Freitag, 29. April 2016

Briefe aus Fleisch und Blut ... und manchmal geistvoll.

Briefe aus Fleisch und Blut ... und manchmal geistvoll.
Schriftstücke sind Äußerungen von Menschen, die sie verschicken ohne beim Adressaten persönlich vor Ort zu sein. Da sind Amtsschreiben, Terminschreiben, viel Spam u.a. und persönliche Schreiben wie z.B. Liebesbriefe, die leider keine Hochkonjunktur mehr haben. All zu viel ist heute nur noch oberflächlich und kurzlebig.

Liebesbriefe werden nicht selten ein Leben lang aufbewahrt. Es geht eben um Bedeutsamkeit. Was mir etwas bedeutet fliegt nicht in den Müll. Ein Brief, den ich aufbewahre, bewahre ich deshalb auf, weil mir der Absender wichtig ist. Ein Liebesbrief, in dem mir jemand sagt wie wichtig ich ihm bin und wie lieb er/sie mich hat, macht allerdings nur dann wirklich Sinn, wenn ich dann auch diesem Menschen als Person begegnen, mit ihm Zeit verbringen darf.

Christen sagen ja nicht selten, dass die Bibel ein Liebesbrief Gottes an den Menschen sei. Nun, meiner Meinung nach hängt das ein wenig von den Passagen ab, die ich dort lese. Wer sie mal einfach nur planlos aufschlägt kann natürlich auch bei einem zornigen Propheten landen und inhaltlich schockiert sein. Ein wenig Hintergrundinformation über den Absender ist da schon von Vorteil. Vor allem, wenn man weiß, worauf der Autor abzielt. Es wird immer gern damit geprahlt, die Bibel sei das meist gedruckte Schriftstück der Welt (nur der IKEA Katalog hat eine ähnlich hohe Auflage). Was aber gern verschwiegen wird ist, dass die Bibel der am wenigsten gelesene Bestseller ist.

Worauf Gott mit der Bibel abzielt ist nicht Papier zwischen zwei Buchdeckeln, sondern die Person Jesus aus Nazareth als die Selbstvorstellung Gottes. Auf Ihn hin wurde und von Ihm her hat man geschrieben. Und in Ihm haben wir wirklich den Liebesbrief Gottes an uns in Fleisch und Blut, der geistvoll sprach und handelte. Hier ein paar Seiten über Ihn zu lesen mag nützlich und informativ sein. Aber wer diese Liebe erleben will, braucht diese Begegnung mit Jesus, der im Heiligen Geist unter uns lebt und wirken möchte. So, wie mir ein Liebesbrief nur dann wirklich nützt, wenn ich dem Liebhaber dahinter auch begegne, so ist es auch mit Gott und Seinem Liebesbrief.

Christen verteilen gern Traktate und Bibeln und alles mögliche Schriftliche zu diesem Thema. Das ist nicht ganz verkehrt. Nur, das Eigentliche, die Begegnung kommt so nicht unbedingt zustande. Der Apostel Paulus schreibt den Leuten in Korinth, dass wir, die Christen ein Brief Christi sind; Briefe in Fleisch und Blut, in denen der auferstandene Jesus lebt, durch die Er reden und wirken will. Wenn man sich dann so die Engstirnigkeit und Lieblosigkeit mancher "Christen" anschaut, da sucht man Jesus vergeblich und dort kann er auch nicht zum Zuge kommen.

Sich dieser Ehre, aber auch Verantwortlichkeit bewusst zu werden, sich vor- und zubereiten zu lassen ein lebendiger Brief Gottes zu sein, ist unser Job. Ein Brief, der sowohl geistig als auch geistlich (was Jesus in uns meint) gehaltvoll ist, dieses Geschenk, diese Verantwortung und diese Ehre, die Er uns zuteil werden lässt, sollten und müssen wir Christen immer wieder neu an uns zulassen. Sonst hat unser Reden von Gott nicht wirklich Sinn oder wie es Jesus gesagt hat, dann sind wir als das Salz der Erde stumpf und zu nix zu gebrauchen.

Und falls Du mal nicht lesen sondern hören willst, dann gehe auf folgenden Hör-Bericht von Markus.


Thomas Nachtigall, Berlin-Lankwitz für  GottinBerlin.com
(c)-right: fotolia.com | #81161248 | aytuncoylum


Freitag, 15. April 2016

Jesus und die Pornogucker

Jesus und die Pornogucker
Irgendwann einmal  kam ein Teenager zu mir. Dieser junge Mann erklärte mir, dass er Jesus liebt, mit ihm leben möchte. Er hätte jedoch das „Problem“, dass er regelmäßig das Bedürfnis habe, sich Pornofilme anzuschauen. Er fragte mich, was er tun soll. Da stand ich nun und sollte ihm eine Antwort geben. Doch welche?
 Es gibt ja diesen alten Witz, man könne sich das Internet auch als DVD- Box kaufen. Das gesamte Netz auf 399 DVD´s. Oder aber, wenn man es ohne Pornoseiten haben möchte, auf 12 DVD´s. Wir sind Generation Porno und das geht auch an den Christen nicht spurlos vorbei. Nur, dass wir Christen, die ja nunmal genauso sexuelle Wesen wie andere sind, häufig verklemmt und unehrlich mit dem Thema umgehen. Nicht jeder knechtet seinen Körper so, wie das der Apostel  Paulus von sich sagte. Der Frühling ist im Kommen und die Hormone schlagen Purzelbäume. Damit müssen wir klar kommen. Und gut, wenn wir dabei weder uns noch Gott belügen und so tun als ginge uns das nichts an, als wären wir davon nicht betroffen.
Also, zurück zu diesem jungen Menschen. Was sollte ich ihm nun antworten? Da gäbe es die moralische Keule, dass ich ihm erkläre, dass in der Bibel auch von Reinheit und Keuschheit die Rede ist und sich so etwas für einen Christen nicht gehört. Nur, diesen Aspekt hatte er ja selbst schon für sich erkannt. Da gäbe es noch die entwicklungspsychologische Schiene, dass er als Pubertierender nunmal das Lebendigwerden seiner Sexualität erfährt und es normal ist, wenn er neugierig ist und sich dazu hingezogen fühlt. Aber genau das hat ihn ja belastet. Beide Antworten wären ihm mit seiner „Not“ nicht gerecht geworden.
Nach kurzem Überlegen antwortete ich ihm, er solle, wenn er wieder einmal dieses Bedürfnis hat, sich mit Jesus zusammen einen Porno angucken und mit Ihm darüber reden. Darüber, was er sieht, welche Bedürfnisse er dabei spürt, wie sich seine Vorstellung von Liebe in diesen Filmen widerspiegelt und was sonst noch bei ihm so abläuft. Wichtig sei nur, dass er seinen besten Freund Jesus mit hinein nimmt in diesen Prozess. Wenige Tage später, ich war in einer anderen Stadt und kurz vor der Abfahrt, kam er noch kurz zu mir und sagte: „Ich wollte mich noch bei dir bedanken, es hat sehr geholfen.“

Dieser Paulus, der sich selbst so geknechtet hat, sagt ja: „Alles ist euch erlaubt; aber nicht alles dient zum Guten. Alles ist euch erlaubt, aber es soll euch nichts gefangen nehmen.“ Würden wir Christen doch in den Dingen des Lebens normal und authentisch werden. Jeder hat seine Baustellen. Jeder hat seine Schwächen und Leidenschaften. Seltsamer Weise wollen wir Gott da immer raushalten. Das Gegenteil ist richtig. Es gibt keine Stelle in unserem Leben, die Jesus zu schmutzig oder zu dunkel ist. Er ist der, der uns durch´s leben begleitet uns in allem dabei sein will. Lassen wir das doch zu. Wir werden uns wundern, wie gut Er mit unseren Problemen, unseren „Schattenseiten“ klar kommt. Und wir werden uns wundern, wie Er uns neue Einblicke, ja vielleicht  sogar Verwandlung schenkt.  

Thomas Nachtigall; Berlin-Lankwitz, für GottinBerlin
Fotocopyright: fotolia.com | #99671931 | Brian Jackson

Mittwoch, 13. April 2016

Perspektivlosigkeit.

Perspektivlosigkeit.
Ein Wort, das zur Zeit in den Medien immer mehr Raum einnimmt. Junge Menschen radikalisieren sich, weil sie keine andere Perspektive im Leben sehen. Es ist zur Zeit tatsächlich schwierig in allem Weltgeschehen einen Sinn zu sehen. Aber alle Veränderung beginnt immer im Herzen jedes einzelnen Menschen.
Robert Kennedey hat es in seinem Buch BEWEGEN WIR DIE WELT etwa folgendermaßen ausgedrückt: "Es kommt auf die Taten einzelner Menschen in einem Land an. Die Summe der Taten prägt die Geschichte des Landes."  -  Für mich stellt sich die Frage, was steht in den Geschichtsbüchern der übernächsten Generation im Hinblick auf unsre Zeit? War unser Volk Vorbild für andere Völker oder befand es sich im Niedergang, weil ihm eine Perspektive fehlte? Es ist eben für die Geschichte eines Landes schon von Bedeutung, ob ein junger Mensch in einer Suppenküche hilft, in einem Seniorenheim einen bunten Abend gestaltet, oder sich aktiv in einer Partei oder einem Verein oder einer Kirchengemeinde engagiert,   ---   oder ob er stattdessen Autos knackt, im Kaufhaus klaut, nachts Wände mit Graffiti beschmiert oder beim IS sich als Kämpfer ausbilden lässt. 


Es ist richtig, die Welt so wie sie ist, kann wenig Sinnvolles bieten. Das ist aber nicht das eigentliche Problem.  Wir als Individuen müssen den Sinn des Lebens in nicht um uns haben. Den Sinn haben wir aber nicht in uns, wenn wir nur unseren eigenen Puls fühlen oder uns nur um uns selbst drehen. Diesen Sinn erhalten wir, wenn wir beginnen darüber nachzudenken, was mein Mitmensch in Not braucht.  Der Geist dessen, der darin großes Vorbild für uns war und immer noch ist, Jesus Christus,  muss wieder mehr Raum in uns gewinnen. Im Buch des Lebens ist viel an menschlicher und göttlicher Weisheit zu finden, die in unserer Zeit leider immer mehr aus dem Bewusstsein schwindet. Da heißt es z. B : "kümmere dich um den, der im Elend lebt, lade Leute zu dir nach Hause ein, gib den Armen zu Essen, besuche die Kranken, denk von deinem Mitmenschen höher als von dir selbst,  setze dich für das wohl des Ortes ein, in den du lebst, usw."
Nirgends ist da zu lesen: "Brich in Einfamilienhäuser ein,  zerstöre die Skulpturen deines Stadtparks, schlage Senioren auf dem Bahnsteig zusammen oder verzocke deine Ersparnisse am Spielautomaten." Auch dass viele Menschen die Freude am Leben verloren haben,  liegt nicht an der
" bösen " Umwelt. Mitmenschen können nie der Grund dafür sein. Freude vermittelt mir der Sinn, den ich für mich in meinem Leben gefunden habe. 


Ich habe kürzlich eine alleinerziehende Mutter mit ihrer  Tochter erlebt. Beide glücklich, fröhlich, ausgelassen. Obwohl sie arbeitslos ist und mit den Finanzen nur sehr knapp über die Runden kommt. Am kulturellen Leben kann sie schon lange nicht mehr teilnehmen. Eintrittskarten für den Botanischen Garten,  für ein Konzert, oder Geld für einen Urlaub  ---  Fehlanzeige. Manchmal reicht es nicht mal für eine Kaffeehausbesuch. Sie hätte jeden Grund zum Jammern oder in Depressionen zu versinken. Aber sie ist zufrieden. Täglich erzählt sie ihrer Tochter selbsterdachte Geschichten, liest aus Büchern vor, unternimmt Spaziergänge, tanzt mit ihrer Tochter auf einer Wiese, malt und zeichnet mit ihr, schneidert Kleider. Sie hören zusammen Musik, inszenieren Theaterstücke,  studieren im Lexikon, lauschen Vögeln. Alles das kostet fast nichts und macht beide glücklich. Sie lebt nach dem Motto: "Ich bin glücklich, obwohl es mir finanziell schlecht geht. Wäre ich unglücklich, jammerte oder würde ich depressiv, gings mir trotzdem finanziell nicht besser. Also lebe ich lieber glücklich mit meiner Tochter. Negative Umstände in meinem Leben dürfen nicht meinen Alltag bestimmen."

Werner Zimmermann für GottInBerlin

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