Freitag, 24. Juli 2015

Mein Weg zu Christus

Ich stamme aus einer katholischen Familie. Meiner Mutter gab ihr Glaube Halt, sie betete täglich und ging jeden Sonntag in die Kirche. Mein Vater tolerierte das, besuchte aber höchstens zu Weihnachten die Kirche, da er in seiner Jugend schlechte Erfahrungen mit Katholiken gemacht hatte.
22. Ausgabe des DIALOGIKUS
Mit 10 Jahren wurde ich Ministrant und später Lektor, mit 18 Jahren Pfarrjugendleiter. Ab diesem Alter gründete und gestaltete ich als Chefredakteur die Zeitschrift „Dialogikus“, die sich vor allem kritisch mit der kath. Kirche auseinandersetzte und in ihrer Blütezeit eine Auflage von monatlich 5.000 Exemplaren erreichte.
Als in Deutschland dann fast alle Illustrierten Artikel über die „Jesus People“ und ihren Pastor Volkhard Spitzer brachten (Drogensüchtige wurden da durch Jesus frei von ihrer Sucht), beschloss ich, etwas über sie zu schreiben und fuhr zu einem „Jugendmeeting“ in deren Gemeinde am Nollendorfplatz. Ich wusste schon, was ich ungefähr schreiben wollte: „Flucht in die religiöse Innerlichkeit – statt durch politisches Engagement die Welt zu verändern.“ Doch dann kam alles ganz anders.
Die Songs beim Jugendmeeting und die Predigten von Pastor Spitzer begeisterten mich. Nicht so angestaubt und langweilig wie in meiner Kirche! Ich ging immer wieder dorthin und staunte, dass sie laut zu Jesus wie zu einem guten Freund beteten und glaubten, dass er ihr Leben ändern und Wunder vollbringen könne. Und immer hatten alle eine Bibel dabei, in der sie ständig nachschlugen.
Ich beneidete sie um ihren starken Glauben und fing an, an einem Abend alle vier Evangelien hintereinander zu lesen. Meine Liebe zu Jesus wuchs von Stunde zu Stunde und ich entdeckte, dass er in inniger Verbindung zu seinem Vater im Himmel gelebt und sich immer wieder zum Gebet zurückgezogen hatte. So fing auch ich an diesem Abend zu beten an: „Jesus, wenn es dich wirklich gibt, dann komm in mein Herz und lass mich deine Nähe spüren.“

Donnerstag, 23. Juli 2015

Abraham und die Frauen

Ach Abraham, hättest du doch damals bloß nicht mit Hagar geschlafen! Was wäre der Welt erspart geblieben!
Abraham und die Frauen
Sie wissen nicht, wovon ich rede? Von einer schönen Welt, wie wir sie hätten haben können. Nun, lassen Sie es mich Ihnen vom Anfang her darstellen. Ab dem 12. Kapitel der Genesis, dem 1. Buch  Mose, wird uns von einem Mann namens Abram erzählt. Diesen Abram ruft Gott aus seinem Vaterland mit dem Versprechen, aus ihm viele Völker entstehen zu lassen. Er soll Nachkommen haben, wie er Sterne am Himmel sieht. Und das waren ziemlich viele. Abram lässt sich darauf ein und heißt ab jetzt Abraham d.h. Vater vieler Völker.
Von der menschlichen Logik her gibt es allerdings ein Problem: Sarai, seine Frau, deren Namen ebenfalls gewandelt wird in Sarah, was soviel wie Fürstin (nämlich der verheißenen Völker) heißt, ist unfruchtbar. Die beiden konnten keine Kinder kriegen und mittlerweile war Sarah über die Wechseljahre hinaus. Woher bitte soll der kommen, der die Erblinie weiterträgt?
Nun, über menschliche Logik hinweg hat Gott zu Abraham gesagt, dass er einen Sohn haben wird. Das hat Gott sogar mehrfach wiederholt. Einmal hat Sarah gelauscht und nach menschlicher Logik gelacht. Eine alte Frau bringt kein Kind zur Welt, basta. Und dem schien auch so. Die Jahre vergingen, die beiden wurden nicht jünger und... nix. Keine Schwangerschaft.
Da kam Sarah, wie mir scheint eine sehr logisch denkende Frau, auf die Idee, dem Ganzen etwas nachzuhelfen. Da war eine Magd, eine Leibeigene, die hieß Hagar. Sie war jung und gebärfähig und somit perfekt geeignet. Nun muss man wissen, dass es im Alten Orient die Sitte gab, wenn eine Leibeigene ein Kind auf dem Schoß ihrer Herrin gebar, dieses Kind als Kind der Herrin angesehen wurde. Hagar war sozusagen eine Leihmutter. Und so geschah es. Sarah überzeugte ihren Mann von der Idee, es fruchtete und es kam Ismael zur Welt. Damit schien die Frage der Nachkommenschaft geklärt.

Dienstag, 21. Juli 2015

Warum ich in der Kirche bleibe

„Kirchenaustritte auf Rekordniveau: Warum bleibt ihr – wie ich - in der Kirche?“, fragte ich meine Facebookfreunde. Dreißig haben darauf geantwortet. Hier einige Antworten:
Warum ich in der Kirche bleibe
„Kirche ist für mich ein Ort der seelischen Heimat! Ist vielleicht merkwürdig ausgedrückt, aber mir würde was fehlen, wenn ich nicht mehr Mitglied der Kirche wäre, obwohl mich die hiesigen Mitarbeiter momentan schon sehr ärgern und traurig machen“ (Ulrike).
„Ich bleib in der Kirche, weil ich Gott liebe. Für die Mitarbeiter bete ich. Ärgern und traurig sein nützt gar nichts“(Sigrid).
„Sigrid, der Pfarrer macht mich traurig und ärgert mich so sehr, dass ich oft überlege, meine Ehrenämter hinzuschmeißen. Das mindert aber keineswegs meinen Glauben und der Pfarrer ist nicht die ‚Kirche’ “(Ulrike).
„Die Ehrenämter machst du für Gott und nicht für den Pfarrer“ (Sigrid).
„Einfach mal so ausgedrückt : Da sind die Aussagen des Neuen Testamentes über die Kirche als Leib des Herrn und die Aufträge, die er der entstehenden Kirche mitgegeben hat, sowie die Zusagen. Mit den Pfarrern, die mich ärgerten oder ärgern wollten, bin ich immer klar gekommen. Selbst als Diakon“ (Karl-Artur).
"Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Wort des ewigen Lebens“ (Barbara).

Montag, 20. Juli 2015

Sind die Kirchen noch zu retten?

Nein, ist der Humanistische Verband überzeugt. Und genüsslich zitiert er, dass die katholische Kirche im Jahr 2014 etwa 220.000 Kirchenaustritte zu verzeichnen hatte – mehr als je zuvor. Und er vermutet, dass diese Entwicklung bei der evangelischen Kirche wahrscheinlich noch drastischer ausfallen wird. Genaue Zahlen sind aber noch nicht bekannt.
Sind die Kirchen noch zu retten?
Der Humanistische Verband glaubt nicht, dass „Irritationen durch das neue Einzugsverfahren der Kirchensteuer auf Kapitalerträge“ der Grund für die Austrittswille seien. Für ebenso fadenscheinig hält er die Aussage der katholischen Laienorganisation „Wir sind Kirche“: „Nur wenn sich alle deutschen Bischöfe endlich entschieden und aus vollem Herzen zum pastoralen und reformerischen Kirchenkurs von Papst Franziskus und des Konzils bekennen, besteht die Chance, dass dieser Exodus gestoppt oder gar umgekehrt werden kann.“
Der Humanistische Verband glaubt, die Kirchen seien in einer „Lose-Lose-Situation“. Sie könnten nur noch verlieren: „Mit jeder Verweltlichung, jeder Modernisierung und jeder Anpassung an den ‚modernen Zeitgeist’ verlieren die Kirchen an Bindungskraft. Denn wozu braucht es eine Kirche, die bloß mit religiösem Dialekt predigt, ohne religiöse Inhalte zu vermitteln? Mit zunehmender theologischer Substanzlosigkeit schwindet die Bedeutung der Kirchen.“
Hier wurde etwas Richtiges erkannt. Eine Kirche, die den Menschen nach dem Munde redet, ihre Weisheiten aus dem (politischen) Mainstream statt aus der Bibel bezieht, braucht kein Mensch mehr. Es hilft aber auch keine religiöse, vom Alltag abgehobene Sprache, die der moderne, glaubensferne Mensch gar nicht mehr versteht. 
Ich habe mich auch schon oft über langweilige, abgelesene Predigten geärgert und hätte dem Prediger am liebsten zugerufen: „Jetzt legen Sie doch mal Ihr Manuskript weg und sagen Sie mit Ihren eigenen Worten, was Sie uns sagen wollen.“ – Vielleicht hätte er dann erst etwas gestammelt, möglicherweise aber Worte gefunden, die aus seinem Herzen gekommen wären und unsere Herzen berührt hätten.
„Religion ist nicht einfach Glaube, sondern hat mit Erlebtem zu tun“, schrieb die „Welt am Sonntag“ gestern in dem Beitrag „Warum so viele Menschen wieder in die Kirche eintreten“. Ja, auch das gibt es. Menschen, die entdecken, dass ihnen ohne Gott etwas Entscheidendes im Leben fehlt. 
Es würden noch viel mehr werden, wenn wir Christen mehr Mut hätten, von unseren Glaubenserfahrungen zu sprechen. Persönliche Erlebnisse können überzeugen. Ich bin zum Beispiel überzeugt, dass es die Kirchen noch in 1000 Jahren geben wird, wenn schon niemand mehr etwas vom Humanistischen Verband weiß. Warum?

Weil trotz unserer menschlichen Unzulänglichkeit Gott in ihnen gegenwärtig ist und Glaube, Hoffnung und Liebe ständig erneuert: „Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen" (Matthäus 16,18).
Gerhard Lenz (für GottinBerlin.de)
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Samstag, 18. Juli 2015

Nicht nur Honduras braucht Bibeln

Die Regierung von Honduras bittet, Bibeln unter die Bevölkerung zu verteilen. „Denn das Land braucht Rückbesinnung auf Gott.“ Man sieht darin eine Hilfe, der steigenden Kriminalität Herr zu werden, denn das Land ist weltweit Spitzenreiter bei der Mordstatistik mit 96,4 Tötungsdelikten pro 100.000 Einwohner und Jahr. Auf solche Gedanken kommt ein Staat erst, wenn er in akute Not kommt. Er ist damit weltweit eine Ausnahme, denn in vielen Ländern werden sogar Christen verfolgt, gefoltert oder getötet. Allein der Besitz einer Bibel kann mit dem Tode bestraft werden. Was ist aber an diesem Buch so schrecklich?
Nicht nur Honduras braucht Bibeln
Hier ein paar Gedanken dazu:
„Warum macht man die Bibel nicht zur Pflichtlektüre, um endlich einmal darüber aufzuklären, wie schrecklich verlogen und autoritär dieses Buch ist; wie es die Leute in ihrem Denken und ihrem Handeln knebelt und knechtet, wie es manipuliert und das Weltbild des ‚alten weißen Mannes’ kultiviert? Warum stattdessen Verbot der Bibel und Verfolgung der Christen? Ich kann Ihnen sagen, warum: Weil jeder Mensch, der sich einmal mit dem Wort Gottes beschäftigt, merkt, dass dahinter eine lebendige Kraft steckt. Eine Kraft, die das eigene Leben und die Zustände der Welt ändern will. Das ist wahrlich Dynamit. Der Freiheits- und Menschenrechtsgedanke, das Welt- und Menschenbild der Bibel entziehen totalitären Systemen und ideologischen Religionen die Basis. Man merkt, dass die Freiheit des Evangeliums der Diktatur der Ideologie haushoch überlegen ist.“
(Aus Peter Hahne: Niemals aufgeben. ISBN 978-3-8429-1005-8 www.media-kern.de)
Der Besitz einer Bibel wird von den meisten Regierungen arglistig beäugt. Nicht nur in totalitären oder islamischen Staaten, auch von demokratischen Parteien, z. B. in unserem Land. Die Linken und die FDP wollen einem bekannten Kinderhilfswerk Zuschüsse streichen, weil vor dem Mittagessen ein Dankgebet gesprochen wird. Warum wird ständig versucht, den Menschen die Bibel schlecht zu machen? Christgläubige als Fundamentalisten hinzustellen, grenzt schon an Abartigkeit. Aber gerade die Bibel würde dem Menschen helfen, die Wahrheit hinter aller Verlogenheit der Mächtigen zu entdecken. Das muss natürlich mit aller Gewalt verhindert werden. Jeder gründliche Bibelleser, der sich vom Inhalt dieses Buches erfassen lässt, wird erfahren, dass aus ihm derjenige spricht, der von sich sagt: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ - Jesus Christus.
Und nur die Wahrheit führt zur Freiheit von allen religiösen, humanistischen, kapitalistischen oder diktatorischen Ideologien. Doch welcher Herrscher, besser welche Regierung, möchte schon freie Menschen unter sich haben? Also dann doch besser weg mit dem Kreuz, am besten mit allen christlichen Symbolen aus öffentlichen Gebäuden, möglichst keine Bibel der Gideons in den Hotelzimmern der Republik, usw.
Wenn wir nicht langsam aufwachen, droht uns die Gefahr erneuter Verführung in eine Richtung, die sich dann niemand gewünscht hat.

Werner Zimmermann für GottInBerlin.com und baptisten-elstal.de

Freitag, 10. Juli 2015

Der Wein erfreut des Menschen Herz?

So steht es in den Psalmen. Das erste Wunder, das Jesus tat, war Wasser in Wein zu verwandeln. Wein tröstet die zerbrochenen Herzen oder ist ein Sanitäter in der Not, wie es Grönemeyer formuliert. Während in vielen religiösen Kulten und Religionen Askese und Enthaltsamkeit von Alkohol gefordert wird, gilt er dem Christentum als selbstverständliche Beigabe zum Leben. Noah, der Gerechte vor Gott, war der erste Weinbauer auf Erden - und der Erste, der dessen Auswirkung bei übermäßigem Genuss erleben musste (er lag orientierungslos und entblößt im Zelt, was von einem seiner Söhne als tiefe Schande empfunden wurde).

Der Wein erfreut des Menschen Herz?
Segen und Fluch liegen dicht beieinander. In Deutschland sterben jährlich 70.000 Menschen an den Folgen übermäßigen Alkoholgenusses. Wie kann etwas, das Gott erschaffen hat, um das Leben zu feiern, der Lebensfreude Ausdruck zu verleihen, töten? Durch Maßlosigkeit! Wodurch entsteht Maßlosigkeit? Dadurch, dass der Mensch sein Maß verliert. Wodurch verliert der Mensch sein Maß? Dadurch, dass er auf sich selbst gestellt das Leben und die Güter des Lebens falsch beurteilt.
Alkoholismus ist nur ein, wenn auch sehr deutliches Beispiel, wohin Maßlosigkeit führt: in Abhängigkeit und schließlich zu einem vorzeitigen Tod. Das meint nicht nur den körperlichen Tod, sondern, was schlimmer ist, den seelischen. Denn der Trinker ersäuft seine Gefühle und Gedanken, entfremdet und pervertiert sie von seinem eigentlichen Sein bzw. Werden. Alkoholismus ist so entsetzlich anschaulich bei einem Menschen, der daran zugrunde geht.
Alkoholismus ist Durst der Seele, nicht Durst der Kehle. Dessen sind sich alle bewusst, die in der Abwehr der Suchtgefahren tätig sind. Aber, was für den Alkohol gilt, gilt für alles, wenn es maßlos wird. Nochmal, Alkohol ist eine gute Gabe Gottes, wenn man klug damit verfährt. In der Maßlosigkeit kann er lebensgefährlich werden, wie alle Maßlosigkeit überhaupt. Durchdenke mal selbst die Themen des Lebens: Sex, Geld, Macht, Nahrung, Spiel etc. Alles sind zum Leben dazugehörende und gute Themen. Doch wenn sie maßlos werden, hat das etwas mit Un-Frieden zu tun. Wer in sich friedlos ist, sucht nach Ersatz - Befriedigung. Und diese Ersatzbefriedigungen, die wir uns dann gesucht haben, werden zur Sucht. Sucht in jeder Form ist zerstörerisch; an sich selbst und an anderen Menschen.
Ersatzbefriedigungen sind immer Ersatz für den wirklichen Frieden. Der wahre Friede lässt jedem und (fast) allem seine Berechtigung. Aber alles an seinem Ort und alles in einem richtigen Maß. Doch der wahre Friede ist nicht von dieser Welt. Aber er will in dieser Welt wirken und heilen. Lassen wir ihn an uns heran und lassen wir ihn an uns zu, den Frieden Gottes, welcher höher ist als alles menschliche Denken verstehen kann. Deshalb, an alle Friedenssucher: Wenn der gekreuzigte Gott das Zentrum unseres Friedens ist, brauchen wir keinen Ersatzfrieden, somit keine Maßlosigkeit. Denn Maßlosigkeit ist immer ein Zeichen von Mangel an Frieden. Er, Jesus aber, ist der, der von sich sagt, dass Er allen Mangel stillt. Nur das kann man nicht einfach denken, Ihn kann man nur ganz persönlich als den Frieden erleben.

Thomas Nachtigall für GottinBerlin.de