Montag, 29. Februar 2016

Gott ist unheimlich.

Das Geheimnisvolle hat anziehende Wirkung. Der Mensch ist mit Neugierde ausgestattet. Was er nicht kennt hat zwei Wirkungen auf ihn. Es schreckt bzw. ängstet ihn und gleichzeitig fasziniert es ihn und treibt ihn darauf zu.

Gott ist unheimlich.
Simpel ist es mit dem Weltall. Da will der Mensch mehr wissen, gibt Milliarden an Geld aus, begibt sich in Lebensgefahr um neue Erkenntnisse zu gewinnen. Das scheint zwingend, denn der Forschungsdrang ist stärker als die Abschreckung drohender Gefahren. Widerspruch ruft das bei mir nur dahingehend hervor, dass jedes Jahr 50 Millionen Menschen verhungern und der Kriege kein Ende ist. Wer auf Reisen geht bringt normalerweise vorher sein Haus, seine Wohnung in Ordnung. Aber hier will man los, obwohl sich unsere Wohnung Erde in einem total chaotischen, unaufgeräumten Zustand befindet. Der unaufhörliche Durst nach mehr. Forschungsergebnisse sind immer zuerst militärische Geheimnisse. Wissen, mit dem man zerstören, töten kann. Hier geht es um Macht. Wer Geheimnisträger ist, also mehr weiß als andere Menschen, fühlt sich den anderen gegenüber überlegen, stärker und besser.

Ähnlich läuft es im Religiösen ab. Auch hier gab es zu allen Zeiten Geheimbünde und Geheimlehren, die Menschen den Selbsteindruck gaben, sie seien etwas ganz Besonderes, über alle anderen erhoben. Eine dieser seltsamen Lehren ist die aus dem Judentum stammende Kabbala. Die erregt gerade ziemliches Aufsehen, weil sie unter sogenannten Prominenten wie Madonna oder Britney Spears in Mode gekommen ist. Sie meinen, wenn sie deren "Geheimnisse" entschlüsseln wüssten sie mehr über Himmel und Erde; ja darüber hinaus könnten sie über Gott verfügen. Es geht eben auch hier wieder um Macht. Arme Trottel.

Gott lässt nicht über sich verfügen und Er ist in sich für den Menschen ewiges Geheimnis. Insofern ist Er dem Menschen psychologisch gesehen unheimlich im Sinne von erschreckend. Historisch gesehen ist Gott im buchstäblichen Sinn unheimlich geworden als der, der sich geoffenbart, das Geheimnis gelüftet hat. Er zeigte sich uns in Jesus. Wer Jesus kennt, kennt die Geheimnisse Gottes, die für unser Menschsein wichtig sind. Seine Liebe, den Sinn, den Er uns gibt, die Zukunft, die Er uns bei sich bereit hält. Gott ist also keine Geheimlehre. Er ist offenbar in Kreuz und Auferstehung. Das Kreuz ist historisch verifiziert. Die Auferstehung hört auf ein Geheimnis zu sein, wo der Mensch dem gekreuzigten Jesus als dem Auferstandenen begegnet. Das kann ich und Millionen Menschen auf dieser Welt als persönliches Widerfahrnis bezeugen. Kurz, das Evangelium, die Lehre des Christentums ist so offenbar und einfach, dass es ein Kind erfassen kann. Wahrheit ist einfach und Wahrheit ist für alle Menschen da. Wahrheit ist Person, die Person Jesu.

Also, du darfst gern über die lachen, die meinen, sie hätten geheimes Wissen über Gott. Die lügen um ihr Ego zu streicheln und sind doch die armseligsten Kreaturen auf Erden. So wie jeder, der Macht über andere, ja wenn möglich, sogar über Gott haben möchte.


Thomas Nachtigall, Berlin-Lankwitz für GottinBerlin.com
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Mittwoch, 17. Februar 2016

Psalm 23 – eine Zusage Gottes an uns Menschen!

Der gute Hirte

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele.
Er führet mich auf rechter Straße um seines Namen willen.
Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück,
denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.

Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkst mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben im Hause des Herrn  immerdar.

                                                                                             23. Psalm aus der Bibel von David

Ich finde, der Psalm 23  schenkt uns Menschen Einblick in Gottes unendlicher Liebe zu uns Menschen.
König David, der ja selbst den Beruf eines Hirten ausgeübte, und daher wusste welch große Verantwortung er für die ihm anvertrauten Tiere zu tragen hatte, wendet  sich in größter Not, mit diesem Gebet, so vertrauensvoll an seinen Gott.
Diese Verheißung und die Zusage Gottes, gelten heute noch genauso wie zur damaligen Zeit.
Ich kann es nur bezeugen.
Mir wird es an nichts mangeln. So wird es mir in dem Psalm zu gesagt.
ER weidet mich auf einer grünen Aue…
Er erquickt meine Seele.
Er führt mich auf rechter Straße um SEINES Namens Willen.
Das beinhaltet für mich, dass Gott mir immer zugewandt ist und bleibt.
ER liebt mich, weil er mein Schöpfer ist.
Es bedeutet für mich nicht, dass ich immer in materieller Form im Überfluss leben werde.
Nein, aber ER schenkt mir innere Zufriedenheit.
Und ER  erquickt meine Seele, in dem ER mir die Gewissheit schenkt, dass ich auf dem rechten Weg bleiben werde.
Durch mein Gewissen, welches ER mir gegeben hat, macht er mich aufmerksam, wenn ich vom rechten Weg abkomme.
Auch wenn es mir immer wieder passiert, dass ich Unrechtes tue.
So führt mich mein Gott, immer wieder geduldig auf dem richtigen Weg zurück.
Wie ein Hirte seine Schafe, die sich von der Herde entfernen.
Ist das nicht ein wunderbare Zusage?

Das Beste kommt noch, die Zusage und Verheißung, dass ER mit mir durch das dunkle Tal geht.
Nein, mein Herr und Gott wartet nicht außerhalb meiner dunklen Zeit auf mich, um mich zu trösten.
Auch wenn ich es nicht spüre, weil ich zu sehr mit meiner Not beschäftigt bin,
so weiß ich doch, ER ist mit mir. Vielleicht trägt ER mich sogar.
Es ist eine Verheißung Gottes an uns Menschen und deshalb glaube ich ganz fest daran.

Genauso wunderbar ist die nächste Zusage:
Er bereitet vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.
Auch wenn ich umringt werde von Menschen, die mich verspotten oder angreifen um meines Vertrauen und Glauben willen, zu Gott. So kann ich gelassen und freundlich bleiben, denn auch hier bin ich nicht allein. Sondern werde von SEINER Liebe und Güte umgeben.
Das macht mich stark. Nein, nicht ich bin stark, sondern durch die Gewissheit SEINER Gegenwart.
Um dieser Gewissheit willen, möchte ich immer  im Hause meines Gottes bleiben.
Und in der Gemeinschaft mit meinen Glaubensgeschwistern, die mir die Liebe Gottes wiederspiegeln.
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Lieber Leser, der du vielleicht noch nicht diese Erfahrung der Liebe Gottes gemacht hast.
Ich kann dich nur dazu ermuntern es zu wagen, dich auf eine Beziehung zum Schöpfer der Welt ein zulassen.
Ich kann dir die Zusage geben, dass du wirst großes erleben wirst.
Du wirst sicher nicht reicher und du wirst auch Nöte und schwere Zeiten erleben,
aber du wirst eine innere Zufriedenheit, Ruhe  und Gelassenheit verspüren.
Meine Erfahrungen lehren mich, dass es nichts Schöneres und Besseres geben kann,
als in der Gemeinschaft Gottes zu leben.

 Geschrieben von Lucie Reichert,Berlin-Tempelhof, für – Gott in Berlin -

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Samstag, 13. Februar 2016

Gott vermehrt - aber wer verteilt!

Gott vermehrt - aber wer verteilt!
Jesus, heißt es, hat mal mehr als 5000 Leute mit 5 Broten und zwei Fischen gespeist. Wie genau Er das hinbekommen hat, weiß ich nicht. Aber dass Ihm in Seinen Möglichkeiten keine Grenzen gesetzt sind, das macht diese Geschichte deutlich. Und in irgendeiner Weise erleben Christen diese Grenzenlosigkeit Gottes auch in ihrem Leben. Was aber deutlich wird ist, dass Gott nicht am Menschen vorbei, ganz selten ohne das Zutun des Menschen wirkt. Das wird auch bei dieser Speisungsgeschichte deutlich:

Jesus vermehrt Brot und Fisch. Er sorgt also dafür, dass das, was der Mensch aus sich heraus nicht leisten kann von Gott selbst gewirkt wird. Aber Seine Mitarbeiter lässt Er dabei nicht links liegen. Er verteilt die Aufgaben, die sie in Zusammenarbeit mit Ihm erledigen sollen. Die Jünger müssen das Event organisieren, die große Gruppe von Menschen in kleine Gruppen aufteilen und sie sich geordnet lagern lassen. Danach müssen sie kellnern; Brot und Fisch aus den Händen Jesu nehmen und sie nach und nach an die Menschen verteilen bis alle genug haben und satt sind.

In christlichen Kirchen und Vereinen ist mir so häufig dieser blöde Satz begegnet, dass, wenn Gott will, Er es schon alles machen wird, was Er will. Und dann setzen sich die Leute hin und warten darauf, dass Gott etwas tut. Und dann passiert eben nichts. Dann wird häufig nicht die Frage gestellt, was sie hätten tun müssen oder was sie falsch gemacht haben, sondern es kommt diese Floskel "dann hat es Gott wohl nicht gewollt". Mit solch einer Einstellung wird man Gott los.

Um bei der Geschichte zu bleiben. Ja, die Jünger konnten Brot und Fisch nicht vermehren. Das mussten sie auch gar nicht. Das war der Job vom Chef. Aber sich von Ihm als Mitarbeiter in Verantwortung nehmen lassen, klare Aufgaben empfangen und erledigen, das konnten Sie und das taten sie auch. Sonst hätte Jesus alles allein machen müssen. Paulus schreibt aber, dass wir Mitarbeiter Christi sind. Das heißt mit Ihm, denn ohne Ihn können wir nichts tun. Das tröstet, weil so klar wird, dass der Mensch es nie allein, nie ohne Gott schaffen muss. Das heißt aber auch, dass Gott es nicht allein, ohne uns schaffen will. Wo Gott und Mensch zueinander finden, beieinander bleiben und miteinander in klarer Absprache arbeiten, sich investieren, entsteht das, was Jesus das Reich Gottes nennt. Reich Gottes ist eben das liebevolle Miteinander von Gott und Mensch.

Viele Christen werden sich einmal wundern, was alles an Wunderbarem nicht zustande gekommen ist, weil sie Gott ihre Mitarbeit verweigert haben - und Gott tut nun mal nicht ohne uns. Genauso wie vieles nicht zustande kommt, weil Leute meinen, es ohne Gott schaffen zu müssen. Leute, lasst uns verantwortliches Teamwork lernen. Miteinander als Geschwister. Zusammen in enger Arbeitsgemeinschaft mit unserem Herrn. Denn sonst gilt der Satz Jesu " Was nennt ihr mich Herr, Herr und tut nicht, was ich euch sage.

Thomas Nachtigall, Berlin-Lankwitz, für GottinBerlin.com
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Mittwoch, 10. Februar 2016

Lies und werde frei

Christenverfolgung weltweit nimmt zu. Sich zum Christentum zu bekennen oder von einer anderen Religion zum Christentum zu konvertieren ist gefährlich. Der Besitz einer Bibel hat in manchen Ländern Folgen, bis hin zur Todesstrafe.
Was ist an diesem Buch nun so Schlimmes dran? Es spricht unter anderem von der Liebe und Barmherzigkeit Gottes, und fordert sogar auf, ein gehorsamer Staatsbürger zu sein, ja sogar für den Staat zu beten. Warum ist also Christsein und die Bibel vielen Völkern ein Dorn im Auge? 
Lies und werde frei
Blicken wir dazu etwas tiefer in die Geschichte. Zu allen Jahrhunderten haben Machthaber,  auch die religiösen Führer Roms, ( Päpste) versucht, den Menschen unmündig zu halten, um ihn besser manipulieren und versklaven zu können. In vielen Gesellschaften ist es bis heute üblich, andere zu unterdrücken. Frauen sind in der Regel die Leidtragenden. Sie übernehmen weltweit die Lasten der Erziehung, der Hausarbeit, der Feldarbeit und werden von ihren Männern bevormundet und zum Gehorsam gezwungen. 
Der Koran gebietet, über die Frau zu herrschen, zur Not mit Schlägen (Sure 4,34). Frauen in "sündhafter Kleidung" stehen noch tiefer. Bei ihnen kann Mann sich "frei bedienen".
Ganze Familienclans im arabischen Raum bereichern sich, indem sie Millionen ausbeuten. Niergends der ernsthafte Versuch, ein menschenwürdiges,  demokratisches Staats- und Sozialwesen aufbauen zu wollen. 
Die niedrige Kaste Indiens trägt bis zum heutigen Tag die Exkremente der Reichen auf dem Kopf in Schüsseln zur nächsten Grube. Oder Männer sitzen kartenspielend in Tavernen, während ihre Frauen bis zur Erschöpfung arbeiten.
In den meisten Ländern der Welt, in denen das Christentum noch nicht Fuß gefasst hat, herrschen diese, teils mittelalterlichen, Strukturen. Genau diese will man beibehalten. Die Menschen sollen sich in ihr aufgezwungenes Schicksal ergeben und möglichst nicht selbständig denken lernen, Fragen stellen, oder sogar rebellieren.

In den Ländern,  in denen die Bibel erlaubt wurde, in denen sie auch gelesen wurde, sind neue, bessere Gesellschaften entstanden. Wenn auch keine Vollkommeneren. Aber: Menschen, Mann und Frau, sahen sich plötzlich als gleichwertige  Geschöpfe Gottes, ausgestattet mit Würde.

Glauben wir nur nicht, dass die Freiheiten der Frau in den christlichen Ländern, die Freiheit, eigenständig zu wohnen, in einem Job zu arbeiten, ohne Ängste zu leben, sich chic zu kleiden usw. seien Errungenschaften der Aufklärung. Es sind die Folgen der Bibel. Da Männer, laut Bibel, ihre Frauen lieben sollen, muss man als Mann dafür sorgen, dass sie respektiert, geachtet werden und es leichter haben im Leben. Der technische  Erfindungsreichtum in christlichen Ländern war seit dieser Zeit überwältigend. Die meisten Erfindungen kamen aus Klöstern.
Für manches Entwicklungsland wäre es im 21. Jahrhundert ein Einfaches, Toiletten im Haus zu bauen, sich landwirtschaftliche Geräte zuzulegen oder einfach einen Brunnen zu bohren, anstatt Frau und Kinder täglich kilometerweit zum Wasserholen zu schicken. Durch solche Arbeitserleichterungen könnte sich die Frau um andere Dinge kümmern, z. B. sich weiterbilden, einfach mal Zeit für sich selbst haben, einem Hobby nachgehen, über sich selbst nachdenken, usw.

Doch diese Freiheiten machen sie zu selbständig und letztendlich aufmüpfig. Es soll also alles, für alle Zeit beim Alten bleiben.???

Jeder Mensch, der mit der Bibel konfrontiert wird, erkennt, dass er zur Freiheit geboren wurde und dass es eben nicht sei Karma ist, in ewiger Sklaverei zu leben.  
Es gelten mehr denn je die Worte Jesu: " ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben."  Und Gott lügt nicht. Angelogen werden wir immer von machthungrigen Menschen. Angelogen haben auch die Mächtigen der Kirche. Sie konnten dies, solange sie den Menschen das Wort Gottes vorenthielten. Doch dann kam  die Kunst des Buchdrucks und die Menschen begannen selbst im Wort zu lesen. Statt Machtdenken schob sich Gerechtigkeitsdenken in den Vordergrund. Der Weg wurde langsam frei für neue Gesetze, die Menschenrechtscharta, Demokratie, Gewerkschaften usw. Die durch das Wort Gottes aufgeklärten Menschen nahmen nicht mehr alles als schicksalgegeben hin.
Also schafft Millionen von Bibeln nach Syrien, den Iran, den Irak,  nach Indien, nach.......  damit sich die Menschen endlich aus der Sklaverei erheben und befreien können.
Werner Zimmermann für gottinberlin

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Freitag, 5. Februar 2016

Berliner Wetter - ich will hier weg; weit weg!

Berliner Wetter - ich will hier weg; weit weg!
Fünf Tage Schnee und geschätzt drei mal Sonne. Wir haben seit mehr als vier Monaten Herbst. Ich kenne eine Reihe von Menschen (mich eingeschlossen) denen es bei derartigen Witterungsverhältnissen seelisch nicht gut geht. Ein Freund von mir war gerade sieben Wochen in Thailand. Dort ist es mild und sonnig. Er ist zurück gekommen und fiel in ein eisiges Seelenloch.

Seltsam, als Kind war mir und vielen anderen das Wetter egal. Man nahm es, wie es kam und hat fröhlich gespielt. Dass die Klamotten nach dem Herumtoben im Modder von demselbigen nicht mehr unterscheidbar waren, darüber hat sich die Mutter aufgeregt. Uns Kindern war das egal. Heute bleiben die Sachen bei jedem Wetter fast sauber, aber die Seele fühlt sich modderig an.

Wir (scheinbar) Erwachsenen sind nicht mehr unabhängig von den Verhältnissen. Sonne tut uns gut, Licht und Wärme. Kaltnasses Wetter macht uns schlapp, mürrisch und traurig. Sicher, das lässt sich biologisch erklären, aber hilft das? Nicht wirklich. Es scheint vielleicht genau an diesem Verlust dieser Kindlichkeit zu liegen, die uns von den Umständen so abhängig macht. Am Wetter merkt man es in einer Großstadt wie Berlin am ehesten. Bei miesem Wetter sind auch die Berliner mies drauf. Da will man nicht durch die Innenstadt, weil man danach selbst noch mieser drauf ist als vorher.

Schlechte Nachrichten, die sich ja mehr und mehr häufen haben Einfluss auf unser Befinden. Kein Wunder, dass wir dazu neigen, zu verdrängen, auszublenden. Als Kind floh man in seine Fantasiewelt. Dem Erwachsenen gelingt das nicht mehr so einfach. Depressionen haben in den letzten Jahrzehnten akut, man schätzt um 60 Prozent, zugenommen. Das wiederum hat nichts mit dem Wetter zu tun. Es liegt an den sich negativ verändernden Umständen. Alles ist unsicherer, brüchiger geworden. Die Angst nimmt zu.

Eugen Drewermann hat mal einen guten Vortrag gehalten, indem er die Entstehung von Depressionen am Märchen von Hänsel und Gretel erklärt. Sehr plausibel. Denn wenn Kinder den Eindruck haben, eine Last für ihre Eltern zu sein, manifestiert sich die Traurigkeit im Herzen dieser kleinen Wesen. Aber am Schluss seines Vortrags fragt Drewermann, wie es eigentlich möglich ist, in einer Welt voller Hass, Gier, Ausbeutung, Krieg und Hunger nicht depressiv zu sein. Diese Frage scheint mir sehr plausibel und ich habe keine Antwort darauf.

Mir fallen hier nur zwei Verse aus der Bibel ein. Zum einen, dass Gott in einem Licht wohnt, wo niemand von sich aus hin kann. Zum anderen der Jesusausspruch, dass wir das Himmelreich nicht sehen werden, wenn wir nicht wie die Kinder werden. Das weckt Sehnsucht in mir. Ich will dieses Licht, in dem es keine Finsternis gibt und ich will wieder wie ein Kind spielen, naiv und sorglos. Beides kann und darf ich nur von Gott erwarten. Wo Er es mir schenkt, werde ich dankbar und fröhlich. Wo nicht, bleibt diese Sehnsucht. Aber wie hat es Anselm Grün so wunderbar formuliert: In der Sehnsucht atmet die Seele. Lasst uns miteinander atmen. Denn Herr Jesus, in Dir ist Freude in allem Leide.
Thomas Nachtigall, Berlin-Lankwitz für GottinBerlin.com

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