Donnerstag, 5. Februar 2015

Einander annehmen: Schaffe ich das?

Gedanken zur Jahreslosung
Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob (Röm. 15,7)
Als ich diese Jahreslosung zum ersten Mal las und mir darüber Gedanken machte, kam in mir die Frage auf:  Ja wie hat mich Christus denn angenommen? Als ich damals meinen Mann kennengelernt habe, hatte ich auch bald das Gefühl, dass er mich so annimmt wie ich bin. Das kannte ich vorher nicht.
Wenn ich aber weiter darüber nachdenke, dann habe ich mich nicht wirklich so vor ihm gegeben, wie es in meinem Innersten aussah. All die unguten Seiten habe ich vor ihm verborgen. Er hat mir gut gefallen und so habe ich mich von meiner besten Seite gezeigt. So fiel es ihm sicherlich nicht wirklich schwer, mich so zu lieben und anzunehmen. Erst später, als die Liebe zwischen uns tief und stark war, konnte ich mich ihm so zeigen, wie ich tief in meinem Innersten wirklich bin.
Vor Jesus Christus kann und muss ich mich gar nicht verstellen, um geliebt zu werden. Denn Jesus kennt mich ja von Grund auf, wahrscheinlich besser als ich selber. So ist mir durch die Jahreslosung wieder voll bewusst geworden: Jesus Christus liebt und nimmt mich an, mich mit all meinen Fehlern und schlechten Eigenschaften. ER klagt mich nie an, wenn ich mal wieder versagt habe.
Nein, Er schaut mich nur an und lädt mich ein, zu IHM zu kommen und all das fehlerhafte Verhalten unter sein Kreuz zu legen.
Und nun steht da in der Jahreslosung, ich soll meinen Nächsten so annehmen wie Christus mich angenommen hat.
Was für ein Anspruch: Meinen Bruder, meine Schwester, meinen Nächsten anzunehmen mit all ihren Fehlern und Schwächen. Ihnen nichts vorzuhalten, nein, einfach zu lieben.
Dass schaffe ich nicht von mir aus: Ich weiß, dass geht nur durch die Kraft und Liebe, die ich durch Jesus Christus erhalte.
Zu guter Letzt steht da aber auch noch: zu Gottes Lob! So werde ich auch noch belohnt. Wenn ich mich ganz unter dem Willen Jesus Anspruch stelle, wird es mir als ein Lob für meinen Gott und Heiland angerechnet. Ich lobe und ehre meinem Gott damit, wenn ich meinen Mitmenschen in seiner Ganzheit annehme. Das klingt für mich wie eine Verheißung meines Herrn an mich: In meiner Schwester, meinem Bruder Jesu unendliche Liebe zu sehen und zu entdecken. Wie könnte die Welt verändert werden, wenn wir mehr diesem Auftrag Jesu Raum geben würden.

Mittwoch, 4. Februar 2015

Von Allah zu Jesus

Vor etwa 20 Jahren ist Mary mit ihrer Familie aus dem Iran geflohen. Bis 1979 war dieses Land religiös relativ liberal, bis infolge der Islamischen Revolution Tausende hingerichtet, Schulen und Universitäten geschlossen und Bücher verbrannt wurden, die nicht mit der Scharia vereinbar waren. Mädchen und Frauen mussten lange schwarze Mäntel und Kopftücher tragen, später auch Schleier. So bekam sie Angst um ihre Töchter, denn im Iran ist es erlaubt, 9-jährige Mädchen gegen ihren Willen zu verheiraten. Viele wurden auf dem Schulweg entführt und in arabische Länder verkauft. 
Von Allah zu Jesus (Pur-Magazin 2/2015)
Für sie als gläubige Muslima wurde das Leben in dem iranischen Gottesstaat immer unerträglicher. So wurde zum Beispiel ihr Onkel brutal ausgepeitscht, weil er im Monat Ramadan beim Essen eines Apfels erwischt wurde. Kein Krankenhaus durfte ihn aufnehmen und seine schlimmen Wunden versorgen. So fragte sie sich: „Ist es wirklich der Wille Gottes, dass wir so leben? Was ist das für ein Gott?“
Innerlich war sie zerrissen. Als 13-jährige Koranschülerin kam sie mit ihrer Klasse dann an einem Friedhof vorbei, auf dem ein Hingerichteter beigesetzt wurde. Nur wenige Menschen waren da, die um ihn trauerten und weinten: vielleicht die Mutter, der Vater, der Bruder, die Schwester. Täglich wurden zu dieser Zeit hunderte, ja tausende im Iran hingerichtet. Die Koranlehrerin forderte die Mädchen auf, Steine zu sammeln und die Trauernden damit zu bewerfen, weil es Feinde des Islam seien. Sie schämte und versteckte sich: „Wie kann Gott so etwas verlangen? Wie kann Allah so hartherzig sein?“ Ihr Glaube an den Islam zerbrach in diesem Moment.
Bis heute hätte sich nichts an diesem furchtbaren Leben in dem iranischen Gottesstaat geändert – auch nicht unter dem neuen Präsidenten Hassan Rohani, betont Mary. Es werden Menschen hingerichtet, wenn sie den Koran kommentieren und kritische Fragen stellen oder es werden Gesichter von Frauen mit Säure verätzt, wenn sie keinen Schleier trügen. Sie verstehe nicht, warum die Welt davor die Augen verschlösse: „Was wir im Iran erleben, ist eigentlich das Muster eines islamischen Staates. Jeder islamische Staat sollte so sein, weil alles in der Scharia und dem Koran so grundgelegt ist.“ Islamisten seien nur solange kompromissbereit, wie sie keine Macht hätten, wenn sie aber in Österreich an die Macht kämen, würde es uns nicht besser ergehen als den Menschen im Iran oder Irak.