Samstag, 31. Oktober 2015

Wahrheit ist nicht Buch, sondern Person

In Anbetracht zunehmenden Fundamentalismus im religiösen Bereich, auch im Christlichen, hier eine Klarstellung: der Christ glaubt nicht an ein Buch, er glaubt einer Person.

Wahrheit ist nicht Buch, sondern Person.
Ein Kennzeichen des Fundamentalismus ist das starre Denksystem. Soll heißen, das was als Wahrheit proklamiert wird, ist unverrückbar in Stein bzw. ein Buch gemeißelt. Der muslimische Fundamentalist hat den Koran in seiner Buchstäblichkeit zum Gesetz. Der jüdische Fundamentalist nimmt die Thora (5 Bücher Mose) als unveränderbare Wahrheit für sein Leben. Der christliche Fundamentalist hat die Bibel insgesamt als ewige Wahrheit. Kein Buchstabe darf verändert oder für nicht göttlich erklärt werden. Fundamentalismus ist eine erschreckend einfache Angelegenheit. Sie erspart dem Menschen das eigene Denken. Die Verantwortung ist ausgelagert. Nicht ich bin verantwortlich für mein Denken, somit auch Handeln, sondern ein Buch. Wenn das jeweilige Buch die abgeschlossene, insich unangreifbare ewige Wahrheit Gottes ist, dann trägt das Buch die Verantwortung, nicht der Mensch. Diese Faulheit zum eigenständigen Denken und Feigheit zu eigener Verantwortung macht den Fundamentalismus in jeglicher Gestalt so billig, aber eben dadurch reizvoll. Ich muss nur denken und tun, was in dem jeweiligen Buch steht und schon habe ich die Wahrheit zum Besitz und Gott hat mich lieb. Wie dämlich muss man sein, um Gott zu so einem Popanz zu mache.

Der Christ glaubt nicht an die Bibel. Er lebt mit dem gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus, der sich ihm im Heiligen Geist offenbart. Die Bibel legt Zeugnis davon ab, dass Gott sich in Jesus offenbart, mitgeteilt hat. Dieses Zeugnis glaubt der Christ und insofern ist ihm die Bibel Heilige Schrift, durch die ihm Gott sich mitteilt. Aber sie ist es als Träger einer Botschaft, sie ist nicht die Botschaft selbst. Denn das Wort wurde Fleisch, nicht Buch. Das Geheimnis von Weihnachten ist, dass Gott in Jesus einer von uns wurde. Christsein heißt in einer personalen Liebesbeziehung zu diesem Jesus leben. Von Ihm her betrachtet er das Leben, die Bibel, die ganze Welt. Und an diesem Jesus als die Selbstoffenbarung Gottes misst er das Leben, die Bibel und die ganze Welt. Was sich in meinem Leben nicht mit dem Wesen der Liebe Jesu deckt, muss sich ändern. Was sich in dieser Welt nicht mit dem Wesen der Liebe Jesu deckt, muss sich ändern. Was sich in der Bibel nicht mit dem Wesen der Liebe Jesu deckt, hat keine Autorität von Gott her. Alles, was wir von Gott wissen können, ist in Christus verborgen. Er eröffnet uns die Liebe Gottes zu uns.

Kurz, die Wahrheit ist kein Buch, sie ist eine Person. Damit ist sie lebendige Wahrheit. Lebendige Wahrheit verhält sich lebendig, eröffnet ständig neue Möglichkeiten, macht sich erlebbar. Er ist alle Tage bei uns, bis ans Ende der Weltzeit. Und Sein Geist, der sich mit unserem Geist verbindet, bezeugt uns dies - durch die Bibel, aber auch gegen die Bibel. Das Christentum ist eine Geistreligion, keine Buchreligion. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig. 

Thomas Nachtigall, Berlin-Lankwitz für GottinBerlin.com
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Donnerstag, 29. Oktober 2015

Bildung vs Frömmigkeit

Am Montag fuhr ich an der Reformationskirche in Berlin-Moabit vorbei und entdeckte die Tafel um Luthers Hals. Aufschrift: "31.10. ist Reformationstag". Als ich fotografierte, fragten mich einige Passanten, warum ich das den tue?

Bildung vs Frömmigkeit
"Brauche ich für morgen für einen Gebets- und Newsletter und für einen Weblog!"
"Hääääääh! Für was?"
"Gegenfrage, was wiest ihr von dem Reformator Martin Luther?"
-Schweigen! -

Ihr Lieben, das ist für mich immer wieder die Bestätigung, dass wir ein Bildungsproblem haben. Viele wissen noch nicht mal, was sie ablehnen, wenn sie auf Glaubensfragen ablehnend reagieren. Wir überfordern Menschen, wenn sie sich auf unsere Fragen äußern sollen.
Das ist doch keine Frömmigkeitsfrage, zu wissen, was in der Bibel steht, sondern eine Bildungsfrage.
Luther hat es uns vorgemacht. Er hat die Kommunikation als sehr wichtig erachtet und darum gerungen, verstanden zu werden.

Eine unserer neuen Arbeitsgruppen bei GottinBerlin nennt sich: "Die Sprachfähigkeit der Christen für ihrem Glauben fördern."
Wir wollen den Weg gehen, die richtige Ansprache zu finden und wollen uns dabei auch nicht oberflächlich geben. Wir wollen aus Liebe zu unseren Mitmenschen in Berlin verstehbar werden. Dazu sollen Seminare/ Webinare angeboten werden. Wer macht mit?

Und Du, der bisher nur Bahnhof verstanden hat, wenn Du mit Christen gesprochen hast, melde dich bitte und sage uns, was wir besser machen können.

Thomas Gerlach, Berlin-Tegel für GottinBerlin
Foto-Copyright: Thomas Gerlach

Sonntag, 25. Oktober 2015

Schatz, wollen wir es machen?

Schatz, wollen wir es machen?
Das Stammtischniveau ist auf dem Tiefpunkt. Man hat wieder ein Feindbild; und zwar eines, das uns auf den Pelz rückt: der Flüchtling. Man kennt ihn nicht, so wie man die meisten Feindbilder nicht persönlich nicht kennt. Der Schwulenhasser ist noch nie wirklich einem begegnet. Der über Hartz4- Bezieher Lästerer geht solchen Leuten aus dem Weg. Und auch den Flüchtling kennt man nur aus den Medien - und näher will man ihn auch nicht an sich heran lassen. Aus der Ferne hasst es sich besser.

Historisch und geopolitisch ließe sich viel zum Flüchtlingsthema sagen. Aber hier geht es ums Tun. Gott sei es gedankt, dass es viele Menschen im Land gibt, die sich unserer Verantwortung bewusst sind, die helfen möchten. Doch die Hemmschwelle ist hoch. Man hätte räumliche Kapazitäten und würde auch gern einen Beitrag leisten, einen Flüchtling oder sogar Familie aufnehmen. Doch soll man es wirklich tun? Da kommen fremde Menschen, aus fremden Ländern, mit fremder Kultur. Was fremd ist befremdet zunächst. Man will keine bösen Überraschungen erleben. Wie verständige ich mich mit ihnen? Wie genau kann man ihnen helfen, hier Fuß zu fassen? Sich darauf einzulassen bedeutet ja mehr, als nur ein Dach über dem Kopf zu bieten.

Jeder, der so fragt, hat damit recht, zeigt, dass er verantwortlich denkt. Mit ein wenig Kulturromantik ist es sicher nicht getan. Da kommen Menschen zu uns, die oft Schlimmes hinter sich haben, vielleicht traumatisiert sind. Sicher sind sie auch mit anderen Vorstellungen hergekommen, als sich ihnen unsere Realität zeigt. Früher glaubten die Menschen, wir Deutschen lebten alle in riesigen Villen und fahren BMW. Das lag daran, dass damals "Derrick" die meist exportierte Serie war und die spielt nunmal vorrangig in den Münchner Villenvororten. Somit war das Lebensniveau des Deutschen im Ausland definiert. Falsche Vorstellungen führen zu falschen Erwartungshaltungen. Auf beiden Seiten.

Die Flüchtlinge erleben, dass wir nicht alle so wohlhabend sind, wie sie dachten. Und auch nicht so freundlich und fröhlich, wie wir es 2006 während des (angekratzten) Sommermärchens der Welt glaubhaft präsentiert haben. Realität auf beiden Seiten, dass alles anders ist als wir/sie dachten, ist zunächst Ernüchterung. Doch Ernüchterung heißt, die Dinge so zu sehen wie sie wirklich sind. Die Flüchtlinge werden ernüchtert, indem sie merken, sie sind nicht so willkommen und werden nicht so behandelt, wie sie es sich gedacht hatten. Und wir sind ernüchtert, weil wir es mit keinem temporären Problem zu tun haben, das sich bald erledigt hat, sondern gerade am Anfang eines Flüchtlingsproblems stehen, dem wir verantwortungsbewusst Rechnung zu tragen haben.

Wer den Gedanken oder gar Wunsch in sich trägt, Möglichkeiten hat, sich Flüchtlingen anzunehmen, dem will ich hier Mut machen. Zum einen geht es zunächst um nichts weiter als praktizierte Nächstenliebe. Wir helfen Menschen in Not mit schrecklicher Vergangenheit um ihnen eine Zukunft zu ermöglichen. Und wir werden uns durch manche Schwierigkeiten durchbeißen müssen. Zum andern aber werden wir durch sie bereichert. Wir lernen Menschen mit fremder Geschichte und Kultur kennen, die uns Freunde werden können und wohl auch wollen. Wir können in dem ganzen, sonst so aggressiven, Globalisierungsprozess einen positiven Beitrag leisten, die Würde jedes Menschen hoch halten. Wer sich entschließt zu helfen wird nicht allein bleiben. Es gibt Möglichkeiten, sich zu informieren, Gleichgesinnte, mit denen man sich beraten und zusammenschließen kann. Schon mal ihren Partner dazugefragt: "Schatz, wollen wir es machen"?

Lassen Sie sich ein auf ein notwendiges Abenteuer. Lassen Sie uns Gott ein "Lächeln ins Gesicht" zaubern, indem wir uns um die kümmern, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen und Ihm doch so unendlich wichtig sind. Lassen Sie uns, in Gottes Namen, zu Paten für Flüchtlinge aus Kriegsgebieten werden.

Thomas Nachtigall, Berlin-Lankwitz für GottinBerlin.com

Foto-Copyright: fotolia.com | #59030621 | Halfpoint


Donnerstag, 22. Oktober 2015

Tut mir leid, ..?

"Tut mir leid Jungs! War halt nur so´ne Idee  von mir ..."

Ja, Karl, Du bist schon einer von uns. 1836 hast Du gewechselt; von der Uni in Bonn zu der Friedrich-Wilhelms-Universität (heute: Humboldt-Uni) nach Berlin. Nach der J. F. Kennedy-Theorie bist du also auch ein Berliner! 
Copyright: Roland Beier
Copyright: Roland Beier
Karl, deine Gedanken und deine Theorien haben viel Lebenspraxis unter den Menschen erzeugt. Würdest Du heute noch genauso deine Theorien aufrecht erhalten? Na gut, so mancher Hartz-4´ler ist von deinem Gedanken begeistert und bestätigt: "Marx bezeichnet die Lohnarbeit  oft als eine verschleierte Form von „Zwangsarbeit“.

Du sagst: „Der Mensch macht die Religion, die Religion macht nicht den Menschen.“ Ja, das ist auch mir schon oft aufgefallen. Wenn Gott vermenschlicht und der Mensch vergöttlicht wird.
Aber warum entschuldigst Du dich denn nun? Darf ich helfen?

"Tut mir leid Jungs! War halt nur so´ne Idee  von mir ...", nun aber geht es nicht mehr um neue Gedanken, keine Systeme, keine Weltverbesserung und kein neues: "Du sollst". Jetzt müssen wir Menschen uns mit einem Geschenk auseinander setzen. Das Geschenk ist Jesus Christus von Nazareth. In ihm verbirgt sich ein Geheimnis und wir Menschen sind darauf angewiesen, dass der Geist Gottes uns dieses Geheimnis erschließt.

Karl, dein Vater konvertierte vom Judentum zum Protestantismus. Was hast du davon mitbekommen? Ja, wir wissen viel von Jesus, aber erkennen, verstehen doch noch so wenig.Zu wenig!

Dein Freund Friedrich (Engels) war dir wichtig und wertvoll. Du hast ihn kennen gelernt, weil du dir Zeit für ihn genommen hast. Wie viel Zeit hattest du dir für Jesus genommen, um ihn wirklich kennen zulernen? Warum? Weil Gott in ihm das wirkliche Heil verspricht, nach dem du gesucht hattest.

Thomas Gerlach, Berlin-Tegel für GottinBerlin

Montag, 19. Oktober 2015

Bewunderung oder Nachfolge?

Der große Religionsphilosoph Sören Kierkegaard hat einmal gesagt: Christus will keine Bewunderer, Er will Nachfolger. Ich bin mir nicht sicher, bei wie vielen Menschen, die sich Christen nennen, also einer Kirchengemeinde angehören, sich kirchlich trauen lassen, ja sogar des Öfteren  den Gottesdienst besuchen, dieser Unterschied bewusst ist, von dem Kierkegaard da redet.

Bewunderung oder Nachfolge?
Du wurdest vielleicht in einem christlichen Elternhaus geboren. Als du größer wurdest stauntest du über das große schöne Kirchengebäude. Tante Elke hat in der Sonntagsschule sehr unterhaltend spannende Geschichten erzählt. Der Herr Pfarrer hat fast immer gelächelt, kannte und grüßte dich mit Namen. Die meisten Leute da waren nett zu dir. Du merktest, dass du zu einem großen Verein gehörst, der nicht ganz bedeutungslos ist. Wenn gebetet wurde, hast du brav die Hände gefaltet und wenn der, der da gebetet hat fertig war, Amen gesagt. Der liebe Gott, zu dem die reden und dem das alles gehört, dachtest du, muss schon ein wichtiger und guter Gott sein.

Du kanntest die Tradition, wusstest genau, wann du was tun oder nicht tun sollst und warst froh ein Teil dieses Ganzen zu sein. Doch du wurdest älter, hast dich das erste Mal verliebt, dich für Fußball oder Eiskunstlauf, für Rock- und Popbands interessiert. Die Samstagnacht gehörte dir und da kam der Sonntagvormittag nur noch für's Ausschlafen in Betracht. Irgendwann merktest du, dass der Verein, zu dem du gehörst, sehr umstritten ist. Der Pfarrer ließ sich scheiden, weil er sich in eine junge Frau verliebt hatte, obwohl er doch so viel Moral gepredigt hat. Der Kassenwart wurde rausgeschmissen, weil er Geld veruntreut hatte und viele der Leute, die dort hin gehen fandest du nur noch spießig und langweilig. Und nicht nur bei dir vor Ort, sondern überall in deinem Land hörtest du von Kirchenleuten, die sich so benehmen, wie du es verabscheust. Auch in den Medien hat sich dein Verein zu Fragen der Zeit und des Lebens geäußert, wie du es nicht denken und leben möchtest.

Nun, wozu sich bevormunden lassen, Kirchensteuer zahlen und einem Verein angehören, der sich so daneben benimmt? Da ist doch der Austritt das Nächstliegende. Und der "Liebe Gott"? Nun, da du Ihm ja nie selbst begegnet bist, sondern nur das über Ihn weißt, was dir die Leute über Ihn erzählt haben, die dich dann so enttäuscht haben, ist Er entweder gar nicht da oder ein übler Zeitgenosse. Vielleicht hast du diesen Jesus mal bewundert, weil Er viel Gutes getan oder gesagt haben soll, aber du kannst von solchen Erfahrungen nicht berichten. Was soll es also, raus da.

Dass du über deinem ganzen Ärger über deine Kirche die Leute übersiehst, die sich nach wie vor an diesen Jesus halten, Ihn lieb haben und versuchen in Seinen Spuren zu gehen und sich wie du über diese üblen Dingen, die da in deiner Kirche passieren ärgern, merkst du nicht oder kaum. Du bist mit dir beschäftigt. Wenn die anderen bleiben wollen, sollen sie doch. Du bist nicht so blöd.

Aber vielleicht sind die anderen, die leidend bleiben und versuchen etwas zum Guten zu verändern, ja gar nicht blöd. Vielleicht kennen sie den "Lieben Gott" einfach persönlich und wissen, dass Jesus an Seiner Kirche leidet, wie die "Blöden" , die bleiben. Sie bleiben, weil sie diesen Jesus lieben und mit Ihm zusammen leiden und mit Ihm etwas verändern wollen. Das ist der Unterschied zwischen Bewunderung und Nachfolge. Die Bewunderung ist dahin, wenn der Zauber futsch ist. Der Nachfolgende kennt den, an den er glaubt, steht in einer Treue- und Liebesbeziehung zu Ihm. Doch das ist dir nie begegnet. Du warst Teil eines Vereins. Bist du vom Verein enttäuscht, kannst du das Bild, das sie von Gott malen nicht mehr bewundern, macht es keinen Sinn mehr noch dabei zu sein. Jesus bleibt in diesem Verein. Dort sind Menschen, die Ihn lieben, die Er liebt und es sie erleben lässt. Ganz persönlich, ganz konkret.


Messe Gott nicht an den Enttäuschungen, die du in der Kirche gemacht hast. Messe die Kirche an Gott. Doch dazu muss aus einem abstrakten Vereinsinhalt eine persönliche Beziehung werden. Lebe mit diesem Jesus, von dem du früher nur gehört hast (du kannst 24 Stunden am Tag mit Ihm kommunizieren) und du wirst erleben, wer und wie Er wirklich ist. Zunächst wird deine Bewunderung für Ihn zurück kehren, aber Er wird dich in Seine Nachfolge rufen. Er wird dir Kirche erklären, wie Er sie meint und dich fragen, ob Er sie mit dir dahin gestalten kann. Nur der Nachfolgende wird erfahren, welch großartige Wirklichkeit Gott in Seiner Kirche unter allen Widrigkeiten Seinen Leuten, die sich zu Ihm halten schenkt. Lässt du dich rufen?  

Thomas Nachtigall, Berlin-Lankwitz, für GottinBerlin

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Freitag, 16. Oktober 2015

Wo ist meine Heimat?

Das Thema Heimat ist derzeit in vieler Munde. Medien, vor allem das Fernsehen, beschäftigen sich damit. Man hat das Gefühl,  dass viele Menschen heimatlos geworden sind. Nicht nur die Hunderttausende von Flüchtlingen, die vor Krieg und Terror flüchten.  Auch uns auf der noch heilen Insel Deutschland  fällt es zunehmends schwerer Heimat zu definieren. 
Wo ist meine Heimat?
Heimat ist da, wo ich meine Kindheit verbracht habe, sagen die einen. "Seit sich meine Eltern getrennt haben, fühle ich mich heimatlos,  immer hin- und hergeschoben", sagt der kleine Jochen. Heimat ist für dieses Kind ein heiles Zuhause.
Andere wiederum richten ihr Leben an dem Ort ein, an dem sie ihren Arbeitsplatz gefunden haben und einen erfüllten Job ausüben. Dort ist ihr neues Zuhause. 
Für den Obdachlosen Jürgen war die Heimat der Bezirk rund um den Bahnhof mit den vielen kleinen Lokalen, Bistros und Kneipen. Als er starb, waren etliche seiner Kollegen am offenen Grab und warfen eine glimmende Kippe, einen Rest Bier aus der Flasche und ein Skatblatt auf die Urne im Grab. Mit der anschließenden Bemerkung seiner Kumpels: "Das war sein Leben, bei uns fühlte er sich wohl? Das war seine Heimat, sein Zuhause."
Ich denke, Menschen sehnen sich einfach nach einem Platz, an dem sie die Seele baumeln lassen können, wo sie ihre Freunde haben, einer sinnvollen Aufgabe nachgehen können und so akzeptiert werden, wie sie sind. Gibt es diese Plätze? 
Diese mit Recht bezeichnete Idylle ist sehr, sehr selten zu finden. Wo Menschen zusammenleben gibt es leider fast immer auch Stress, Streit, Missverständnisse.
Menschen, vor allem Christen, die einen starken Glauben haben, sind nicht ständig auf der Suche nach einer Heimat. Sie wissen, dass Gott für sie eine ewige Heimat, ja sogar mit Wohnung, bereit hält. Ein Lebensbereich wo es kein Geschrei, wo es keine Missverständnisse,  keinen Stress mehr geben wird. Wo alle Tränen endgültig und dauerhaft  abgewischt sind. Für diese Menschen hat die Suche auf dieser Erde ein Ende gefunden. Die positive Folge davon? Sie gehen friedlicher und gelassener durchs Leben, regen sich über menschliche Schwächen nicht so leicht auf und sind an jedem Ort, an den sie Gott hinverschlägt, zufrieden. Sie haben ihre vorläufige Heimat hier auf dieser Erde  gefunden, in der Gewissheit, dass das Beste, die eigentliche und endgültige Heimat noch vor ihnen liegt.
Werner Zimmermann für gottinberlin


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Samstag, 10. Oktober 2015

Vom recht- und liebhaben.

Vom recht- und liebhaben.
Warum lassen wir die Leute nicht einfach mit dem Christentum in Ruhe? Die wollen damit doch eigentlich nichts zu tun haben, wenn man so hört, wie landläufig über Kirche und die Christen, die einem "nur Schuld einreden wollen", gesprochen wird. Leider haben wir so ein schlechtes Image; und wir sind da nicht ganz schuldlos.

Aber eben deshalb dürfen wir sie nicht in Ruhe lassen! Weil Seine Liebe uns drängt, weil Jesus uns  beauftragt, an die Hecken und Zäune zu gehen, um sie in die Liebe Gottes zu rufen. Nur, warum kommen wir mit unserer Botschaft kaum bei ihnen an? Wir haben leider bei vielen Menschen einen Eindruck hinterlassen, der nicht dem Wesen dessen entspricht, an den wir glauben und den wir ihnen verkündigen: den gekreuzigten und auferstandenen Christus.
Die Menschen haben häufig den Eindruck, wir Christen wollten ihnen etwas aufdrängen, ihr Leben reglementieren und wenn sie nicht wollen, machen wir ihnen Angst und drohen mit der Hölle. Der Eindruck, wir Christen wüssten alles besser und wollen immer Recht haben, denn schließlich haben wir die "absolute Wahrheit". Und dieser Vorwurf lässt sich leider nicht so ganz von der Hand weisen.

Wer Euch sieht, sieht mich, sagt Jesus. Welch hoher Anspruch und welch grandioser Zuspruch. Nur, Er wollte nicht Recht haben, Er hat sich vom Unrecht töten lassen. Er wollte und will als der Auferstandene lieb haben, mit der Liebe, mit der Gott den Menschen liebt.

Wir müssen an die Hecken und Zäune. Aber was wir zu bringen haben ist keine rechthaberische Lehre sondern das Evangelium. Und das Evangelium ist kein Gedankensystem, keine Welt- oder Lebensanschauung. Das Evangelium ist eine Person: der in Jesus aus Nazareth Mensch gewordene Gott. Was wir den Menschen zu bringen haben ist die Beziehung zu dem Gott, der sich an uns Menschen zu Tode geliebt hat, damit wir mit Ihm in inniger Liebe leben dürfen. Etwas Großartigeres gibt es auf dieser Welt nicht zu sagen. Und wir sind die Boten, die es in Seiner Liebe auszurichten haben.



Thomas Nachtigall, Berlin-Lankwitz, für GottinBerlin.com
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Mittwoch, 7. Oktober 2015

Von wem kommt Hilfe?

Martin lag in seinem Einzelzimmer. Er wartete auf seine OP. Das Herz. Sein Managerdasein hatte es zerstört. Zu viel Arbeit. Zu viel Betrug. Der letzte, ein ziemlich großer, war aufgeflogen, hatte ihm den Rest gegeben. Nun lag er da. Ohne Gewissheit, ob es noch mal wird. Ihm fiel eines dieser Neuen Testamente in die Hände, wie sie in Krankenhäusern so ausliegen. Er schlug wahllos auf.

Von wem kommt Hilfe?
Lukas 19. Er las von Bartimäus, einem Steuereintreiber, der durch seine Machenschaften andere unglücklich gemacht hatte, dabei selbst reich, aber einsam wurde. Der war heimlich auf einen Baum geklettert, um einen Wanderprediger zu sehen, von dem alle redeten, Jesus. Wie lächerlich, dachte Martin. Wie kann man sich als wohlhabender und gefürchteter Mann so peinlich benehmen, um so einen armen Schlucker zu sehen. Dann las er weiter, dass dieser Jesus ihn auch noch entdeckte und öffentlich ansprach, ihn bloßstellte, wie Martin empfand. Und erinnerte sich an die Titelseiten der letzten Tage, mit seinem Gesicht und sehr unschönen Worten. Ja, dachte er, wenn du auffliegst, sitzt du auf so einem Baum und wirst von allen begafft.. und dann können sie alle ihre Tomaten und Eier werfen.

Aber dann las er, dass Jesus garnichts warf, ja, ihn nicht einmal vorführte, sondern ihm eine Ehre erwies, die sich alle anderen wünschten. Zum Neid und Tratsch der anderen ging er zu ihm nach Hause um mit ihm zu essen. Früher, dachte Martin, rissen sich die Leute um eine Einladung bei mir. Heute will keiner mehr mit mir gesehen werden. Ist schon komisch dieser Jesus. Irgendwie macht er das Gegenteil von dem, was üblich ist. Dass dieser Bartimäus durch diese Begegnung nun gleich die Hälfte seines Besitzes verschenken und alle seine Schuld wieder gut machen wollte, fand Martin dann allerdings etwas übertrieben. Doch als er den Ausspruch von Jesus las, dass diesem Betrüger Bartimäus 'HEIL' wiederfahren sei, wurde ihm mulmig um sein krankes Herz. Dieser Jesus akzeptiert ihn, obwohl der ist wie er ist, dachte Martin. Hätte mein Vater das mit mir so gemacht, wer weiß, ich hätte vielleicht manches anders gelebt. Heil, heil werden dachte er. Wenn das möglich wäre.

Und plötzlich wünschte er sich, auf einem Baum zu sitzen und von diesem Jesus herunter gerufen zu werden. Und plötzlich waren ihm die Schlagzeilen der Zeitungen über ihn egal. Wenn ich diese OP überleben darf, dachte Martin, oder war es schon ein Gebet? Wenn ich weiter leben darf, werde ich so handeln wie dieser Bartimäus. Ich wünsche mir doch so sehr ein heilgewordenes Herz.



Thomas Nachtigall, Berlin-Lankwitz, für GottinBerlin.com
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Sonntag, 4. Oktober 2015

Die Sonnenblume lässt grüßen!

Die Sonnenblume lässt grüßen!
Gestern, als ich am frühen Morgen nach draußen ging, freute ich mich über die Sonnenblume. Wow, ist die groß geworden! Ich schaute sie mir genauer an und entdeckte an dem größten Blütenkorb, dass einige Kerne schon ausgepickt waren. Na ja, dachte ich, dafür ist sie, die Sonnenblume ja auch da, sich zu vermehren und uns Menschen und Tieren zu dienen. Wie lecker schmeckt doch ein frisch gebackenes Sonnenblumenbrot!?

Ich wäre nicht Thomas, wenn ich nicht gleich wieder einige Ideen hätte, was man mit der Blume noch anstellen kann. Ein Gesicht kreieren. Ist das schon Kunst? Oder nur Blödsinn? Oder nur blödsinnige Kunst; ich und andere hatten ihren Spaß.

Ich dachte dann über die Sonnenblume weiter nach. Ist sie wirklich auch zum Dienen bestimmt? Ja, und zwar zu dem Dienen, wozu sie bestimmt ist. Somit ist die Sonnenbrille wirklich nur "aufgesetzt".

Da die Kirche momentan durch die Flüchtlingssituation einen Aufschwung in ihrer Bekanntheit hat, habe ich jedoch die Sorge, dass sie sich selbst wieder mal in ihren Aufgaben genügt. Ich möchte richtig verstanden werden; Aufgaben/ Diakonie sind da und müssen gelebt werden. Doch es muss immer und immer wieder begriffen werden, dass eine Kirche nicht davon lebt, dass sie Aufgaben hat, sondern dass sie dann lebt, wenn der ewige lebendige Gott ihr den Lobgesang schenkt.

Von der geistlichen und religiösen Kraft der christlichen Kirchen Deutschlands mag ich sagen, dass sie zur Zeit sehr im Sog der großen Macher in Gesellschaft und Politik geraten ist. Ich sehe zu oft in der letzten Zeit Zeichen der inneren Hilflosigkeit. Die Kirche beweist nicht dann ihre Kraft, wenn sie in den Weltproblemenlösungs-Aktivismus verfällt. Sie besitzt und beweist dann ihre Kraft, wenn sie den Lobgesang Gottes, die Begegnung mit der Ewigkeit hat.

Der Lobgesang Gottes kann nicht gemacht werden, sondern entsteht in der Begegnung des lebendigen Gottes. Daraus entsteht Kirche, die dann auch dient. Kirche nur mit "aufgesetzten" Aktivismus und Lösungsdrang ist nicht Kirche. Zuerst Gott, dann die Aufgaben. Wo sehen wir das in Berlin?

Thomas Gerlach, Berlin-Tegel, für GottinBerlin
Photo-Copyright: Thomas Gerlach



Donnerstag, 1. Oktober 2015

"Haut ihnen jeden Finger ab"

Wenn ich den Ausruf gebrauche "Deutschland erwache" weckt er leidvolle Erinnerungen an die Zeit des Dritten Reichs. Deshalb hoffe ich, dass wir trotzdem wach genug sind, das Folgende einfach nur zur Kenntnis zu nehmen und gründlich darüber nach zu denken. 

Es geht um den Unterschied zwischen ISLAM und CHRISTENTUM.
Die Basisschriften mit den Lebensanleitungen für die jeweils Gläubigen sind KORAN und BIBEL. Es ist dringend zu empfehlen, beide Bücher einmal gründlich zu studieren. Das schützt vor oberflächlichem Mitreden. 
Was hab ich bisher in beiden entdeckt?

Hier aus dem KORAN:

Sure 48,16: Ihr sollt mit ihnen kämpfen oder sie sollen Muslime werden.

Sure 2, 187: Erschlagt die Ungläubigen, wo immer ihr auf sie stoßt.

Sure 2, 189: Und bekämpft sie, bis die Verführung aufgehört hat und der Glaube an Allah da ist!

Sure 4, 91: Und so sie den Rücken kehren, ergreift sie und schlagt sie tot, wo immer ihr sie findet.

Sure 8, 12:So haut auf ihre Hälse und haut ihnen jeden Finger ab!

Sure 8, 40: ...und kämpft gegen sie, bis kein Bürgerkrieg mehr ist und bis alles an Allah glaubt.

Meine Meinung:

Dies und vieles mehr steht in dem "Heiligen Buch" des Islam!  Von Mohammed geschrieben! Sind das göttliche Eingebungen? Der IS lässt grüßen.  Er setzt das alles zur Zeit konsequent um. Bald auch bei uns?
Ich jedenfalls möchte nicht um 3 Uhr morgens mit abgehackten Fingern zum Gebet geweckt werden.
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Hier Worte aus der BIBEL:

Lukas 6, 27.28.35: »Aber euch, die ihr mir zuhört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen; segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch Böses tun . Nein, gerade eure Feinde sollt ihr lieben! Tut Gutes und leiht, ohne etwas zurückzuerwarten. Dann wartet eine große Belohnung auf euch, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; denn auch er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. Seid barmherzig, wie euer Vater barmherzig ist.«

Matthäus 26, 52: Doch Jesus sagte zu ihm: »Steck dein Schwert zurück! Denn alle, die zum Schwert greifen, werden durchs Schwert umkommen.

Lukas 23, 33-34: Als sie an die Stelle kamen, die ›Schädel‹ genannt wird, kreuzigten die Soldaten ihn und die beiden Verbrecher, den einen rechts und den anderen links von ihm. Jesus aber sagte: »Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.«

Titus 3, 1-2: Erinnere die Gläubigen daran, sich der Regierung und den Behörden unterzuordnen, ´ihren Befehlen` Folge zu leisten und jederzeit bereit zu sein, Gutes zu tun. Sie sollen über niemand schlecht reden und keinen Streit suchen, sondern friedfertig sein und allen Menschen mit aufrichtiger Freundlichkeit begegnen.

1. Petrus 3, 9: Vergeltet Böses nicht mit Bösem und Beschimpfungen nicht mit Beschimpfungen! Im Gegenteil: Segnet! Denn dazu hat Gott euch berufen, damit ihr dann seinen Segen erbt.

Johannes 18, 36-37: Das Reich, dessen König ich bin, ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, dann hätten meine Diener für mich gekämpft, damit ich nicht den Juden in die Hände falle. Nun ist aber mein Reich nicht von dieser Erde.« Da sagte Pilatus zu ihm: »Dann bist du also tatsächlich ein König?« Jesus erwiderte: »Du hast Recht – ich bin ein König. Ich bin in die Welt gekommen, um für die Wahrheit Zeuge zu sein; dazu bin ich geboren. Jeder, der auf der Seite der Wahrheit steht , hört auf meine Stimme.«

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Meine Meinung:

Es bleibt jedem selbst überlassen, zu beurteilen,  welche der oben geschriebenen Worte  vom Geist Gottes erfüllt sind. 
Für mich persönlich haben die Worte aus der Bibel geistliche Kraft und sind brauchbare Werkzeuge für eine friedliche Welt  Jeder Muslime guten Willens ist in unserem christlichen Abendland willkommen.  Aber der Islam gehört meines Erachtens nicht zu Deutschland. Deutschland ist das Land der Reformation. Luther hat eine gesunde Lehre etabliert. Das wirkt bis heute nach, auch wenn viele mit Kirche nichts mehr am Hut haben. Warum aber suchen sich die meisten Flüchtlinge gerade Deutschland als "gelobtes Land" aus? Vielleicht ahnen sie, dass hier noch Recht gilt, dass wir von Willkür weit entfernt sind und dass der Mensch nicht nach Wert gemessen wird, sondern mit Würde behandelt. Alles Früchte des Christentums. Vergessen wir das nie.Wie denkt Ihr darüber?
Wezi für gottinberlin 
Fotorechte: fotolia.com | #74257063 | Oxana Savca