Freitag, 11. August 2017

Blindenwerkstatt

Die traditionsreiche Blindenwerkstatt des Blindenhilfswerkes in Berlin-Steglitz soll laut Vorstand des Werkes geschlossen werden. Damit stehen 13 blinde und sehbehinderte Handwerker und 5 sehende, nicht behinderte Mitarbeiter, die unterstützend tätig sind, auf der Straße. Es sei denn, man findet eine sozial angemessene Lösung insbesondere für die blinden und sehbehinderten Mitarbeiter (Vermittlung in andere Arbeitsverhältnisse, Umschlung, Abfindung).

So kann man es in der Presseerklärung vom 21.07.2017 des Blindenhilfswerkes Berlin als Träger der Werkstatt nachlesen. 

Warum interessiert mich der Fall?

Ganz ehrlich: 18 Arbeitslose mehr oder weniger fallen doch in der Statistik gar nicht auf! Und überhaupt - an der sozial angemessenen Lösung wird doch noch gearbeitet. Vielleicht kommen die Meisten ja anderweitig unter!?

Die traditionsreiche Blindenwerkstatt des Blindenhilfswerkes in Berlin-Steglitz soll laut Vorstand des Werkes geschlossen werden. Damit stehen 13 blinde und sehbehinderte Handwerker und 5 sehende, nicht behinderte Mitarbeiter, die unterstützend tätig sind, auf der Straße.
Blindenwerkstatt
Ich bin Mutter einer geistig behinderten Tochter. Mein Kind kann in der Werkstatt nicht arbeiten und besucht eine Fördergruppe. Vielleicht vergleiche ich jetzt Äpfel mit Birnen. Aber egal welcher Art eine Behinderung ist, man ist niemals leicht vermittelbar. Das gilt besonders auf dem 1. Arbeitsmarkt, wozu die Blindenwerkstatt, anders als eine Behindertenwerkstatt, gehört. Bei einer Arbeitslosigkeit geht es niemals nur um finanzielle Einbußen. Was ist mit dem Verlust der sozialen Kontakte? Auch hier hat ein behinderter Mensch nicht unbedingt die gleichen Chancen, wie sein nicht behinderter Kollege. Das nagtdann auch an der persönlichen Unterscheidung. 

Übrigens, gilt das auch für die 5 nicht behinderten Mitarbeiter. Seien wir doch ehrlich. Wenn man 40 Kerzen auf dem Geburtstagskuchen auspusten konnte, gehört man automatisch schon zu den schwer Vermittelbaren.

Wer hat Schuld?

Keine Ahnung. Laut des Artikels vom 24.07.2017 in der Berliner Morgenpost steht die Geschäftsführung in der Kritik. Schnell schiebt man die Schuld auf Andere. Aber, was ist mit mir? Gelegentlich habe ich in dem kleinen Laden, in der Rothenburgerstraße, etwas gekauft. Die Preise sind nicht mit dem Discounter zu vergleichen. Aber auch nicht die Qualität! Mein Besten leistet mir schon lange sehr gute Dienste. Sollten wir nicht öfter in einer Behindertenwerkstatt einkaufen, um den behinderten Mitarbeitern unsere Wertschätzung zu zeigen und den Umsatz zu steigern? Ja, das tue ich schon lange. In der Schule haben sich Lehrer und Schüler gefreut, wenn in der Adventszeit sich die Regale leerten. Die Kinder haben sehr wohl begriffen, dass ihre Arbeit nicht umsonst war.
In dem konkreten Fall der Werkstatt aus Steglitz ist das Problem, dass es sich nicht um eine Behinderten-Werkstatt handelt. Das es sich hierbei um einen Betrieb auf dem ersten Arbeitsmarkt handelt, also in Konkurrenz zu jedem anderen Betrieb steht. Geleiches Angebot steht, war mir nicht bewusst. Woher auch? Wenn die Geschäftsführerin Andrea Pahl sagt, das neue Wege im Marketing beschritten würden, kam das bei mir als Kundin nicht an. Ich wohne in der Nähe der Werkstatt, lese das wöchentliche Bezirksblättchen, an meinem Briefkasten steht: "Werbung ja bitte" und trotzdem habe ich nie etwas von der Blindenwerkstatt gehört.

Die Lösung

Das Blindenhilfswerk Berlin ist 1886 als Fürsorgeverein gegründet worden. Ich würde mir wünschen, dass Frau Pahl, als Geschäftsführerin und der Vorstand noch einmal prüfen, ob eine Weiterfühung des Betriebes nicht doch möglich ist. Immerhin haben die Mitarbeiter in einen gemeinsamen Brief an den Vorstand sich bereit erklärt, bei strukturellen Verbesserungen der Arbeitsorganisation mitzuwirken.

Das Blindenhilfswerk ist kein konfessionelles Werk. Trotzdem wird jeder Mitarbeiter, wie übrigens jeder Mensch, vor dem Thron Jesus Christi, als dem Weltenrichter, stehen und sich für sein Tun bzw. sein Nicht-Tun verantworten müssen. Wäre es nicht toll, wenn Jesus dann sagen kann: Was ihr getan habt, einem von diesen, meinen geringsten Brüder, das habt ihr mir getan.

Bela für GottinBerlin


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