Samstag, 12. November 2016

5 Dinge, die ich gerne gewusst hätte, bevor ich geheiratet habe!

Es passiert die ganze Zeit: Meine Frau und ich hören Dinge über unsere Ehe, die uns schmunzeln lassen. Das sind zum Beispiel solche Sätze:
„Ihr schaut so glücklich aus!"
„Ihr verhaltet euch wie frisch Verheiratete!"
„Du kannst nicht verstehen, was ich gerade durchmache, weil deine Ehe so gut läuft."
„Ihr zwei streitet nie."

Wir müssen darüber nicht lachen, weil diese Dinge uns glücklich machen würden, sondern weil nur sehr wenige Menschen unsere Geschichte kennen. Jeder hat eine Geschichte - sogar wir.
Vor nicht allzu langer Zeit standen Consuela und ich kurz vor der Scheidung. Die Dinge liefen nicht gut und unsere Ehe steckte in einer Krise. Ich schreibe oder sage diese Worte nicht leichtfertig. Wir waren an dem Punkt angelangt, an dem es kein Zurück mehr gab... Oder zumindest dachten wir das.
Wir trafen uns mit Pastoren und Beratern, versuchten wieder herzustellen, was einmal gewesen war. Dabei arbeiteten wir uns durch die schmerzvollste Angelegenheit, an der ich persönlich jemals Anteil hatte.
Wenn ich mich an diese Zeit meines Lebens zurückerinnere, hätte ich die Krise, in der wir uns befanden, abwenden können, wenn ich einige Dinge nur in ihrer Gänze verstanden hätte. Fünf von ihnen sind Folgende:
1) Es gibt keinen Plan B.
Meine Ehe ist für ein ganzes Leben angelegt und wird nur mit dem Tod enden. Das hört sich ein wenig düster an, ist aber die Wahrheit. Als ich schwor, meine Frau für immer zu lieben, habe ich mich dazu verpflichtet, die Ehe funktionieren zu lassen - komme, was wolle.
Meine Einstellung war, mir alle Optionen offen zu halten. Ich wollte sichergehen, einen Ausweg zu haben, wenn verheiratet zu sein nicht funktioniert hätte, wenn die Beziehung zu Consuela nicht gehalten hätte, oder wenn sie mich nicht glücklich gemacht hätte... Oder noch schlimmer, ich wollte eine andere Option haben.
In der Ehe gibt es aber keinen Plan B. Solche Pläne öffnen Türen und haben mich davon abgehalten, mich voll und ganz meiner Frau und unserer Ehe zu verpflichten.
2) In der Ehe geht es nicht um mein Glück.

So viele Paare machen diesen Fehler, man hört es die ganze Zeit. Damals, im Jahr 2000, als wir gemeinsam vor den Traualtar traten, glaubte ich es auch: Consuela ist meine Frau, damit sie mich glücklich machen kann. Das ist es, was Ehefrauen tun. Und falls sie es nicht tut, muss ich jemand anderen finden, der mich glücklich machen wird.
Die Wahrheit ist, dass es bei der Ehe um so viel mehr geht als um mein Glück. Außerdem kann sie nicht die Last meines Glückes auf ihren Schultern tragen. Glück ist subjektiv und relativ. Als Mann verändert sich meine Definition von Glück so stark, dass sie auf keinen Fall mit all meinen Ansprüchen Schritt halten könnte.
In der Ehe geht es um gegenseitige Liebe und Respekt, es geht darum, Gott durch unsere Treue zu ehren, aber es geht nicht um mein persönliches Glück.
3) Kommunikation ist effektiver als Stille.
Ich bin introvertiert. Außerdem bin ich auch ein stereotypischer Mann. Folglich ist es für mich genauso fremd und unangenehm, über meine Gefühle zu sprechen, wie ein Flugzeug zu fliegen. Meine Schwäche ist es, still und alleine zu bleiben, wenn mich etwas aufregt oder ärgert.
Dann kommt der Moment, in dem diese Gefühle so stark unterdrückt sind, dass ich beginne, nach ungesunden Möglichkeiten zu suchen, um meinen Ärger, meine Depression, meine sexuellen Wünsche etc. zu kanalisieren.
Ich habe herausgefunden, dass niemand mich so liebt, sich so um mich kümmert und für mich sorgt, wie es Consuela kann. Ich kann sicher sein, dass sie mit meinen Unsicherheiten und Emotionen taktvoll umgeht. Außerdem ist sie die einzige, die das Problem lösen kann, wenn ich sauer auf sie bin - also warum sollte ich meine Gedanken nicht mit ihr teilen.
4) Ich profitiere davon, etwas für sie zu tun.
Das Buch „Die fünf Sprachen der Liebe" empfehle ich immer jedem, der bald heiraten wird oder bereits verheiratet ist.
Es veränderte meinen Blick auf die Beziehung zu meiner Frau. Naturgemäß versuchen wir, die anderen auf die Art und Weise zu lieben, wie wir selbst geliebt werden wollen - aber wenn das nicht ihre Sprache der Liebe ist, bleiben alle Bemühungen mehr oder weniger erfolglos.
Obwohl ich für meine Frau Einsatz zeigen muss und sollte, um eine gesunde und glückliche Ehe zu führen, habe ich ein interessantes Phänomen entdeckt: Wenn ich mich um sie kümmere, profitiere eigentlich ich davon.
Versteht mich nicht falsch, wir sollten Dinge nicht für andere tun, weil wir etwas dafür zurückbekommen. Aber es ist trotzdem ziemlich cool, wenn wir dafür belohnt werden, unseren Ehepartnern etwas Gutes zu tun. Ich habe herausgefunden, dass es ihr inneres „Gefäß" für Liebe auffüllt, wenn ich ihr helfe und beispielsweise den Geschirrspüler aufräume. Irgendwann will sie dasselbe für mich tun - das ist doch ziemlich cool, oder?
5) Konflikte sind kein Zeichen einer Störung.
In jeder Beziehung - zu Freunden, Familie oder in der Arbeit - wird es Konflikte geben. Das ist normal und völlig in Ordnung. Aus irgendeinem Grund stecken viele von uns die Ehe in eine andere Kategorie. Wir denken, dass etwas mit unserer Ehe schieflaufen muss, wenn wir uns streiten. Sofort kommen wir zu dem Schluss, dass etwas in unserer Ehe nicht funktioniert oder kaputt ist.
Wenn wir so denken, fangen wir an, uns einen Plan B zu überlegen. Wir hören auf, zu kommunizieren und für den anderen da zu sein. Dabei sind Konflikte in einer Ehe normal. Wie wir uns entscheiden, diese Situationen aufzuarbeiten, entscheidet darüber, wie gesund oder beschädigt unsere Ehe ist.
Ich habe herausgefunden, dass Konflikte als normal zu betrachten mir geholfen hat, mich nicht mit Angriffen aufzuhalten, mich wesentlich schneller zu entschuldigen und hart daran zu arbeiten, Konflikte so schnell wie möglich zu lösen.
Wie man vielleicht am Anfang dieser Geschichte und den Kommentaren, die wir regelmäßig erhalten, erkennen kann, haben Consuela und ich eine tolle Ehe... Jetzt. Es läuft besser als jemals zuvor, sogar besser als an dem Tag unserer Hochzeit! Besonders, weil ich jetzt diese fünf Dinge über die Ehe weiß.
Redner, Autor und Coach aus den USA

Wenn Du wissen willst, wer der Schöpfer von Mann und Frau ist, dann klicke auf GottinBerlin.de .

Thomas Gerlach
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