Montag, 31. Oktober 2016

Martin, der Polterer

"Ich kann nicht leise treten" hat Martin Luther kritisch von sich selbst gesagt und seinen engsten Mitarbeiter Philipp Melanchton um dessen sortierte und filigrane Sprachweise beneidet. Ein Sprachgenie, das unter seiner Sprache litt. Luther war deutlich in seinem Denken und direkt in seiner Sprache. Von zart bis hart.

Martin, der Polterer
Heute ist Reformationstag. Die Brandenburger und Sachsen haben heute Feiertag. Nächstes Jahr vor 500 Jahren hat Luther seine 98 Thesen zum Ablass veröffentlicht. Plötzlich wurde in wenigen Jahren aus einem kleinen Augustinermönch eine welthistorische Figur. Dabei wollte der das garnicht. Der wollte einfach nur theologisch diskutieren und ein paar kritische Fragen und Anmerkungen anbringen. Er wollte auch keine neue Kirche. Er hatte ja die Thesen sogar dem Papst gewidmet. Die Reaktion Roms und der Rest ist Geschichte.

Das Denken Luthers setzt beim Menschen vor Gott als mündig und verantwortlich an. Gott, der den Menschen persönlich als Sein Gegenüber anspricht und in Seine Liebe ruft. Luther hat in seiner Zeit dem Menschen eine Würde zugesprochen, die ihn frei und unabhängig macht. Fand die Vermittlung zwischen Gott und Mensch bis dahin über die Priester statt, nimmt Luther den Menschen als einzigartiges Individuum wahr, der im Namen Jesus direkte Gottesgemeinschaft hat. Die Aufklärung, die aus dem starren Kirchensystem ausstieg war eine Folge Luthers Reformation. Der Mensch, der eigenständig vor Gott und durch Ihn denken, fragen und eigenverantwortlich entscheiden kann. Diese evangelische Freiheit darf sich ein Christ nie nehmen lassen.

Thomas Nachtigall, Mr. Tii für GottinBerlin.de

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