Montag, 27. April 2015

Herausfo(e)rderung


Jeden Tag, ja fast jeden Tag, um ehrlich zu sein, schlage ich morgens mein Losungsbüchlein auf und lasse mich für den jeweiligen Tag durch einen Satz aus der Bibel inspirieren, der für den Tag „ausgelost“ worden ist. Ein gutes Wort. Ein korrigierendes Wort. Ein Wort, das mich tröstet und auferbaut. Ein Wort, das mich beflügelt, ja beschwingt – mit Schwingen! - durch den Tag gehen lässt. Oder ein Wort, das mich einfach still begleitet Jeden Tag. Jeden Tag können einen die Nachrichten regelrecht „erschlagen“. Erst war es kürzlich die Flugzeugabsturzkatastrophe, dann sind es die umgekommenen Flüchtlinge im Mittelmeer. Und dazu die Kommentare von Politikern, Reportern usw. Sie analysieren, sie recherchieren, sie fordern. Es gibt politische Forderungen, es gibt Vorwürfe. Oft geht es dabei nicht gerade redlich oder anständig zu. Leider. Und das macht nochmals betroffen, weil es mir die Augen öffnet über mich selbst oder für eine Situation, in der ich gerade bin. Ein Wort, das mir die Gewissheit vermittelt, dass ich diesen Tag an Gottes Seite einen guten Tag nennen kann. Denn er, Gott, ist an meiner Seite. Er ist meine

HERAUSFO(E)RDERUNG 
 
Jeden Tag begegnen mir Menschen. Mit ihnen kann ich erleben, was Gott will. Ich muss mich nur ehrlich befragen und die Herausforderung wahrnehmen und annehmen wollen, die darin liegt. Ermutigt hat mich z.B. vor ein paar Tagen das Bekenntnis einer alten Freundin von mir. Mit nun fast 80 (!) Jahren sagt sie: „Ich kann noch viel dazulernen und will es auch.“. Auf meine Nachfrage, was sie denn meine, erzählte sie, dass ihr in den Begegnungen der letzten Tage aufgegangen sei, wie nachtragend sie sei und dass dadurch Beziehungen litten, sie rechne auf und bisweilen auch ab … also habe sie noch manchem zu verzeihen und manchen um Verzeihung zu bitten. Wörtlich abschließend: „Das befreit. Weil Gott es gut mit mir meint, will ich was Gutes draus machen.“ Was ich nun schon weiß: Sie hat sich auf den Weg gemacht. Und ich? Auf welchen Weg mache ich mich, um weiterzukommen?
Wer Gott ernst nimmt, kommt auf Wege des Friedens. Mitten in dieser Welt. Dafür hat Jesus gelebt. Er schenkt uns die richtige Haltung zu unseren Allernächsten, aber auch zu den Meinungen zur Flugzeugkatastrophe und lässt uns spüren, wie wir uns zur Flüchtlingspolitik und zu den Flüchtlingen ganz konkret stellen sollen. Denn Flüchtlinge stehen unter dem besonderen Schutz Gottes. Im Hebräischen, in dem ein großer Teil der Bibel verfasst ist, sind die Wörter gleichbedeutend: Gast und Fremder. Flüchtlinge sind ja irgendwie Fremde für uns, weil sie aus einem anderen Kulturkreis kommen. Sie aufnehmen ist gelebte Gastfreundschaft. Das gefällt Gott. „Willkommenskultur“ könnte ein biblisches Wort sein … - weil Gott es gut mit uns meint. Das ist natürlich schon eine Herausforderung, auch in unserer Gesellschaft. Gottes Fördern und Fordern gehen da Hand in Hand.
Es ist auch eine Herausforderung, dafür zu werben, dass ein ungeborenes Kind nach Gottes Willen leben soll. Es ist eine Herausforderung, dieses ohne erhobenen Zeigefinger liebevoll zu versuchen und auch für die da zu sein, die einen Schwangerschaftsabbruch vollzogen haben und darunter so furchtbar leiden, dass sie keinen Frieden mehr finden, weil sie die Vergebung nicht finden. Jesus Christus hält sie bereit, den ersten Schritt hat er dafür bereits getan: Er hat alles auf sich genommen, sozusagen uns mit allem Belastenden, um es im Himmel am richtigen Ort „ablegen“ zu können. Es ist eine Herausforderung, für Menschen auf der letzten Wegstrecke ihres irdischen Lebens da zu sein und ihnen im Sterben beizustehen, das Leben versöhnt und es in Gottes Hände legend abzuschließen. Es ist eine Herausforderung, Gott so an sich 'ran zu lassen. Es ist eine Förderung im Menschsein. Es ist eine Herausfoerderung!
Wer sich da fordern lässt, wird persönlich befördert (!), kommt weiter. Mit Gott. Seite an Seite. Mitten in der Welt. Füreinander und miteinander.

Thomas Bruhnke fürGottinBerlin.com

Montag, 20. April 2015

Wem vertrauen wir noch?

Es ist weltweit Erstaunliches festzustellen. Nicht nur Privatpersonen, auch Firmen oder Staaten halten sich immer weniger an unterschriebene Verträge, Vereinbarungen oder Abmachungen. Waffenstillstandsabkommen werden gebrochen. Verordnungen werden ausgehebelt, Versprechungen und Verabredungen nicht eingehalten. Leistungen der Versicherungen an Kunden werden zugesagt, aber nicht mehr so einfach ausgezahlt. Der Kunde muss oft vor Gericht um sein Recht streiten. Kann er sich das nicht leisten, verzichtet er lieber. Diese Beispiele könnten unendlich weitergeführt werden.

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Warnrufe verhallen leider sehr oft ungehört. Deshalb möchte ich auf das unbestechliche, ewig gültige Wort Gottes verweisen und später noch auf einen unserer bekanntesten Schriftsteller.

Es sieht so aus, als ob der Kampf "Jeder gegen Jeden" bereits in vollem Gang ist. Ohne gegenseitiges Vertrauen auf gemachte Zusagen radikalisiert  sich der einzelne Mensch, verkommen ganze Gesellschaften, zwischen Staaten kommt es zu Krieg, Verschleppungen, Vertreibungen, Entführungen, Enthauptungen. Auch und gerade jetzt  im 21. Jahrhundert,  wo man doch glaubte, das Mittelalter überwunden zu haben. Ohne Gott, ohne die Anerkennung einer übergeordneten Instanz, ist sich eben der Mensch selbst oberste Instanz. Bleiben wir wachsam. In dekadenten Gesellschaften gehen letztendlich alle unter. Und kluge Politiker sollten nicht nur in 4-Jahres-Perioden, sondern in der Dimension von Generationen denken, vorausschauen und klug Weichen stellen.

Die Bibel nennt diese Zeit "die letzte Zeit" oder "in den letzten Tagen".  Leben wir schon in einer Zeit, die das Neue Testament folgendermaßen beschreibt?:

"Sei dir jedoch darüber im Klaren, dass die Zeit vor dem Ende eine schlimme Zeit sein wird. Die Menschen werden selbstsüchtig sein, geldgierig, großtuerisch und arrogant. Sie werden ihre Mitmenschen beleidigen, ihren Eltern nicht gehorchen, undankbar sein und weder Ehrfurcht noch Mitgefühl kennen. Sie werden unversöhnlich sein, verleumderisch, unbeherrscht, gewalttätig, voll Hass auf alles Gute und zu jedem Verrat bereit. Sie werden vor nichts zurückschrecken, um ihre Ziele zu erreichen, und werden von Hochmut verblendet sein. Ihr ganzes Interesse gilt dem Vergnügen, während Gott ihnen gleichgültig ist. Sie geben sich zwar einen frommen Anschein , aber von der Kraft Gottes, die sie so verändern könnte, dass sie wirklich ein frommes Leben führen würden, wollen sie nichts wissen. Von solchen Menschen halte dich fern!"
(2. Timotheus 3:1-5 NGU2011)

Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen. Jeder ist sein eigener Richter. Jeder schafft sich sein eigenes Gesetz. Die Toleranzgrenze sinkt. Nur die Kraft Gottes könnte die Menschen verändern,  haben wir gerade gelesen.

Erinnern wir uns an die mahnenden Worte des Schriftstellers Heinrich Böll. Er schreibt: "Wie sähe wohl unsere Welt aus, wenn sich die nackte Walze einer Geschichte ohne Christus über sie hinweg geschoben hätte?  Ich überlasse es jedem Einzelnen,  sich den Albtraum einer heidnischen Welt vorzustellen oder eine Welt,  in der Gottlosigkeit konsequent praktiziert würde: Den Menschen in die Hände des Menschen fallen zu lassen. Selbst die allerschlechteste christliche Welt würde ich der besten heidnischen vorziehen, weil es in der christlichen Welt Raum gibt für die,  denen keine heidnische Welt je Raum gab: für Krüppel und Kranke, Alte und Schwache. Und mehr noch als Raum gab es für sie: Liebe für die,  die der heidnischen wie der gottlosen Welt nutzlos erscheinen. Ich empfehle es der Nachdenklichkeit und der Vorstellungskraft der Zeitgenossen,  sich eine Welt vorzustellen, auf der es Christus nicht gegeben hätte.  Ich glaube, dass eine Welt ohne Christus selbst die Atheisten zu Adventisten machen würde."

(Aus dem Buch: "Was halten Sie vom Christentum? ")


                                Werner Zimmermann für GottInBerlin.de und mavuno.de