hat uns beschäftigt. Still, total nüchtern und sehr nachdenklich
schlichen wir uns in dieser Nacht in unsere Höhlen zurück. Bereit für die ganz andere Globalisierung. Die Globalisierung der Liebe Gottes!

Diese Geschichte fand ich so ergreifend, dass ich sie hier aufgeschrieben habe.

Lasst uns auch vom Feuer der Liebe Gottes anzünden und es in die Welt hinaustragen.

von Lucie für "GottinBerlin"


Freitag, 17. Oktober 2014

M. und F. haben es erlebt

M. und F.  haben es erlebt; fotolia #68272005
M. und F.  haben es erlebt
M. erzählte uns in der Gemeinde, dass in die Sorge um die Dauerschmerzen ihres Kindes ein Lichtstrahl gekommen ist. Nachdem sie in der Gemeinde beim Gottesdienst um Gebet gebeten hatte, wagte sie in den Folgetagen den Anruf in einer Spezialklinik mit der Bitte, sich doch das Problem einmal anzuhören. Was noch nie bisher passiert ist: Innerhalb weniger Minuten hatte sie den Spezialisten am Apparat und konnte die Lage schildern und ... einen recht kurzfristigen Termin vereinbaren.

M. und ich glauben an Gebetserhörungen. Wir glauben daran, dass der Gott, dem wir Vertrauen schenken, etwas verändern kann. Er verändert uns, er kann Menschen aufeinander zu sich bewegen lassen, er kann Heilung schenken, er kann etwas, was festgefahren scheint, in Bewegung bringen ...

Manchmal sieht alles anders aus als rosig und doch sagt M.: Gott hilft uns durch, manchmal anders als wir denken, aber es tut sich etwas. Wenn ich zulasse, dass Jesus Christus mich liebt, dann passiert etwas: Liebe verändert.

F. erzählte von einem Ereignis, dass viele Jahre zurückliegt. Ein Streit, ein Beziehungsabbruch. Es hat sie nie losgelassen, was da passiert ist. Irgendwann begann sie, der Person im Gebet zu vergeben. Aber es wurde nicht besser in ihrem Herzen: Unruhe, immer wieder an die Geschehnisse denken … usw. Und dann sagte ihr jemand: Nicht nur vergeben, … auch selbst um Vergebung bitten; es könne doch sein, dass ihr eigenes Verhalten dazu beigetragen habe, dass es zu dem Zerwürfnis gekommen sei.

Das tat F., im Gebet nahm sie diese Beziehung mit vor Gottes Angesicht und bat um Vergebung.

Von Stund an habe sie Frieden in ihrem Herzen gehabt, schlafe ruhiger und gehe einer Begegnung anders entgegen, sagte F. abschließend.

Liebe sucht sich ganz eigene Wege.

Was meinst Du (?), …
… fragt Thomas Bruhnke, Er schreibt für GottinBerlin.com/.de


Mittwoch, 15. Oktober 2014

Nicht ohne meinen Anwalt!


"Ich sag nichts mehr ohne meinen Anwalt." 
Nicht ohne meinen Anwalt!; fotolia #71116501
Nicht ohne meinen Anwalt! 
Diesen Satz hören Sie mindestens einmal die Woche, wenn Sie sich Krimis im Fernsehen anschauen. Da wird ein auf das Polizeipräsidium vorgeladener Mensch durch bissige Fragen in die Enge getrieben. Jetzt spürt er: "Noch ein falsches Wort und ich belaste mich selbst." Ab sofort schweigt er und wartet auf seinen Anwalt.
Der Anwalt vertritt die Interessen seines Mandanten. Dafür wird er von ihm bezahlt. Er sollte aber gleichzeitig Anwalt des RECHTS sein. Anwalt, Verteidiger und Richter wollen und sollen die Wahrheit in einem Fall herausfinden. Vielen Angeklagten und leider auch manchen Anwälten geht es aber nicht ums Recht, sondern um ihre Interessen. Da sind oft spitzfindige Argumente und zweifelhafte Alibis nötig, um die Unschuld des Angeklagten zu "beweisen". Recht bekommt oft jener Mensch, der den besseren Anwalt hat. ---
Ein leider weltweites Phänomen ist zu beobachten: Das Vertrauen der Menschen untereinander schwindet in rasantem Tempo. Ob vor Gericht oder in den Parlamenten der Welt. Vor einem halben Jahrhundert konnte man über den Ausspruch Konrad Adenauers noch lächeln, als er sagte: "Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern."
Die desolate Weltlage erfordert heutzurage mehr zuverlässige Menschen, die sich an ihre Versprechungen halten. Staaten und Parteien, die ihre Verträge einhalten. Immer häufiger höre ich, wenn über Politiker gesprochen wird: "Denen glaube ich nichts mehr". Ohne eine gesunde Vertrauensbasis untereinander muss eine Demokratie zerbrechen. Immer mehr breitet sich das "JEDER GEGEN JEDEN aus.

Die Bibel weist im NEUEN TESTAMENT darauf hin, dass am Ende der Zeit die Liebe erkalten wird. - Wahrscheinlich, weil keiner mehr dem andern trauen kann. Wörtlich lesen wir da:

Sei dir jedoch darüber im Klaren, dass die Zeit vor dem Ende eine schlimme Zeit sein wird. Die Menschen werden selbstsüchtig sein, geldgierig, großtuerisch und arrogant. Sie werden ihre Mitmenschen beleidigen, ihren Eltern nicht gehorchen, undankbar sein und weder Ehrfurcht noch Mitgefühl kennen. Sie werden unversöhnlich sein, verleumderisch, unbeherrscht, gewalttätig, voll Hass auf alles Gute und zu jedem Verrat bereit. Sie werden vor nichts zurückschrecken, um ihre Ziele zu erreichen, und werden von Hochmut verblendet sein. Ihr ganzes Interesse gilt dem Vergnügen, während Gott ihnen gleichgültig ist. Sie geben sich zwar einen frommen Anschein , aber von der Kraft Gottes, die sie so verändern könnte, dass sie wirklich ein frommes Leben führen würden, wollen sie nichts wissen . Von solchen Menschen halte dich fern!

Soweit der Text aus 2. Timotheus 3:1-5 -- Neue Genfer Übersetzung
NGU 2011

Lesen Sie diesen einen Satz nochmal:

Sie schrecken vor nichts zurück, um ihre Ziele zu erreichen.

Und jetzt schauen sie in ihre Tageszeitung. Oder Sie reflektieren einfach, ohne Ihnen zu nahe zu treten, ihre eigenen Entscheidungen der letzten Monate?

Mein Hausarzt meinte kürzlich:
"Je mehr ich die Entwicklung im Weltgeschehen verfolge, desto mehr beginne ich an Gott zu glauben."

Es ist gut zu wissen, dass sich immer mehr Menschen an Gott, den gerechten Anwalt unserer Angelegenheiten, erinnern und an ihm festhalten.
An Gott wenden sich leider oft nur diejenigen Menschen, die nichts zu verbergen haben, und sich zumindest bemühen, glaubwürdig zu leben.
Gehören Sie ab morgen auch dazu?


Werner Zimmerman für GottinBerlin.com und www.mavuno.de

Mittwoch, 8. Oktober 2014

Ein Pastor erzählt was zur Sünde:

Kürzlich saß ich in einem sehr vornehmen Hause und ein geladener Kreis von Männern und Frauen war zusammen. Dabei kam das Gespräch auf das vielbelächelte Thema Sünde. 
Man lächelte auch hier. Aber dann sagte ein Mann aus der Ölwirtschaft: Ja, mit Sünde dürfen Sie dem modernen Menschen nicht mehr kommen . Aber ich will ihnen etwas sagen: Wenn ich schon keine Sünde hätte, so habe ich doch tief in mir einen ganzen zoologischen Garten: einen Löwen, der meine Frau anbrüllt, eine Schlange, die ihr Gift verspritzt, einen Aal, der sich geschickt überall hindurch windet auf Kosten der Wahrheit und einen Igel, wenn der hoch kommt, dann gibt es Stacheln und Wunden nach allen Seiten. O nein, keine Sünde, nur ein ganzer zoologischer Garten. Ich muss bekennen, diesen Widersachern in mir wurde ich nicht Meister. Kaum waren sie da, hatten sie auch schon alles verwüstet. 
Aber seit ich Jesus kenne, ist es anders, sie kommen jetzt viel seltener, sie wittern und fürchten ihren Bezwinger, vor ihm müssen sie wieder verschwinden. Jetzt lachte keiner mehr.
In einem Leben mit Jesus lernen wir, Sünde wirklich zu überwinden; denn wir dürfen bitten: „Herr, halte mich nah bei dir jeden Tag, dass ich nicht fallen und abirren mag“.

Zusatz-Info in der Bibel:  Psalm 51,12-14, 1.Korinther 15,57, Psalm 16,1-11 und 18,36


Dr. Irene Lammers für GottinBerlin


Montag, 6. Oktober 2014

Anbetung und Zigarre

Am vergangenem Donnerstag, den 02. Oktober, lass ich in der Losung und zitiere frei nach 1. Mose 35,3
"Lasst uns nach Bethel ziehen, dass ich dort Gott, einen Altar errichte. Dem Gott, der mich in meiner Traurigkeit nicht alleine gelassen hat und mich auf meinem Lebensweg begleitet hat."

Mich überkam der Gedanke, auch in Berlin einen sichtbaren Platz  einzurichten, wo wir Christen, ob Berliner Christen oder Touristen-Christen, zusammen kommen und Gott sichtbar für die Berliner Bevölkerung anbeten. Ich stelle mir so was vor, wie das Mahnmal, die "Ewige Flamme" auf dem Theodor-Heuss-Platz in Charlottenburg. Ja, wir könnten uns auch in einer Kirche treffen, doch Kirche ist für die meisten Berliner abgegriffen und wir Christen könnten hinter dicken Mauern keine "sichtbare Öffentlichkeitsarbeit" leisten. 
Anbetung und Zigarre; Photo by Thomas Gerlach
3.Oktober nach dem Sonnenuntergang auf dem Teufelsberg.
Im Zuge des Mauerfalls haben wir Christen zwar einige öffentliche Termine in Berlin, auch sind hier und da Räume in Berlin, wo Suchende sich hinwenden können, doch ich meine und spreche von einem Platz in Berlin, der diese sichtbare, ewige Flamme an 365 Tagen im Jahr in Berlin zeigt. Ein guter Vergleich ist auch die Klagemauer in Jerusalem.

Wir Berliner sind Steuerzahler und Wähler unseres Senats. Deshalb dürfen wir Christen auch eine gewisse Selbstverständlichkeit und gesundes Selbstbewusstsein an den Tag legen und unserem Senat ein finanzielles Angebot für diese Anbetungsstätte z.B. mitten auf dem Alexanderplatz unterbreiten. Dann beginnt die Verhandlung.
Ich habe es selbst erlebt, das Muslime gegenüber dem Senat keine Scheu vor Forderungen haben, wenn es um deren Glaubens-Interessen geht. 

Dieser Platz ist dann ebenfalls ein Speaker´s Corner für unsere Evangelisten, wie Werner Nachigall, Thomas Nachtigall, usw.

Anbetung und Zigarre; Photo by Thomas Gerlach
Eine Zigarre am 3. Oktober 2014
Wir Christen wollen uns nicht verstecken. 

Am Freitag, 03.Oktober, war ich mit meiner lieben Frau Angela wieder auf dem Teufelsberg. Leider erst kurz nach dem Sonnenuntergang. Und wieder habe ich zur Feier des Tages mir eine gute Zigarre angezündet. Dies tue ich nun schon über viele Jahre und wenn es die einzige Zigarre ist, die ich im Jahr rauche. Nein, es ist kein Dankes-Rauch-Opfer. Und doch, nach dem ich Gott für den Mauerfall gedankt habe, gönne ich mir auch an diesem Tag etwas besonderes; eine Zigarre. So kann es auch mit dem Anbetungsplatz auf dem Alexanderplatz sein, dass wir Berliner Christen uns etwas besonderes leisten. Wer übernimmt die Initiative?


Thomas Gerlach für GottinBerlin.com/.de

Samstag, 4. Oktober 2014

Weihbischof Weider: Für das Lebensrecht eintreten!

Am 3. Oktober 2014 trafen sich ca. 300 Christen zu einer ökumenischen Dankandacht für 24 Jahre deutsche Einheit vor der Versöhnungskapelle in der Bernauer Straße. Die Predigt hielt Weihbischof Wolfgang Weider vom Erzbistum Berlin. Er erzählte, wie er vor 51 Jahren als junger Priester eine befristete Genehmigung von der Ost-Berliner Polizei brauchte, um Gemeindemitglieder in der Bernauer Straße direkt an der Grenze  besuchen zu dürfen.

Dort hatte er sich mit seinem nach West-Berlin geflüchteten Bruder verabredet, der ihn von der Westseite her anschaute. Winken war verboten, denn sonst hätte man sich verdächtig gemacht. Die Brüder schauten sich nur eine Weile an und dem jungen Priester Weider wurde dabei bewusst, dass dämonische Mächte eine Stadt, ein ganzes Land auseinandergerissen hatten. So erlebte er die Ohnmacht derer, die nicht zusammenkommen konnten, obwohl sie zusammengehörten. Solche Mächte - sagte der Weihbischof - seien auch heute noch am Wirken in der Ukraine, in Syrien, im Irak, in Palästina.

Er habe sich zwar oft gefragt, ob die Mauer einmal fallen würde, habe es aber nicht mehr geglaubt, dass er es erleben werde. Es schien in unendlicher Ferne und plötzlich war sie über Nacht weg ohne Blutvergießen. Der 9. November 1989 zeigte, wie sich der Traum eines ganzen Volkes erfüllte: "Wir fielen uns in die Arme und spürten, dass wir trotz der langen Trennung Brüder und Schwestern waren."

Wir haben uns in den vergangenen Jahren an dieses große Geschenk gewöhnt, betonte der Weihbischof, als sei dies etwas Selbstverständliches, aber es sei alles andere als selbstverständlich: "Wir müssen uns immer wieder an die gütige Hand Gottes erinnern, der uns herausgerissen hat aus aller Ausweglosigkeit und Verzweiflung, in die uns die Diktatur der roten Machthaber geführt hatte." Und deshalb würden wir heute über die Grenzen hinweg als die Kinder des einen Vaters zusammenkommen, dem wir das Wunder zu verdanken hätten. Wir haben zu danken, zu feiern und zu beten, denn wir seien beschenkt mit der Freiheit und geborgen in der Hand Gottes, dessen Allmacht wir erlebt hätten.


Pfarrer Axel Nehlsen bei
der anschl. Prozession
Missbrauch der Freiheit

Diese Freiheit könne aber auch missbraucht werden. Der Weihbischof verwies auf den "Marsch für das Leben", der hier vor kurzem durch Berlin geführt hatte. Auch ungeborene Kinder, von denen 100.000 in einem Jahr durch Abtreibung getötet würden, besäßen schon eine menschliche Würde. Deshalb hätte sich Papst Franziskus in einem eigenen Schreiben mit den Teilnehmern dieses Marsches solidarisch erklärt. Der Marsch hätte aber auch hasserfüllte Gegendemonstranten gefunden, die "erstaunliche Unterstützer selbst in den höchsten Kreisen der etablierten Parteien fanden". Diese "fanatisierten Verfechter für das Recht auf Tötung ungeborener Kinder haben sich zu massiven Beschädigungen der Kirchenfassade und des Pfarrsaals der Herz-Jesu-Pfarrei in Berlin-Mitte hinreißen lassen, wo der Bundesverband Lebensrecht seinen Sitz hat". Für diesen Missbrauch habe uns Gott die Freiheit nicht geschenkt!

Der Dank für die wiedererlangte Freiheit nach der Wende - betonte Weihbischof Weider - wäre unglaubwürdig, wenn wir nicht "mit aller Entschiedenheit für das Lebensrecht der noch nicht Geborenen und der noch nicht Gestorbenen" einträten.

Die Hand Gottes festhalten

Der "Tag der Deutschen Einheit" - so der Weihbischof - sei aber auch ein frohes Fest, weil er uns die Augen für den Reichtum der jeweils anderen Seite geöffnet habe. Wir müssten uns gegenseitig respektieren, aber auch korrigieren, Beziehungen pflegen und weiter gut zusammenwachsen. Wir seien behütet von Gottes guter Hand. Das verpflichte uns, diese Hand nicht mehr loszulassen und uns immer neu an ihm zu orientieren. Nur so bleiben wir in den Bedrohungen dieser Welt, die auch wieder über unsere Stadt kommen könnten, geborgen. 

Wir sollten uns gegenseitig mit Respekt begegnen: über alle Konfessionen und Religionen hinweg! Heute suchen Flüchtlinge aus den Krisenregionen der Welt auch in unserer Stadt eine neue Heimat. Sie brauchen materielle und menschliche Hilfe, um überleben zu können: "Wir dürfen sie nicht abweisen!" 

Schließlich sei uns Christen auch aufgetragen, die "Familien als kostbarsten und bewährten Hort der Geborgenheit" zu bewahren - gegen alle bedrängenden Einflüsse unserer Zeit, die die vorrangige Bedeutung von Mann und Frau, von Vater und Mutter relativieren möchte. Wir müssten unsere Verantwortung wahrnehmen, die christlichen Grundwerte unserer Gesellschaft zu retten, um das Glück unseres ganzen Volkes zu erhalten.

Gerhard Lenz (für GottinBerlin)

Wir haben Gott für das Wunder der Einheit gedankt und für die vom Krieg zerrissene Ukraine und die verfolgten Christen und Minderheiten im Irak und Syrien gebetet.