Dienstag, 28. Juni 2016

Reif für die Insel!

Reif für die Insel!
Wenn ich meinen kleinen Reisewecker sehe, dann denke ich manchmal an meine Hochzeitsreise mit Rucksack und Interrailticket nach Nizza. Wir wollten mit der Fähre nach Korsika und haben eine Nacht am Strand geschlafen. Sehr „bequem“ auf den vielen Steinen. Dank unseres Weckers sind wir pünktlich um 8 Uhr aufgestanden. Sehr zum Ärgernis der anderen Rucksacktouristen, die den Wecker ebenfalls hörten. Dafür haben wir unsere Fähre noch erwischt.

Das ist nun 38 Jahre her. Urlaubserinnerungen sind mir manchmal hilfreich, wenn ich wieder „reif bin für die Insel“. Einmal abschalten, raus aus dem Alltagstrott und einfach mal die Seele baumeln lassen.

Von Augustinus stammt der Ausspruch: „Mein Herz ist unruhig in mir, bis es Ruhe findet, Herr, in dir.“ Gott hat den Sonntag als Ruhetag eingesetzt. Das ist wie ein kleiner Urlaub, jede Woche neu.
Als Kind war mir dieser Tag stinklangweilig, aber in der Zwischenzeit weiß ich diesen Tag zu schätzen und das nicht nur, weil der Alltagstrott unterbrochen wird. Vielmehr ist es so, dass ich mich auf meine Kirchengemeinde und die Begegnung mit anderen Menschen freue und gespannt bin, wie mir Gott begegnet in Liedern, Predigt oder Gesprächen. 

Eigentlich ist es ganz schön dumm von uns Menschen, wenn wir uns den Sonntag kaputt machen lassen, z. B. durch Lockangebote im Supermarkt. Oder Dinge erledigen, die wir in der Woche nicht geschafft haben. Genießen wir doch die kleinen freien Momente, die wir haben. Schließlich ruhte unser Schöpfer auch nach 6 Tagen Schöpfungswerk aus. Wir, als seine Geschöpfe, haben eine Pause erst Recht nötig. 
Übrigens, der Gottesdienst bedeutet nicht, dass wir Gott dienen sollen, sondern, dass Gott uns dient, in dem er uns segnet und stärkt für den Alltag. In diesem Sinne wünsche ich einen schönen Urlaub. Damit wir, wie Jesus es sagt, das Leben im Überfluss haben.

                                                                                     Bettina Lattka aus Berlin für GottinBerlin

Foto-Cppyright:  fotolia.com | #67896626 | diegocardini

Mittwoch, 22. Juni 2016

Fußballgott oder wer?

Fußballgott oder wer?
Diesmal klappert's gar nicht so laut. Na ja, vielleicht ab der KO- Phase. Dann wehen vielleicht mehr Fahnen an den Autos und die Fanmeile ist gerappelt voll, dem Fußballgott zu huldigen. Denn "Ich bin der HERR, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir" spricht der Fußballgott. Oder nicht? War das Mammon, der Gott des Geldes und der irdischen Macht, der das sagte? Bacchus, der Weingott könnte es auch gewesen sein. Oder war es Eros? Ich komme da durcheinander. Ach nee, das war ja Der aus dem alten Buch!

In Umfragen, wie wir Menschen zusammen leben können, ist in unserem sterbenden Abendland häufig die Antwort, man müsste sich nur an die Zehn Gebote halten. Richtig. Aber man meint im allgemeinen nur die letzten sieben: nicht morden, nicht stehlen, keine Falschaussagen usw. Das erste Gebot, dass Gott Gott ist und damit der Chef von's Janze, das haben wenige im Blick.

Martin Luther sagt mal: "Woran du dein Herz hängst und worauf du dich verlässt, das ist dein Gott". In diesem Sinn gibt es keine Atheisten. Denn jeder hat etwas, das ihm das Wichtigste ist, woran er sein Leben ausrichtet. Momentan richten viele ihr Leben nach der EM aus. Und das ist in Ordnung. Mal Urlaub vom Alltag, sich auf ein spannendes Turnier einlassen. Aber das ist eine Form von Lebensfreude, die ein paar Wochen gelebt wird, aber doch nicht das  ganze Leben bestimmt. Nicht wie bei einem Bayernfan, der mal sagte, wenn der FC Bayern absteigen würde, er sich das Leben nähme. Zwar ist das bei Bayern München mehr als unwahrscheinlich, zeigt aber eine klare Symptomatik. Wenn mir Lebensdetails mehr bedeuten als gut sein kann. Der Fußballgott kann sehr gemein sein - und was dann? Wie bei den Mammonisten, wo sich Milliardäre das Leben nahmen, weil sie nach Beginn der Wirtschaftskrise nur noch Millionäre waren. Auch Mammon ist ungerecht. Dann doch lieber mit Wein, Weib und Gesang feiernd mit Bacchus und Eros untergehen. Hier haben besonders junge Leute Chancen auf den Club der 27' er.

Nein, Geld, Karriere, Sex, Alkohol und natürlich König Fußball haben ihre Berechtigung im Leben. Alles kann gut sein und gut tun. Alles hat seinen Platz im Leben. Aber nichts davon sollte das Leben gefangen nehmen, den Blick einschränken. 
Luthers einfache Feststellung ist hier eine gute Orientierungsmöglichkeit. Was, wer ist mir das Wichtigste im Leben? Worauf baue ich? Wer oder was ist meine letzte Sicherheit. Wer oder was gibt mir Trost im Schmerz und hilft mir im Sterben? Für Luther war das Der aus dem alten Buch, der Bibel. "Ein feste Burg ist unser Gott" dichtete er im Lied. Ich habe 500 Jahre später für mich festgestellt, diese Burg steht immer noch, stabil und stark wie eh und je. Obwohl man heute eher das Bild vom sicheren Bunker verwenden würde. Ich würde gern wissen, wo für Dich die letzte Sicherheit liegt? Wer oder was ist Dein Bunker? Schreib mir mal.


Thomas Nachtigall, Berlin-Lankwitz, für GottinBerlin.de

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Mittwoch, 15. Juni 2016

Ende der freien Meinungsäußerung?

Ende der freien Meinungsäußerung?
Joachim Gauck hat während seiner Amtszeit immer wieder auf das wertvolle Gut FREIHEIT hingewiesen. Die Bibel erwähnt auch eindeutig, dass wir zur Freiheit berufen sind. Freie Bürger also, die frei ihre Meinung äußern dürfen. Doch die Beobachtung der letzten Jahre in unserem Land bringt mich zum Nachdenken.
Ich habe das Gefühl,  solange meine Meinung dem herrschenden Mainstream gerecht wird, ist sie willkommen. Eine gegenteilige Meinung lässt man und  frau nicht mehr so einfach gelten. Oft erlebe ich Verleumdung, starke verbale Angriffe, ja sogar Drohungen. 

Menschen des öffentlichen Lebens erhalten immer häufiger Morddrohungen. Die soziale Kultur ist in einer bedenkliche Wandlung. Sie ist in eine Schieflage gekommen. Es fehlt immer häufiger am Respekt gegenüber der andersdenkenden Person. Die Attacken sind oft schamlos, entwürdigend und verletzend.
Wenn ein Volk sich immer mehr vom ehemals prägenden Wort Gottes entfernt, verschwinden auch die Werte, die eine Gesellschaft zusammen hält. 
Werte enstehen eben nicht durch Vernunft, durch Nachdenken. Sie werden von dem gegeben, der uns geschaffen hat und der somit weiß, wie seine Geschöpfe ticken.
Da stehen in der Bibel so genial einfache Regeln eines fruchtbaren Miteinanders. Z. B. : "Jeder achte darauf, den anderen höher zu achten, als sich selbst," Man sollte meinen, das ist ein selbstverständlicher Wert.
Ist er nicht mehr, zumindest nicht mehr in der politischen Auseinandersetzung. Werte für eine Gesellschaft kommen von Gott und eben nicht aus der menschlichen Vernunft. Wann waren wir Menschen schon mal vernünftig in der Geschichte der Menschheit?

Werner Zimmermann für GottinBerlin.com
Foto-Copyright: Thomas Gerlach

Montag, 13. Juni 2016

Wie kann ich mir die Liebe Gottes zu uns Menschen vorstellen?

Wie kann ich mir die Liebe Gottes zu uns Menschen vorstellen?
Ich glaube, der bekannteste Text über die Liebe, steht in der Bibel im 1.Korinterbrief 13.
Dieser Text wird oft bei Trauungen zitiert, um dem neu Vermähltem Paar eine Vorgabe zu geben, wie sie in ihrem gemeinsamen Leben miteinander umgehen sollten.

Dort beschreibt Paulus: Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit, sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. Die Liebe hört niemals auf. 1.Kor.13, 4 – 8.

Diese Art von Liebe ist kein Gefühl – sie ist eine Geisteshaltung, die sich  durch mein Verhalten beispielhaft ausdrücken sollte.  So dachte ich viele lange Jahre meines Lebens als Christ.
Doch so sehr ich mich auch bemühte, diese Art zu lieben, konnte ich aus eigener Kraft nie erreichen.
Ich erlebe auch, dass viele Menschen, die Christus ihr Leben anvertraut haben, diesen hohen Anspruch der Liebe nicht gerecht werden können und so verzagen. Sie messen sich und den Anderen  an diesem hohen Anspruch. Dadurch entsteht auch, oder gerade deshalb, so viel Streit und Unzufriedenheit in den Kirchen. Auch Menschen außerhalb christlicher Gemeinschaften beurteilen unser Verhalten aus dieser Perspektive.
Kommt es nicht oft genug vor, dass der einzelne Mensch Zweifel, an der Liebe Gott,  zu sich hat?
Wie kann er denn nun, dem Anderen mit dieser vollkommenden Liebe begegnen, wenn er selber unsicher ist, ob Gott ihn von ganzem Herzen liebt?
Was beschreibt Paulus hier den Korinther?  Wie wir als Menschen einander begegnen sollen, oder ist  es nicht so, dass er uns in diesem Text, Gott beschreibt?
Wie also können wir Menschen uns nun die Liebe Gottes zum Menschen vorstellen?
Die Bibel sagt uns: „Gott ist die Liebe“ (1. Joh 4,8)

Lies einmal den Text so, in dem du das Wort Liebe mit Gott ersetzt.
Das liest sich dann so:   Gott ist langmütig und  freundlich zu Ihnen.
Gott eifert nicht, ER treibt nicht Mutwillen,
ER bläht sich nicht auf, ER verhält sich nicht ungehörig, ER sucht nicht das Seine,
ER lässt sich nicht erbittern, ER rechnet das Böse nicht zu, ER freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, ER freut sich aber an der Wahrheit; ER erträgt alles, ER glaubt alles;
ER hofft alles, ER duldet alles.  Gottes Liebe hört niemals auf.
Weil Gott die vollkommende Liebe ist, dürfen wir uns von IHM geliebt wissen.
Egal wie du bist und welche Schuld du auf dich geladen hast.
ER liebt dich, in und durch Jesus Christus bedingungslos.
Wenn du das glaubst und dein Leben durch Jesus Christus gestalten lässt,
dann schenkt dir Jesus diese Gottes – Liebe.
Du kannst dich und deinen Nächsten mit den Augen Jesu sehen und lieben.
Denn kein Mensch ist zu dieser Liebe fähig.
Nur Jesus Christus in mir und in dir, kann diese Liebe bewirken.

Als ich das erkennen durfte, ist mir eine große Last von der Seele genommen worden.
Ich brauche mich nicht unmenschlich anstrengen, um den anderen mit dieser Gottes – Liebe zu begegnen. Jesus Christus, der Herr über mein Leben, schenkt mir diese Liebe zu meinem Nächsten.
Lass du dir auch diese Liebe schenken, in dem du Jesus Herr über deinem Leben sein lässt.

geschrieben von Lucie Reichert für Gott in Berlin.
Copyright: fotolia.com | #77883658 | cristina_conti

Sonntag, 5. Juni 2016

Taub für das Leid der orientalischen Christen

Sabatina James im Gespräch mit Michael Hinz
Sabatina James musste ein Pseudonym als Namen wählen und ist in einem Opferschutzprogramm, weil sie seit ihrer Bekehrung vom Islam zum Christentum nicht nur von ihrer Familie mit dem Tode bedroht wird, sondern auch von Islamisten in Deutschland. Michael Hinz vom Fernsehkanal Phoenix sprach am 27. Mai 2016 mit ihr:
Sabatina war nach Deutschland geflüchtet, um ihre Menschenrechte als Frau wahrzunehmen, muss aber inzwischen feststellen, dass sie hier auch nicht mehr sicher ist, weil „unsere Regierung auch die Täter willkommen heißt“. Die Menschen, die sie bedrohen, dürften weiterhin hierbleiben, so klagt sie. Ihnen geschehe nichts. Wenn wir Islamisten nicht ausweisen, riskieren wir die Menschenrechte und die Demokratie. Inzwischen sei auch die freie Meinungsäußerung über den Islam in Deutschland nicht mehr gewährleistet.
Mit ihrem Verein „Sabatina e.V.“ hilft sie Frauen, die vor der Zwangsheirat flüchten oder wegen ihres Übertritts zum Christentum bedroht werden, und christlichen Flüchtlingen, die in Asylheimen von muslimischen Asylbewerbern angegriffen werden. In ihrem Heimatland Pakistan werden 80 % aller Frauen Opfer islamischer Gewalt und 60 Millionen Kinder würden laut UNICEF-Angaben zwangsverheiratet. Alle 5 Minuten werde ein Christ wegen seines Glaubens getötet, die meisten davon in islamischen Ländern. 
Der christliche Glaube in Europa sei jedoch am Zerfallen, vielen Menschen hier sei nichts mehr heilig und das verhindere auch die Integration von Flüchtlingen. In unserer Gesellschaft herrsche ein großes geistiges Vakuum. 
Gehört der Islam zu Deutschland?
Die Debatte, ob der Islam zu Deutschland gehöre, halte sie für unsinnig, denn dann würde auch die Scharia zu Deutschland gehören. Zu Deutschland würden aber die Muslime gehören, die demokratisch seien und unser Grundgesetz anerkennen. Undemokratische, rassistische Muslime sollten aber ihrer Meinung nach in die Herkunftsländer zurückgeschickt werden. Integration könne nur mit Menschen gelingen, die integriert werden wollen: „Wer Frauen betatscht, Schwule klatscht, Juden bepöbelt und Christen angreift, ist kein schutzbedürftiges Opfer, sondern ein islamistischer Täter, der dort hingeschickt gehört, wo er das gelernt hat.“
Muslime dürften hier öffentlich „Juden ins Gas“ schreien oder Videos über Steinigungen veröffentlichen, ohne dass ihnen etwas geschehe. Sie habe sich schon oft die Frage gestellt, warum der antidemokratische Islamismus nicht konsequent bekämpft werde. Vielleicht, weil Erdogan, Katar, Saudi-Arabien und die Emirate unsere Geschäftspartner seien und die Wirtschaftsinteressen vor dem demokratischen Willen der Bevölkerung stünden. Sie verstehe nicht, warum Islamisten in Deutschland bleiben dürften, die Gewalt predigen und ausüben. Ihnen passiere gar nichts. Sie habe keine Illusionen mehr, weil sie den Opfern zuhöre und für sie das Sprachrohr sei.
Islamisten unter Flüchtlingen?
Mit den Flüchtlingen kämen selbstverständlich auch Islamisten in unser Land und wir würden damit eine rassistische und frauenfeindliche Ideologie importieren. Sie habe das Gefühl, die Willkommenskultur gelte nur denen, die sich lautstark Gehör verschafften, während die wirklichen Opfer oft abgelehnt würden. Anträge von christlichen Flüchtlingen aus islamischen Ländern würden systematisch abgelehnt, weil „kein Bezug zu Deutschland“ bestünde. Sie frage sich da, welchen Bezug zu Deutschland dann die anderen Flüchtlinge hätten. 
Die Kirchen sind taub für das Leid der Christen
Sabatina macht auch den Kirchen und Bischöfen in unserem Land Vorwürfe: Sie hätten bis heute nichts unternommen für ihre Glaubensbrüder, die in den Asylheimen angegriffen worden sind. Manche Bischöfe und Kardinäle seien der Versuchung des Opportunismus erlegen. Es sei ihnen wichtiger, den Leuten nach dem Mund zu reden als ihre Schäfchen zu beschützen und in den Asylheimen zu besuchen. Es sei eine große Verzweiflung bei den Christen in den Asylheimen anzutreffen, weil sie glaubten, der Westen sei komplett taub für ihr Leid. Sie würden vernichtet vom Islamischen Staat, das orientalische Christentum sei am Aussterben und es krähe kein Hahn danach. Sogar ihre eigenen Glaubensbrüder lassen sie im Stich: „Ich bin katholisch aus ganzem Herzen, aber das hat mehr mit der Lehre der Kirche zu tun als mit den politischen Meinungen unserer Bischöfe und dem Papst.“

Gerhard Lenz