Freitag, 27. Januar 2017

Streiten statt Zanken

Streiten statt Zanken
Im Großen wie im Kleinen wird, sobald etwas nicht richtig läuft, nach dem Schuldigen gefragt. Das erste Bedürfnis eines jeden scheint es zu sein, sich selbst erst einmal aus der Affäre zu ziehen. Denn der, der nach einem Schuldigen fragt, kann es ja selbst nicht sein. Das erhebt schonmal das eigene Ego: ich bin fein raus. Oder aber, sollte ich betroffen sein, suche ich mir jemand, an den ich die Schuld delegieren kann. Das kennen wir schon seit dem Garten Eden. Adam schiebt es auf Eva. Eva schiebt es auf die Schlange. Problemanalyse? Lösungsstrategie? Weit entfernt! Anstatt vorwärtsgewandt konstruktiv um eine Problembehebung zu streiten, zankt man rückwärtsgewandt um den Sündenbock.

Ein anderes Modell des Zankens statt Streitens sind Sachfragen. Man streitet nicht um ein gegenseitiges Verstehen, setzt die gegensätzlichen Ansichten nicht in Bezug zueinander. Man zankt um ein Rechthaben gegenüber dem Anderen. Im allgemeinen endet sowas in Polarisierung, Ablehnung bis hin zur Feindschaft. Derlei Spielarten gibt es viele.

Wir kommen nicht drum herum, dass Sachen schief laufen oder komplett unterschiedliche Ansichten aufeinander treffen. Das ist immer auch eine Form von Stress, wo es auch sehr emotionell zugehen kann. Doch immer gibt es verschiedene Richtungsmöglichkeiten. Entweder ich wende mich meinem Gegenüber zu, verstehe die Sachlage aus seiner Sicht. Das hieße, ich komme ihm näher, kann vielleicht sogar etwas lernen. Und selbst wenn man meinungstechnisch nicht auf einen Nenner kommt, kann man zumindest Verständnis = Verstehen lernen. Das wäre eine gesunde Form des Streitens. Oder aber man zankt eben. Da geht es nicht um Lösungen, sondern nur darum, dass einer am Ende siegt. Meistens verlieren beide Seiten, wenn gezankt wird. Und so manche Beziehung oder Unternehmung ist an Zankerei gescheitert.

Der Apostel Paulus sagt einmal, wir sollen die Sonne über unserem Zorn nicht untergehen lassen. Denn wer weiß, ob wir ein Morgen zusammen erleben. Wer sich verzankt, sollte schnell Versöhnung anstreben. Wie vieles in dieser Welt an Unversöhntheit endete unversöhnt am Grab. "Ach, was ich doch gern noch gesagt hätte" erreicht nun niemand mehr. Solchen Zustand wünsche ich niemandem von uns.


Thomas Nachtigall, Berlin-Lankwitz, Mr. Tii, für GottinBerlin.de

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Dienstag, 17. Januar 2017

Haut ihnen jeden Finger ab - Teil 2

Haut ihnen jeden Finger ab  -  Teil 2
Ich bedanke mich für jede ernsthafte Zuschrift auf meinen Blog auf GottInBerlin, mit dem gleichen Titel aus dem Jahr 2015, wo ich den Versuch unternahm, Christentum und Islam zu vergleichen. Hier ging es mir nicht um die Diffamierung von Menschen, die einer bestimmten Glaubensrichtung angehören. Ich habe klar ausgedrückt, dass jeder Mensch guten Willens mit moslemischem oder anderem Glauben in unserem Land herzlich willkommen ist. Ich möchte aber gerne herausfinden, welches heilige Buch hilfreicher für den Menschen ist  -  BIBEL oder KORAN. Wir sollten zusammen doch tatsächlich beide Bücher gründlich unter die Lupe nehmen, um der Wahrheit ein Stück näher zu kommen. Hier meine Überlegungen:

Ich muss zugeben, dass die als Beispiel zitierten Suren ein ausschließlich negatives Bild des Koran abzeichneten. Aus der Bibel habe ich dagegen  hauptsächlich Positives aus dem NEUEN TESTAMENT hervorgehoben. Natürlich gibt es mehrere Dutzend grausame Stellen auch in der Bibel, vor allem im ALTEN TESTAMENT. Dennoch bitte ich hier nochmals gründlich nachzulesen.

Im Gegensatz zur Bibel sind Gewaltaufrufe im Koran meistens keine historischen Erzählungen. Bei einem Vergleich von Bibel und Koran wird vielmehr deutlich, dass Gewaltaufrufe des Korans Befehle an alle Gläubigen sind, gestern wie heute. Ihre Gültigkeit ist nicht auf einen bestimmten Zeitraum begrenzt, sondern besteht für alle Zeiten.  Der Prophet Mohammed selbst bestätigte dies, indem er sagt: "Eine Gruppe meiner Umma wird fortfahren, um der Wahrheit willen kämpfen, und sich bis zum Tag der Auferstehung behaupten." heißt es in der Haddith, der Überlieferung der Aussprüche und Handlungen des Propheten. Und im Koran steht in Sure 8:39: "und kämpft gegen sie ...... bis nur noch Allah verehrt wird.
Islamgelehrte sind überzeugt,  dass sich die islamische Welt auch heute noch mit der Welt der "Ungläubigen" im Krieg befindet. Dieser soll so lange andauern, bis sich alle Völker dem Islam unterworfen haben. Islamische Kampfbefehle sind daher dem unveränderbaren Gebot Allahs gleichgesetzt.
Die sog. "Schwert-Verse" des Koran aus Sure 9 sind im islamischen Recht unter dem Begriff Jihad al-Talab (kämpferischer Jihad) fest verankert. Damit steht der Muslime in einem offensiven Kampf. Dieses Prinzip und Glaubensdogma ist fundamental für die Beziehung des Islam zu Nichtmuslimen. Der Krieg richtet sich gegen alle Nationen und Religionen. Bis heute bilden diese Verse und die daraus abgeleiteten Dogmen die Hauptquelle für die Legitimation der Gewalt gegen Christen, Juden und andere Nichtmuslime.
Weder Juden noch Christen haben derartige Pflichten. Die biblischen 'Kampfbefehle" im Alten Testament galten lediglich in einer ganz speziellen historischen Situation, nämlich der Landnahme in Kanaan. Nie wurden die Israeliten dazu aufgefordert, Kämpfe außerhalb dieses geographischen Territoriums, ihres gelobten Landes, zu führen.
Islamische Gewalt dagegen wurde und wird außerhalb der Arabischen Halbinsel angewendet und hatte immer das Ziel,  die Welt zu erobern. Gewalt im Islam wurde eingesetzt, um Mohammeds Religion zu verbreiten. Sowohl Mohammed als auch seine Weggefährten sahen sich zur Vollendung  dieser Aufgabe berufen - damals wie heute. In einer Hadith sagt Mohammed : "Ich wurde angewiesen, die Menschen zu bekämpfen, bis sie bezeugen, dass es keinen Gott außer Allah gibt und Mohammed der Gesandte Allahs ist."  Die Gewaltaufrufe  haben die islamische Explosion ausgelöst, die das Elend verbreitete und das Angesicht der Welt für immer veränderte.
Das unterscheidet sich von der "alttestamentarischen Gewalt", die, wie gesagt, immer auf einen bestimmten historischen Kontext bezogen blieb. Geschichte und Theologie dürfen an diesem Punkt also nicht verwechselt werden. Die Israeliten kannten nie einen generellen Befehl Gottes, die Menschen zum Judentum zu bekehren, weder durch Gewalt, noch durch Mission. Das Christentum dagegen wurde zwar mit einem generellen Missionsauftrag begründet, gleichzeitig aber zu strikter Gewaltlosigkeit verpflichtet. Von keinem einzigen Jünger Jesu ist bekannt, dass er die Taufe andersgläubiger erzwang, im Gegenteil: Sie wurden alle Opfer von Gewalt, alle erlitten fast ausnahmslos den Märtyrertod.
So war das Christentum in seinen  ersten drei Jahrhunderten eine Religion der Gewaltlosigkeit. Da sich Jesus selbst ohne Widerstand verhaften und hinrichten ließ, und da Christen Töten selbst zur Verteidigung als Sünde erachten, wehrten sie sich nicht einmal, als  die römischen Kaiser Nero, Domitian, Decius, Valerian usw. sie blutig verfolgen ließen. Sie trotzen der Gewalt ihrer Verfolger, indem sie diese still und betend erduldeten.

Oft werden die Kreuzzüge, noch schlimmer, die Kinderkreuzzüge als Gräuelbeispiel des Christentums angeführt. Man könnte auch die Inquisition und andere Fehlentwicklungen nennen. Das ist natürlich nicht göttliche sondern menschliche Tragik. Dies war in Zeiten geschehen, in denen ein machthungriger Klerus, den Gläubigen die gesamte Wahrheit der Bibel vorenthielt. Gottesdienste waren in lateinischer Sprache. Ja bis zum Jahr 1956 war es den Gläubigen einer großen Religionsgemeinschaft verboten, selbst in einer Bibel zu lesen. Heute, wo die Bibel allen Menschen in ihrer Sprache zugänglich ist ( das wohl größte Vermächtnis Luthers ), wären solche Entwicklungen nicht mehr denkbar.
Wer heute wissen  will, wie der Gott des Christentums ist, muss auf Jesus von Nazareth blicken. Er ist die vollkommene Selbstoffenbarung Gottes.
Der Gott der Bibel muss oft strafen, er ist aber nie ein Gott, der zu Gewalt gegen alle "Nichtgläubigen' aufruft.
Werzim für GottinBerlin.de

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Donnerstag, 12. Januar 2017

Würden Sie einem Mörder Guten Morgen sagen?

Berlin Moabit Gefängnis
Würden Sie einem Mörder Guten Morgen sagen?

Würden Sie einem Mörder Guten Morgen sagen?

"Ich doch nicht!"

"Nur auf Abstand!"

"Bin ich denn Lebensmüde?"

"Wehe ihm, er nähert sich meinen Kindern!"

Wer einen schwachen Punkt in seinem Leben hatte, muss damit rechnen, in den Knast zu kommen und für immer von der Gesellschaft missachtet zu werden!

"Die Herrschaft über den Augenblick ist die Herrschaft über das Leben." Marie von Ebner-Eschenbach

Einer meiner Nachbarn sitzt in Moabit ein. Er hatte seine Ehefrau erschlagen. Fünfzehn Jahre hat er bekommen. Nun sind es noch zehn Jahre, wo er einsitzt. Und dann, wenn er freigelassen wird? Wenn er durch unsere Straße geht, um noch mal sein in zwischen verkauftes Haus, zu sehen. Werde ich ihn grüßen? Hat er es verdient, gegrüßt zu werden?

Gott hat sich selbst zum Menschen gemacht, um uns Menschen zu zeigen, wie ein Miteinander unter den Menschen Möglich ist. Wie denn?

Hör es dir mal an, wie Jesus Christus, so hat Gott sich auf dieser Welt genannt, über das Leben gedacht und gesprochen hat. Thomas Nachtigall liest das Markus-Evangelium nach der Übersetzung von Martin Dreyer aus der Volxbibel. Die Lesung dauert keine zwei Stunden und du wirst aus dem Staunen nicht heraus kommen.

Das Wetteramt sagt zum Wochenende viel Schnee und kaum Sonne an. Mach es dir zu Hause gemütlich, ein warmes Getränk vor dir, den Kopfhörer auf die Ohren und begib dich in eine Geschichte hinein, die weiterhin revolutionär aber auch das Heil der Menschheit ist.

Nach dieser Geschichte frage dich dann selbst, ob Du einem Mörder einen Guten Morgen wünschen würdest.
Thomas Gerlach, Berlin-Reinickendorf, für GottinBerlin 
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