Montag, 23. März 2015

Omas, Opas, Tanten, Onkel... Paten gesucht


Omas, Opas, Tanten, Onkel gesucht!

Jeder zweite Haushalt in Berlin ist ein Einpersonenhaushalt. Das bringt sicher viel Einsamkeit, aber auch zeitliche und soziale Möglichkeiten mit sich. Zur Zeit gibt es etwa 120.000 alleinerziehende Mütter und
20.000 alleinerziehende Väter in Berlin. Die wirtschaftlichen und sozialen Prognosen machen es den Menschen immer schwerer, sich für ein Kind zu entscheiden. Die Folge ist nicht selten Abtreibung.


Es ist unserer unwürdig, dass in einem der reichsten Länder der Welt Familienplanung aufgrund von Zukunftsangst gehemmt wird. Dazu kommt, dass neben den Rentnern gerade Alleinerziehende von künftiger Armut bedroht sind. Die Familienpolitik lässt arg zu wünschen übrig. Wir Christen sind als Freunde Gottes Liebhaber und Beschützer des Lebens. Zumindest sollten wir das sein.

Hier unser dringlicher Aufruf an alle Berliner Christen, betend darüber nachzudenken, sich als Paten zur Verfügung zu stellen. Zwei Aspekte haben wir hier im Blick: Alleinerziehende durch Freundschaften zu entlasten. Den Kindern zeitlich und inhaltlich gerecht zu werden. Häufig fehlt den Kindern eine männliche bzw. weibliche Bezugsperson als Ausgleich zu Vater oder Mutter. Und viele Alleinlebende oder Ruheständler würden mit einer Patenschaft nicht nur anderen Menschen eine Stütze sein, sondern selbst reich beschenkt werden. Ich war mal an einer Schule tätig, an der die Zahl alleinerziehender Mütter immens hoch war. Da ich einer unter wenigen Männern war, erlebte ich, wie gerade die "väterlosen" Kinder meine Nähe suchten. Was ich ihnen an Zuwendung geben konnte, bekam ich von Ihnen dreifach zurück. Ein lachendes Kind, das noch zu ehrlicher Dankbarkeit fähig ist, das erleben zu dürfen ist ein nahezu unbeschreibliches Geschenk.


Aber gerade an Christen wenden wir uns. Nicht nur die Familienpolitik ist unter aller Sau, desgleichen die Bildungspolitik. Wer vermittelt unseren Kindern Werte, Tradition und Kultur? Wer sagt und zeigt Ihnen, dass sie unendlich geliebt sind? Wer lebt Nachfolge Jesu, der die Kinder zu sich kommen lassen will, der sagt, dass Ihnen das Himmelreich gehört? Wir Christen haben so vieles zu geben und dürfen so vieles empfangen. Lasst uns wieder zusammenrücken, lasst uns Gemeinschaften bilden, füreinander Verantwortung übernehmen, schenken und beschenkt werden; lasst uns die Liebe Gottes leben!


Wer kennt schon derartige Organisationen? Wer möchte sich bei uns melden, um sich hier zu engagieren? Was Ihr einem dieser Kleinen getan habt, habt Ihr mir getan, sagt Jesus.

Thomas Nachtigall für GottinBerlin.com

Samstag, 21. März 2015

Stachelig schön

Letztes Jahr um diese Zeit wusste ich, der sich für die Pflanzenwelt interessiert, noch nicht, wie sie heißen. Ein Mädchen aus dem Biblischen Unterricht hatte sich für mich schlau gemacht. Diese etwas stacheligen Pflanzen – es pieken die Blätter) mit den wunderschönen gelben Blüten, die wie kleine Kerzen aus einer Mitte kommend wirken und, ganz geöffnet traubenförmig aussehen. Die Blätter glänzen und die Beeren der meisten Arten sind sogar verwertbar. Mahonien!


Ich sehe sie oft, wenn ich durch die Grünanlagen hier in Lichtenrade gehe. Sie haben sich ganz schön ausgebreitet. In Vorgärten sieht man sie bisweilen auch – sehr dekorativ, weil die Pflanzen immer ganz eigen sind und nicht so „angepasst friedhofsmäßig“ aussehen … aber sie werden auch herausgerissen, weil sie unbequem sind, um sie zu pflegen. Da stören sie plötzlich. Echte Originale!

Die etwas piekigen Blätter erinnern mich daran, dass es Menschen gibt, die auch „stachelig“ sein können oder piekig.  Doch was will ich zuerst wahrnehmen, das „Piekige“ oder die herrliche Blüte und die schönen glänzenden Blätter, die in mehreren Farben leuchten? Also, ich meine: Jeder Mensch ist ganz eigen und einzigartig. So hat Gott das eingerichtet, es gibt einfach keine Kopien, nur Originale. Wer pieksig ist, soll halt vorsichtig behandelt werden. Das ist doch in Ordnung, oder? Doch so, wie die Mahonien wunderbare Blüten haben und andere Pflanzen auch, manchmal auch ganz unscheinbar, haben andere Menschen auch ihre „schönen“ Seiten. Man muss sich nur manchmal ein bisschen Mühe geben, sie zu entdecken, muss aufmerksam sein.


Lass dir von Gott erzählen, wie wunderbar du bist. So wunderbar sind auch andere Menschen, ja, wir alle!


Im 139. Psalm, Verse 14-17, betet ein Mensch in tiefer Verbundenheit mit Gott: Herr, ich danke dir dafür, dass du mich so wunderbar und einzigartig gemacht hast! Großartig ist alles, was du geschaffen hast - das erkenne ich!  Schon als ich im Verborgenen Gestalt annahm, unsichtbar noch, kunstvoll gebildet im Leib meiner Mutter, da war ich dir dennoch nicht verborgen.  Als ich gerade erst entstand, hast du mich schon gesehen. Alle Tage meines Lebens hast du in dein Buch geschrieben - noch bevor einer von ihnen begann!  Deine Gedanken sind zu schwer für mich, o Gott, es sind so unfassbar viele!



Und im Psalm 8 heißt es ab Vers 4: Ich blicke zum Himmel und sehe, was deine Hände geschaffen haben; den Mond und die Sterne - allen hast du ihre Bahnen vorgezeichnet.  Was ist da schon der Mensch, dass du an ihn denkst? Wie klein und unbedeutend ist er, und doch kümmerst du dich um ihn.  Ja, du hast ihm eine hohe Stellung gegeben - nur wenig niedriger als die Engel. Mit Ruhm und Ehre hast du ihn gekrönt.


(Bibelübersetzung: Hoffnung für alle, Fotos von Thomas Bruhnke)

 Thomas Bruhnke für GottinBerlin.com