Mittwoch, 22. Juni 2016

Fußballgott oder wer?

Fußballgott oder wer?
Diesmal klappert's gar nicht so laut. Na ja, vielleicht ab der KO- Phase. Dann wehen vielleicht mehr Fahnen an den Autos und die Fanmeile ist gerappelt voll, dem Fußballgott zu huldigen. Denn "Ich bin der HERR, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir" spricht der Fußballgott. Oder nicht? War das Mammon, der Gott des Geldes und der irdischen Macht, der das sagte? Bacchus, der Weingott könnte es auch gewesen sein. Oder war es Eros? Ich komme da durcheinander. Ach nee, das war ja Der aus dem alten Buch!

In Umfragen, wie wir Menschen zusammen leben können, ist in unserem sterbenden Abendland häufig die Antwort, man müsste sich nur an die Zehn Gebote halten. Richtig. Aber man meint im allgemeinen nur die letzten sieben: nicht morden, nicht stehlen, keine Falschaussagen usw. Das erste Gebot, dass Gott Gott ist und damit der Chef von's Janze, das haben wenige im Blick.

Martin Luther sagt mal: "Woran du dein Herz hängst und worauf du dich verlässt, das ist dein Gott". In diesem Sinn gibt es keine Atheisten. Denn jeder hat etwas, das ihm das Wichtigste ist, woran er sein Leben ausrichtet. Momentan richten viele ihr Leben nach der EM aus. Und das ist in Ordnung. Mal Urlaub vom Alltag, sich auf ein spannendes Turnier einlassen. Aber das ist eine Form von Lebensfreude, die ein paar Wochen gelebt wird, aber doch nicht das  ganze Leben bestimmt. Nicht wie bei einem Bayernfan, der mal sagte, wenn der FC Bayern absteigen würde, er sich das Leben nähme. Zwar ist das bei Bayern München mehr als unwahrscheinlich, zeigt aber eine klare Symptomatik. Wenn mir Lebensdetails mehr bedeuten als gut sein kann. Der Fußballgott kann sehr gemein sein - und was dann? Wie bei den Mammonisten, wo sich Milliardäre das Leben nahmen, weil sie nach Beginn der Wirtschaftskrise nur noch Millionäre waren. Auch Mammon ist ungerecht. Dann doch lieber mit Wein, Weib und Gesang feiernd mit Bacchus und Eros untergehen. Hier haben besonders junge Leute Chancen auf den Club der 27' er.

Nein, Geld, Karriere, Sex, Alkohol und natürlich König Fußball haben ihre Berechtigung im Leben. Alles kann gut sein und gut tun. Alles hat seinen Platz im Leben. Aber nichts davon sollte das Leben gefangen nehmen, den Blick einschränken. 
Luthers einfache Feststellung ist hier eine gute Orientierungsmöglichkeit. Was, wer ist mir das Wichtigste im Leben? Worauf baue ich? Wer oder was ist meine letzte Sicherheit. Wer oder was gibt mir Trost im Schmerz und hilft mir im Sterben? Für Luther war das Der aus dem alten Buch, der Bibel. "Ein feste Burg ist unser Gott" dichtete er im Lied. Ich habe 500 Jahre später für mich festgestellt, diese Burg steht immer noch, stabil und stark wie eh und je. Obwohl man heute eher das Bild vom sicheren Bunker verwenden würde. Ich würde gern wissen, wo für Dich die letzte Sicherheit liegt? Wer oder was ist Dein Bunker? Schreib mir mal.


Thomas Nachtigall, Berlin-Lankwitz, für GottinBerlin.de

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